Montag, 31. Oktober 2011

Der letzte gemeinsame Abend...

... mit meinen Eltern ist heute angebrochen. Tagsüber musste ich heute wieder auf Arbeit. Allerdings war ich kurz vor drei ein wenig genervt von den vielen Excel-Tabellen, die ich erstellen muss um meinem Professor alle gewünschten Daten geben zu können, dass ich Feierabend gemacht habe. Ich werde wohl jetzt nochmal ein bis eineinhalb Stunden daran basteln. Durch den frühen Feierabend konnte ich nochmal einen Nachmittag und den Abend mit meinem Besuch verbringen :-). Meine Eltern waren gerade in einem Cafe am Marktplatz, so dass wir uns in der Innenstadt getroffen und ein wenig durch die Läden geschaut haben. Anschließend sind wir nochmal in meine Wohnung gegangen, um den Koffer in dem all die schönen Geschenke und Importwaren transportiert wurden ins Hotel zu bringen. Zum Ausklang des Abends haben wir ein Restaurant aufgesucht, welches mir von einer Kollegin auf der Suche nach finnischen Speisen empfohlen wurde. Scheinbar gibt es keine typischen finnischen Gerichte - oder recht wenige. Regionale Spezialitäten wie die Karelischen Piroggen, Kalakukko, das Brot mit Fischfüllung, oder schwarze Pferdewurst aus Turku gibt es natürlich. Aber eine wirklich finnische Küche mit landestypischen Zubereitungsmethoden sucht man wohl mehr oder weniger vergeblich. Dafür gibt es wohl Speisen aus finnischen Zutaten. Das Restaurant heute servierte also Essen aus finnischen Produkten. Unter anderem Rentier- und Elchfleisch, Wildente, Rote Beete-Suppe und Hühnchenschenkel mit Lakritz-Soße. Dazu bot sich noch eine angenehme Atmosphäre und das Chinesisch-Finnische Geschäftsessen am Nachbartisch hat für reichlich Gesprächsstoff gesorgt. Alles in allem hatten wir also einen lustigen, sehr schönen letzten gemeinsamen Tag in Turku. Morgen fliegen meine Eltern dann gegen Mittag über Helsinki wieder zurück nach München und ich werde mich im Büro und hoffentlich auch ein wenig im Labor betätigen. An Weihnachten bin ich ja dann wieder in Deutschland und bis dahin bleibt uns noch Skype zum kommunizieren. Und bei meiner To-Do-Liste wird mir die Zeit bis zum Weihnachtsurlaub sowieso sehr kurz vorkommen ;-).

Sonntag, 30. Oktober 2011

Das Burgmuseum ...

... ist echt genial. Endlich mal eine Attraktion mit mehrsprachiger Ausschilderung. Zumindest Schwedisch und Englisch waren neben Finnisch verfügbar. Und in vielen Räumen fanden sich noch erklärende Hefte auf weiteren Sprachen wie Russisch, Deutsch und Französisch. Und es schien so, als würde die gesamte Burganlage für die Ausstellung genutzt werden. Wir haben da drin problemlos mehrere Stunden zugebracht... Hier mal ein gaaaanz kleiner Einblick ins Museum :

Schon die Architektur und original Einrichtung der Räume war interessant...

 Nachgebaute Deckenkonstruktion in einem Teil der Burg, der im zweiten Weltkrieg abgebrannt ist.

 Die Burg-Kirche mit zwei Königslogen in der ersten "Reihe".

Türdekoration.

In einigen Räumen der Burg wurden die verschiedenen Einrichtungsstile der letzten Jahrhunderte ausgestellt, wie sie in der Burg selbst, beim Adel und beim normalen Bürgertum zu finden waren... Natürlich gab es noch viele weitere Ausstellungsstücke vom Schmuck über Porzellan und Silber, Kleidung bis hin zu Folterinstrumenten. Das kennt man ja im Großen und Ganzen von anderen Burgen und Schlössern mit Museen. 

Eine alte Kirchen-Figur, die in der alten Burg-Kapelle ausgestellt wurde...

... konnte genauso besichtigt werden, wie alte Ladenschilder oder Geldtruhen.

Nach dem umfangreichen Museumsbesuch in der Burg haben wir den Rückweg in die Stadt angetreten und uns vergleichsweise spät an einem Mittagsbuffet gestärkt. Den Nachmittag verbrachten wir dann im Museum für Stadtgeschichte und moderne Kunst - wobei wir uns mehr auf den Teil über das alte Turku beschäftigt haben. 1992 wurde bei Ausgrabungen entdeckt, dass entgegen bisherigen Annahmen um den alten Marktplatz nahe dem Dom herum viele Steinbauten existierten. Denn auf alten Stadtplänen waren in diesem Bereich keine Häuser eingezeichnet. Doch bei den Ausgrabungen wurden alte Gebäudemauern freigelegt, die heute in dem Museum besichtigt werden können. Man läuft dort sozusagen unterirdisch durch die alte Stadt, viele Tafeln auf Finnisch, Schwedisch und Englisch erklären dem Besucher dann noch vieles über das damalige Leben in der Stadt und der Relevanz dieses Ausgrabungs-Fundes.
 Kleiner Einblick in die "Unterwelt" Turkus im Museum für Stadtgeschichte und moderne Kunst.

Die Ausstellungen zur modernen Kunst lagen in den oberen Geschossen des Gebäudes. Eine der beiden gezeigten Ausstellungen bestand aus vielen Video-Leinwänden in unterschiedlichen Räumen, auf denen Filmaufnahmen abgespielt wurden. Zum Teil richtige Spielfilme und teilweise irgendwelche "Amateur"-Aufnahmen kurzer Szenen - sehr, sagen wir mal, gewöhnungsbedürftig. Die andere Ausstellung überzeugte vor allem mit den Räumen, in denen die Exponate ausgestellt waren. Schöne hohe Decken mit ein wenig Stuck, toller Holzboden... und mittendrin in Bilderrahmen gepackter Müll, Bilder aus schwarzen Punkten und andere "Kunst" in Form von Bildern und Skulpturen.
Der Ausgrabungs-Teil des Museums ist wirklich einen Museumsbesuch wert, die Kunstausstellungen hätte man sich meiner Meinung nach sparen können. Eine Ausstellung der Funde in den ausgegrabenen Häusern wäre da wohl interessanter gewesen.

Nach dem zweiten Museumsbesuch hat sich meine Mutter ein wenig ausgeruht, während ich mit meinem Vater die Einkaufscenter unsicher gemacht habe - mit Erfolg, ich habe endlich neue Winterstiefel gefunden, die mich hoffentlich sicher durch den Winter bringen ohne abfrierende Zehen... Für die glatten Tage wurden mir bereits Spike-Aufsätze für die Schuhe mitgebracht. Wenn der Winter nun kommt, bin ich gut gerüstet. Zumindest hoffe ich das :-).


Samstag, 29. Oktober 2011

Bohren, Schrauben, Hämmern...

... war heute die Devise. Da ich handwerklich nicht sonderlich begabt bin - vor allem nicht im Umgang mit Bohrmaschinen - lagen seit dem IKEA-Besuch mit meinem Bruder immer noch einige Dinge unbefestigt in der Wohnung und warteten auf ihren großen Einsatz. Und für einige der Dinge war es heute soweit. Mein Vater hat die Gardinenstange im Wohnzimmer angebracht, auch mein CD-Regal hängt nun wieder und in der Küche gibt es endlich eine Tischplatte, die ich bei Bedarf hochklappen kann, jedoch nicht permanent Platz wegnimmt. Außerdem wurden meine Fenster geputzt und andere Kleinigkeiten in der Wohnung erledigt. Da ich nicht gut im Umgang mit Werkzeug bin, ist auch keine Ausstattung nicht sonderlich gut. Kleinkram zum Zusammenschrauben von Dingen habe ich mittlerweile einiges angesammelt. Genauer gesagt, ich wurde von netten, fürsorglichen Menschen "genötigt", etwas anzusammeln. Heute kam eine Schlagbohr-Maschine hinzu, da der Akkubohr-Schrauber, den mir Linnea ausgeliehen hatte und der immer noch in meiner Wohnung ist, an seine Grenzen geraten ist... Glücklicher Weise ist Werkzeug eines der wenigen Dinge, die in Finnland günstiger zu sein scheinen, als in Deutschland (bzw. es gibt anscheinend günstigere Firmen für Gelegenheits-Heimwerker als in Deutschland). Auch ein paar neue Schrauben haben ihren Weg vom Laden in meinen Besitz gefunden. Ich hoffe, damit ist meine Werkzeugsammlung nun komplett. 
Leider hat die ganze Aktion doch deutlich länger gedauert, als erwartet. Schon allein, weil wir den Baumarkt zweimal aufsuchen mussten. Somit hatten wir von dem sonnigen Tag leider nicht allzu viel mitbekommen, außer den Sonnenstrahlen auf dem Weg zum Einkaufen. Rückblickend wäre es wohl besser gewesen, bei dem grauen Wetter gestern zu Heimwerken und heute die Stadt zu erkunden. So hoffe ich einfach, dass das Wetter noch ein bis zwei Tage so schön bleibt und wir morgen die Sonne in vollen Zügen auskosten können.

