Sonntag, 17. Februar 2013

Ein Bar-Abend und eine Geburtstagsfeier...

... der besonderen Art standen dieses Wochenende an. Am Freitag Abend habe ich mich mit einer Bekannten in der alten Schule "Koulu" getroffen, um ein wenig zu reden, später am Abend haben wir in einer anderen Bar dann zufällig Oliver und eine Freundin von ihm getroffen, die ich vergangene Woche auf der brasilianischen Karnevalsparty kennen gelernt hatte. Als meine Begleitung vom Anfang des Abends dann nach Hause musste, habe ich den restlichen Abend noch mit Oliver uns seiner Freundin bei lustigen Wissenschaftsdiskussionen verbracht. 

Am Samstag Nachmittag war ich dann mit Cecilia, einer Doktorandin aus Schweden, verabredet. Wir hatten uns letztes Jahr beim "Wissenschaftliche Präsentationen"-Kurs kennengelernt und seitdem ab und an zum Mittagessen getroffen. Letztens haben wir festgestellt, dass wir beide Geocacher sind und wollten nun gemeinsam ein paar Verstecke in der Nähe der Universität finden. Nach einem nicht ganz so günstigen Start - die erste Dose konnten wir nicht finden, wir vermuten sie aber hinter einer dicken Eisschicht in einer kleinen Höhle - waren wir mit drei gefundenen von vier gesuchten Geocaches doch noch recht erfolgreich. Zum aufwärmen hat mich Cecilia dann noch auf eine Tasse Tee in ihrer Wohnung eingeladen... mit Blick auf den Park am Observatorium, da wird man schon ein wenig neidisch ;). 
Für Samstag Abend hatte mich Oliver dann zu einer besonderen Geburtstagsfeier als Begleitung eingeladen. Denn am 12.02. ist nicht nur Olivers Geburtstag, er teilt seinen Geburtstag u.a. mit Charles Darwin. Und einer unserer Senior-Researcher, Adolfo, feiert diesen "Darwin-Day" jedes Jahr mit einem Fest bei sich zuhause. 


Zunächst wurden wir mit einer "Ursuppe", die dank Trockeneis im Getränk schön brodelte und schäumte, als Aperativ empfangen. Danach wurden alle Gäste in den Garten gebeten. In Teams von 4-5 Leuten sollten wir dann folgende Frage beantworten, indem wir die Antwort aus Schnee formten: "Welches noch lebende Tier ist am nähsten verwandt mit einem Wal". Eine Viertel Stunde später war der Vorgarten um 3 Nilpferde und einen Riesen-Salamander reicher - die Riesen-Salamander-Gruppe begründete ihre Schneeskulptur damit, dass Nilpferde vom Aussterben bedroht seien und man sich nicht sicher sein könne, dass Nilpferde noch als lebende Verwandte gelten, wenn sie fertig sind mit dem Bauen. Also hätten sie ein Amphibium gewählt, dessen Überlebenschancen besser seien. 

 Der Riesen-Salamander.

 Das erste Nilpferd war sehr klein, aber dafür das niedlichste der drei Nilpferde.

 Ein Breitschnautzen-Nilpferd mit blauen Augen...

... und ein eher an ein Schwein erinnerndes Nilpferd waren das Ergebnis der Schneebastelei in Adolfos Garten.


Während die Gäste im Garten also Schnee-Nilpferde (und einen Riesen-Samalander) bastelten, wurde der Küchentisch mit einem "phylogenetischem Baum", einem Evolutions-Stammbaum, dekoriert und mit Speisen aus ausgewählten Vertretern des Stammbaums gedeckt. So gab es als Vorspeise eine Fischsuppe, die man mit verschiedenen Meeresfrüchten, Fisch, Nudeln und Pilzen verfeinern konnte. Als Hauptspeise standen Reis, Brokoli, Schweinekotletts, Froschschenkel, und Hühnchen bereit. Zudem gab es einen Dinosaurier aus Guacamole und Hefe als Bestanteil von Bier. Die Milchsäure-Bakterien im Joghurt deckten dann noch das Reich der Bakterien ab - damit auch alle großen Gruppen an Lebewesen vertreten waren. 

Die farbigen Streifen auf dem Tisch markieren die Zweige des phylogenetischen Baums...

... und es waren viele verschiedene Spezies zum Probieren vorhanden.

Die Nachspeise, selbstgemachtes Whiskey-Eis, war Teil eines "Darwin-Quiz" mit 25 Fragen zu Charles Darwin, die in Zweiergruppen beantwortet werden sollten. Die meisten der Fragen waren sehr interessant, aber doch recht schwer zu beantworten. Die beste Gruppe hatte am Ende des Abends 15 der 25 Fragen richtig beantwortet, aber dafür haben wir alle viel über Charles Darwin gelernt. Unter anderem, dass das letzte Getränk, das er vor seinem Tode zu sich genommen hat, Whiskey war - als Tipp für diese Frage diente das Dessert. 

Donnerstag, 14. Februar 2013

Und die nächste Geburtstagsüberraschung...


... stand heute an - diesmal für Milena. Nachdem der Schneemann bei Oliver so gut ankam, waren wir ein bisschen unter Druck, uns etwas ähnlich gutes für den nächsten Geburtstag einfallen zu lassen. Die Idee, ein Krokodil oder einen Hai - Milena hat eine Vorliebe für Tiere die kräftig zubeißen können - aus Schnee zu formen, haben wir sehr schnell verworfen. Die nächste Idee war, ein Krokodil aus Papier zu basteln, bei der Suche nach Vorlagen im Internet kam uns aber eine bessere Idee... Also habe ich den gestrigen Abend damit verbracht, Krokodile aus Filz und Wäscheklammern zu basteln. Heute morgen haben wir noch schnell ein paar Glückwünsche auf Papier ausgedruckt, mit einer Schnur, den Blättern und etwas Klebeband ein Transparent gebastelt. Anschließend haben sich die Krokodile am Papier und der Schnur festbeißen dürfen und die Überraschung wurde im Fahrstuhl aufgehangen. Ich bin immer noch positiv überrascht, dass sich nicht ein einziges Krokodil im Laufe des Tages zu Fremden verirrt hat :-).

Nach 18 Krokodilen war es eindeutig Zeit fürs Bett. Und meine Bastelschere war nicht gerade die Beste, sie hätte kein weiteres Krokodil-Leder (also grünen Filz) überlebt.

Die fertige Überraschung.

