Dienstag, 31. Juli 2012

Das beste Gewitter...

... seit ich in Turku lebe, hat sich gestern Nacht über der Stadt abgespielt. Ja, ich bin etwas seltsam. Ich mag Gewitter, Blitze finde ich faszinierend. Darum habe ich gestern Nacht auch lieber am Fenster gesessen und das Gewitter beobachtet, anstatt zu schlafen. Die Idee, meine Kamera auszupacken und zu versuchen, die Blitze auf einem Foto einzufangen, kam mir leider erst, als das Gewitter fast zuende war. Aber zumindest für zwei Blitze ist es mir gelungen:

Zugegeben, der Blitz ist nicht wirklich in der Bildmitte...

... aber für dieses Exemplar ist es mir doch gelungen. 

Für wirklich gute Fotos müsste ich mich wohl ins Regenwetter draußen begeben, aber für Schnappschüsse durch mein Wohnzimmerfenster gefallen mir die Fotos schon recht gut. Vielleicht versuche ich auch nur, mir selbst gegenüber zu rechtfertigen, dass ich meinen Nachtschlaf für ein (zugegeben wirklich tolles) Gewitter geopfert habe ;-).

Der heutige Tag hielt mal wieder viel Arbeit parat, aber es liegt ja ein erholsames Wochenende hinter mir. Auch meine Notreparatur des Fahrradschlüssels war erfolgreich! Ich kann das Schloss problemlos mit dem Schlüssel öffnen und abschließen, nur eine neue Befestigungsmethode des Schlüssels am Schlüsselbund muss ich mir noch einfallen lassen. Einzig die Tatsache, dass unsere Kantine bereits geschlossen war, als ich Zeit für's Mittagessen gefunden hatte, hat mich heute ein wenig geärgert. Aber nicht lange, denn auf dem Weg zur nächsten Mensa habe ich Stefania getroffen, die ja im Moment auf Überraschungsbesuch in Turku ist, und war mit ihr und ihrem Freund im chinesischen Restaurant zum Mittagessen - was dank Mittagsmenü auch nicht länger dauert, als in der Kantine essen zu gehen. Somit hatte ich sogar nette Gesellschaft in meiner Mittagspause :). Alles in allem also ein guter Tag.

Montag, 30. Juli 2012

Ein sonniges, erholsames Wochenende...

... liegt hinter mir. Die letzten drei Tage waren hier in Finnland vermutlich die wärmsten, sonnenreichsten Tage des Jahres. Das musste natürlich genutzt werden. Darum habe ich mich am Samstag Morgen mit Milena (die neue Doktorandin aus Polen) und Lauri (Sathyas Sommerstudent) mit dem Fahrrad auf den Weg nach Ruissalo gemacht. Nach der kleinen Fahrradtour auf die Insel haben wir unsere Decken am Strand ausgebreitet und Abkühlung in der Ostsee gesucht. Wir haben den halben Tag am Strand verbracht, geredet, Karten gespielt und einfach das gute Wetter genossen. 

 Der Strand in Ruissalo.

Am Abend waren wir dann bei einem anderen Kollegen, einem Austauschstudenten aus Italien, zum Abendessen eingeladen. Zusammen mit seinem spanischen Mitbewohner hatte er verschiedene Spezialitäten aus Italien und Spanien vorbereitet, die wir bei guter Musik und lustigen Gesprächen verspeist haben. Zum Ende des Abends hat uns ein starkes Gewitter mit vielen Blitzen noch etwas länger in der Wohnung verweilen lassen, so dass ich gestern Nacht erst sehr spät nach Hause kam. 

Heute habe ich darum etwas länger geschlafen und dann ein paar Hausarbeiten erledigt. Am Nachmittag bin ich dann zum Studentenwohnheim gefahren, wo ich mich mit Ashutosh, Milena und Lauri zum Federball spielen getroffen habe. Dort angekommen wollte ich noch schnell im Supermarkt etwas zu trinken kaufen und habe mein Fahrrad beim Supermarkt angekettet. Als ich nach dem Einkauf mein Fahrrad wieder freischließen und zum Spielplatz fahren wollte, an dem wir verabredet waren, hat mein Fahrradschloss geklemmt. Eigentlich war das für mich nichts neues, es klemmt ab und an mal, aber diesmal ist mir beim Versuch, das Schloss zu öffnen der Fahrradschlüssel zerbrochen - ich hatte das Metallstück mit dem Schlüsselbart in einer Hand, die Halterung des Schlüssels mit meinem Schlüsselbund in der Anderen. Wenigstens war mein Rad noch sicher angeschlossen an einen Fahrradständer, so dass ich mich einfach zu Fuß auf dem Weg zum Federballspielen gemacht habe.

