... für eine Konferenz auf meinem Tagesplan. Diesmal bewerbe ich mich darum, auf dem "Young Active Research in Endocrinology"-Meeting (Ein Treffen für junge Forscher im Bereich der Endokrinologie) einen kurzen Vortrag über meine Arbeit zu halten. Die Konferenz findet diesen Herbst in Dresden statt - Stadtrundfahrt und Besichtigung des "Lingner-Schlosses" (oder auch "Odol-Villa) ist inklusive. Davon mal abgesehen, dass ich durch die Konferenz mal wieder ein paar Tage in Deutschland verbringen kann, bietet es mir auch die Möglichkeit, einen ersten Vortrag auf einer Konferenz zu halten, die nicht allzu groß und angsteinflößend ist. Wenn ich diese 80-Personen-Konferenz für junge Wissenschaftler mit dem Treffen der Amerikanischen Endokrinologie-Gesellschaft mit über 2000 Teilnehmern einmal vergleiche, so würde ich den Einstieg in die Welt der Wissenschaftsvorträge doch lieber in Dresden wagen ;-). Passend zu dieser Bewerbung wurde mir diese Woche einer von 12 Plätzen im "Wissenschaftliche Präsentationen"-Kurs zugesagt... Die Bewerbung dafür hatte ich bereits im Januar abgegeben. Für den Kurs zum "wissenschaftlichen Schreiben" waren zu dem Zeitpunkt bereits alle Plätze vergeben. Diese Kurse sind also sehr begehrt und werden leider sehr selten angeboten. Wie dem auch sei, bis zum Oktober sollte ich somit gut vorbereitet sein für eine erste Präsentation vor größerem Publikum.
Freitag, 30. März 2012
Donnerstag, 29. März 2012
Der Frühling in Finnland...
... hat heute wohl offiziell begonnen! Zumindest wurden im Laufe des Tages zwei Eiswagen auf dem Marktplatz aufgestellt. Somit ist die Eisdiele im alten Straßenbahn-Wagon zurück an ihrem Sommer-Platz und ein weiterer Eisstand steht auf der Mitte des Marktplatzes. Beweisfotos gibt es natürlich auch:
Noch ist die Eisdiele geschlossen... Aber da die Finnen ihren Titel als Europameister im Eis essen verteidigen müssen, wird sich das sicherlich bald ändern.
Und auch Eisdiele Nummer 2 wird dazu beitragen wollen. Der Straßenbahn-Wagon ist zurück auf dem Marktplatz.
Glaubt ihr mir nicht, dass Finnen Europameister im Eis essen sind?! Ich würde es ja selbst kaum glauben. Aber das Internet ist voll von Beweisen - Finnland hatte 2010 und 2011 den höchsten pro-Kopf-Verbrauch an industriell hergestelltem Speiseeis in Europa. Auf der Weltrangliste tummeln sie sich somit gleich hinter Australien, Neu Seeland und den USA weit oben in den Top 10! Auch Norwegen und Schweden mischen in dieser Statistik vorne mit... Als hätte Skandinavien im Winter nicht schon ausreichend Eis ;-).
Apropos Winter-Eis und Schnee - ich wollte euch eigentlich mal zeigen, was so vom Winter übrig bleibt. Denn eigentlich... ja, eigentlich ... müssten doch überall auf dem Marktplatz kleine Steinchen rumliegen. Wo ist der Rollsplitt nur geblieben? Dass Straßenkehr-Maschinen die Steinchen zusammenkehren würden, war mir persönlich ja noch klar. Aber beim Zusammenkehren müssten immer noch kleine Berge aus Rollsplitt entstehen. Genau die hätte ich gerne für euch fotografiert. Allerdings passierte es auf mysteriöse Weise jedes Mal, das der Hügel sofort verschwand, wenn der Schnee und das Eis darin geschmolzen waren. Ich bekam also nie einen schneefreien Steinchenhügel vor meine Kameralinse. Aber was passiert mit den Bergen?? Seit kurzem weiß ich es! Die Finnen haben spezielle, baggerartige Fahrzeuge, die den Rollsplitt aufsammeln. Mein kleiner Cousin weiß vielleicht sogar den Fachbegriff für solch verrückte Maschinen ;). Dieser Rollsplitt-Bagger hat statt einer normalen Schaufel einen Metallkasten, dessen Boden der Fahrer öffnen und schließen kann. Der Bagger wird also mit dem am Boden geöffneten Metallkasten über einen Rollsplitt-Berg gefahren, der Metallkasten abgesenkt und der Kastenboden geschlossen um die Steinchen aufzusammeln. Leider habe ich diesen Vorgang nur vom Bus aus beobachten können und mein Handy nicht schnell genug griffbereit gehabt, um diesen Rollsplitt-Bagger auf einem Foto festzuhalten :-(. Falls ich dieses Schauspiel noch einmal zu Gesicht bekomme, mache ich auf jeden Fall ein paar Bilder für euch!