Mittwoch, 13. Februar 2013

Der Faschingsdienstags-Event...

... war ein voller Erfolg - zumindest wenn man dem Feedback unserer Kollegen Glauben schenken kann. Karin, Milena, Oliver und ich haben eine zweistündige Schnitzeljagd durch Turku veranstaltet. Nachdem alle Kollegen in Gruppen zusammengelost wurden, haben die 3 Teamführer zunächst ihre Kenntnisse über das Labor unter Beweis stellen müssen, um den ersten Hinweis zu finden. Dieser war an Stellen versteckt, an denen Labormaterial gelagert wird, welches man nicht unbedingt an diesen Orten vermuten würde. Anschließend mussten jede Gruppe eine mathematische Gleichung lösen, die sie zu einem von drei verschiedenen Startpunkten auf einer Karte führte. Eine Gruppe sollte dann in einer Schnee-Maus den nächsten Hinweis suchen, die zweite Gruppe musste beim Schnellrestaurant Pommes mit Kirschen bestellen, um ihren Hinweis zu erhalten und für die dritte Gruppe sollte eigentlich ein computergesteuerter, mit Helium gefüllter Luftballon in Form eines Clownfisches den nächsten Hinweis überbringen - doch da der Fisch gerade außer Betrieb ist, musste das Foto eines Clownfisches als Ersatz dienen. Alle drei Gruppen wurden dann mit einem Rätsel in den Park am Observatorium gelotst, wo an drei Bäumen jeweils ein Behälter mit dem nächsten Hinweis hing. Die Behälter hingen allerdings so hoch, dass es ein gewisses Maß an Teamwork benötigte, um den Hinweis zu erhalten... und pro Gruppe einen mutigen Menschen, der auf den Baum kletterte. Selbst der Abteilungsleiter hat sich diesen Spaß nicht nehmen lassen. Beweisfotos habe ich allerdings nur von den anderen Gruppen...

 Zugegeben, ein bisschen riskant war die Kletteraktion wohl schon...

... mit all dem Schnee... Aber es ist ja alles gut gegangen :-).

Mit dem nächsten Hinweis wurden alle Gruppen zum Kunstmuseum geschickt. Da wartete bereits Tee und ein paar Schlitten, mit denen jeder, der wollte, den Berg hinunter rodeln konnte. Denn an Faschingsdienstag ist es für Finnen Tradition, rodeln zu gehen. Das finnische Wort für Faschingsdienstag ist "Laskiaistiistai", wobei "tiistai" Dienstag bedeutet und "Laskia" verwandt ist mit dem finnischen Wort für rutschen (zumindest hat mir Matti das so beim Squash spielen vergangene Woche erklärt...).

Auch wenn es nicht so aussieht, die Rutschpartie verlief ohne Verletzungen.

Nach dem Rodeln haben wir die Gruppen wieder getrennt zu drei verschiedenen Punkten gesendet - eine Kirche, ein Restaurantboot und die kleine orange Fähre, mit der man den Fluss überqueren kann. An allen drei Orten wartete eine kleine Box mit Stereogrammen (diese 3D-Bilder, die um die Jahrtausendwende so beliebt waren). Der Name des Restaurants, in dem unser Gruppenausflug mit einem Mittagsbuffet enden sollte, war in diesem Stereogramm versteckt. Glücklicher Weise hat es in jeder Gruppe ein Mitglied gegeben, das dieses 3D-Bild erkennen konnte, so dass alle Teilnehmer fast zeitgleich am Ziel ankamen :).

Teamwork beim Lösen des 3D-Bildes.



Aber bevor wir diese lustige Veranstaltung starten konnten, mussten wir erst einmal Olivers Geburtstag gebührend feiern. Und eine Schnitzeljagd sowie ein Mittagessen mit der ganzen Abteilung war dafür natürlich nicht genug! Karin, Milena und ich haben einen Geschenkgutschein gebastelt, Kuchen besorgt und einen Schneemann vor dem Haupteingang unserer Arbeit platziert, der ein Schild mit "Happy Birthday, Oliver" hielt und den Kuchen und den Gutschein bewachte. Es war lustig, den Studenten zuzusehen, die morgens in die Uni kamen. Ihre Blicke und das Lächeln auf deren Gesichtern war fast so schön anzusehen, wie Olivers Freude über die Überraschung. Nun müssen wir uns für Milenas Geburtstag in zwei Tagen nur etwas ähnlich Gutes einfallen lassen... 

Karin und Milena mit Olivers Geschenken.

Sonntag, 10. Februar 2013

Minigolf statt Grillen im Schnee...

... hat mir der spontane Geburtstagsbesuch von Rajesh, Sathyas Ehemann, beschert. Dass Rajesh Sathya zu ihrem Geburtstag in Turku überraschen will, wusste ich zwar schon - immerhin brauchte er einen Komplizen bei der Planung - aber ich hatte nicht wirklich damit gerechnet, die Beiden außerhalb von Sathyas Geburtstagsfeier am Sonntag zu treffen. Somit habe ich vor einigen Tagen eine Einladung von Lowa (französische Austauschstudentin, die ich über Couchsurfing kenne) angenommen, mit ein paar Leuten in ihrem Garten zu grillen. Ein Grillfest im Winter, natürlich ganz tapfer auch mit Essen im Schnee. Aber diesen Winterspaß habe ich dann doch noch kurzfristig abgesagt, um mit Sathya und Rajesh Minigolf spielen zu gehen. Schließlich weiß ich nicht, wann ich Sathya (und somit auch Rajesh) nach dem Ende ihres Austauschprogramms im Februar wiedersehe, während ich Lowa noch eine ganze Weile in Turku treffen kann. Auch wenn ich zugeben muss, dass Grillen im Schnee doch nach einer lustigen Erfahrung klingt, ich hoffe, dass sich die Gelegenheit dazu nochmal ergeben wird. Das Minigolf-Spiel war auch sehr unterhaltsam. Die Minigolf-Halle war mit viel Blaulicht und Neonfarben gestaltet und generell eher für junges Publikum ausgelegt. Aber es gab auch vier Bahnen mit einer Altersbeschränkung, die ein bisschen Horrorfilm-Charakter hatten - wobei es für Erwachsene doch auch eher lustig als gruselig wirkt. 
Unsere Minigolf-Fähigkeiten waren aber ziemlich miserabel, wir haben zweieinhalb Stunden für 15 Bahnen benötigt und auf den meisten Bahnen deutlich zu viele Schläge gebraucht. Aber wenigstens haben wir uns alle drei ziemlich doof angestellt und hatten viel zu Lachen. Zum Abschluss des lustigen Nachmittags waren wir noch gemeinsam Abendessen und sind dann alle drei ins Studentendorf gefahren. Dort war ich mit Milena verabredet, um auf eine brasilianische Karnevalsparty zu gehen. Matti hatte mich diese Woche beim Squash spielen zu der Feier eingeladen und da Milena auch eingeladen war, haben wir uns gemeinsam vom Wohnheim aus auf den Weg gemacht. 