 Diesen Blick auf den Aurajoki und die Kathedrale habe ich jedes mal, wenn ich direkt von zuhause zum Studentenwohnheim fahre.

 Mein kaputter Fahrradschlüssel.

Nach dem Spiel habe ich dann mit Ashutoshs und Milenas Hilfe mein Fahrradschloss "repariert". Ein paar Tropfen Öl im Schlosszylinder haben das Klemmen behoben. Um den Schlüssel trotz fehlender Griffhilfe im Schloss umdrehen zu können, hat mir Milena eine zusammenfaltbare Zange (also genauer gesagt ein Letherman Multi-Werkzeug...) geliehen. Den heutigen Abend habe ich dann damit zugebracht, mit einer Heißklebepistole und etwas stabilem Klebeband eine neue Halterung für den Schlüssel zu basteln. Morgen früh werde ich dann sehen, ob diese Notlösung einige Tage durchhalten könnte, bis mir eine dauerhafte Form der Reparatur einfällt, oder ob ich mich gleich morgen auf die Suche nach einem neuen Schloss machen muss.

Samstag, 28. Juli 2012

Die letzten Tage der Sommerstudenten...

... rücken merklich näher oder sind bereits gezählt. Paavo, mein Medizinstudent, wird noch bis Donnerstag im Labor sein um zwei freie Tage nachzuarbeiten und einen kompletten Monat Praktikum für die Universität vorweisen zu können. Sathyas Sommerstudent hingegen, Lauri, hat bereits im Juni seinen Pflichtmonat im Labor absolviert und noch einen zweiten Monat freiwillig drangehangen. Heute war Lauris letzter Tag im Labor und zum Abschied hat er uns alle im Studentenviertel zum Grillen eingeladen. Nach der Arbeit habe ich mich mit Lauri und Milena getroffen, Paddelball gespielt und das Essen vorbereitet und den Grill angezündet. Später trafen nach und nach die anderen Gäste ein und die Grillfeier konnte beginnen.  Eigentlich würde ich euch an dieser Stelle gern ein paar Fotos von der Grillfeier zeigen, doch mein Handyakku hat pünktlich zum Beginn der Feier schlapp gemacht. Mein anderer Fotoapparat befand sich noch zuhause und ich hatte mich nach der Arbeit direkt zum Studentenviertel aufgemacht. Bei der nächsten Feier werde ich mich besser vorbereiten...

Freitag, 27. Juli 2012

Die größte Überraschung des Jahres...

... kam heute Abend auf Ashutosh, Sathya und mich zu. Dass der heutige Tag ein guter Tag wird, wusste ich schon seit dem Wochenende. Am Samstag hatte ich mich endlich einmal wieder mit Fabiana verabredet, für die ich vor einiger Zeit mal als Babysitter eingesprungen bin. Nach einem frühen Start in den Feierabend habe ich Fabiana an ihrem Haus abgeholt und wir haben uns gemeinsam auf den Weg in die Stadt gemacht. Obwohl zur Zeit ein Musikfestival in Turku statt findet, konnten wir noch ein paar Couchplätze auf einem Restaurant-Boot ergattern. Der ideale Platz, um das sonnige Wetter zu genießen und eine Runde zu reden. Nach einigen Stunden haben wir uns verabschiedet, und ich habe mich mit Sathya und Ashutosh im indischen Restaurant getroffen. Von dort aus ging es nach dem Abendbrot zurück in die Stadt. Matteo, ein gemeinsamer Bekannter von Sathya, Ashutosh und mir hatte uns zu einer kleinen Feier eingeladen, da seine erste Veröffentlichtung vom Verlag akzeptiert wurde. Wie sich in der Bar heraus stellte, handelte es sich dabei nur um einen Vorwand. Denn zusammen mit Matteo stand auf einmal Stefania, die französische Masterstudentin neben uns. Bis zu diesem Moment wusste niemand von uns dreien, dass Stefania für einige Wochen nach Turku zurück kehrt. Die Wiedersehensfreude hat uns bis gerade eben in Kuolu gehalten, doch nun siegt die Müdigkeit und das Pflichtbewusstsein...