Dienstag, 27. März 2012
Dienstage...
... sind auf jeden Fall mehr nach meinem Geschmack, als Montage. Allein schon, weil ich meine Dienstag Abende mit Brettspielen verbringen kann. Aber auch auf Arbeit lief es heute deutlich besser, als gestern. Die für heute geplanten Versuche haben gut geklappt und ich hatte noch genug Zeit, mal wieder meinen Schreibtisch zu ordnen, das Laborbuch auf den neuesten Stand zu bringen und pünktlich Feierabend zu machen :-). Somit habe ich es auch mal zum Beginn des Brettspielclub-Treffens geschafft. Dort habe ich noch einen erfolgreichen Sieg eingestrichen und eine lustige Niederlage erlitten. Vergleicht man das mit dem gestrigen Tag, sind Dienstage doch viel angenehmer ;).
Montag, 26. März 2012
Montage...
... sind wirklich nicht mein Ding :-/. Vielleicht lag es auch nur an der "gestohlenen" Stunde Sommerzeit - am Wochenende fällt die Zeitverschiebung nunmal weniger auf, als an Arbeitstagen. Jedenfalls ging heute auf Arbeit alles drunter und drüber. Nicht nur, dass ich nur ein Drittel der geplanten Versuche geschafft habe... Ich habe auch noch ein Gerät zerstört, welches mir von einer anderen Arbeitsgruppe ausgeliehen wurde. Ich geh nicht weiter darauf ein, was genau und wie - zumal der Teil mit dem WIE mir selbst noch nicht so klar ist. Aber glücklicher Weise ist der teurere Teil der Apparatur unbeschadet davon gekommen. Und auch der wichtige Teil des kaputten Equipments funktioniert noch so halbwegs. Und sobald die Lieferung unseres eigenen Gerätes angekommen ist, ersetze ich das zerstörte Material auch.
Nachdem ich also das Gerät zerstört hatte, konnte ich es natürlich auch nicht mehr für meinen Versuch verwenden. Und der Teil, der bereits bis dahin bearbeitet war, hat am Ende des Tages auch nicht das gewünschte Ergebnis gebracht. Wie gesagt, Montage sind nicht wirklich mein Ding...
Am Abend habe ich dann noch bei Linnea und Mikael halt gemacht - die Beiden hatten mir letzte Woche eine große IKEA-Tüte ausgeliehen, um mein Paket einfacher nach Hause zu transportieren. Nun habe ich die Tüte zurück gebracht und noch ein paar Tassen Tee und ein nettes Gespräch bekommen. Also hatte der Tag doch noch ein gutes Ende. Und morgen ist der Montag vorbei. Dann wird es hoffentlich auch wieder besser ;).
Sonntag, 25. März 2012
Ein Tag voller Brettspiele...
... vergeht ziemlich schnell. Vielleicht lag es ja auch an der Zeitverschiebung heute Nacht, die uns allein eine Stunde gestohlen hat. Aber ich war heute Abend sehr erstaunt, dass unsere 8 Stunden Spielzeit schon vorbei waren. Dabei habe ich gar nicht so viele Spiele heute geschafft - insgesamt drei verschiedene Spiele und 4 Spielrunden. Am Morgen haben wir zwar ein Spiel aufgebaut, doch dann fehlte noch ein Mitspieler für das offizielle "Menolippu"-Turnier Finnlands - zugegeben, ein kleines Turnier, sonst hätte man keine Probleme, die Mindestanzahl an Spielern zusammen zu tragen. Das Spiel "Menolippu" (englisch: Ticket to Ride; deutsch: Zug um Zug, vielleicht kennt es ja jemand?!) dreht sich hauptsächlich darum, zunächst möglichst viele Zug-Karten der gleichen Farben zu sammeln. Diese gleichfarbigen Karten nutzt man dann, um Zugstrecken auf dem Spielfeld zu bauen - entsprechend der Farbe der gewünschten Strecke und der Anzahl der benötigten Karten (1-6 Karten, entsprechen 1-6 Züge). Ziel ist es, möglichst viele Punkte zu erhalten - entweder durch viele Einzelstrecken aus vielen Zügen, durch die längste zusammenhängende Zugstrecke oder durch das Verbinden vorgegebener Zugstrecken. Man baut also nicht ganz wild drauf los, sondern versucht, bestimmte Städte miteinander zu verbinden, um Extra-Punkte zu erhalten. Ich habe euch mal ein Foto im Internet rausgesucht:
Ticket to Ride / Zug um Zug / Menolippu.