Nachdem die Feier am Samstag Abend doch sehr lange ging, habe ich heute, am Sonntag, erst einmal lange ausgeschlafen und mich dann fertig gemacht für Sathyas Geburtstagsfeier. Genau zu ihrem Geburtstag wurde in Logomo ein indischer Film vorgeführt. Logomo ist ein alter Lokschuppen, der für einige Events zur Kulturhauptstadt 2011 verwendet wurde und seitdem öfter für kulturelle Veranstaltungen genutzt wird. Der ausgewählte Film (Vishwaroopam) war allerdings kein typischer Bollywood-Film mit viel Gesang und Tanz (das beschränkte sich zum Glück auf die ersten 15 Minuten), sondern eher ein Action-Film, eine Art indischer James Bond-Film. Der Film ist noch sehr neu, er ist erst Ende Januar in die Kinos gekommen. Wenn sich jemand also für indische Filme ohne Tanz und Gesang und dafür eher mit Action und ein wenig Politik interessieren kann, so wäre dieser Film wohl ein guter Tipp. Leider gibt es den Film bisher jedoch nur in Hindi/Tamil mit englischem Untertitel.

Mittwoch, 6. Februar 2013

Ein 80er-Jahre Filmabend...

... hat diese Woche meinen Brettspielclub am Dienstag Abend ersetzt. Die Einladung zu dieser Veranstaltung habe ich mal wieder der Tatsache zu verdanken, dass man in Turku scheinbar jeden über 1-2 Ecken kennt. Vor allem, wenn es um den kleinen Kreis von Ausländern in der Stadt geht.
Irgendwann im vergangenen Jahr war ich bei Irakles (einem Couchsurfer aus Griechenland) und seiner Freundin zum Brettspielen eingeladen. Vierter in der Runde war ein Masterstudent aus Frankreich, Jeremie, der hier in Turku studiert. Wir hatten uns an dem Tag nett unterhalten und Jeremie war damals sogar so freundlich, mich auf dem Heimweg mit dem Auto ein Stück mitzunehmen. Allerdings hatte ich danach nie wieder etwas von ihm gehört. Was auch nicht sehr verwunderlich ist, auch Irakles treffe ich nur sehr sporadisch im Brettspielclub... Über Weihnachten hat Milena dann einige neue Leute im Studentenwohnheim kennengelernt, und wie sich letztens bei einem gemeinsamen Mittagessen heraus stellte, war Jeremie eine dieser Personen - wir waren beide überrascht, uns auf diesem Wege wiederzusehen. Und wie sich kurz darauf feststellte, haben wir noch eine dritte, gemeinsame Bekanntschaft. Lowa, eine Austausch-Studentin aus Frankreich, die ich über Couchsurfing kenne. Mittlerweile ist Jeremie recht häufig mit dabei, wenn wir nach der Arbeit noch etwas unternehmen, was mir wohl letzten Endes auch die Einladung zu seinem Filmabend eingebracht hat :-).

Die Ausgewählten Filme des Abends waren ein Zombie-Film aus der Mitte der 80er Jahre - ich bin mir immer noch nicht sicher, ob der Film damals ernst gemeint war, oder schon zu dieser Zeit eher als Parodie gesehen wurde - und "Bill und Ted's verrückte Reise durch die Zeit", eine Science-Fiction-Komödie. Insgesamt waren es keine Filme, die ich mir selbst aussuchen würde, aber mit den anwesenden Leuten, der französischen Pizza und den musikalischen Gitarrensolos von Jeremie an langatmigen Stellen war der Abend sehr gelungen. Auf jeden Fall war es eine willkommene Abwechslung zu dem sonst doch langsam eingependelten Alltag.

Sonntag, 3. Februar 2013

Der Geburtstagsfeier-Marathon...

... hat gerade erst begonnen, wenn ich so auf die Geburtstagsliste meiner Freunde und Bekannten in Turku schaue. Ich kenne eindeutig überdurchschnittlich viele Wassermänner. Bis Mitte Februar gibt es also noch ein paar Geburtstagsparties. Meine zwei Feiern waren also nur der Auftakt. 

Mein Geburtstag begann bereits mit einer kleinen Feier in unserem Büro. Karin hatte einen Kuchen gebacken und Milena hat mir als Geschenk das Spiel "Mastermind" besorgt - ein geniales Geschenk, das mich an meine Kindheit erinnert hat und das die kommenden Versuchswartezeiten sicherlich spannender gestalten wird. Als ich im Büro ankam gab es somit erst einmal Kaffee, Kuchen, das Geschenk und viele Glückwünsche und Umarmungen :). Nach der Arbeit machten wir uns vom Büro aus auf den Weg zur Pizzaria, um gemeinsam zum Abend zu essen. Dort angekommen habe ich auch Kia endlich mal wieder getroffen, die Finnin, die einige Zeit in Deutschland und Österreich gelebt hat, und mit der ich mich nach meinem Umzug nach Turku mal getroffen hatte. Bisher haben wir es aber immer noch nicht geschafft, unsere Zeitpläne ein wenig aufeinander abzustimmen und mal das Apotheken-Museum oder das Freilichtmuseum zu besuchen, wie wir es eigentlich geplant hatten (vielleicht wird es ja nun endlich mal was :D ). Mit insgesamt 8 Gästen hab eine wirklich gute Stimmung auf und wir hatten viele lustige Gespräche. Und beim bezahlen sorgte unser Kellner auch noch für einige Witze. Nach dem Essen haben wir noch ein Bier in Kuolu, der Bar in der alten Schule, getrunken. Da wir aber alle am nächsten Tag wieder arbeiten mussten, haben wir die Feier recht früh beendet.
Gestern, am Samstag, gab es dann noch eine zweite Geburtstagsparty bei mir Zuhause. Mit bayrischem Essen - Weißwürsten und süßen Senf, Obadzta, Brezeln und Kartoffelsalat - Getränken und Musik. Oliver hatte Zutaten für einen Fruchtsmoothie und Eiscreme mitgebracht und Karin hat uns mit Fruchtsäften und sprudelndem Minneralwasser versorgt. Nach einigen Diskussionen darüber, weshalb sich in Europa und Asien die Kulturen schneller entwickelten als auf anderen Kontinenten, über Quantenphysik, das Universum und die Wirtschaft in China haben wir uns irgendwann mitten in der Nacht spontan dazu entschieden, eine DVD zu schauen. Und meine eingekauften Alkoholvorräte stehen immer noch für die nächste Party bereit - das hat man wohl davon, wenn man sich mit Wissenschaftlern umgibt. Die philosophieren lieber über alles mögliche, als Alkohol zu trinken ;-).