Donnerstag, 26. Juli 2012

Ein Pizza-Essen im Büro...

... war alles, was von unserer Abendplanung übrig blieb. Die eigentliche Idee war, den warmen Tag mit einer Runde Feder- oder Paddelball ausklingen zu lassen. Und da Sathya noch einen Versuch beenden musste, haben wir das Abendessen ins Büro verlegt, indem wir Pizza bestellt und die Wartezeit mit Arbeit rumgebracht haben. Beim Warten auf die Pizza hat uns dann das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Kaum war das Abendbrot bestellt, zogen graue Wolken auf und kurz danach begann es zu regnen :(. Also wurde unser Plan umgestaltet, statt Spielen im Park haben wir einfach etwas länger gearbeitet... Zugegeben, wir sind etwas seltsam. Wir verbringen unsere Abende und Wochenenden im Labor. Aber irgendwie haben wir sogar etwas Spaß dabei %-) - wobei wir den Spaß wohl auch außerhalb des Labors hätten, solang die gleichen Leute aufeinander treffen.

Dienstag, 24. Juli 2012

Der Brettspiel-Club...

... der sich normaler Weise jeden Dienstag Nachmittag in der Bibliothek trifft, ist verschwunden :(. Ich wollte heute endlich mal wieder zum Treffen des Brettspiel-Clubs gehen, nachdem ich einige Wochen lang keine Zeit dafür gefunden hatte. Erst war ich mit den Vorbereitungen für die Konferenz in Houston beschäftigt und dann mit meinem Besuch. Und heute fand ich nur einen leeren Tisch in der Bibliothek. Ich weiß nicht recht, ob es eine Sommerurlaubs-Pause bei den Treffen gibt, oder ob sich der Treffpunkt einfach von der Bibliothek in eine Bar verlagert hat... Aber ich werde es hoffentlich rausfinden. Da ich nun keine Gelegenheit hatte, ein paar Spiele zu spielen, habe ich mich wieder meinem Badezimmerschrank zugewandt. Ab heute sollte der Schrank auch Wassertropfen standhalten können. Etwas, das im Badezimmer doch recht wichtig ist. Nun muss ich mir nur noch überlegen, was ich mit den übrigen Karten dekoriere :).

Montag, 23. Juli 2012

Schöner wohnen...

... leicht gemacht. Heute habe ich beim Sortieren meiner Unterlagen einen alten Postkartenkalender gefunden, den ich vor ein paar Jahren von Silvana, einer Freundin aus Köthen, geschenkt bekommen habe. Ich habe die Karten damals extra aufgehoben, um eines Tages irgendein Möbelstück damit zu gestalten. Und heute, als ich die Karten wieder in der Hand hatte, kam mir eine Idee. Mein Badschrank hat wirklich schon bessere Zeiten hinter sich. Vom altmodischen Design mal abgesehen, konnte man an der unteren, der Dusche zugewandten Ecke deutlich einen Wasserschaden sehen... Aber den Schrank auszutauschen gestaltet sich gar nicht so einfach - ich müsste erst einmal einen passenden Unterschrank finden, der mit dem Waschbecken abschließt und nicht bis zum Boden reicht, da beim Duschen das Wasser gerne mal unter den Badschrank fließt. Also habe ich heute einige der Kalender-Postkarten mit Haftknete an meinen Badschrank geklebt. Morgen werde ich dann wohl noch eine große Klebefolie holen, um die Karten besser aneinander zu befestigen und vor Wassertropfen zu schützen. Hier aber schonmal ein Vorgeschmack, wie mein neuer Badschrank aussieht:

Der Comic-Badschrank.

Sonntag, 22. Juli 2012

Es ist Sommer...

... und trotzem findet sich niemand, der das tolle Wetter draußen genießen wollte. Also habe ich mich nach dem Mittagessen auf den Weg ins Labor gemacht, um einen Versuch für meine Studenten morgen vorzubereiten. Eigentlich wollte ich mit Jukka auch noch ein paar neue Ergebnisse besprechen, aber er war sich nicht sicher, zu welcher Zeit er es ins Büro schaffen würde und das Wetter draußen war einfach zu verlockend, um den restlichen Tag drinnen zu verbringen.