(Quelle: http://www.stuffedashes.com/wp-content/uploads/2009/09/perfect-ticket-to-ride2.jpg )
Ich habe das Spiel bisher nur einmal gespielt. Aber wie gesagt, es wurde noch ein Turnier-Mitspieler gesucht. Also habe ich das gerade im Aufbau befindliche Spiel verlassen und mich zumindest bis ins Semi-Finale durchgeschlagen. Mit anderen Worten, ich habe eine Spielrunde überstanden ;-). Im Semi-Finale wurde eine abgewandelte Version des Spieles gespielt, was mir dann nicht mehr allzu gut lag... Zumal mich dann auch das Glück verlassen hat. Ich bekam keine passenden Zug-Karten mit der gewünschten Farbe und meine Mitspieler haben mir die gewünschten Strecken zugebaut. Aber Spaß hat auch diese Runde gemacht. Und darum geht es doch dabei :).
Den restlichen Nachmittag haben wir dann noch zwei weitere Spiele ausprobiert und anschließend den Veranstaltungsraum auf dem angemieteten Boot wieder in den Normalzustand versetzt. Leider habe ich vergessen, irgendwelche Fotos zu machen. Ich hatte zwar meine Kamera mit, doch auf dem Weg zum Boot war die Stadt noch in unangenehme Regenwolken gehüllt. Während des Spielens habe ich schlicht vergessen, zu fotografieren. Und am Abend waren zwar keine Wolken mehr am Himmel, aber es war nach dem Aufräumen schon recht spät, so dass ich das Angebot von ein paar Mitspielern, mit dem Auto mitgenommen zu werden dankend angenommen habe. Nächstes Wochenende - sofern das Wetter mitspielt - plane ich dafür einen kleinen Ausflug ins Umland oder auf einer der nahegelegenen Inseln. Dann gibt es neue Bilder, für diejenigen unter euch, die Fotos meinen Texten vorziehen würden.
Samstag, 24. März 2012
Das staatliche Gesundsheitssystem in Finnland...
... war für mich bisher ein Buch mit sieben
Siegeln. Seit Donnerstag sind einige dieser Siegel zerbröckelt... Aber bevor
ich ins Detail gehe: Es geht mir gut. Es gibt keinen Grund, sich Sorgen zu
machen.
In den letzten Tagen war mir gelegentlich für einige Sekunden schwindlig - ein Zustand, der natürlich nicht allzu angenehm ist, aber immer schnell wieder verschwand. Die ersten Tage dachte ich, es legt sich sicherlich bald wieder. Schließlich sind die Temperaturen hier recht schnell angestiegen und 2-3 Tage mit verrückt spielendem Blutdruck können sicherlich mal vorkommen. Diese Schwindel-Momente tauchten allerdings nach 5 Tagen immer noch gelegentlich - v.a. abends beim Hinlegen oder morgens, wenn ich mich nochmal im Bett umgedreht habe und noch eine viertel Stunde zu schlafen. Deshalb habe ich mich doch mal genauer mit dem staatlichen Gesundheitssystem auseinander gesetzt. Zunächst habe ich am Donnerstag meinen Betreuer gefragt, ob er als Mediziner eine Idee hat, was das sein könnte und wohin ich mich am besten wenden sollte. Er hat mir dann im Internet die Informationen zusammen gesucht, wo "mein" staatliches Ärztezentrum ist - denn je nach Wohnanschrift wird man in unterschiedliche Ärztehäuser vermittelt. Auch die Hotline-Nummer für mein Ärztezentrum war im Internet zu finden. Bei meinem ersten Versuch, dort anzurufen, wurde ich nach zwei Minuten finnischer Tonband-Ansage aus der Leitung geworfen. Meine Taktik bei solchen Tonband-Ansagen ist, nichts einzutippen oder zu sagen, bis ich automatisch an einen Menschen verwiesen werde. Diesmal klappte das wohl nicht. Beim zweiten Anruf habe ich Jukka, meinen Betreuer, gebeten, mir zu helfen und den Lautsprecher am Handy eingeschalten. Man muss seine Telefonnummer eintippen und wird später von einem Mitarbeiter zurück gerufen.
Der Anrufer wollte sich erst ein wenig über die
Symptome erkundigen, kam dann aber recht schnell mit seinen
Englisch-Kenntnissen nicht mehr weiter und hat mir einen Termin für den
gleichen Tag bei einer Krankenpflegerin gegeben.