Der erste Tag der Stadtbesichtigung...

... liegt hinter uns. Als erstes ging es zum Markt und anschließend eine Runde durch die Markthalle, finnische Lebensmittel begutachten :-). Anschließend wollten wir die orthodoxe Kirche am Marktplatz besichtigen, die allerdings geschlossen war. Deshalb haben wir uns mit einem Umweg über das nächste Shopping-Center auf dem Weg zum Dom zu Turku gemacht. Da man mit der Besichtigung aller Seitenräume recht viel Zeit verbringen kann, haben wir uns anschließend erst einmal auf einem der Schiffe auf dem Fluss gestärkt. Nach dem Mittagessen stand die Erkundung der Parks auf der Ostseite des Flusses an, die auf kleinen Hügeln liegen. Auf einem der Hügel kann man von der anderen Flussseite ein großes Gebäude mit einer blauen Kugel auf dem Dach erkennen. Da ich nicht sagen konnte, was dieses Gebäude ist, wollten wir es uns genauer ansehen. Es handelt sich dabei um ein altes Observatorium, in dem heute das Niederländische Konsulat untergebracht ist. Außerdem befindet sich daneben ein alter Wasserspeicher, in dem eine Kunstausstellung zu finden war.


 Das niederländische Konsulat.

In dem Park waren auf verschiedenen Höhen Metallschilder angebracht, die den Meeresspiegel in den letzten 7000 Jahren markiert hatten. Nach dem Ende der Eiszeit floss das Schmelzwasser in den Bereich der heutigen Ostsee ab und brach irgendwann vor etwa 7000 Jahren zur Nordsee durch. Zeitgleich fing die Landmasse an, sich anzuheben, da das Gewicht des Eises das Land nicht mehr nach unten drückte. Bis heute erholt sich das Land von der Last der Eiszeit und hebt sich weiter an. Es ist schon faszinierend zu sehen, wie hoch das Wasser mal stand bzw. wie tief das Land mal lag.

 Das Schild markiert den Wasserstand im Jahre 5000 vor Christi. Etwa auf Höhe des Weges rechts im Bild lag die Marke für das Jahr 4000 vor Christi.

 2000 Jahre vor Christi Geburt.


Und um das Jahr 0 herum. An der Mauer die links zu sehen ist findet sich das Schild für den Meeresspiegel um 1000 vor Christi. Klar, 1000 Jahre sind eine lange Zeit, dennoch verrückt, wie sehr sich das Land nach oben gehoben hat in dieser Zeit.


Nach diesem Ausflug ins Grüne stand ein Besuch beim Kunstmuseum auf dem Programm. Freitag nachmittag ist der Eintritt zum Museum frei, so dass wir diese Chance nutzen wollten. Zum Glück haben wir uns die Bilder kostenlos ansehen können, denn zumindest die "Carl Larsson"-Ausstellung in der unteren Etage traf nicht wirklich unseren Geschmack. Die ersten Bilder waren ja noch ganz nett anzusehen, alles sehr idyllisch und realitätsnah. Doch nach etwa 30 Bildern fing dieser Stil des Malens an, langweilig zu werden. Leider lagen da noch mehr Ausstellungsstücke vor uns, als bereits hinter uns. Die Ausstellung auf der oberen Etage sagte uns schon mehr zu. Allein schon durch das Ausstellen der Werke verschiedener Künstler kam eine willkommene Abwechslung rein... 
 Zum Ausklang des Tages ging es nochmals in ein anderes Einkaufszentrum - man muss ja mal zeigen, wie viele Moomin-Produkte so verkauft werden - und in ein indisches Restaurant zum Abendbrot. Leider spielte das Wetter heute nur bedingt mit. Auch wenn sich der seeehr schwache Nieselregen recht schnell am Vormittag legte, blieb es den gesamten Tag grau, diesig und kalt. Ich hoffe nur, dass es sich in den nächsten Tagen doch noch bessert. Die Stadt sieht bei Sonnenschein einfach um einiges schöner aus.

Donnerstag, 27. Oktober 2011

Heute sind meine Eltern ...

... hier eingeflogen und vor uns liegen vier volle Tage zum Erkunden der Stadt :-). Den morgigen Tag habe ich Urlaub und heute bin ich auch etwas früher von der Arbeit gegangen, um rechtzeitig am Flughafen zu sein und sie abzuholen. Anschließend sind wir zunächst kurz zu meiner Wohnung gefahren um einen Koffer mit "Mitbringseln" aus der Heimat abzustellen und dann ging es weiter in ihr Hotel. Auf dem Weg zurück in meine Wohnung haben wir noch einen kurzen Umweg über den nächstgelegenen Supermarkt gemacht - zum einen Teil, um Wasser zu kaufen, zum anderen Teil um einfach mal die Preise fürs finnische Gemüse, Wasser usw. zu zeigen... Wieder meiner Wohnung durfte ich dann all die Mitgebrachten Waren auspacken :-) Vanille-Kakao, seeeeehr leckere Schweizer Trinkschokolade, Kaffeepads... Der Küchenvorrat ist nun wieder aufgestockt. Und Winterstiefel, Spikes für die Schuhe, Winterjacke, Handschuhe und Mütze waren auch dabei. Meine Familie macht sich scheinbar sorgen, dass ich den kalten, rutschigen Winter hier nicht heil überstehe. Zum Abschluss des Abends ging es noch zum Abendbrot in die alte Schule. Leider hat der Nieselregen von weiteren Spaziergängen nach dem Essen abgehalten. Ich hoffe nur, dass das Wetter morgen etwas mehr mitspielt. Die letzten Tage war es so schön, viel Sonne, kein Regen. Und genau heute wurde es wieder herbstlicher :-(.

Was Finnen so auf Deutsch kennen...

... ist schon sehr amüsant. Linnea hat mir mal erzählt, dass in ihrem Deutschbuch am Ende des ersten Kapitels der Satz "ich könnte literweise/eimerweise/haufenweise Eiscreme essen. Um ehrlich zu sein, fällt mir die "Mengenangabe" nicht mehr ein. Dennoch dachte ich mir, es gäbe wichtigere Sachen, die man auf einer Fremdsprache sagen können sollte. Heute fragte mich der Professor im Mikroskopiekurs auf Deutsch, ob es die "Grüne Minna" noch gibt. Da er bereits emeritiert ist und nur noch auf freiwilliger Basis diesen Kurs lehrt, war ich nicht sonderlich verwundert, dass er deutsch konnte. Viele ältere Finnen hatten Deutsch als Schulfach und können zumindest die Standardfloskeln auch heute noch. Was ihm jedoch als erstes einfiel um ein Gespräch anzufangen, hatte mich dann doch erstaunt. Ich musste ihm dann erklären, dass die deutsche Polizei mittlerweile auf blaue Uniformen und Autos umgestiegen ist...

Das war eigentlich auch schon das Highlight meines heutigen Arbeitstages. Zuhause startete ich dann gleich den nächsten Versuch, das Chaos in meiner Wohnung zu dezimieren. Mit recht gutem Erfolg - ich werde also bald ein paar Bilder von der Wohnung präsentieren können :-)

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Schlechte Laune beim Professor...

... ist nie gut. Vor allem dann nicht, wenn sie sich auf mich konzentriert ;-). Zugegeben, er wollte schon eimal eine Auflistung aller alten Daten, die Jukka so gesammelt hat und eine Bestandsaufnahme an Proben und schon durchgeführten Versuchen. Damals war der Plan, mit Jukka all das durchzusprechen, wenn er wieder in Turku ist. Sein Besuch war aber so kurz, dass wir dafür keine Zeit hatten. Dann wollten wir per Telefonkonferenz meine Wissenslücken füllen, doch auch dafür fehlte die Zeit. Und nun saß ich ohne all diese Antworten im Teammeeting. Leider ist Jukka allerdings die nächsten Wochen in den USA, so dass ich noch Zweifel habe, dass ich die gewünschten Infos bis zum nächsten Treffen in zwei Wochen auftreiben kann. Wie ich gestern erst sagte, zwei Wochen sind einfach zu kurz.