Am heutigen Tag habe ich mir dafür nicht viel vorgenommen, lediglich die Überreste der Feier beseitigen, Wäsche waschen, das Geburtstagsgeschenk für Milena in die Wege leiten - da ich das Geschenk nicht in Turku finden kann, werde ich es wohl aus Deutschland importieren lassen müssen - und endlich einmal wieder ein Buch lesen.

Mittwoch, 30. Januar 2013

Vorzeitige Geburtagswünsche...

... bringen im deutschen Sprachraum ja bekanntlich Unglück. In Finnland scheint das ganz anders auszusehen. Hier ist es vollkommen normal, die Geburtstagsfeier auch auf das Wochenende vor dem Geburtstag zu legen, Geschenke auszupacken oder vorab zu gratulieren. Darüber hatte ich mich Anfang des Monats schon einmal mit Fabiana unterhalten, als ihre Tochter Lou ihre Geburtstagsparty bei ihrem Vater vorab gefeiert hat - und scheinbar bringt es in Brasilien kein Unglück, vorher zu gratulieren, es ist nur nicht üblich. 
Heute wurde ich dann wieder daran erinnert, nachdem ich mit Matti Squash spielen war. Denn bei der Verabschiedung wünschte er mir alles Gute für meinen morgigen Geburtstag. Ich hoffe mal, dass es hier, wo es üblich ist, vorzeitig zu gratulieren, kein Unglück bringt. Also habe ich mich einfach nur brav bedankt. Seltsam finde ich es trotzdem, auch wenn es kein Unglück bringt. Wieso feiert man etwas, das noch nicht passiert ist? Oder gratuliert für etwas, was erst noch passieren wird?! 
Wie ihr seht, auch nach eineinhalb Jahren im kalten Norden gibt es noch Sachen, die mir Rätsel aufgeben. 

Ganz langweilig habe ich meine Geburtstagsfeier zum Teil auf meinen Geburtstag gelegt - ich werde morgen mit ein paar Freunden essen gehen - und zum Teil auf das Wochenende nach dem großen Tag verschoben. Dann gibt es eine Party bei mir zuhause :-). Immerhin ist es mein zweiter Geburtstag in der Ferne, da dürfen es auch 2 Feiern sein.

Montag, 28. Januar 2013

Brennende Handtücher und Luftballons in Kartons...


... sieht man sicherlich nicht alle Tage. Aber vielleicht liegt das auch nur daran, dass Linnea und Mikael nicht jede Woche umziehen. Aber ihre Auszugsfeier und der letzte Sauna-Abend in ihrer Wohnung hielten doch einige unvergessliche Momente bereit. 
Freitag Abend hatten Linnea und Mikael ein paar Freunde eingeladen zum Käsefondue essen und um die Sauna ein letztes Mal zu nutzen. Der Abend fing ganz normal an, ein paar Leute haben sich darum gekümmert, das Brot in Stücke zu schneiden und den Käse zu erwärmen und der Rest hat den Tisch gedeckt und genug Sitzmöglichkeiten aufgetrieben. Um das Fondue warm zu halten, hatten wir ganz professionell Brennpaste in den Warmhalte-Mechanismus des Fondue-Sets gefüllt. Vermutlich war es keine so gute Idee, als Strafe für das Verlieren von Brotstücken im Käsefondue einen Witz erzählen zu müssen. Denn während Mikael gerade seinen Strafwitz erzählte, kam irgendwer an die Heizvorrichtung und die Brennflüssigkeit schwappte über auf den Metalluntersetzer. Alle Versuche, das Feuer wieder in den Griff zu bekommen, machte die Situation nur schlimmer. Als Linnea die Flammen mit einem Handtuch ersticken wollte, sah es im ersten Moment erfolgreich aus, doch von irgend einer Ecke kam immer noch Sauerstoff zum Feuer, so dass das Handtuch selbst beinahe verbrannt wäre. Der letzte Ausweg war, die gante Vorrichtung mit der Brennpaste auf den Balkon zu bringen und dort ausbrennen zu lassen. Für den restlichen Abend mussten Teelichter zum warm halten des Käses herhalten. Nach dem Essen haben wir alle zusammen den Tisch abgebaut und in Verpackungsmaterial eingewickelt, während die Sauna langsam aufgeheizt wurde.


Selbst mit Papp-Tellern und Plastik-Geschirr kann man den Tisch noch schön herrichten.

Das Tischfeuer, kurz bevor es das Handtuch angezündelt hat und auf den Balkon verbannt wurde.

Samstag morgen habe ich mich dann mit Linnea bei unserem Mobilfunk-Anbieter getroffen. Sie musste noch ein paar Dinge für die Ummeldung der Verträge klären und gemeinsam wollten wir versuchen, sie aus meinem Handyvertrag zu löschen. Als ich vor ca. einem Jahr den Vertrag abgeschlossen habe, wollten wir Linnea als Vertragsnehmer eintragen lassen, um die 300 Euro Sicherheitsgebühr zu umgehen, die ich als Ausländer hinterlegen müsste. Bei der Eintragung ging allerdings etwas schief, so dass ich dennoch die Kaution zahlen musste - aber Linneas Name stand dennoch mit in meinem Vertrag. Nach einigem hin und her haben wir es geschafft, mich nun als alleinigen Vertragsnehmer in meinem Handyvertrag stehen zu haben und sogar die Rückzahlung meiner 300 Euro wurden in Auftrag gegeben. Also ein Erfolg auf ganzer Linie. Mittags habe ich mich dann mit Karin, der Masterstudentin aus Estland, zum Squash spielen getroffen. Am Nachmittag wollte ich Linnea und Mikael dann bei den Auszugsparty-Vorbereitungen helfen und habe mich somit kurz nach dem Sport schon wieder auf den Weg gemacht. 