In meiner Mittagspause bin ich also zu meinem
Ärztezentrum gefahren und habe mich bei der Sekretärin auf Deutsch angemeldet.
Mein finnisch reicht zwar aus, um in einem Laden nach Preisen zu fragen oder
auf dem Markt 5 Äpfel zu kaufen. Aber bisher weiß ich nicht, was "Ich habe
angerufen und für 12:30 Uhr einen Termin bei einer Krankenschwester" heißt
;). Die Krankenpflegerin hat dann einen Fragenkatalog am PC ausgefüllt, meinen
Blutdruck gemessen und nach einer halben Stunde beschlossen, dass sie mich an
einen Arzt weiterleitet - ich bekam einen Termin für Freitag morgen. Der
Fragenkatalog konnte scheinbar nicht beantworten, warum mir gelegentlich
schwindlig wird.
Insgesamt hat es mich etwas überrascht, dass ich am
Tag meines Anrufes gleich noch einen Termin bekommen habe und auch den
Arzttermin für den darauf folgenden Tag. Denn bisher habe ich immer gehört und
gelesen, dass es bei den staatlichen Ärztehäusern recht lange dauert, einen
Termin zu bekommen. Außer in Notfällen natürlich... Doch auch die
Krankenschwester war sich sicher, dass mein Schwindel kein Notfall ist. Das war
schon einmal beruhigend :).
Freitag früh ging es dann also erneut zum Ärztehaus. Diesmal nutzte ich den "check-in"-Terminal, ein Computer mit einem Barcode-Scanner, der meine Krankenkassenkarte eingelesen hat und mir einen Grundriss des Gebäudes ausdruckte. Auf dem Ausdruck war markiert, in welchem Teil des Gebäudes ich im Wartebereich Platz nehmen sollte. Und das Beste daran: neben Finnisch und Schwedisch konnte man auch Englisch als Sprache am Terminal auswählen. Die Ärztin hat nochmals ein paar Fragen gestellt, meine Reflexe getestet und mich dann auf einer Liege hingelegt, mit dem Kopf jeweils zu einer Seite geneigt. Als mir dabei schwindlig wurde, hat sie den ganzen Spaß noch zwei Mal wiederholt und mir dann erklärt, weshalb mir schwindlig wird. Mein Innenohr spielt mir zurzeit einen Streich, aber diese Art von Schwindel ist ungefährlich und geht nach einiger Zeit von allein wieder weg.
Freitag früh ging es dann also erneut zum Ärztehaus. Diesmal nutzte ich den "check-in"-Terminal, ein Computer mit einem Barcode-Scanner, der meine Krankenkassenkarte eingelesen hat und mir einen Grundriss des Gebäudes ausdruckte. Auf dem Ausdruck war markiert, in welchem Teil des Gebäudes ich im Wartebereich Platz nehmen sollte. Und das Beste daran: neben Finnisch und Schwedisch konnte man auch Englisch als Sprache am Terminal auswählen. Die Ärztin hat nochmals ein paar Fragen gestellt, meine Reflexe getestet und mich dann auf einer Liege hingelegt, mit dem Kopf jeweils zu einer Seite geneigt. Als mir dabei schwindlig wurde, hat sie den ganzen Spaß noch zwei Mal wiederholt und mir dann erklärt, weshalb mir schwindlig wird. Mein Innenohr spielt mir zurzeit einen Streich, aber diese Art von Schwindel ist ungefährlich und geht nach einiger Zeit von allein wieder weg.
Um die für meine Sozialversicherungsnummer
hinterlegen Daten zu komplettieren, hat sie mich anschließend noch zu einer
Blutabnahme und einem EKG geschickt. Denn all solche Daten werden mit meiner
Sozialversicherungsnummer und somit auch meiner Krankenkassenkarte verknüpft
gespeichert. Somit kann bei jedem späteren Arztbesuch auf die alten Blutwerte
und Befunde zurückgegriffen werden...
Ganz klar sind mir einige Punkte des
Gesundheitssystems immer noch nicht. Für Notfälle müsste ich in ein anderes
Ärztezentrum - aber ich gedenke nicht, mich mit diesem Punkt genauer
auseinander zu setzen. Mir ist auch noch unklar, wie das mit den Kosten für die
Untersuchung beim Arzt und für die Laboruntersuchungen meines Blutes ist. Aber
ich werde ja sehen, ob eine Rechnung zu mir nach Hause geschickt wird.
Also wie schon erwähnt, es geht mir gut, mir wird nur bei manchen Kopfbewegungen schwindlig. Das ist ungefährlich, nur etwas unangenehm - wem ist schon gerne schwindlig? Zumindest außerhalb eines Karussells ;).