So, genug Frust von der Seele geschrieben, damit ihr noch was Nettes zu Gesicht bekommt, hier ein weiteres Stromkasten-Foto:

Eine Schnee-Eule :-) Auch wenn der Schnee noch etwas auf sich warten lässt (was er auch gern darf).

Montag, 24. Oktober 2011

Wenn Finnisch-Hausaufgaben...

... mehr Zeit in Anspruch nehmen als die eigentliche Arbeit, sollte man sich das mit der Sprache wohl nochmal überlegen. Irgendwie muss ich nun entweder einen Zahn zulegen, um die Sprache doch noch zu beherrschen, oder ich hoffe, im nächsten Semester mehr Zeit dafür zu finden... Neben mehreren Grammatik-Übungen sollten wir einen kleinen Text über das Wetter in unserem Heimatland schreiben. Ich saß geschlagene zwei Stunden an 10 Sätzen, die vermutlich nicht einmal richtig waren.

Auf meinem Arbeitsweg heute morgen war ich ein wenig verwirrt. Überall hing die finnische Flagge an Fahnenmasten. Da dies nur zu bestimmten "Feier"tagen geschieht aber in meinem Kalender nichts darüber stand, war ich etwas verwirrt. Auch übers Internet ließ sich für mich nichts darüber rausfinden. Aber Linnea hat freundlicher Weise Licht ins Dunkel gebracht :-). Heute ist der Tag der Vereinten Nationen ( http://de.wikipedia.org/wiki/Tag_der_Vereinten_Nationen ) - für Finnen scheinbar ein Grund, die Flagge zu hissen. Wobei ich zugeben muss, dass ich in Deutschland vermutlich nicht mitbekommen hätte, wenn dem auch so ist. So viele Fahnenmasten kenne ich in Jena oder dem Münchner Umland dann doch nicht... 

Morgen früh ist schon wieder ein Teammeeting angeplant. Und irgendwie habe ich das Gefühl, in den letzten zwei Wochen nichts gearbeitet zu haben. Was natürlich nicht stimmt, aber die meiste Zeit steckt in meinem Poster. Somit habe ich keine neuen Ergebnisse zum Präsentieren. Ich werde also nur noch die Planungen für die kommende Zeit erweitern und hoffen, dass niemandem auffällt, dass die Ergebnisse alle alt sind. Zwei Wochen sind einfach zu kurz, wenn man nebenbei noch andere Dinge macht.

Spontan-Sauna und Abendbrot...

... mit Linnea haben diesen Sonntag doch noch zu einem nicht alltäglichen Tag gemacht :). Heute morgen stand erst einmal ausschlafen auf dem Programm - immerhin musste ich mich von der Konferenz "erholen". Danach habe ich ein wenig im Internet gesurft und anschließend für mehr Ordnung in der Wohnung gesorgt, eingekauft und danach meine Emails/Nachrichten abgerufen. Bei Facebook hatte ich eine neue Nachricht von Linnea und habe sie dann angerufen, nachdem ich gestern vergeblich versucht hatte sie zu erreichen. Als ich am Freitag früh nach Hyytiälä gefahren bin, hatte sie mir eine Nachricht geschrieben, ob ich ihr ein bisschen Werkzeug vorbei bringen könne, das sie mir ausgeliehen hatte. Leider hab ich das aber erst viel später gelesen. Und gestern, als ich es ihr vorbei bringen wollte, war sie war den Abend unterwegs und ich konnte sie nicht erreichen. Heute hat es dann endlich geklappt und sie hat mich zum Abendessen und anschließender Sauna eingeladen. Im Gegenzug hab ich ihr endlich ein Teil ihres Werkzeuges und vor allem die Trittleiter, die sie mir geliehen hatte, wiedergegeben :-). Mikael, ihr Freund, ist im Moment wegen seiner Arbeit auf den Åland-Inseln und so hatten wir einen schönen "Mädelsabend" mit leckerem Essen, gemeinsamen Schwitzen und netten Gesprächen.

Sonntag, 23. Oktober 2011

Die Entwicklungsbiologie-Konferenz...

... im finnischen Outback gestern und heute war sehr nett. Das ganze findet jedes Jahr in Hyytiälä, der Waldforschungsstation der Universität von Helsinki, statt. Hyytiälä liegt 220 km nordöstlich von Turku an einem See im Wald. Hier mal zwei über das Anwesen von googlemaps (wenn man drauf klickt, kann man sie sich auch noch größer zeigen lassen):

 Die Lage - im Wand eben :)
Ein kleiner Übersichtsplan.

Los ging es am Freitag morgen um 8:00 Uhr an der Universität, ich habe noch schnell mein Poster vom Büro geholt und dann zusammen mit Ida, einer anderen Doktorandin, auf Matti, unseren Professor, gewartet. Gemeinsam haben wir dann noch Petra, die Dozentin, die Idas Doktorarbeit betreut zuhause abgeholt, da sie in einem Vorort wohnt der sowieso auf dem Weg lag. Dann ging es hauptsächlich über Landstraße nach Tampere und von dort weiter nach Hyytiälä. Unterwegs gab es eine Frühstückspause am Rasthof. Am Ziel angekommen, war außer uns noch niemand da. Tja, so ist das, wenn man viereinhalb Stunden Zeit für 220 km Fahrt einplant. Selbst mit der Pause und den Tempolimits auf finnischen Landstraßen und Autobahnen war klar, dass wir frühzeitig ankommen werden ;-). Also haben wir unsere Zimmer zunächst unter die Lupe genommen, Ida und ich haben uns einen Raum geteilt, Petra sollte ein paar Zimmer weiter mit jemandem aus Oulu untergebracht werden. Später stellte sich jedoch heraus, dass das Zimmer neben Ida und mir noch unbesetzt war und Petras "Mitbewohnerin" einen recht großen Hund dabei hatte. Somit zog sie dann in den Raum neben uns - alle Turkuer vereint in einem Wohnbereich. Matti als Professor war natürlich in einem etwas komfortableren Bereich untergebracht... Da wir selbst nach dem Beziehen und Besichtigen der Zimmer noch massig Zeit hatten, haben wir uns die Umgebung ein wenig genauer angesehen und zum Beispiel die Lage der Sauna-Häuser erkundet. Immerhin war es total sonniges Wetter und die Natur war wirklich schön. Als wir wieder zurück kamen von unserem Spaziergang, war der Bus aus Helsinki und Oulu bereits eingetroffen und das Mittagessen stand bereit. Anschließend ging es los mit den ersten Vorträgen. Danach hatten wir eineinhalb Stunden Pause zum Kaffee trinken, Fußball spielen, Wandern/Spazieren oder den netten Vertriebsleuten von Sigma, einem Hersteller von Laborchemikalien, ein wenig Info- und Werbematerial abzuschwatzen. Immerhin haben sie die Konferenz zum großen Teil gesponsort und wollen dafür natürlich auch etwas verkaufen ;-). Wir haben uns für Kaffee und nochmal durch die Wälder laufen entschieden.

 Das große Sauna-Haus am See...

 ... der seeeehr lang war ...

 ... und direkt am Waldrand lag.