Die Party war riesig für das doch recht kleine Wohnzimmer der Beiden. Zum Glück hatten wir den Tisch bereits abgebaut, anders wäre es wohl kaum möglich gewesen, um die 30 Gäste unterzubringen. Eine Freundin von Linnea hatte sogar das "Catering" übernommen und sich um das leibliche Wohl aller Gäste gekümmert. Und es gab Luftballons, Tanzspiele und eine lustige Fragerunde zum besseren Kennenlernen untereinander. Zu späterer Stunde wurden alle Luftballons in einen Umzugskarton gepackt, damit Linnea und Mikael beim Kisten schleppen wenigstens eine leichte Box vorfinden. Allerdings war die Ausführung dieser recht netten Idee doch nicht so gelungen, da der Karton so vollgestopft wurde, dass man ihn nicht mehr schließen konnte. Wir mussten also damit rechnen, dass die Zwei die Box noch vor dem Umzug entdecken. 

 Sooooo viele Luftballons...

... und jeder davon war individuell bemalt :-).

Mittwoch, 23. Januar 2013

Mehr Arbeitsgruppenmitglieder...

... sollte ja eigentlich weniger Arbeit pro Nase bedeuten. Aber irgendwie habe ich mich da getäuscht. Zumindest scheint es im Moment so, dass mehr Leute mehr Arbeit bedeuten - vielleicht ändert sich das ja noch, wenn die Einarbeitungsphase vorbei ist. Bis dahin sollte es draußen auch wieder etwas wärmer und die Tage länger sein. Dann lohnt es sich auch wieder, früher nach Hause zu gehen :-). Und natürlich haben neue Gruppenmitglieder auch einige Vorteile. Christoffer, unser Post-Doc (also ein Jung-Wissenschaftler der gerade seine Doktorarbeit hinter sich gebracht hat) bringt einige neue Ideen auf und unser Techniker nimmt uns viele zeitraubende Routine-Arbeiten ab. Außerdem gibt es nun einen guten Grund für regelmäßige Gruppenbesprechungen, damit man auch weiß, womit sich die anderen Kollegen so beschäftigen. Bisher konnten wir uns einfach per eMail auf dem laufenden halten...

Aber genug von Arbeit, noch eine kurze Zusammenfassung der Wochenhöhepunkte:
Oliver, Karin, Milena und ich wurden ausgewählt, um den nächsten "Erholungstag" zu planen. Nach einigen Tagen wilden überlegens, mit was für coolen Aktivitäten man zwei Stunden des Arbeitstages füllen könnte, haben wir uns am Montag Abend bei Milena getroffen um die Planungen voran zu treiben. Am Ende des Abends haben wir uns für eine Schnitzeljagd entschieden. Wir senden unsere Kollegen quer durch die Stadt von unserer Arbeit über das Observatorium, das Kunstmuseum, und die Michaelskirche zu einem Restaurant am Fluss, in dem dann das Mittagessen serviert wird. Je nach dem, wie viel Bewegung dann gewünscht ist und wieviel Zeit jeder entbehren kann, geht es nach dem Essen auf direkterem Weg zu Fuß oder mit dem Bus zurück zur Arbeit. Nun müssen wir uns nur noch geeignete Verstecke und Rätsel für die einzelnen Stationen ausdenken.
 

Freitag, 18. Januar 2013

Kaum einen Abend zuhause

zu verbringen, war eigentlich nicht mein Plan für die vergangenen zwei Wochen. Aber irgendwie ergab sich dann doch spontan immer wieder ein Grund, nach der Arbeit nicht nach Hause zu gehen. Die Dienstag Abende sind wie bisher für den Brettspiel-Club reserviert. Vergangene Woche gab es eine spontane Einladung zum Pizza backen bei Lowa, einer Couchsurferin aus Frankreich und ein Abend in einer Bar mit anderen Nutzern von Couchsurfing. 

Am Samstag habe ich dann Linnea und Mikael bei ihren ersten Umzugsvorbereitungen geholfen. Mikael wird im Februar einen neuen Job in Vaasa, ca. 400 km nördlich, anfangen. Das heißt leider, dass die beiden ende Januar umziehen werden und Linnea wollte schon einmal mit dem Packen anfangen. Also haben wir uns in der Stadt am Baumarkt getroffen, Umzugskartons geholt und die Bücherregale in ihrer Wohnung leer geräumt. Selbst die Ikea-Kataloge von 2007 bis heute müssen mit umziehen. Nach getaner Arbeit wollten wir am Abend ein neues Restaurant austesten. Allerdings scheint es Samstag Abend fast unmöglich zu sein, irgendwo in Turku essen zu geben. Dafür gab es dann nach dem Essen genug Plätze in Koulu, der Bar in der alten Schule. Und ein lustiges Gesellschaftsspiel zum Zeitvertreib war auch schnell gefunden.

Linnea ist schon ein wenig verzweifelt, dass es in Vaasa keinen Ikea gibt. Da bleiben ihr dann nur noch ihre Kataloge oder ein Einkaufsausflug nach Tampere.



Für Sonntag hatten Milena und ich uns ein Squash-Feld reserviert. Zum ersten mal seit meinem Umzug nach Finnland habe ich es geschafft, wieder einen Mitspieler fürs Squash spielen zu finden. Die Auswahl der Halle fiel dann nicht sonderlich schwer, Turku verfügt nur über ein Sportzentrum mit Squash-Feldern. Dummer Weise haben wir es in unserer Vorfreude ein wenig übertrieben und das Feld gleich für zwei Stunden gebucht. Dementsprechend schmerzhaft war das Arbeiten am Montag, jede Bewegung des Schlag-Arms hat uns daran erinnert, dass wir es doch etwas langsamer hätten angehen sollen. Aber wir hatten viel Spaß und darauf kommt es doch schließlich an. Dann ist auch der Muskelkater nur halb so schlimm.

Diese Woche gab es gleich die nächste Gelegenheit zum Squash spielen. Ein Bekannter von Milena wollte gerne lernen, wie man Squash spielt und dachte, ich könnte ihm da weiterhelfen. Ich bin zwar nicht sicher, wie viel ich ihm erklären oder zeigen konnte, aber wir hatten einen lustigen Donnerstag Abend auf dem Squash-Feld. Mittwoch hat unser gesamtes Büro lange gearbeitet und den Abend dann noch in einer Bar bei einem Bier ausklingen lassen. Den letzten Abend der Woche habe ich mit Oliver beim Einkaufen verbracht. Alles keine großartigen Unternehmungen - naja, mal abgesehen von dem Bücher-Einpack-Wahnsinn bei Linnea - aber es reicht, um keine Langeweile aufkommen zu lassen :-). 

