Donnerstag, 26. September 2013

Die Finnen und ihre Sommerjobs


… haben mir ein lustiges Wochenende auf Åland beschert. Denn so konnte ich Jay und Tuomas in Mariehamn besuchen, wo Tuomas in einem Hotel die Zimmer für die Gäste herrichtete, statt in der Autowerkstatt Metall zu verbiegen oder sich auf sein erstes Studienjahr vorzubereiten und Jay im Supermarkt arbeitete, um Geld für die kommenden Semester anzusparen. Aber nicht nur Tuomas und Jay arbeiteten in Sommerjobs, viele Geschichtsstudenten verbrachten den Sommer in einem Museum, und im Handwerksmuseum in Turku habe ich eine Frau getroffen, die mit zwei Studienabschlüssen - in Computerwissenschaften und Englischer Literatur - immer noch jeden Sommer Spitzen "klöppelt". Sommerjobs dienen für Finnen also nicht nur zum Geld verdienen, sondern auch zum "abschalten" und "mal rauskommen". Für Jay und Tuomas war der Sommerjob eine willkommene Gelegenheit, Turku mal zu verlassen und eine Weile woanders zu leben… Dort, wo andere Menschen Urlaub machen - ich zum Beispiel :) 
Also habe ich mich einen sonnigen Samstags, am 20.7., mit der Fähre auf den Weg gemacht, um die beiden auf Åland zu besuchen. Nach meiner Ankunft konnte ich mir erstmal kurz die Stadt ansehen und einen Überblick verschaffen, wie Mariehamn zur Tourismus-Hochsaison aussieht, während Tuomas noch seine Schicht im Hotel beendete und Jay fleissig Kunden im Supermarkt abkassierte. In der zweiten Juni-Hälfte findet in Mariehamn ein Musikfestival statt, bei dem jeden Abend irgend eine Band auftritt und nachmittags die Hausband für Unterhaltung sorgt. Der Eintritt zum Festivalgelände war zwar ziemlich teuer, aber man konnte die Musik noch einige Strassenecken weiter hören, so dass es nicht wirklich einen Grund gab, Tickets zu kaufen, wenn man die Musiker nur hören und nicht unbedingt sehen wollte. Somit konnte ich nach meiner Stadtbesichtigung einen Kaffee mit Hintergrundmusik geniessen, während ich auf Tuomas Ankunft in der Innenstadt wartete. Gemeinsam mit ihm ging's dann zum Studentenwohnheim, in dem sich Tuomas und Jay für den Sommer eingemietet hatten. Dort lliessen mein Gepäck dort und machten uns auf den Weg, alles nötige für einen gemütlichen Grillabend zu besorgen. 

Das windige Åland (rotes Kreuz mit gelben Rand auf blauem Grund) heisst alle Willkommen. Naja, nicht alle alle, aber Estland (blau, schwarz, weiss), Norwegen (blaues Kreuz mit weissem Rand auf roten Grund), Schweden (gelbes Kreuz auf blauem Grund) und Finnland (blaues Kreuz auf weissem Grund).

Das Ergebnis unserer Essenssuche. Schaschlik, Salat und Schokobananen. 

Am nächsten Tag hatte Tuomas frei und Jay musste die Nachmittagsschicht im Supermarkt arbeiten, so dass wir den Vormittag gemeinsam in der Stadt verbringen konnten. Da Åland ausser Meer, Strand, Wald und Feldern nicht sonderlich viel zu bieten hat, und die Hauptstadt, Mariehamn, auch nicht allzu gross ist, haben wir uns dazu entschlossen, die Zeit mit Geocaching zu vertreiben - auf diesem Weg lernten auch die Beiden noch neue Ecken der Stadt kennen, und wir hatten etwas zu tun, das mehrere Stunden füllen konnte. Während Jay dann arbeiten war, bin ich mit Tuomas zur Burg von Åland gefahren, einer der wenigen Sehenswürdigkeiten auf der Insel. Bei meinem letzten Åland-Besuch war es uns nicht möglich, die Burg zu besuchen - denn ohne Auto und Fahrrad blieb uns nur das wenig ausgebaute Bussystem, mit dem wir zumindest damals im April nur zur Burg hin, aber nicht wieder zurück gekommen wären. Da Tuomas und Jay aber ihr Auto mit auf die Insel gebracht hatten, konnten wir uns nun die Burg ansehen - und unterwegs noch ein paar weitere Geocaches finden. 