Nach der langen Pause gab es weitere Vorträge und dann endlich meine Chance, mein Poster vorzustellen, eine Stunde Poster-Session. Geplant waren eigentlich eineinhalb Stunden, doch die Vorträge haben ein bisschen länger gedauert. Und Matti, der Moderator der zweiten Vortragsrunde war, hat die Diskussionen recht lange laufen lassen. Vermutlich, weil er selbst vor dem ersten Vortrag noch ein paar Sachen vorgestellt hatte und dann nicht anderen Leuten die Zeit klauen wollte. Als Matti sich mein Poster angesehen hat - er hatte es vorher nicht zu Gesicht bekommen - hat er zum ersten mal ein paar genauere Ideen angesprochen, was ich noch untersuchen sollte und wie die Arbeit so im groben verlaufen könnte. Auch wenn das vor allem viel neue Arbeit bedeutet, fand ich das Gespräch sehr gut. Denn bisher hatte ich das Gefühl, dass ihm die Versuche meiner Arbeitsgruppe relativ wenig interessierten. Andererseits ist er ständig unterwegs und koordiniert so viele Dinge, dass er für die einzelnen Projekte einfach nicht so viel Zeit aufbringen kann. Zur Erholung nach der Poster-Session ging es dann in die Sauna, wie in Finnland v.a. bei solchen Events üblich nach  Geschlechtern getrennt... und unbekleidet. Insgesamt gab es auf dem Gelände drei Saunen, eine im Hauptgebäude in der auch der Essensraum war und zwei getrennte Sauna-Häuser am See, die große und die kleine Sauna. Im großen Sauna-Haus, wo wir Frauen schwitzen durften, gab es einen Umkleide-Vorraum, in dem auch Bier und Cider bereit standen (allerdings keine alkoholfreien Getränke...), vier Duschen und die große Sauna. Das kleine Saunahaus (an diesem Abend die Männer-Sauna) verfügt angeblich nicht über Duschen. Wassereimer stehen aber dennoch bereit. Und man hat ja den See. Das mit dem See ist leider kein Scherz, mir wurde schon auf der Hinfahrt prophezeit, dass ich das unbedingt probieren solle. Raus aus der Sauna und rein ins Wasser. Das klingt sicherlich verlockend im Sommer - wenn das Wasser um die 20°C hat. Aber im Herbst?! Ich war ja immer noch skeptisch... Die Sauna hatte angenehm-feuchte 96 °C auf der obersten Sitzbank.
Generell gilt, je weiter oben man sitzt, desto wärmer ist der Spaß. Der Sauna-Ofen war wohl von einer etwas älteren Sorte, er war sehr groß und wird einmal tagsüber mit Feuer angeheizt und hält dann mehrere Stunden die Wärme. Die neueren Sauna-Öfen sind häufig elektrisch. Dabei werden dann Steine über eine Heizspirale aufgewärmt, das heizt natürlich schneller auf, hält die Wärme allerdings auch nicht so lange.
Da saß ich also mit Ida auf der obersten Bank, bei unglaublich warmen 96 °C und musste mir die Ratschläge anhören, wie man sich am besten überwindet, in den See zu springen. Als wir schon eine Weile dort saßen und bereits überlegten, wie lange wir es noch aushalten, bevor wir uns abkühlen wollten, kam auch Petra in die Sauna. Sie wollte wissen, ob ich mich trauen würde, in den See zu gehen. Denn wenn, dann müsste sie als Finnin ja mithalten. Das, ein gewisser Gruppenzwang und der Gedanke, dass ich so etwas wohl schon ausprobieren sollte, wenn ich hier für mehrere Jahre lebe, hat tatsächlich dazu geführt, dass ich mir nach der Sauna so schnell wie möglich den Badeanzug angezogen habe und mit Ida den Steg zum See runtergelaufen bin - dabei habe ich mir selbst immer wieder gesagt, dass die Finnen das schließlich alle machen und noch leben, so dass auch ich das überleben werde (hoffentlich...). Auf der ersten Stufe der Metall-Leiter habe ich mich nur noch gefragt, was ich hier eigentlich mache und wollte schon wieder hoch gehen. Immerhin war allein die Metallstufe schon sehr kalt, auch die Außentemperaturen bei Wolkenfreiem Himmel fühlten sich nicht gerade warm an. Dennoch hab ich die zweite Stufe genommen und mich dann ohne Nachzudenken von der Leiter weggedrückt. Ansonsten wäre ich wohl wieder hochgeklettert. So war ich bis zum Hals im Wasser und weit genug von der Leiter entfernt, dass ich ein paar Schwimmzüge machen musste. Die ersten drei Sekunden im Wasser war es einfach nur kalt. So kalt, dass es sich wie tausend kleine Nadelstiche auf der Haut angefühlt hat. die nächsten paar Sekunden bis zum Erreichen der Leiter fingen meine Finger und Zehen an, sich taub anzufühlen. Ich bin schnell wieder hochgeklettert, habe mich in mein Handtuch gewickelt und geflucht, wie kalt es ist während Ida ins Wasser gegangen ist. Das Schimpfen und Bibbern ging etwa 20 Sekunden, dann wurde mir auf einmal sehr warm. Wir standen immer noch draußen, feucht, nur im Badeanzug und dennoch war mir warm. Zurück im Sauna-Haus habe ich deshalb die Dusche vor der Sauna (die man immer nimmt, damit man 1. feucht ist, wenn man die Sauna betritt und 2. keinen alten Schweiß mit in die Sauna trägt der dann auf Dauer wohl den Geruch in der Sauna negativ beeinflussen würde) kalt eingestellt. Gut abgekühlt ging es dann erneut in den über 90 °C warmen Raum. Dort stellten sich dann langsam Glücksgefühle ein. Ich hatte überlebt, keine Finger oder Zehen waren blau angelaufen und ich hatte tatsächlich Lust, das ganze nochmal zu machen. Im Nachhinein betrachtet weiß ich nicht, wieso. Ich schieb es also auf den Endorphin-Ausschuss - böse Glückshormone... Insgesamt war ich somit drei Mal in der Sauna, zweimal im See und habe nach dem dritten mal richtig geduscht und mich fürs Abendessen fertig gemacht. Das Abendprogramm sah ein Essensbuffet und drei Gruppen-Spiele vor. Nach dem Pflicht-Teil gab es dann noch Getränke, Gespräche und die Möglichkeit zu tanzen. Wobei ich ehrlich sagen muss, dass ich keinen großen Wert darauf lege, Kollegen von mir im angetrunkenen Zustand zu fragwürdiger Musik tanzen zu sehen ;-). Eventuell hätte ich mehr trinken sollen. Allerdings waren für den nächsten Tag ja noch einige Vorträge geplant, sich betrinken war also keine so gute Option. Gegen Mitternacht haben Ida und ich uns somit das Bett aufgesucht. Das Samstags-Programm ähnelte im Großen und Ganzen dem Nachmittags-Programm vom Vortag. Erst gab es Essen - in diesem Fall Frühstück. Anschließend mehrere Vorträge, eine Kaffee-Pause, noch mehr Vorträge - darunter auch Idas Präsentation - und abschließend noch ein gemeinsames Mittagessen. Da das Wetter heute vormittag mit Nieselregen und kalten Temperaturen sowieso nicht zu Spaziergängen eingeladen hatte, war das Fehlen einer längeren Pause auch verkraftbar. Außerdem konnten wir so schon gegen 1:00 Uhr die Heimfahrt antreten.

Fazit des Wochenendes: Dadurch, dass insgesamt nur etwa 40 Teilnehmer da waren, war das Treffen nicht ganz so anonym und dadurch selbst als Neuling doch sehr angenehm. Außerdem habe ich nun den Punkt "Von der Sauna in eiskaltes Wasser hüpfen" abgehakt und es überlebt. Was heißt, dass ich es nun auch überleben werde, falls ich irgendwann im Winter zu einem Sauna-Besuch mit Eisloch-Schwimmen eingeladen werden sollte. Wobei ich nun nicht aktiv nach einer solchen Gelegenheit suchen würde. Trotz massivem Ausstoß von Glückshormonen überwiegen im Moment dann doch mein gesunder Menschenverstand und mein Überlebenstrieb. Und beide sagen mir, es ist nicht normal, seinem Körper einen schnellen Umgebungstemperatur-Wechsel von fast 100 °C anzutun. Obwohl diese Waldforschungsstation wirklich in der Pampa liegt und es Herbst ist, haben wir keine Elche gesehen :-(.

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Ich packe meinen Koffer...

... für die Konferenz in der finnischen Pampa, und nehme mit ...

Schlafanzug für die Nacht und Wäsche für den nächsten Tag, braucht man ja. Haarwäsche, Duschgel, Fön, Zahnputzzeug und Kontaktlinsenbehälter ist soweit auch logisch... Dazu kommt noch ein Badetuch und Badeanzug. Immerhin sind laut Programm zwei Stunden Sauna eingeplant und das Gebäude liegt an einem See. Ja, mir ist bewusst, dass es Mitte Oktober ist und ich in Finnland bin. Aber meine Kollegen planen tatsächlich, zwischen den Saunarunden im See schwimmen zu gehen. Ich friere schon beim bloßen Gedanken daran. Dennoch werde ich die Sachen mal mitnehmen. Lieber da haben und nicht brauchen, als brauchen und nicht bei sich haben... Ob ich den Laptop mitnehme, entscheide ich wohl erst morgen früh, spontan. Immerhin sieht der Zeitplan recht vollgepackt aus und ich bin mir nicht sicher, dass ich Zeit für den PC und somit für das Tagebuch finden werde. Andererseits ist es immer angenehm, den Rechner dabei zu haben. 

Der heutige Tag war eher unspannend, ein bisschen Computer-Arbeit, etwas Laborbuch schreiben und dann am Nachmittag Janne bei seinen Versuchen assistieren und dabei noch was lernen. Für das nächste Teammeeting Dienstag muss ich mir noch etwas einfallen lassen. Neue Ergebnisse habe ich kaum, die meiste Zeit ging seit letztem Dienstag für das Poster und Vorlesungen drauf. Dann war Jukka noch einen Tag da... und schon sind die zwei Wochen auch schon wieder rum. Das Treffen einmal im Monat abzuhalten, würde vermutlich auch reichen ;-).

Ich finde, es ist mal wieder Zeit für ein Stromkasten-Bild. Allein schon wegen der Ungewissheit, ob ich morgen etwas berichten werde oder nicht...