Montag, 14. Januar 2013

Der Silvesterurlaub in Stockholm...

... begann mit einer langen Zugfahrt. 21 Stunden im ICE von Jena nach Berlin, dem Nachtzug von Berlin nach Kopenhagen und einem Schnellzug von Kopenhagen ans Ziel, Stockholm, gehen. Natürlich sollte das bei mir mit der Deutschen Bahn nicht ohne Probleme ablaufen. Die Sitzplatzreservierung für meinen ersten Zug war gleich hinfällig, als ein Ersatzzug statt des eigentlilchen ICEs ankam. Wenigstens erreichten wir Berlin ohne merkliche Verspätung, so dass das Erreichen des Anschlusszuges kein Problem war. Aber mit dem Zug reisen so ganz ohne Verspätungen, das geht natürlich nicht - zumindest nicht, wenn ich unterwegs bin. Ich ziehe das scheinbar magisch an ;-). Denn mein Nachtzug nach Kopenhagen brauchte dann dank eines 3-stündigen Zwischenstops ganze 6 Stunden für den Weg von Berlin nach Hamburg. Nach dem Aufwachen eine halbe Stunde vor der geplanten Ankunft war dann Bangen und Hoffen angesagt, mit 3 Stunden Verspätung hätte ich den Anschlusszug in Kopenhagen nicht mehr erwischt. Glücklicher Weise konnte der Zug aber noch eine dreiviertel Stunde Verspätung wieder gut machen, so dass ich meinen Zug nach Stockholm gerade noch bekommen habe. 
Dort angekommen wurde ich am S-Bahnhof von dem Couchsurfer abgeholt, bei dem ich die kommenden Tage schlafen sollte. Es war gerade noch genug Zeit zum Duschen und dann ging es weiter auf eine Silvesterparty im Fußballverein des Couchsurfers. Bei dem Vereinshaus, in dem die Feier stattfand, handelte es sich um einen alten Bauernhof, der umgebaut wurde. Ein Teil der alten Landwirtschaftsgeräte waren noch in einer kleinen Ausstellung zu sehen. Und da das Gebäude auf einem Hügel steht, konnten wir um Mitternacht einen netten Blick über die Stadt genießen und das Feuerwerk betrachten.
Nach der Silvesterparty haben wir Neujahr eher ruhig begonnen, haben lange geschlafen und am Nachmittag einen Spaziergang um einen See in der Nachbarschaft gemacht. Am Abend ging es dann doch noch einmal gemeinsam in die Stadt um einen ersten Überblick über die Innenstadt zu bekommen. 

 Ausblick auf die Stadt von der Museumsinsel Skeppholmen.

 Die Wachablösung am Palast konnte man mehrfach am Tag verfolgen.

 Stockholm ist umringt von Wasser...

... und voller schöner, alter Bauwerke. 

Die kommenden drei Tage in Stockholm habe ich mich allein durch die Museenwelt Stockholms geschlagen. Das Museum für moderne Kunst und das Architektur-Museum füllten meinen ersten Tag gut aus. Zum Abschluss habe ich mir noch die St. Nikolai-Kirche angeschaut, bevor ich mich am Abend mit ein paar Couchsurfern aus Stockholm getroffen habe. Am zweiten Tag habe ich mir die Stadt noch einmal genauer angesehen und das gute Wetter genossen - es war zwar zu kalt, um viel draußen zu unternehmen. Aber für einen Stadtbummel reichte es dann doch. Den Nachmittag habe ich im Nobel-Museum verbracht. Das Museum ist wirklich schön aufgebaut und bietet eine Menge an Informationen. Es war also ein Leichtes, sich dort einen ganzen Nachmittag aufzuhalten. Für meinen letzten Tag in Stockholm hatte ich eigentlich den Besuch eines Bootsmuseums geplant, von dem mir mehrfach erzählt wurde. Allerdings wollte ich am Morgen erst einmal den Weg zum Fährterminal ablaufen, um am kommenden Morgen mein Boot zurück nach Turku auch sicher zu erwischen. Der Weg von der Fähre zurück in die Stadt führte mich vorbei am Fotografie-Museum. Und da ich schon einmal dort war, habe ich mir auch die Ausstellung von David LaChapelle angesehen. Glücklicher Weise habe ich mir vorab keine Kritiken durchgelesen, vermutlich hätte ich mir die Aussellung ansonsten nicht angesehen. LaChapelles Fotografien sind doch etwas speziell (falls ihr mehr wissen wollt, hilft google sicherlich weiter). Aber interessant war der Besuch des Museums allemal. Den restlichen Tag habe ich wieder in der Fußgängerzone verbracht. Am Abend war dann Sachen packen angesagt, da meine Nacht schon halb 5 beendet war, um pünktlich an der Fähre zu sein. 

 Um das Nobel-Museum herum befinden sich viele schöne Häuser.

Alfred Nobels Totenmaske und sein Testament... Das Testament, das den von Wissenschaftlern so begehrten Preis ins Leben gerufen hat. Hach ja, man wird ja noch träumen dürfen... :)

 St. Georg kämpft mit dem Drachen in der St. Nikolai-Kirche.

Moderne Kunst eben.

Angekommen in Turku habe ich am Abend nur kurz meine Sachen in der Wohnung verstaut und mich dann erst einmal auf den Weg zu Linnea gemacht, um nach der langen Fahrt auf der Fähre ein wenig soziale Kontakte zu pflegen, einen Film zu schauen und zu reden :).

Mittwoch, 9. Januar 2013

Eineinhalb Wochen in Deutschland...