Also wie schon erwähnt, es geht mir gut, mir wird nur bei manchen Kopfbewegungen schwindlig. Das ist ungefährlich, nur etwas unangenehm - wem ist schon gerne schwindlig? Zumindest außerhalb eines Karussells ;).
Den restlichen Tag gestern habe ich dann im Labor verbracht. Heute wollte ich dann eigentlich zu einem Brettspiel-Wochenende auf einem Boot des Forum Marinum. Ein paar Mitglieder des Brettspiel-Clubs organisieren seit einigen Jahren einmal im Jahr ein Brettspiel-Wochenende, an dem Spiele zum Thema Eisenbahn gespielt werden - denn das erste Wochenende fand in einem Lokschuppen statt. Da dieses Jahr ein Boot als Austragungsort gewählt wurde, hat man die Spieleliste noch um alle Spiele mit Booten erweitert. Ich hatte mir auch extra einen Wecker gestellt, um früh genug aus dem Bett zu kommen. Doch irgendwie hat mein schlafendes Ich heute früh entschieden, dass es den Wecker ausstellt, ohne wach zu werden. Ich habe also verschlafen :(. Und das nicht nur um wenige Minuten, sondern um ganze zweieinhalb Stunden! Statt Brettspielen habe ich den Tag also damit verbracht, auszuschlafen, Wäsche zu waschen, ein bisschen Papierkram zu ordnen und noch mehr zu schlafen. Keine Ahnung, weshalb ich heute so müde war. Vermutlich schlafe ich unter der Woche einfach zu wenig... Vielleicht bin ich nun ausgeschlafen genug, um morgen den zweiten Tag des Eisenbahn-und-Boot-Brettspiel-Events nicht zu verpassen.
Donnerstag, 22. März 2012
Mein erstes Vorstellungsgespräch...
... auf der Seite der
"Arbeitgeber" habe ich heute Vormittag erlebt. Ein Teil der
Medizinstudenten spezialisiert sich im Studium auf die Forschung in der
Medizin. Und diese Studenten müssen im ersten Jahr ein einmonatiges Praktikum
im Labor absolvieren. Ein Student hatte sich daher Anfang der Woche bei Jukka,
meinem Betreuer, als Interessent gemeldet. Und heute haben wir uns mal
angeschaut, wer das eigentlich ist. Oder besser, wie interessiert der Student
wirklich ist und welches Teilprojekt ihm zusagen würde. Da wir ihm für den
einen Monat kein Gehalt bezahlen müssen - das übernimmt ein anderer Bereich der
Universität - war es ein sehr lockeres Gespräch. Denn entweder es stellt sich
heraus, dass der Student wirklich schnell lernt und er tatsächlich einen kleinen
Teil der Arbeit übernehmen kann. Oder, was ich persönlich eher glaube, ich
werde den Monat viel damit verbringen, die Arbeit ihm Labor zu erklären, ohne
dass allzu viele Ergebnisse dabei rauskommen. Ein Monat ist einfach zu wenig
Zeit um sich im Labor zu Recht zu finden und eigenständig Versuche zu planen.
Aber in dem Fall bekomme ich etwas mehr Erfahrung im Betreuen von Studenten. Und
wer weiß, vielleicht interessiert ihn das Thema so sehr, dass er gern in seinen
Freistunden ein wenig weiter daran arbeiten will... Wie auch immer, er wirkte
recht motiviert, ein paar Methoden zu lernen und vielleicht ein kleines
Teilprojekt zu bearbeiten. Somit werde ich diesen Juli einen Sommerstudenten
beaufsichtigen. Und Jukka "flüchtet" sich ins Klinikum nebenan. Als Doktor
der Medizin und der Naturwissenschaften rotiert er nun im 3-Monats-Takt
zwischen Labor und Krankenhaus.
Unser Oster-Kurzurlaub in Tallinn...
... nimmt langsam Gestalt an. Heute Abend haben wir unser Hostel ausgewählt und gebucht. Die Zugtickets nach Helsinki folgen dann nächste Woche, wenn das Gehalt für diesen Monat überwiesen wurde - kaum zu glauben, aber der Zug zur Fähre kostet uns mehr, als 2 Nächte in Tallinn... Da ich mich schon den gesamten Heimweg auf mein Bett gefreut habe, belasse ich es bei dieser kurzen Information - morgen gibt es dafür bestimmt wieder mehr zu lesen.
Mittwoch, 21. März 2012
Der finnische Struwwelpeter...