Da wohnt jemand drin, immerhin hat der Stromkasten Fenster :-)

Mittwoch, 19. Oktober 2011

Der Poster-Krimi...

... wäre ein passender Titel für den heutigen Tag. Zugegeben, ich hätte vielleicht vorgestern gleich nachfragen sollen, wie das eigentlich mit dem Drucken des Posters ist. Da habe ich zum ersten Mal daran gedacht, aber nicht sofort gefragt und es dann wieder vergessen. Da wir Freitag um 8:00 Uhr morgens zur Konferenz aufbrechen, sollte das Poster bis Donnerstag abend fertig sein. Ich dachte, wenn ich bei der Abteilung die so etwas druckt vorab anmelde, dass ich am Donnerstag nachmittag etwas zum Drucken habe, wird das schon gut gehen. Meine Kollegen dagegen meinten, dass ich das ganze am besten bis heute Abend fertig haben solle, damit zum Drucken genug Zeit bleibt. Also habe ich heute mittag versucht, den Drucker anzurufen - aber niemand ging ran. Während ich schon die letzten Layout-Veränderungen vorgenommen habe, habe ich immer mal versucht, den Drucker zu erreichen. Und ich habe auf Jukkas Reaktion gewartet, immerhin ist er mein Betreuer und hatte den Posterentwurf zwar gesehen, aber die Texte bisher nur überflogen... Zeitgleich habe ich meinem zweiten Betreuer, Fuping, die aktuellste Poster-Version gegeben und gebeten, dass er noch einmal drüber liest, da ich Jukka nicht erreiche. Gegen halb drei war ich genervt von der Tatsache, dass ich beim Druck niemanden erreiche und bin dort persönlich aufgeschlagen. Was wirklich gut war, denn der Mann erzählte mir, dass er am Donnerstag im Urlaub ist. Wenn ich etwas bis Freitag früh bräuchte, müsse es heute noch gedruckt werden. PANIK! Keine Antwort von Jukka, bisher nur eine Person die die Texte korrektur gelesen hat und das soll noch am selben Tag gedruckt werden?! Bis 15:15 Uhr hatte er mir Zeit gegeben, ihm die fertige Version per eMail zuzuschicken. Dann könne ich es 15:45 Uhr abholen. Anderenfalls gäbe es noch eine Firma namens "Unidruck", die eventuell am Donnerstag drucken könnte. Da Pirjo, die Lektorin/Koordinatorin, die mir die Kontaktdaten dieser "Druckerei" gegeben hatte, das Gebäude schon am Mittag verlassen hatte und nicht mehr erreichbar war, konnte ich diese Option allerdings mit niemandem absprechen. Und ich hatte nur die Genehmigung, dort zu drucken - der Spaß muss ja schließlich auch bezahlt werden. Also bin ich zurück in mein Büro. Noch 25 Minuten. Zum Glück hatte Fuping bereits das Poster durchgelesen, einen Satz eingefügt - der kurz genug war mein Layout nicht zu stören - und zwei Anmerkungen, was ich beim nächsten Mal anders machen könne. Insgesamt sei das aber gut und ich könne es in Druck geben. 15 Minuten noch. Nachdem ich die Änderung übernommen hatte, habe ich noch eine Kollegin die bei mir im Raum saß gefragt, ob sie auch noch einen Blick darauf werfen könne, da ich Rechtschreibfehler vermeiden wollte und erfahrungsgemäß immer etwas übersehen wird. Je mehr Leute es also lesen, desto besser. Mir fiel auch prompt noch ein kleiner Fehler auf, ihr noch ein Ausdruck den ich in etwas Wissenschaftlicheres ändern sollte... und schon waren es nur noch 10 Minuten. Also Datei in pdf-Format umwandeln, damit es auch beim Druck zu dargestellt wird wie geplant, dann nochmal kontrollieren, dass alles aussieht wie es soll. Und 5 Minuten vor Ablauf der Frist um 15:15 Uhr ging die eMail an den Drucker raus :-) - leider ohne Jukkas Kommentare. Aber besser ein Poster ohne seine Anregungen als kein Poster. Viertel vor 4 habe ich mein "Meisterwerk" dann abgeholt, ausgedruckt auf Din A0-Format sieht es echt schön aus. Vor allem auf dem Hochglanz-Papier... Das hat fast für den Stress der vergangenen Stunden entschädigt. Dennoch sollte ich langsam anfangen, mehr Zeit einzuplanen. Hätte ich den Drucker weiterhin nicht erreicht und wäre nicht vorbei gegangen, wäre das morgen eventuell schlecht ausgegangen... Und Jukka muss ich einfach auch etwas mehr Zeit einräumen. In Zukunft.

Aber ein gutes hat der Stress des heutigen Tages. Ich konnte endlich mal wieder früh Feierabend machen, und auch wenn ich noch einiges Zuhause zu tun hätte und es mir auch an Arbeit nicht mangelt, so genieß ich heute dennoch einfach den Abend und werde mal wieder früh ins Bett gehen. Richtig früh. 

Morgen geht es dann erst einmal los mit Finnischunterricht, danach muss ich endlich meine Versuche für die kommende Zeit durchplanen und am Nachmittag helfe ich Janne mit seinen Versuchen. Nicht ganz uneigennützig, denn dann lerne ich dabei hoffentlich, wie man das macht und brauche später nicht so viel Hilfe, falls ich selbst irgendwann ähnliche Methoden verwenden muss. Außerdem ist es immer spaßiger, gemeinsam im Labor zu werkeln als allein.

Dienstag, 18. Oktober 2011

Gestern Abend war ich...

... zu gefesselt von meinem Poster. Ich hab so viel daran rumgebastelt, dass ich vollkommen vergessen habe, hier zu schreiben. Beim Abendbrot hatte ich mir schon den Text überlegt und wollte dann nur noch "schnell" was am Poster ändern. Und schon ist der Text und alles andere um mich herum in Vergessenheit geraten. Eigentlich wollte ich gestern tagsüber auf Arbeit das Poster weiter bearbeiten, doch dann fiel mir auf, dass der Bildgebungskurs am Montag und nicht am Mittwoch stattfindet, wie es bisher in meinem Kalender stand. Dank der intensiven Beschäftigung am Abend habe ich es dennoch soweit fertig gestellt, wie ich es für gestern geplant hatte. 

Den heutigen Tag habe ich erst einmal mit einem kleinen Fahrradsturz begonnen... Im Moment wird die Seitenstraße am Klinikum gebaut, an der der Eingang zu meiner Arbeit liegt. Mit dem Fahrrad kann man die Baustelle aber über den Fußweg umfahren. Zumindest, wenn die Bauarbeiter ihre Autos günstig parken. Das war heute morgen leider nicht der Fall, der Abstand zwischen Auto und Bauabsperrung hätte nicht einmal zum schieben des Rades gereicht. Da man sich aber von schräg hinten dieser Engstelle nähert, kann man das erst sehr spät abschätzen. Also wollte ich wenden und an einer anderen Stelle die Baustelle umfahren. Ich weiß nicht wieso, aber auf einmal ließ sich mein Lenker nicht mehr bewegen. ich glaube, irgendwas blieb im Bauzaun oder in einer der Straßenschilder-Stangen hängen... und ich fiel vom Fahrrad. Aber außer ein paar kleinen Kratzern am Fahrrad, einem blauen Fleck am Knie und einer schmutzigen Jeans und Jacke ist glücklicher Weise nichts passiert. Dennoch werde ich die Stelle morgen lieber gleich weiträumig umfahren :).

Mein Poster ist mittlerweile fast fertig. Zumindest, solange meine Betreuer damit auch zufrieden sind. Freitag früh geht es dann zusammen mit dem Professor, einer Dozentin und einer weiteren Doktorandin auf das Entwicklungsbiologen-Meeting ins finnische "Outback". Vermutlich ist das für Finnland noch Zivilisation, das unberührte Niemandsland mit einem Wohlfühl-Abstand von 100 km zum nächsten Nachbarn findet man ja erst in Lappland. Auf dem Meeting wird das Poster dann präsentiert. Und ab nächster Woche kann ich dann die nächsten Punkte abarbeiten - Bericht für den Bildgebungskurs schreiben zum Beispiel...

Montag, 17. Oktober 2011

Mein Computer mag mich nicht ...

... zumindest hängt er sich seit neuestem gerne mal auf. Ich glaube, ich muss in den nächsten Tagen mal daran rumdoktoren :-(. Wenn das Poster fertig ist. Jaja, das Poster, es fängt schon an, mir den letzten Nerv zu rauben. Dabei ist es noch nicht einmal halb fertig... Deshalb gibt es auch nur ein kurzes "ich lebe noch" und ein neues Stromkasten-Foto:

Diffuse Kunst - sieht in etwa so unfertig aus, wie mein Poster. :)

Sonntag, 16. Oktober 2011

Ein DVD-Abend mit Couchsurfern...