... sollten dieses Jahr als Weihnachtsurlaub reichen. Schließlich wollte ich ja noch nach Stockholm fahren, und man kann ja schlecht jedes Jahr über die Feiertage einen ganzen Monat frei nehmen. 5 Tage vor Weihnachten ging es also auf dem verschneiten Finnland ins viel zu warme, schneefreie München. Statt weißer Weihnacht war diesen Winter eher Weihnachtsmarkt im Biergarten-Stil angesagt. Aber man kann ja nicht alles haben. Somit gab es keine weiße Weihnachten, dafür aber einige Geocaches - die lassen sich ohne Schnee nämlich deutlich leichter finden. Und ein Wiedersehen mit Familie und Freunden ist auch bei jedem Wetter schön - also jammere ich mal lieber nicht weiter über den warmen Winter. 
Eigentlich gibt es über die Tage in Deutschland nicht sonderlich interessantes zu berichten. Ich habe einige Schulfreunde wieder getroffen, hab mich in den Einkaufszentren Münchens ins vorweihnachtliche Getümmel gestürzt und Weihnachten mit meiner Familie gefeiert. Nach dem zweiten Weihnachtsfeiertag fuhr ich dann  für einige Tage nach Jena, um meinen Opa und ein paar Freunde zu besuchen. Wir haben die Zeit genutzt um einfach mal wieder zu reden, ins Kino zu gehen und ein paar Geocaches einzusammeln. Ein paar Dosen haben uns in nette Ecken im Jena herum geführt:

Blick auf Jena.

Ich weiß, ich wollte nicht mehr meckern. Aber irgendwie fehlt hier doch ein wenig Schnee ;)

Sonntag, 6. Januar 2013

Ja, es gibt mich noch...

... und ich bin zurück in Turku. Diesmal erfolgte die Anreise allerdings nicht per Flugzeug, sondern mittels Zug und Fähre, mit einem längerer Zwischenstopp in Stockholm. Aber bevor ich von der Rückfahrt erzähle, kommt erst einmal eine nette Geschichte über das finnische Ärztesystem und mein Abreise-Stress.
Der letzte Tag vor meinem Abflug Richtung Deutschland sollte eigentlich vorweihnachtlich ruhig enden. Zusammen mit Milena, Karin und Oliver wollte ich mich am Abend noch einmal auf eine kleine Weihnachtsfeier im Labor treffen. Um meine Reisetasche zu packen, fuhr ich aber erst einmal nach getaner Arbeit nach Hause. Allerdings kam ich dort nicht zum Sachen packen. Stattdessen fielen mir im Hausflur bunte Blitze in meinem linken Auge auf. Also habe ich mich für ein paar Minuten zuhause hingelegt. Leider ging das Geflimmere im Auge davon nicht weg und auf Anraten meines Augenarztes in Deutschland wollte ich dann doch mal einen Arzt aufsuchen. Während ich mit Linnea telefonierte, in der Hoffnung, sie könnte im Internet herausfinden, wo ich gegen 18 Uhr noch einen Augenarzt finde, machte ich mich auf den Weg zum Optiker. Der versuchte, noch einen Augenarzt im privaten Ärztehaus nebenan zu finden und schickte mich schließlich in die Notaufnahme der Uniklinik. Dort saß ich dann für gute zwei Stunden - die Blitze hatten sich zwar nach etwa einer Stunde erledigt, aber so ganz geheuer war mir die Sache dennoch nicht. Als ich die Sprechstundenhilfe das nächste Mal traf, habe ich mit ihr vereinbart, dass ich im Nebengebäude warte und sie mich anrufen soll, wenn der Arzt Zeit für mich hätte. Kurz darauf kam auch gleich der erste Anruf - ich war gerade erst im Labor angekommen - allerdings wollte die Krankenschwester mir nur berichten, dass der Arzt keine Notwendigkeit sieht, mich zu untersuchen, ich aber gerne noch einmal mit ihm persönlich reden kann. Also wartete ich auf den nächsten Anruf... und feierte noch eine kleine Weihnachtsfeier mit meinen Kollegen. Als nach beinahe 2 Stunden immer noch kein Rückruf erfolgt war, habe ich die Krankenschwester noch einmal angerufen, die mich sofort mit dem Arzt verbunden hat. Der erklärte mir dann 10 Minuten lang, dass ich mehr Symptome haben müsste, um von ihm in dieser Nacht untersucht zu werden - mittlerweile war es ja Nacht. Ich solle jedoch am nächsten Tag sobald ich in Deutschland bin einen Augenarzt aufsuchen und Ruhe bewahren, falls während des Fliegens mehr Symptome auftreten. Am Ende erklärte er mir noch freundlich, dass die Situation auch nicht anders wäre, wenn ich finnischer Staatsbürger wäre. Ich weiß bis jetzt nicht, wann und weshalb meine Nationalität auf einmal Thema der Unterhaltung wurde - aber ich weiß, dass der Arzt die 10 Minuten dieser Unterhaltung auch in eine Untersuchung hätte investieren können... Die wurde dann am nächsten Tag in Deutschland durchgeführt und glücklicher Weise schienen die Blitze lediglich von einer Augenmigräne herzurühren.
Gegen Mitternacht war ich dann schließlich wieder zuhause und mir blieben noch vier Stunden zum Sachen packen und schlafen. Aber wenigstens hatte ich die meiste Wartezeit nette Kollegen um mich herum, die mich abgelenkt haben und den Abend trotz Notaufnahme-Chaos und Blitzen im Auge irgendwie gerettet haben. Am 19.12. früh morgens ging es dann reichlich müde mit der ersten Maschine über Kopenhagen nach München, um mit meiner Familie Weihnachten zu feiern.

Sonntag, 16. Dezember 2012

Die Firmen-Weihnachtsfeier...