 Die Burg von Åland! Ist sie nicht schön?! Ich mein, es ist eine der sehr wenigen Sehenswürdigkeiten auf der Insel. Und sie erinnert ein wenig and Turkus Burg.

Und weil sie so schön ist, Ålands Burg nochmal von der anderen Seite. 

Nachdem sich die beiden eindeutig mit dem Geocaching-Fieber infiziert hatten, haben wir auch den letzten Abend meines Besuchs damit verbracht, durch Mariehamn zu laufen und kleine Dosen zu suchen, die andere Leute in der Stadt versteckt hatten. Dann hiess es, noch ein wenig Schlaf abzubekommen, bevor wir mitten in der Nacht raus mussten, um alle drei die Nachtfähre nach Turku zu bekommen - Ich musste schliesslich am Montag wieder arbeiten, und Jay und Tuomas mussten ein paar Sachen für ihren Umzug zurück nach Turku und das kommende Studiensemester regeln. Und… nennt uns ruhig verrückt, aber wir sind etwas früher losgefahren, um in der Nähe des Nacht-Hafens (die Fähren dürfen nachts nicht den Hafen in Mariehamn anfahren, und halten deshalb an einer anderen Stelle der Insel) noch schnell einen Geocache zu suchen. Der Cache war versteckt an einer alten Kirche direkt am Meer und bot selbst in der Nacht einen netten Ausblick. Allerdings ging das doch nicht ganz so schnell, wie wir geplant hatten, so dass wir gerade noch rechtzeitig zum Boarding des Bootes am Hafen ankamen.

 Die Kirche von Mariehamn. 

Kunst am Hafen. Jaja, wo einen Geocaching so alles hinführen kann.

Eine kleine Villa auf der Insel ;). Schliesslich scheint Åland vor allem reiche Finnen und Schweden anzulocken. Aber gut, dieses Bauwerk ist dann doch kein normales Wohnhaus. Was aber nicht heisst, dass Mariehamn nicht über einige grosse Villen verfügt. 

Montag, 16. September 2013

Ein Tag im Vergnügungspark...


… in Tampere, das nenn ich mal eine Geburtstagsfeier. Und Krista scheinbar auch, zumindest hatte sie mich eingeladen, zusammen mit ihr, ihrem Freund Ruu und den 2 ältesten Kindern an ihrem Geburtstag zum Vergnügungspark "Särkäniemi" zu fahren. Ein Nachbarschaftsverein der beiden organisierte genau zum passenden Tag einen Tagesausflug um die Sommerferien erlebnisreicher zu gestalten. Und ich war nun mit an Board, als es am 18. Juli mit einem Reisebus nach Tampere ging. In Särkäniemi haben wir uns dann zunächst eine Delfinshow angesehen - durch das angrenzende Aquarium sind wir relativ schnell durchgelaufen - und haben uns dann auf die Fahrgeschäfte gestürzt. Für die Kinder gab es das Angry Birds-Land. Ein kleiner Vergnügungspark im grossen Park, mit kleinen Fahrgeschäften und einem riesigen Klettergerüst. 

Der Eingang zum Angry-Birds Land.