... war das Highlight meines heutigen Tages. Mal davon abgesehen, dass mein Bruder mich via Facebook mit Jena-Fotos versorgt hat :-). Ich habe heute endlich mal wieder ausgeschlafen, in Ruhe gefrühstückt, geduscht und wollte dann mit dem Poster anfangen. Allerdings war ich heute nicht sehr kreativ... oder anders ausgedrückt, ich habe mich mit allem möglichen abgelenkt :-( um die Zeit bis zum Filmabend totzuschlagen. Morgen ist der Zeitdruck dann hoffentlich groß genug, um richtig was zustande zu bringen.

Der DVD-Abend begann um fünf. Allerdings waren zu der Zeit noch nicht viele Leute da... es füllte sich dann ab 18:00 Uhr und nachdem wir mit reden und youtube-Videos anschauen einige Zeit totgeschlagen haben, wurde gegen 19:00 Uhr der erste Film gestartet - "Into the wild". Ein Spielfilm über das Leben eines Aussteigers, der nach dem Studium seine Ersparnisse spendet und durch die USA reist... Ich hatte mich vorher nicht über den Film informiert und keinen so tiefgründigen Film erwartet, aber ich fand ihn wirklich schön. Der zweite Film des Abends war "Tron_ Legacy", ein Science-Fiction-Film über ein Computerspiel. Ziemlich sinnlose Handlung, aber die Grafik des Films ist genial. Laut Wikipedia gibt es den Film auch in 3D, aber es wäre wohl zu viel des Guten, einen DVD-Abend mit 3D-Fernsehr und ausreichend vielen 3D-Brillen auszurichten *g*. Insgesamt fanden diesen Film alle ziemlich inhaltslos. Man könnte sich nun fragen, warum dann jemand diesen Film auf DVD hat ;-) Weil man wohl schnell betrunken wird, wenn man jedes Mal was trinkt, sobald etwas unrealistisch oder unlogisch ist.

Nach den Filmen haben wir uns noch mehr unterhalten, noch ein paar Videos auf youtube angesehen und kurz vor 1:00 Uhr wollten einige Leute dann noch in einen Club gehen. Da ich allerdings morgen das Poster machen muss, habe ich mich verabschiedet und auf den Heimweg begeben. Wer weiß, wann ich sonst ins Bett gekommen wäre - wird ja so schon etwas später.

Freitag, 14. Oktober 2011

Der Reflektor-Tick...

... der Finnen ist schon seltsam. Kaum einer nutzt Fahrradlampen in der Dämmerung/Dunkelheit - vermutlich haben sie sich einfach noch nicht wieder daran gewöhnt, dass es spät hell und früh dunkel wird - aber jeder hat mindestens einen Reflektor an der Jacke oder Tasche. Ob die Leute wissen, dass Reflektoren nur gesehen werden, wenn sie von einer Lichtquelle angestrahlt werden... also wenn andere Radfahrer mit Lampe unterwegs sind?! Wie dem auch sei, man kann fast meinen, Finnen hätten einen leichten Reflektor-Tick. Da gibt es Plüschbären mit reflektierendem Stoff, silberne Reflektoren in Bärenkopf-Design und rosane Reflektorbärchen. Letztere befinden sich nicht nur an den Jacken kleiner Mädchen sondern gerne auch mal an der Aktentasche eines erwachsenen Mannes. Aber auch wenn Bären bisher das Reflektor-Design dominieren, so sind der Fantasie in Form und Farbe der Reflektoren kaum Grenzen gesetzt. Es gibt Simpsons- und Muumin-Figuren, Blumen, Schmetterlinge, usw. Da will man natürlich als Außenseiter da stehen, ohne extra-Reflektoren an der Kleidung. Ist ja nicht so, als hätten viele Winter- und Regenjacken nicht von Haus aus Reflektorstreifen ;-). Also habe ich mir heute mal einen Reflektor geleistet - da sieht man mal, was zu lange Wartezeiten an der Kasse anrichten können. 

 ein blauer Gecko. Der wohnt nun an meinem blau-schwarz-grauen Rucksack und schützt mich auch als Fußgänger - sofern die "Gefahr" eine Lampe nutzt ;-)

Etwas, das ich aber fast noch interessanter finde als diesen Reflektorwahn, findet sich auf der Rückseite der Packung. Finnen mögen finnische Produkte. So sehr, dass es schwerer ist, spanische Import-Gurken zu kaufen, als Gurken aus finnischer Eigenproduktion... Und alle finnischen Waren sind mit einem Schlüssel gekennzeichnet, bei dem die finnische Flagge den Schlüsselbart darstellt.

Das "made in Finland"-Zeichen.

Der Arbeitstag heute war normal, mein grundsätzliches Posterdesign kam ganz gut an und mein Wochenende werde ich wohl hauptsächlich damit verbringen, das Poster nun mit Inhalten zu füllen.

Donnerstag, 13. Oktober 2011

Arbeit über Arbeit...

... über Arbeit hat mir Jukkas kurzer Besuch in der Stadt heute gebracht. Ich hatte mir ja eigentlich die Klärung einiger Fragen erhofft. Aber dafür war nicht genug Zeit - das wird dann nächste Woche per Skype mal nachgeholt. Immerhin darf ich nun auf der Konferenz nächste Woche doch ein Poster präsentieren und keinen Vortrag halten. Was genau da nun drauf soll, weil ich aber weriterhin nicht ;-). Und ich habe auf der ToDo-Liste so viele Dinge stehen, dass bis zum Jahresende keine Langeweile aufkommen wird.

Viel Arbeit bedeutet im Umkehrschluss auch, weniger Zeit außerhalb der Arbeit etwas zu erleben :-(. Damit der Blog dennoch nicht zu eintönig wird, hol ich mal wieder etwas aus meinem Bilderarchiv hervor. 

Schneebild auf einem Stromkasten.

Überall in der Stadt kann man verzierte Stromkästen finden :-) Die nächste Zeit werde ich euch immer wieder mal einen dieser Stromkästen hier präsentieren. Den Anfang macht dieser Kasten am Marktplatz - verziert mit einem Schwarz-Weiß-Foto von Kindern, die im Schnee spielen... Mal abwarten, wie das im Winter dann wirklich aussieht in der Stadt.




Mittwoch, 12. Oktober 2011

Das Studentenleben ...

... ändert sich irgendwie nie. Da gibt es in dem Bildgebungskurs doch tatsächlich jemanden, der schon einen Doktor in Zahnmedizin hat, nun (aus welchem seltsamen Grund auch immer) den Masterkurs in Bioimaging macht und selbst nach so vielen Studienjahren noch hofft, dass andere seine Arbeit macht. Da mit seinen Ausgangsbildern keine sinnvolle Auswertung möglich ist und somit keine Ergebnisse berechnet werden können, soll er nun die gleichen Bilder verwenden, wie ich. Warum gerade "meine" Bilder? Weil ich für die Institution arbeite, die den Kurs organisiert - man hat mich also am besten unter Kontrolle. Und trotz dessen fragt mich dieser fertig ausgebildete Zahnarzt, ob ich ihm die fertigen Daten zusenden könne... Den ärger für gleiche Daten dürfte ich mir dann aber wohl zuerst abholen. Ich hätte wohl auch diesmal nicht die Hoffnung haben sollen, dass die Leute sich irgendwann im Laufe des Alters ändern ;-).

Wie dem auch sei, eigentlich war der heutige Tag sehr schön. Am Morgen hab ich erst einmal meinen Versuch gestartet, dann den morgigen Tag etwas geplant, dazu noch mit zwei Kollegen gesprochen und einen davon, Janne, gleich mal wegen dem Konzert gefragt. Die Karten scheint es in Turku nur an der Abendkasse zu geben... Beim Mittag essen habe ich dann wieder die beiden Austauschstudenten aus Indien und Frankreich getroffen und am Nachmittag hat Nina, die Kollegin, die neben mir sitzt noch ein wenig Finnisch mit mir geübt. Oder besser gesagt meine Hausaufgaben mit mir durchgesprochen, da ich nicht sicher war, ob das alles soweit richtig ist. Bei Finnen klingt das immer so einfach. Ich weiß nicht, wie die das schaffen, solche Worte auszusprechen...

Am Abend wurde dann nochmal Finnisch gelernt, abgewaschen und ein wenig Ordnung gemacht. Jeden Tag ein bisschen, dann ist es schön hier, wenn meine Eltern Ende des Monats kommen :)

Dienstag, 11. Oktober 2011

Die Entscheidungsfreudigkeit ...