 Zugegeben, es war leicht bewölkt... Aber die Wolken sahen lustig aus.

Da ich niemanden finden konnte, der sich bei dem tollen Wetter ein bisschen an den Fluss setzen oder in einem Park die Sonne genießen wollte, bin ich nach getaner Arbeit wieder nach Hause gelaufen. Dort habe mein Handy nochmal aufgeladen um Musik hören zu können, die Wasserflasche aufgefüllt und meinen Rucksack für eine kleine Fahrradtour gepackt. Wie schon im letzten Sommer ging es den Fluss aufwärts Richtung Norden - ich mag es, am Fluss entlang zu fahren :). Dort habe ich einen kurzen Halt an der kleinen Kirche in Kaarina gemacht und von dort aus einen neuen Weg eingeschlagen, den ich bisher nicht kannte. Allerdings hätte ich wohl vorab einen Blick auf den Stadtplan werfen sollen, denn mein Weg führte mich direkt ins Studentenviertel, in dem ich in den letzten Wochen sowieso sehr häufig war, da die meisten meiner Kollegen dort wohnen. Mein Plan, eine neue Ecke von Turku zu sehen, ging somit nicht auf. Dafür kenne ich nun einen weiteren Weg zum Studentenwohnheim...
 Die Marienkirche (Maariankirkko) in Kaarina.

Der Blick aufs Studentendorf vom Flussufer aus.

Lasagne und Ribonukleinsäuren...

... haben bisher mein Wochenende bestimmt. Freitag nachmittag, während ich das erste Mal Gebrauch von meiner neu erworbenen Lizenz für's Arbeiten mit radioaktiven Substanzen gemacht habe, hat sich Milena in Sathyas Wohnheimküche ausgetobt... und dabei eine wirklich gute Lasagne produziert. Am Abend haben wir (Milena, Sathya und ihr Sommerstudent Lauri, Ashutosh und Maria - eine spanische Austausch-Studentin) zuerst im Wohnheim zu Abend gegessen, bevor wir eine der Bars in der Innenstadt aufgesucht haben. Zum Abschluss des Abends ging es dann noch in einen Club. Allerdings macht sich im Moment wohl die Sommerferienzeit bemerkbar, denn die Tanzfläche blieb leer, so dass wir recht früh den Heimweg angetreten haben. 
Für Sathya, Milena und mich war das wohl auch die beste Lösung, da wir uns heute Vormittag wieder im Labor getroffen haben. Und wir waren nicht die einzigen, die den heutigen Tag zum arbeiten genutzt haben. Auch die Bauarbeiter, die zur Zeit das Gebäude renovieren, hatten heute die Bohrmaschine angeschmissen. So gab es neben der netten Gesellschaft sogar die passende Geräuschkulisse zum Arbeiten ;-).

Freitag, 20. Juli 2012

Federball-Spielen zum Feierabend...

... war heute unsere Methode der Wahl, das gute Sommerwetter zu genießen. Nach der Arbeit habe ich mich mit Sathya, Lauri, einem finnischen Sommerstudenten, und Milena (unserer "neuen" Doktorandin aus Polen) am Studentenwohnheim getroffen. Der Spielplatz wurde dann zum Federball-Feld umfuktioniert. Als später noch Ashutosh dazu gestoßen ist, haben wir ein Netz aufgespannt und um Punkte gespielt. Zwei Spieler pro Team und ein Schiedsrichter.
Gegen halb 12 wurde es dann aber langsam doch so dunkel, dass man den Federball nicht mehr sehen konnte - ein eindeutigen Zeichen, dass es Zeit ist, nach Hause zu gehen. Morgen sehen wir uns ja schließlich alle im Labor wieder :).

Beim durchschauen der letzten Blogeinträge ist mir aufgefallen, dass ich euch nach dem Foto mit den SeeKÜHchen und KUHgelfisch Pudding-Bechern die zwei anderen Pudding-Design vorenthalten habe. Hier also nun Puddingdeckel 3 und 4:

Darf ich vorstellen - KUHnickel und KUHguru.

Mittwoch, 18. Juli 2012

Die spontanste Prüfung meines Lebens...