Die spinnen, die Angry-Birds verrückte Finnen... Aber für Kinder ist der Spielplatz sicher ein Traum :)

Leider spielte das Wetter nicht so recht mit, gegen Mittag fing es an zu regnen und innerhalb einer Stunde waren wir alle trotz Regenjacken durchnässt. Da halfen dann auch die Regenponchos aus dem Souvenirshop nicht mehr allzu viel… Zum Aufwärmen und Abendessen ging es dann zum Pizzabuffet, bevor wir noch ein paar Runden mit der Achterbahn und Schiffsschaukel gefahren sind. 
Da Ruu wegen einer Wirbelsäulenverletzung die meisten Fahrgeschäfte nicht fahren konnte, sind an diesem Tag auch noch ein paar schöne Fotos entstanden, die ich euch nicht vorenthalten will. 

 Kaum ein Mensch weit und breit, wir hatten den Park fast für uns. Wenn es nur nicht so viel geregnet hätte...

 ... hätten wir noch viel mehr Spass gehabt mit den Karussellen... 

... und Achterbahnen. 

Dienstag, 3. September 2013

Mittsommer, was für ein Fest!!!


Wenn man nicht gerade krank ist und die Feiertage fast verschläft. Frisch zurück vom Heimaturlaub hatte ich mich eigentlich auf Mittsommer gefreut. Bei Freunden grillen, am Stand rumlümmeln und den finnischen Sommer geniessen. All das, was ich letztes Jahr verpasst hatte, während ich in Houston auf einer Konferenz war. Das klingt doch gut. Leider hatte sich mein Magen das aber irgendwie anders gedacht, und sich eine Lebensmittelvergiftung eingefangen, so dass ich die meiste Zeit vor und um Mittsommer rum schlafend im Bett lag oder mich mit dem finnischen Gesundheitssystem rumschlagen musste. 
Somit war mein Mittsommer leider wenig spannend. Von dem aufregenden Moment beim Arzt einmal abgesehen, an dem wir diskutiert haben, wie schlecht meine Blutwerte sein dürfen, bevor er mich über Mittsommer ins Krankenhaus schicken muss… Am Mittsommer-Abend selbst hatte sich dann zumindest das Fieber wieder verabschiedet. Darum konnte ich mich für drei Stunden mit ein paar finnischen Freunden und Bekannten, die die Stadt dieses Jahr nicht verlassen hatten, zum grillen treffen. Und auch wenn es nicht ganz das Fest war, das ich erwartet hatte, so war es doch nett, mal wieder ein paar Freunde zu treffen :).
Nun bleibt die Hoffnung, dass im kommenden Jahr keine Konferenz und keine Krankheit meine Chancen auf ein Mittsommer-Fest in einer Hütte irgendwo am Meer oder See zunichte macht.

Montag, 2. September 2013

Dem Sommer hinterher…


… reisen war die Devise meines kurzen Heimaturlaubs. Während es in Deutschland im Mai und Anfang Juli furchtbar kalt und verregnet war, hatten wir in Finnland schon einen angenehmen Sommer. Und als es dann in Finnland langsam regnerisch wurde, war es für mich Zeit, meine Sachen zu packen, und für einige Tage nach Deutschland zu reisen - wo es gerade endlich warm und sommerlich wurde. Das nenn' ich mal Timing :) 


Dort habe ich einige nette Tage mit Freunden und Familie verbracht, mir unter anderem den Münchner Zoo und Wasserburg am Inn mal wieder angesehen. Und auch nach Jena und sogar Erfurt habe ich es geschafft.
Beim Stadt- und Einkaufsbummel mit Freunden in Erfurt hat sich dann spontan Nepumuk, ein kleines, grünes Stoffmonster, zu uns gesellt und sich entschlossen, bei mir einzuziehen. Und da ich weiss, wie versessen einige von euch auf Fotos sind, hier mein neuer Mitbewohner und ein paar Einblicke ins schöne Erfurt. 

 Darf ich vorstellen: Nepumuk. Solche Mitbewohner hat man doch gern :). 

Erfurt feierte gerade Stadtfest als wir dort waren. Die Stadt war voller Menschen...

 ... und verschiedensten Strassenkünstlern. 

Alte Bekannte durften in Erfurt natürlich auch nicht fehlen.