... von Chefs ist doch immer wieder schön ;-). Erst sollte ich zu zwei Konferenzen und nur zuhören. Dann nur zu einer Konferenz und einen Vortrag halten. Dann nur zu einer Konferenz und ein Poster machen... Das war soweit der feste Stand, damit hatte ich mich sozusagen abgefunden. Nun sind noch zwei "Zeitslots" im Zeitplan frei, so dass ich einen Vortrag halten könnte. In Rücksprache mit dem Professor meinte er, dass ich entweder ein Poster oder ein Vortrag machen könne, was beides Vor- und Nachteile hat. Da ich aber bisher nicht so viele Ergebnisse habe, um 20 Minuten darüber zu reden, hatten wir uns auf ein Poster geeinigt. Nun meint Jukka, mein direkter Betreuer, dass ich doch den Vortrag halten könne, wenn es schon die Möglichkeit dazu gibt %-). Also muss ich morgen noch einmal mit dem Professor reden...

Immerhin ist Jukka am Donnerstag wieder in der Stadt und dann kann ich mit ihm nochmal genauer planen, was ich dort präsentieren soll. Und welche Ergebnisse wir dafür bis dahin unbedingt benötigen. Mittlerweile ist mein Fragenkatalog so lang, dass ich befürchte, erneut am Wochenende auf Arbeit kommen zu müssen um alles zu klären. Aber dann habe ich erst einmal wieder genug Arbeit für die kommenden Wochen. Hat doch also auch was Positives - zumindest arbeitstechnisch wird es nicht langweilig.

Dafür Freizeit-/Unternehmungstechnisch, die Zeit viel zu unternehmen fehlt im Moment. Aber ich habe heute mal wieder die Internetseite einer meiner Lieblingsbands angeschaut, Poets of the Fall - einer finnischen Band... Mein bisheriger Stand war, dass die Gruppe dieses Jahr keine Auftritte mehr hat. Und was sehen meine Augen da heute?! Neue Tournee-Daten für dieses Jahr! Am Samstag, den 3.12. spielen sie in Turku :-) Na wenn das kein Grund zur Freude ist!! Allerdings komm ich mit der Kartenbestellung nicht weiter, alles auf Finnisch und Turku ist die einzige Stadt ohne Preisangaben. Vielleicht gibt es hier ja lediglich eine Abendkasse?! Ich werde es auf jeden Fall genauer rausfinden *juhuuu*.


Jetzt hätte ich doch beinahe vergessen...

... heute zu schreiben. Und das alles, weil ich für morgen noch eine kurze Präsentation ausarbeiten musste. Über meine bisherigen Versuche und Ergebnisse und über die Pläne für die Zukunft. Eigentlich dachte ich, ich könnte das heute Nachmittag auf Arbeit machen. Aber der Nachmittag wurde komplett ausgereizt von einem Dozenten, der uns die Auswertung von CT (Computertomographie) und PET (Positronen-Emissions-Tomographie) genauer erklärt hat. Mir blieb dann noch eine halbe Stunde um Mittagessen zu gehen - so spät, dass die Mensa bereits kein warmes Essen mehr anbot. Und auch die belegten Brötchen und Salate waren schon ausverkauft. Es gab noch Kuchen und irgendetwas seltsames, das aussah wie zwei Wienerwürstchen im Brötchen. Nur entpuppte sich das Brötchen als eine Art herzhafter, mit Gehacktes und Reis gefüllter Pfannkuchen/Krapfen/Berliner, der aufgeschnitten wurde um zwei Wiener reinzulegen... Ich muss ja sagen, die Idee, Krapfenteig mit Gehacktes zu füllen, ist schon ein wenig eklig. Aber ich habe es zu spät gesehen und irgendetwas musste ich zum Mittag essen. Dann hatte ich noch 10 Minuten, um zumindest den als Hausaufgabe aufgegebenen Text im Finnischbuch zu überfliegen, bevor ich zum Finnischunterricht gegangen bin. Ich kann nun also sagen, woher ich komme und welche Sprachen ich spreche. Und die ersten Grammatikregeln haben wir heute auch gelernt. Zum Glück, denn bisher lesen wir Texte, bei denen wir dann ganze Halbsätze so auswendig lernen stehenden Begriff. Aber nur mit Floskeln kommt man auf Dauer meiner Meinung nach in keiner Sprache weit.

Nach dem Finnischunterricht ging es dann heimwärts, essbares Abendbrot zubereiten und an der Präsentation basteln. Die nächsten Wochen werden die Abende nicht wesentlich anders aussehen :-(. Für eine Konferenz Ende des Monats muss ich ein Poster ausarbeiten und für diesen Bildgebungskurs (für den auch die CT- und PET-Scans gemacht wurden) müssen alle Teilnehmer bis Anfang nächsten Monats einen Bericht schreiben. Und dann kommen meine Eltern ja noch Ende des Monats und bis dahin sollte die Wohnung endlich präsentierbar werden :-). Viel zu tun also in den kommenden Tagen und Wochen.

Sonntag, 9. Oktober 2011

Einen Tag Ruhe...

... hat sich mein Körper heute gegönnt. Ich hätte eigentlich arbeiten und ein wenig Ordnung machen wollen. Statt dessen habe ich kurz nach dem Aufstehen Kopfschmerzen und eine Art Schüttelfrost bekommen. Ich habe mich dann nach einem späten Frühstück wieder hingelegt und weiter geschlafen. Am Abend ging es mir schon wieder deutlich besser. Ich hoffe nur, das war ein kurzer Tages-Infekt und nicht der Vorbote einer Erkältung oder Grippe :-(. Leider habe ich auch meine Finnisch-Lausaufgaben heute nicht geschafft. Dann muss ich mir morgen etwas Arbeitszeit dafür abzweigen.

Samstag, 8. Oktober 2011

Starwars...

... interessiert mich ja eigentlich nicht sonderlich. Dennoch hatte ich vor ein paar Wochen mit Renato ausgemacht, dass wir uns Starwars uncut anschauen, wenn es in Turku stattfindet, einfach, weil ich das Konzept interessant fand. Starwars uncut ist der erste Starwars-Film (also Episode IV) nachgespielt/gezeichnet/animiert von Fans und dann die verschiedensten Fanvideos wieder zum gesamten Film zusammengeschnitten. Und die Leute waren echt kreativ. Es wurde nicht nur geschauspielert und am Computer animiert. Es waren auch gezeichnete Filmversionen dabei, Legofiguren oder Socken mit aufgenähten Augen und Haaren oder Knetmännchen. Selbst wenn man Starwars an sich nicht mag, durch die verschiedenen Ideen und einen gelungenen Schnitt wurde es immer wieder lustig. 
Da die englischen Informationen im Internet recht mager waren, wussten wir nur, dass der Einlass um 14:oo Uhr beginnt und die ersten 1000 Leute reindürfen. Der ganze Spaß war kostenlos. Dort dann angekommen haben wir erfahren, dass der Film selbst erst um 18:30 beginnt. Also haben wir uns den Veranstaltungsort - Logomo, dieser umgebaute Lokschuppen - genauer angesehen. In einem anderen Teil des Gebäudes findet momentan eine Fußballausstellung statt. Mit iPads und xBox Kinec zum Spielen und einer Liegefläche aus vielen Sitzsäcken mit Bildschirminstallation an der Decke. Da zu der Zeit, in der wir da waren, irgendwie kaum andere Menschen sich dorthin verirrt hatten, haben wir die Kinec-Steuerung der xBox-Spielekonsole mal ein bisschen länger ausprobieren können. Kinect ermöglicht es, die Spiele komplett ohne irgendwelche Controller in der Hand zu steuern. Durch ein Kamerasystem werden die Bewegungen des gesamten Körpers erkannt und auf die Spielfigur übertragen. Somit konnten wir Fußball spielen (da ich am Gewinnen war, hat Renato abgebrochen :D), Tischtennis (da hab ich verloren. unglaublich...), Boxen (Sieg meinerseits durch KO) und Leichtathletik, also Rennen, Speerwerfen, Weitsprung... spielen. Das Ganze hat echt Spaß gemacht. Schon verrückt, wie sich die Technik in den letzten 20 Jahren entwickelt hat.Nach dem spielen und etwas ausruhen auf den Sitzsäcken haben wir uns wieder auf den Weg zum Starwars-Teil begeben. Dort wurden vorab kurze Animationsfilme gezeigt und anschließend ein "kritischer Film" über Copyright und Raubkopien gezeigt. Der Film passte recht gut zum Starwars uncut-Projekt, da die Rechte für die Starwars-Dialoge sicherlich bei einer Filmfirma liegen werden. Da kann man schon darüber streiten, ob man so etwas nachfilmen, neu zusammenschneiden und vorführen darf.