... liegt seit heute Vormittag hinter mir. Seit dem heutigen Tag verfüge ich über die Berechtigung, mit radioaktiven Substanzen zu arbeiten. Schon vor meiner Reise nach Houston hatte ich eine Einweisung in die Arbeit mit Isotopen bekommen, allerdings muss man noch eine mündliche Prüfung bestehen, bevor man im Labor wirklich loslegen kann. Da Jukka geplant hatte, mir morgen die Arbeitsschritte zu erklären, für die wir radioaktive Substanzen benötigen, musste ich die Prüfung spontan bis morgen ablegen. Pirjo, die für das Training zuständig war, hat auf meine Terminanfrage hin gleich angeboten, das ganze doch in wenigen Minuten schnell in ihrem Büro zu erledigen. Also blieb mir nicht wirklich viel Zeit, mich auf die Prüfung vorzubereiten. Aber mit einem gesunden Menschenverstand und ein paar Erinnerungfetzen an die Vorlesung habe ich die Prüfung problemlos bestanden :-).
Den restlichen Tag habe ich meine Studenten durch das Labor gescheucht, Laborbuch geschrieben und restliche Woche durchgeplant...

Dienstag, 17. Juli 2012

Mein letzter Abend mit meinem Besuch...

... ist nun auch vorbei :-/. Morgen geht es ganz früh zum Busbahnhof, um Mandy noch zu verabschieden. Zum letzten Tag ihres Besuchs hat sich Finnland wenigstens noch einmal von der sonnigen Seite gezeigt. Deshalb haben wir uns am Nachmittag noch einmal auf den Weg gemacht, eine andere Ecke Turkus zu erkunden. Zunächst sind wir zum Berg am Kunstmuseum und den daran angeschlossenen Park gelaufen. Danach ging es weiter flussabwärts zur Michaelskirche und von dort wieder zurück in die Innenstadt. 

Die Michaelskirche mit kleinem Park.

Zur Feier des letzten Abends haben wir uns in der Stadt dann ein Restaurant ausgesucht, um noch einmal ein nettes Abendessen zu verbringen. Wieder Zuhause angekommen haben wir die letzten Stunden noch damit verbracht, eine DVD zu schauen, zu reden und Karten zu spielen.
Und morgen hat mich der Alltag dann wieder. All die Arbeit, die in den letzten Tagen als kleine Papierstapel auf meinem Schreibtisch liegen geblieben ist, sollte dann in den nächsten Tagen nachgeholt werden.

Montag, 16. Juli 2012

Ein Spieleabend...

... und ein Film auf DVD war heute unsere Abendbeschäftigung. Denn auch wenn Mandy am Mittwoch morgen wieder nach Helsinki fährt und nach Hause fliegt, das heutige Wetter in Turku hat wirklich nicht dazu eingeladen, draußen etwas zu unternehmen. Nach dem unternehmungsreichen Wochenende und einem arbeitsreichen Tag im Labor waren auch meine Energiereserven nur noch ausreichend für einen netten Abend zuhause - vielleicht liegt es auch eher am wenigen Schlaf, als an den Unternehmungen am Wochenende... Aber um bei "Siedler von Catan" zu gewinnen, reichte es doch noch :). Dafür hat Mandy mich bei einem anderen Spiel, "Ubongo", mehrfach besiegt. Für den letzten gemeinsamen Abend muss ich mir dann aber doch noch einmal etwas Spannenderes einfallen lassen.

Eine Seefahrt die ist lustig...

... eine Seefahrt die ist schon, denn da kann man neue Inseln mal bei Regenschauer seh'n... Als ich vor einigen Wochen zwei Karten für eine Rundreise mit der Fähre gebucht hatte, war leider noch nicht abzusehen, ob das Wetter mitspielt. Aber von ein paar Regenwolken und Regentropfen lassen wir uns doch die Laune nicht vermiesen! Deswegen haben wir uns heute sehr zeitig auf den Weg zum Hafen gemacht. Wir wollten von Turku nach Mariehamn - der Hauptstadt der Region Åland und zurück. Die Fährverbindung zwischen Turku und Stockholm macht einen Zwischenstopp in der Mitte der Strecke, auf den Åland-Inseln, so dass entweder die gesamte Überfahrt von Finnland nach Schweden möglich ist, sowie eine kleine Rundreise mit der Fähre. 
Ich hatte diese Rundreise gebucht, da Mandy gerne Boot fährt und man bei der Tour zu den Åland-Inseln all die Inseln im Archipel passiert - es bietet sich einem also ein wirklich schöner Blick auf die Insellandschaft vor Turku. Doch das Wetter hat es heute nicht sonderlich gut mit uns gemeint. Wir haben große Teile der Fährfahrt damit zugebracht, im Inneren der Fähre zu sitzen, Karten zu spielen und uns zu unterhalten. Aber dann und wann haben wir und doch einmal auf das Sonnendeck begeben, um die Insellandschaft zu bewundern:

 Blick auf die Burg zu Turku vom Hafen aus.