... dieses Jahr war voller Überraschungen. Das begann schon mit dem Begrüßungstrunk, der Stilecht für Biologen in Probenröhrchen verteilt wurd. Natürlich durfte auch der Weihnachtsmann nicht fehlen, allerdings hatte er ein paar fragwürdige Geschenke dabei. Er dachte, dass wir aufgrund unseres Berufes die leuchtende Nase seines Rentieres verbessern und ihm bei der Zucht neuer Rentiere behilflich sein könnten. Also hatte er Rentier-Blut und DNA und sogar eine Spermaprobe im Gepäck... Nach ein paar weiteren Biologen/Mediziner-Witzen wurden dann auch noch echte Geschenke verteilt. Jeder von uns sollte ein kleines Geschenk mitbringen, das am Anfang der Feier in einem großen Sack verschwand, aus dem wir später unsere Geschenke ziehen durften. Am häufigsten waren eindeutig Süßigkeiten im Weihnachtsmann-Sack. Aber das mit Abstand coolste Geschenk des Abends hatte Karin gezogen, ein Plüschsteckenpferd bzw. Einhorn in rosa, das auf Knopfdruck Galopp-Geräusche und ein wiehern von sich gab. Wenn das Geschenke-Wichteln nun zur Tradition wird, freue ich mich schon auf all die Spaßgeschenke im nächsten Jahr :-).
Eine weitere Überraschung war das Beschäftigungsprogramm des Abends. Matti hatte zum ersten mal seit Jahren keinen Auftritt als Zauberer. Vielleicht muss er sich immer noch von seiner Blinddarm-Operation vor 3 Wochen erholen. Aber dafür hat seine Tochter am Unterhaltungsprogramm mitgearbeitet. Als halbnackte karibische Tänzerin! Leider wurde mir erst nach der Show offenbart, dass eine der beiden Tänzerinnen die Tochter unseres Professors ist, so dass ich nicht auf seine Reaktion während der Show geachtet habe... Zum Abschluss des Programms wurden dann ein paar Musikinstrumente herbei geholt und wir sollten die Musik für die Tänzerinnen spielen. Den restlichen Abend gehörte die Tanzfläche dann allen, die tanzen wollten. Gegen 2 Uhr nachts mussten wir dann den Veranstaltungsraum aufräumen und verlassen. Die meisten Doktoranden haben sich noch auf den Weg ins Büro des Studentenrats gemacht, um dort noch eine Weile weiter zu feiern.
Den heutigen Vormittag habe ich daher verschlafen. Nach dem Aufstehen war gerade noch Zeit für ein schnelles Frühstück und zum Duschen, bevor ich zum Einkaufszentrum musste, um Geschenke einzupacken. Keine Sorge, das ist nicht mein Nebenjob weil mir mein Chef nicht genug Gehalt zahlen will. Wir wollten einfach etwas Gutes tun. Oliver (Doktorand aus Estland), Karin (Masterstudentin, auch aus Estland) und ich hatten beim Einkaufen für Matteos Geburtstagsgeschenk Anfang Dezember den Geschenke-Einpack-Service des Finnischen Roten Kreuzes gesehen und uns gedacht, dass es eine schöne Sache wäre, dort mal auszuhelfen. Und da der Terminkalender in den späteren Dezemberwochen noch sehr leer war, haben wir uns an zwei Tagen für ein paar Stunden zum Geschenke verpacken eingetragen. Die Idee dahinter ist, dass wir unsere Zeit und Arbeitskraft spenden, und die Kunden ein wenig Geld ans Rote Kreuz spenden. Und wir hatten auch noch jede Menge Spaß dabei :-). Nach unseren zwei Stunden hinter dem Einpack-Tresen waren wir noch gemeinsam einen Kaffee trinken und haben Weihnachtsgeschenke-Brainstorming betrieben, in der Hoffnung, dass den Anderen jeweils eine bessere Idee für die Eltern, Geschwister und Freunde einfällt, als einem selbst... Das war leider nur mäßig erfolgreich aber dafür umso witziger.

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Dieses Jahr har er mich kalt erwischt...

... der Vorweihnachtsstress - nicht der Winter. Ich war die letzten Wochen so sehr mit der Arbeit beschäftigt, dass ich nicht wirklich mitbekam, wie weit das Jahr schon voran geschritten war. Und ide ersten freien Tage habe ich mich gleich in einen Kurzurlaub gestürzt und auch nicht großartig über die Zeit nachgedacht. Heute beim planen der kommenden Versuche habe ich mich dann doch ein wenig erschrocken. Kommende Woche am Mittwoch sitze ich schon im Flugzeug nach München - und damit steht Weihnachten dann auch schon direkt vor der Tür. Die kommenden Tage werden auf jeden Fall sehr vollgestopft sein. Ich brauche immer noch ein paar Weihnachtsgeschenke. Die Weihnachtsfeier meiner Abteilung steht noch an, einige Projekte auf Arbeit sollten noch abgeschlossen werden und ich will immer noch Zeit für meine (zugegeben recht wenigen) Freizeitbeschäftigungen finden. 
Also habe ich heute lange gearbeitet, dann die letzte Stunde in der ich warten musste, dass ein Versuch fertig ist mit Milena geredet, die auch noch auf Arbeit war und mich danach mit meinem Brettspielclub getroffen. Und danach noch versucht, ein paar Weihnachtsgeschenkideen aus meinem Kopf hervorzukramen.

Montag, 10. Dezember 2012

Am letzten Tag meines Kurzurlaubs in Jyväskylä…


 Achtung! Zweiter Blogeintrag für Sonntag Abend/die Nacht von Sonntag auf Montag! Wenn ihr nichts verpassen wollt, lest erst einmal den Bericht über Samstag.

… haben wir den Tag ruhig angehen lassen. Nach der Sauna am Vorabend sind wir erst recht spät ins Bett gegangen. Wir hatten auch kein Ausflugsziel mehr das uns nach draußen gelockt hätte. Vier Tage in Jyväskylä sind mehr als genug, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt abzuklappern. Nach dem Mittagessen habe ich dann schnell meine Sachen zusammengepackt und wir nochmal auf den Weg zur Innenstadt begeben. Unser Weg führte uns vorbei an allen drei Weihnachts- bzw. Handwerksmärkten der Stadt. An der Stadtkirche wärmten wir uns dann mit Glögi auf und vertrieben uns ein wenig Zeit in der Kirche. Danach gingen wir zurück zum Auto, holten mein Gepäck und verabschiedeten uns am Bahnhof.

 Das Theater in Jyväskylä ist ein weiteres, von Alvar Aalto designtes Gebäude.

 Noch ein letzter Blick auf die Stadtkirche Jyväskyläs bevor mich mein Weg wieder nach Turku führt.

Die Zugfahrt dauerte deutlich länger, als geplant. Irgendwo zwischen Jyväskylä und Tampere ging der Triebwagen kaputt, so dass wir eine ganze Zeit warten mussten, bis ein Ersatz-Triebwagen aus Tampere eintraf. Anschließend war jeder Stop mindestens eine viertel Stunde lang, da wir auf Zusteigende Fahrgäste aus anderen Zügen warten mussten. Und irgendwie befürchte ich, dass diese Passagiere nicht eine spätere Verbindung gebucht hatten, sondern tatsächlich mit unserem Zug fahren sollten und noch mehr Verspätung hatten, als wir. Denn was ich bisher über das finnische Zugsystem im Winter gehört habe, verspricht nichts Gutes. Aber nun bin ich wieder zurück in Turku und morgen beginnt der Arbeitsalltag erneut. Doch Weihnachten ist nicht mehr weit entfernt und somit ist auch schon der nächste Urlaub in Reichweite.