Der Starwars-Party-DJ

Im Anschluss an den Starwars-Film ging dann noch eine Starwars-Party los. Allerdings hatten wir beide nicht geplant, so lange unterwegs zu sein. Wir dachten ja, wenn der Einlass um 14:00 Uhr ist, geht der Film spätestens um 15:30 Uhr los... Also haben wir uns nur kurz die Musik angehört und sind dann durch die kalte Nacht zurück in die Stadt geradelt. Obwohl mein Heimweg mit 7-8 Minuten auf dem Rad relativ kurz war, haben mir meine Fingerspitzen das ganze etwas übel genommen und fühlten sich danach eine Weile taub an. Ich sollte meine Radhandschuhe suchen, denn langsam wird es kalt in Turku...

Freitag, 7. Oktober 2011

Der Start ins Wochenende...

... verlief heute sehr spät. Eigentlich wollte ich gegen 16 Uhr von Arbeit weg, da sich draußen schon ein Unwetter ankündigte. Dunkle Wolken, Wind, fliegende Blätter. Aber als ich meinen PC ausgeschaltet, Arbeit für zuhause eingepackt und meine Jacke geholt hatte, ging der Wolkenbruch schon los. Also habe ich den Rechner wieder gestartet und mein Laborbuch brav ausgefüllt, bis der Regen etwa eineinhalb Stunden später vorbei war. Ich habe zwar die gelbe Regenhose, aber ich hatte ja genug zu tun, so dass ich die Zeit auch im Büro überbrücken konnte statt durch den Regen zu fahren...

Endlich zuhause angekommen, habe ich erst einmal ein wenig aufgeräumt, Wäsche gewaschen und mich dann aufs Sofa gelegt und am Laptop gearbeitet und mit Freunden gechattet. Leider habe ich die letzten Tage so viele Seminare gehabt, dass ich nicht alle geplanten Versuche fertig stellen konnte. Also muss ich wohl morgen oder am Sonntag nochmal auf Arbeit. Denn am Dienstag morgen erwartet mein Professor eine Präsentation mit aktuellen Daten und den Planungen für die nächsten Wochen und Monate. Danach legt sich der Stress hoffentlich wieder ein wenig :-). Morgen steht neben Arbeiten auch mal Wohnung richtig einräumen an. Die vielen Umzugskisten hier werden langsam nervig.

Donnerstag, 6. Oktober 2011

Und wieder nur Arbeiten...

... und Vorlesungen besuchen. Die Woche ist wirklich unspannend. Eigentlich wollte ich heute Abend zur Abwechslung mal zu einem Couchsurfing-Treffen. Aber ich hatte dann doch noch zu viel zu tun und war einfach zu erledigt vom Tag. Nichtmal meine Finnischstunde konnte ich heute Morgen besuchen, da eine andere Veranstaltung wichtiger war :(.

 Da es immer noch nichts Interessantes zu berichten gibt, hol ich einfach mal was aus meinem Bildervorrat :-). An einigen Orten in der Stadt sind lustige Schilder aufgestellt. 

 Ein schlafendes Auto am Marktplatz.

 Vom Winde umweht, in der Nähe eines Parks.

 Ein Comic zum Kunstmuseum, in dem Park am entsprechenden Museum. Leider auf Finnisch :(

Und ein weiterer Comic irgendwo hinter dem Unicampus. Leider auch in einer (für mich noch) unverständlichen Sprache.

Vielleicht bringt das ja ein bisschen Farbe in meinen Alltag (und in euren Lesealltag).

Mittwoch, 5. Oktober 2011

Finnische Gentechnikgesetze...

... sind irgendwie auch nicht anders, als die deutschen Gesetze dazu. Es gibt eine regulierende Behörde die ab und an kontrollieren kommt, man darf die Bakterien nicht einfach in den Abfluss schütten, das übliche eben. Aber gut - nun gab es endlich meine Sicherheitsbelehrung. Also darf ich nun offiziell im Labor rumwerkeln. Aber an diesen Regeln stört sich ja weder in Deutschland, noch in Finnland wirklich jemand. Die Einweisung hat so lange auf sich warten lassen, weil die zuständige Person noch das Eintreffen zweier Austauschstudenten abwarten wollte, um sich die Arbeit nur einmal machen zu müssen. Seit kurzem gibt es hier nämlich noch indische und französische Verstärkung für 1,5 Jahre bzw. 6 Monate. Beim Mittagessen zwischen zwei Kursen habe ich die Beiden heute wiedergetroffen und mich nett mit ihnen unterhalten. Endlich mal Menschen, denen man nicht aufzwingen muss, englisch zu reden :-) (auch wenn es manchen nicht so viel ausmacht). 
Ansonsten war auch der heutige Tag eher von Arbeit bestimmt, und ich werde mich gleich noch an eine "Bewerbung" für eine Konferenz setzen. Unfassbar! Ich schreibe eine Bewerbung, um einen Freitag und Samstag in der finnischen Pampa über Entwicklungsbiologie zu fachsimpeln. Wie konnte aus mir nur so ein Nerd werden (für die älteren Mitleser: Nerd =  Fachidiot)?! Wie dem auch sei, ich hoffe immer noch, mein Wochenende frei halten zu können, wenn ich jetzt ein bisschen mehr Gas gebe ;). Immerhin will ich ja wieder ereignisreiche Wochenend-Einträge für euch bereit haben.

Dienstag, 4. Oktober 2011

Thermowäsche statt Gummistiefel...

... landeten heute in meinem Einkaufs"korb". Da ich keine Körbe nutze, landeten sie im Rucksack, aber man sagt ja nun einmal Einkaufskorb. Eigentlich wollte ich Gummistiefel holen, da das Wetter immer regnerischer wird und ich keine wasserfesten Schuhe habe. Allerdings hat mich die Auswahl nicht gerade vom Hocker gerissen und ich konnte mich nicht wirklich entscheiden. Auf der Suche nach mehr Auswahl bin ich in der Sportabteilung gelandet... Dort gab es Thermounterwäsche für den halben Preis. Da man im deutschen Winter ja doch selten lange Unterwäsche braucht, habe ich so etwas bisher nicht wirklich in meinem Schrank - lediglich ein Set fürs Skifahren. Also habe ich entgegen meiner Schuhkaufpläne dort zugeschlagen. Auch wenn ich nun weiterhin nasse Füße bekomme, so erfriere ich im finnischen Winter wenigstens nicht :-). Die "Horrorgeschichten" von -30 °C machen mir doch ein wenig Angst.

Arbeitstechnisch ist die Woche immer noch stressig. Ich werde also jetzt noch ein bis zwei Stunden etwas arbeiten und dann schlafen gehen. Hoffentlich kann ich so ein wenig Wochenendarbeit entgehen.

Montag, 3. Oktober 2011

Gibt es sowas wie Herbstmüdigkeit?!

Wenn ja, dann leide ich gerade darunter. Irgendwie könnte ich problemlos 12 Stunden am Tag schlafen. Aber ich muss ja arbeiten und will ein bisschen was erleben ;). Der heutige Tag war dennoch recht ruhig, Praktikum, ein bisschen Computerarbeit, dann ab in die Stadt mit Linnea zusammen meine Hausratsversicherung auf meinen Namen umschreiben lassen und danach Finnisch-Unterricht. Das mit der Versicherung war notwendig, da ich im Juli nach dem Anmieten der Wohnung eine Hausratsversicherung brauchte, aber die dafür nötige Sozialversicherungsnummer noch nicht hatte. Also lief die Versicherung bisher auf Linneas Sozialversicherungsnummer und irgendwann mussten wir das ja mal ändern. Der Finnisch-Unterricht kam mir auch heute nicht sonderlich informativ vor. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass wir mehr durch die aufgegebenen Hausaufgaben lernen, als im Unterricht selbst.
Das einzige, was ich heute gelernt habe, ist, dass Finnen seltsam sind. Da hat man ewig lange Worte für die Zahlen, aber beim Sprechen verkürzt man sie dann wieder, um nicht so lange Worte zu sprechen. Wieso übernimmt man dann nicht gleich die kurze Form in die Schriftsprache?! 
Nach der Uni ging es nochmal schnell in eines der Shoppingcenter, die letzte Glühbirne kaufen und den Prospekt für die Verrückten Tage (Hullut Päivät) mitnehmen. Immerhin muss ich ja wissen, ob es sich lohnt, mich bei der nächsten Ladenkette in den Schlussverkauf zu stürzen. Der Prospekt wird wohl meine gleich Gute-Nacht-Lektüre. Wie oben geschrieben, ich kann im Moment problemlos sehr lange schlafen, also geht es mal etwas früher ins Bett...