 Eine der Inseln nahe Turku.

 Eine kleine Holzhütte auf einer kleinen Insel... irgendwo im nirgendwo!

 Das "Viking Line"-Boot aus Stockholm. In Mariehamn haben wir die Fähre gewechselt und sind mit dem Boot auf dem Foto zurück nach Turku gereist.

Auch andere Fährgesellschaften nutzen den Hafen in Mariehamn... So zum Beispiel SiljaLine.

Sonntag, 15. Juli 2012

Burg, Museum und Trolle...

... haben unser Tagesprogramm gestern und heute bestimmt. Freitag habe ich meinen Feierabend etwas vorgezogen - schließlich wollte ich die Zeit mit meinem Besuch und das gute Wetter ausnutzen - und habe mich mit Mandy am Nachmittag auf den Weg zur Burg gemacht. Dort angekommen wollten wir uns erst einmal die Burg von außen ansehen, bevor wir das Burgmuseum aufsuchten.

 Die Burg zu Turku von der Rückseite...

 ... und der Innenhof der Burg.

 Der Besuch des Burgmuseums ermöglichte uns einen Blick in die alten Gemäuer...

 ... und die Burg-Kirche. 

 Und lustige Fotowände konnten wir im Burgmuseum auch noch finden.

Nach dem Abendessen ging es dann weiter zum Studentendorf, wo wir uns mit ein paar Kollegen von mir getroffen haben: Sathya und Ashutosh (mit denen ich an Ostern in Tallinn war), Milena - eine polnische Studentin, die gerade ihre Doktorarbeit in Turku angefangen hat - und Maria, eine Doktorandin aus Spanien, die für 4 Monate bei uns im Labor arbeitet und neue Methoden lernt.
Wir haben eine Runde Volleyball und Paddel-Ball gespielt (ähnlich wie Federball, nur dass die Schläger aus Holz sind und man einen kleinen Plastik-Ball statt dem Federköcher nutzt). Anschließend haben wir draußen zusammen gesessen und geredet, Witze erzählt... einfach eine gute Zeit gehabt :-).

Den heutigen Tag haben wir in der Muminwelt verbracht. Wer die Bücher oder Trickfilm-Sendung nicht kennt, kann sich ja eine Folge im Internet ansehen (Link: http://www.youtube.com/watch?v=xmILBztXTi4 ). Ansonsten nur eine kleine Zusammenfassung: Mumins sind kleine, weiße Trolle, die im Mumintal leben, das irgendwo in Finnland liegt. Die Muminwelt liegt auf einer der Inseln im Archipel vor Turku - oder besser gesagt vor Naantali, einem Vorort Turkus. Am Vormittag haben wir uns deshalb mit dem Bus auf den Weg nach Naantali gemacht. Dort angekommen führt eine Brücke vom Festland auf die kleine Insel, auf der die Muminwelt liegt.

 Ein schönes Holzhaus in Naantali.

Die Brücke zur Muminwelt.

 Einer der wenigen Mumins, die wir in der Muminwelt zu Gesicht bekommen haben.

 In den Comics gab es neben den Trollen auch noch Menschen, die mit den Mumins befreundet waren.

 Im Mumintal leben auch kleien Tiere in Bäumen - Mit Haustüren und Fenstern versteht sich, schließlich handelt es sich ja um ein Märchen :)

 Das Mumin-Haus in der Muminwelt. Die Gebäude sind den Schauplätzen im Trickfilm nachempfunden.

Sogar ein Seemonster traute sich heute bei dem schönen Wetter an den Strand.