... heißt Jörö-Jukka. Zumindest steht dies so auf dem Werbe-Plakat, das mir
heute früh auf meinem Weg zur Arbeit ins Auge gesprungen ist
Das Struwwelpeter / Jörö-Jukka Plakat.
. Den restlichen
Arbeitsweg über habe ich mich gefragt, ob es nicht schönere deutsche
Kinderbücher gibt, die man ins Finnische hätte übersetzen können. Ich mag den
Struwwelpeter nicht. Ich kann nicht nachvollziehen, warum man Angst als Mittel
der Kindererziehung einsetzt. Kann man einem Kind nicht normal erklären, warum
manche Dinge nicht gut sind? Muss man ihm damit drohen, an den Folgen zu
sterben - so wie der Suppenkasper verhungert, das Kind mit den Streichhölzern
verbrennt - oder eventuell ein Leben lang verstümmelt zu sein - so wie Konrad,
der Daumenlutscher, dem beide Daumen abgeschnitten werden? Ich habe bis heute
eine unerklärliche Angst vor Amputationen und Amputationswunden. Sicherlich,
kein geistig gesunder Mensch findet die Vorstellung angenehm, dass ihm ein
Körperteil abgetrennt wird. Aber ich kann nicht einmal Amputationswunden in
Filmen oder auf Bildern sehen, ohne dass mir flau im Magen wird. Selbst wenn
die Verletzung Jahrzehnte zurück liegt, ich kann mir die Narben nicht ansehen -
zum Glück sieht man in unserer Gesellschaft recht selten Menschen mit
Amputationen. Ich mag auch keine elektrischen Werkzeuge, die das Potential zum Abtrennen
von Fingern haben. Auch Brotschneidemaschinen sind mir unsympathisch - und ich
will auch nicht im Raum sein, während jemand anderes ein solches Gerät nutzt.
Woher diese Angst kommt weiß ich nicht, allerdings vermute ich einen Zusammenhang
mit der Struwwelpeter-Geschichte. Schließlich haben Kinder oft eine sehr
lebhafte und bildliche Fantasie. Schlimm genug, dass es auf der Welt
tatsächlich Länder gibt, in denen einem gesunden Menschen Gliedmaßen als Strafe
amputiert werden. Aber weshalb muss man kleinen Kindern mit einer solchen
Maßnahme drohen? Oder damit, zu verhungern und zu verbrennen?
Hätte man also nicht nettere Bücher in andere Sprachen übersetzen können als
den Struwwelpeter? Reicht es nicht, deutschsprachige Kinder zu traumatisieren?
Aber genug von einem solch traurig-ernsten Thema. Auf Arbeit angekommen
haben mich meine Versuchspläne von heute erst einmal auf andere Gedanken
gebracht. Und am Nachmittag ging es wieder einmal zum Brettspiel-Club. Es ist
schön, zumindest einen Abend in der Woche fest für etwas Unterhaltsames
verplant zu haben.
Montag, 19. März 2012
Meine Arbeitsgruppe...
... im Fachbereich hat sich heute praktisch verdoppelt :). Mein Betreuer ist zurück in Turku und zumindest teilweise zurück im Laboralltag. Die hälfte seiner Arbeitszeit wird er nun mit unserem Forschungprojekt verbringen - die andere Hälfte trifft praktiziert er im Krankenhaus nebenan als Arzt. Die nächsten Tage werden wir wohl viel damit zu tun haben, meine bisherigen Versuche nochmal durchzusehen und die ersten Pläne für eine Veröffentlichung aufzustellen. Nur um zu sehen, welche Daten wir dringend noch erarbeiten müssen.
Nach der Arbeit habe ich mein Paket bei Linnea und Mikael abgeholt. Interessanter Weise wurde das Paket schon vormittags angeliefert - mir wurde gesagt, die Lieferung sei nur am frühen Nachmittag möglich. Wie dem auch sei, nun habe ich mein Paket und somit viel neuen Lesestoff, Vanille-Kaba, ein bisschen Zubehör für meine neue Kamera (die Original-Ersatzakkus kosten in Finnland dreimal so viel wie in Deutschland) und sogar ein Schmunzelhase hat sich im Paket versteckt :). Nun kann Ostern kommen!
Endlich Sonnenschein am Wochenende...
... und genug Freizeit, um dieses Wetter auch zu genießen. Ich habe mir vor mittlerweile zwei Wochen ein neues Spielzeug geleistet - eine neue Fotokamera. Bisher spielte das Wetter aber nicht so richtig mit, um die Kamera auch mal ein wenig außerhalb der Wohnung zu testen. Oder es war wundervolles Wetter, aber ich musste arbeiten. Ich musste heute zwar auch ein bisschen was im Labor machen, aber ich konnte das Notwendige wenigstens mit dem Schönen verbinden. Ich bin zu Fuß auf Arbeit gegangen und hatte meinen neuen Fotoapparat mit im Gepäck...