Ein Foto von mir mit einem Mumin habe ich leider nicht aus der Muminwelt mitgebracht. Wir konnten keinen lebensgroßen Mumin finden, der sich nicht hinter einer Absperrung befand. Insgesamt war es erstaunlich schwer, in der Muminwelt wirklich die Trollwesen zu finden. Die Menschen, die mit den Mumins befreundet waren, liefen überall in der Muminwelt herum. Warum von den Mumins selbst jede Spur fehlte wurde uns schlagartig klar, als wir zum Souvenir-Shop kamen. Im Souvenirladen konnte man ein Foto von sich mit einem Mumin kaufen, für 19 Euro... Sicherlich, bei Familien, die bereits 23 Euro für jedes Familienmitglied über 3 Jahren bezaht hat und in der Muminwelt gegessen hat, reißen die 19 Euro vermutlich kein großes Loch mehr in die Urlaubskasse. Aber ich frage mich doch, wer wirklich SOOO viel Geld für ein Erinnerungsfoto ausgibt. Über 3-5 Euro könnte man ja noch diskutieren - auch wenn ich immer noch denke, dass man in einem "Mumin"-Park auch Mumins sehen sollte, ohne neben dem Eintritt noch weiteres Geld zu bezahlen. Aber der verlange Preis liegt dann doch jenseits jeder Spaßgrenze. Da reicht es mir, die Mumins ohne mich auf einem Foto abzulichten :).

Nach dem Besuch der Muminwelt haben wir noch einen kurzen Abstecher zur Kirche von Naantali gemacht, bevor es mit dem Bus zurück nach Hause ging. Den restlichen Abend haben wir Siedler von Catan gespielt, unseren morgigen Tag geplant und die Fotos der beiden vergangenen Tage aussortiert.

Die Kirche von Naantali.

Freitag, 13. Juli 2012

Mandys Odyssee...

... ist endlich vorbei, sie ist in Turku angekommen :). Sie hatte ihre Flüge nach Turku bereits vor einigen Monaten gebucht. Vor einigen Wochen wurde sie dann informiert, dass sich die Flugverbindung verändert hat - sie sollte am Donnerstag von Hannover nach Tallinn fliegen, wie geplant, und dann am Mittwoch den Anschlussflug nach Finnland zu nehmen (ja, dem Tag vor dem Flug von Hannover nach Tallinn). Auf eine Rückfrage zu dieser Flugverbindung wurde über eine Woche nicht reagiert, so dass dann zwei Wochen vor Abflug ein Anwalt eingeschaltet wurde - kurz darauf gab es dann auch eine neue Flugverbindung.
Gestern am Flughafen angelangt musste Mandy erkennen, dass genau ihr Flug ausfiel. Glücklicher Weise wurde sie aber gestern noch auf andere Flüge umgebucht. Dadurch änderte sich zwar ihre Ankunftszeit von "abends" in "mitten in der Nacht", aber wir waren froh, dass es überhaupt eine Möglichkeit gab, nach Finnland zu kommen. Somit saß ich dann um halb 3 am Busbahnhof in Turku und wartete auf meine frühere WG-Mitbewohnerin:

 Der Busbahnhof mitten in der Nacht ist verständlicher Weise menschenleer ;).. 

Nach der unerwartet späten Ankunft in Turku war gestern Abend nur noch Sachen auspacken, kurz reden und schnell ins Bett gehen angesagt. Den ersten Tag in Turku hat Mandy dann allein verbracht, während ich arbeiten war - schließlich brauchen mich meine Studenten im Moment noch für jeden Versuch. Nachdem ich auf Arbeit fertig war, habe ich Mandy in der Stadt getroffen und wir haben den Rest des sonnigen Nachmittages auf dem Sonnendeck eines Restaurantbootes bei einem Cider genossen. Anschließend wollten wir die Kühlschrank-Bestände nochmal auffüllen und in er Stadt Abendbrot essen. Zuhause angekommen gab es eine unserer Erungenschaften zum Nachtisch. Vanille- und Schololadenpudding:

Der Vanille-Schokoladen-Pudding ist in der roten Dose mit einem "Seekühchen" auf dem Deckel - einem  Seepferdchen mit Kuhfell, Euter und Kuhkopf.
Der Schokoladen-Puding verbirgt sich unter dem blauen Deckel mit einem KU(H)gelfisch :)

Dienstag, 10. Juli 2012

Alle Finger sind noch dran...