Hier also mein Arbeitsweg in Bildern:
Ein großer Teil des Weges führt entlang des Aurajoki. Vom Flussufer aus hat man freien Blick auf den Dom.
Die ersten Frühlingszeichen sind nun auch schon in der Eisdecke des Aura-Flusses zu sehen...
... allerdings bin ich mir bei dem Fahrrad im Fluss nicht sicher, ob es ein weiterer Vorbote des Frühlings ist. Vermutlich steht es eher um eine mit Alkohol oder Diebstahl in Verbindung.
Nachdem der Fluss und die Kathedrale passiert sind, geht es weiter über kleinere Straßen. Hier finden sich auch mal ältere Gebäude, die nicht den Charme der 50er, 60er oder 70er Jahre versprühen :).
Wenn ich den "Science Park" und das runde Gebäude sehe, bin ich schon fast am Ziel angelangt.
Ich muss nur noch vorbei an dem ehemaligen Büro-Gebäude des Medizin-Fachbereichs - der Villa Medica - und schon sehe ich meinen Arbeitsplatz.
Das "Medisiina"-Gebäude. Hier forsche ich. Und all die Medizin-Studenten Turkus werden hier mit Wissen überflutet :).
Soviel zu meinem Arbeitsweg... Nachdem ich meine Arbeit erledigt habe, ging es für mich heute weiter zu Linnea und Mikael. Wir hatten uns schon viel zu lange nicht mehr gesehen. Nun hat uns die deutsche Post wieder einen Anlass zum Treffen geboten. Was die Post damit zu tun hat?! Meine Eltern waren so lieb, mir ein paar Sachen zuzuschicken. Da Pakete mit normalem Versand nach Finnland gut und gerne mal 10-14 Tage unterwegs sind, wollten sie mir eine Freude machen und das neue Paket als Express-Lieferung zustellen lassen. So weit, so gut. Sie haben es echt lieb gemeint. Was wir allerdings alle nicht wussten: Wenn man die Lieferung normal sendet, arbeitet die Deutsche Post mit der finnischen Post zusammen. Wenn ich unter der Woche arbeiten bin, bekomme ich also ganz normal eine Notiz, dass ich meine Lieferung bei der Poststelle abholen kann. Bei Expresslieferungen gibt es eine solche Zusammenarbeit leider nicht. Ich bekam eine finnische SMS, um mich über den erfolglosen Zustellungsversuch zu informieren. In der Hotline wurde mir gesagt, dass ich das Paket nur unter der Woche am Nachmittag zustellen lassen kann. Falls ich zu der Zeit arbeite, könne ich das Paket ja auf Arbeit senden lassen - die sind aber alles andere als begeistert, wenn dort persönliche Pakete ankommen. Linnea ist so freundlich, nun mittels Vollmacht mein Paket morgen entgegen zu nehmen - und ich hol es dann nach der Arbeit ab. Also habe ich heute die Vollmacht bei den Beiden vorbei gebracht und wir haben noch gemeinsam Abendbrot gegessen, gebacken und einen Film geschaut :).
Auf dem Weg von meiner Arbeit zur Wohnung von Linnea und Mikael habe ich einen anderen Weg gewählt, der im Sommer sicherlich sehr schön aussieht:
Eine kleine Allee mitten in Turku.
Wie schon erwähnt, hat Linnea mal wieder etwas gebacken - und wir haben uns darin versucht, das Backwerk mit Marzipan-Enten zu verzieren:
Der Schokoladen-Kuchen-Teig im Vordergrund...
... und unsere kleinen Marzipan-Enten. Sind sie nicht niedlich?!
Hier das fertige Werk: Schokoladen-Kuchen mit Orangen-Schoko-Glasur und Marzipan-Enten.
Auf dem Nach-Hause-Weg habe ich dann noch ein paar Nacht-Aufnahmen versucht. So ganz ohne Stativ war das allerdings gar nicht so einfach - den im freien hilft auch ein Blitz nicht sonderlich viel.
Der Dom von der Seite.
Die Statue im kleinen Park neben dem Dom.
Und noch einmal der Dom aus einer anderen Perspektive. Die Nacht war leicht neblig, so dass die Kirchturm-Spitze im grauen Schleier eingehüllt wurde.
Samstag, 17. März 2012
Das finnische Frühlingswetter...
... meint es irgendwie nicht gut mit der arbeitenden Bevölkerung. Unter der Woche ist es angenehm warm, der Himmel ist blau und die Sonne scheint. Das Wetter läd richtig dazu ein, draußen etwas zu unternehmen, aber die Arbeit geht nunmal vor. Und am Wochenende?! Dann, wenn man die Zeit hätte, sich ein paar Stunden draußen aufzuhalten? Genau, dann ist der Himmel grau und das Wetter neblig, so dass man nicht einmal die Kirchturmspitze des Doms erkennen kann :(. Das läd nicht gerade dazu ein, mehr zu unternehmen, als Lebensmittel einzukaufen und den Kühlschrank aufzufüllen... Die meiste Zeit heute habe ich also auf der Couch mit heißem Kakao und einem schönen Buch verbracht. Vielleicht motiviert das morgige Wetter ja mehr zu einem Spaziergang an der frischen Luft.
Wenn das Wetter morgen weiter im Wochenend-Streik ist, fällt es sicherlich leichter, ein paar Stunden im Labor zu verbringen. Und bei schönem Wetter entschädigt der Weg auf und von Arbeit vielleicht ein wenig, dass auch dieses Wochenende nicht ganz arbeitsfrei bleibt :).
Wenn das Wetter morgen weiter im Wochenend-Streik ist, fällt es sicherlich leichter, ein paar Stunden im Labor zu verbringen. Und bei schönem Wetter entschädigt der Weg auf und von Arbeit vielleicht ein wenig, dass auch dieses Wochenende nicht ganz arbeitsfrei bleibt :).
Donnerstag, 15. März 2012
Ich bin nun Mitglied der Milch-Bande...
... und Kaffee-Gang auf Arbeit. Komplett erschließt sich mir
das System immer noch nicht, bei dem wir gelegentlich ein Päckchen Kaffee
mitbringen müssen, um uns in den Kaffeepausen im Pausenraum mit Kaffee zu
versorgen. Vor allem der Teil mit der Milch für solche Kaffee-Verdünner wie
mich verwirrt mich immer noch. Einmal im Quartal ein Päckchen Kaffee zu kaufen
ist ja nicht sonderlich schwer - und allemal billiger, als der eine Euro pro
Kaffee in der Cafeteria. Aber im Kühlschrank finden sich immer mindestens 2
Sorten Milch und dazu noch Kaffee-Sahne - natürlich alles auf Finnisch
markiert. Eigentlich hatte ich mich schon damit abgefunden, dieses System nie
vollends zu verstehen und einfach gelegentlich einen Kaffee in der Cafeteria zu
kaufen. Für das Mittwochs-Seminar und die all-freitäglichen
Mitarbeiterbesprechungen wird sowieso kostenlos Tee, Kaffee und Milch bereitgestellt...
Aber nun haben wir ja eine neue Mitarbeiterin aus Deutschland. Und der große
Vorteil für sie ist, ihre Chefin trinkt jeden Tag ihren Kaffee mit Milch und
hat ihr das System verraten - und nun kenne ich es auch endlich :). An der
Kühlschranktür befinden sich Listen für Kaffee-Milch und Kaffee-Sahne. Man
trägt sich in die Liste ein und trägt jedes Mal ein Kreuz ein, wenn man Milch bzw.
Kaffeesahne mitgebracht hat. Auch das ist soweit noch klar, doch welche der
Milchpackungen darf ich dann verwenden? Und woher stammt die Milch für die
Meetings am Mittwoch und Freitag?!
Die von uns gekaufte Milch für den Kaffee wird mit dem Wort "porukka" beschriftet, was laut Wörterbuch "Bande" heißt. Bringe ich Milch für mich selbst mit, beschrifte ich sie natürlich mit meinem Namen. Allerdings weiß ich auch nun noch nicht, woher die Milch in den Besprechungen stammt - ich werde Morgen einfach einmal genauer hinsehen, was auf der Milchverpackung steht. Ich bin nun jedenfalls Mitglied der Milch-Bande. Und der Kaffee-Gang. Zu der gehören alle Kaffee-Käufer und -Trinker...
Die von uns gekaufte Milch für den Kaffee wird mit dem Wort "porukka" beschriftet, was laut Wörterbuch "Bande" heißt. Bringe ich Milch für mich selbst mit, beschrifte ich sie natürlich mit meinem Namen. Allerdings weiß ich auch nun noch nicht, woher die Milch in den Besprechungen stammt - ich werde Morgen einfach einmal genauer hinsehen, was auf der Milchverpackung steht. Ich bin nun jedenfalls Mitglied der Milch-Bande. Und der Kaffee-Gang. Zu der gehören alle Kaffee-Käufer und -Trinker...
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