... an meinen Händen und den Händen meiner Sommerstudenten. Es war also ein erfolgreicher Tag, und nach mehrstündigem üben schaffen es nun beide Studenten, brauchbare Proben zum Mikroskopieren zu schneiden. Nun müssen sie nur noch lernen, wie man die Proben anfärbt und Fotos mit dem Mikroskop aufnimmt - und schon habe ich mir fleißige Helfer herangezüchtet, die mir einen zeitaufwändigen Teil der Arbeit abnehmen. Gerade jetzt in der Urlaubszeit, in der keine Techniker diese Aufgaben übernehmen, ist das wirklich hilfreich.

Montag, 9. Juli 2012

Das vergangene Wochenende...

... war zugegebener Maßen nicht sehr aufregend. Ich habe die zwei Tage genutzt, um endlich meinen Jetlag halbwegs in den Griff zu bekommen. Das heisst, ich gehe nun wieder zwischen Mitternacht und 1 Uhr nachts ins Bett anstatt 2-3 Uhr nachts ;-). Außerdem habe ich meinen Koffer fertig ausgepackt, Sachen gewaschen, angefangen Ordnung in der Wohnung zu machen und den Kühlschrank ein wenig aufgefüllt. Alles nicht sonderlich spektakulär, aber sowas muss ja auch ab und an gemacht werden.

Den heutigen Nachmittag habe ich im Labor damit zugebracht,  Gewebeschnitte zum Mikroskopieren zu schneiden. Ich dachte mir, es sei eine gute Idee, selbst erst einmal zu lernen, wie sowas gemacht wird, bevor ich das meinen Sommerstudenten vorführe. Nach etwa drei Stunden hatte ich langsam den Dreh raus - und das, ohne mich auch nur einmal selbst zu schneiden. Denn davor hatte ich doch ein wenig Angst, die Schneide, mit der wir die in Wachs gegossenen Proben schneiden ist enorm scharf. Und seit dem Abend, an dem unser Doktorand aus Nepal vor meiner Bürotür stand und fragte, ob ich ihm helfen könne, weiß ich, dass Unfälle mit diesem Gerät passieren können. Umso mehr hoffe ich, dass ich morgen meinen Studenten klar machen kann, wie wichtig es ist, immer zu wissen, wo man seine Hände gerade hat und darauf zu achten, sie schön von der Schneide fernzuhalten... Drückt mir die Daumen, dass ich hier morgen nicht davon berichte, wie lange ich mit meinen Studenten in der Notaufnahme saß ;).

Samstag, 7. Juli 2012

Einen indischen Start ins Wochenende...


... hat Sathya heute unserer halben Abteilung beschert. Sie hat alle Doktoranden und Sommerstudenten zu einem indischen Abendessen in ihrem Studentenwohnheim eingeladen. Darum ging es nach der Arbeit mit ein paar Kollegen ins Studentenviertel. Wir hatten einen lustigen Abend mit leckerem, indischen Essen und lustigen Gesprächen. Zur Zeit sind so viele Praktikanten und Sommerstudenten bei uns im Labor beschäftigt, dass man schwer den Überblick behält. Da kam ein gemeinsamer Abend gerade recht, an dem man sich mal außerhalb der Arbeit ein wenig kennenlernen konnte.

Freitag, 6. Juli 2012

Seit Montag fühle ich mich wie...

... ein Alpha-Lemming. Mein Sommerstudent und meine Praktikantin folgen mir auf Schritt und Tritt im Labor. Ich glaube, von Außen betrachtet sieht das sogar recht lustig aus. Ich mag es auch, Leuten neue Dinge im Labor beizubringen, aber irgendwie würde ich mir im Moment doch wünschen, allein zu arbeiten. Vielleicht ist es nur der Fakt, dass es zwei Studenten auf einmal sind. Mir ist klar, dass ich die ersten Wochen mehr Zeit in die Ausbildung der Studenten investieren muss, als sie mir mit ihrer Arbeit an Zeit einsparen. Aber zur Zeit bin ich wohl etwas ungeduldig. Nach der Konferenz habe ich einige neue Ideen, aber ich komme kaum dazu, darüber nachzudenken. Vielleicht stört es mich auch nur, weil Sommer ist und ich viel lieber meine Nachmittage draußen verbringen würde - was letzten Sommer noch recht problemlos ging, doch dieses Jahr steht Nachmittags an, die Versuche nachzubereiten, andere Versuche durchzuführen und den nächsten Tag für die Studenten zu planen. Aber immerhin habe ich es die letzten beiden Abende geschafft, trotz meiner "Lemminge" etwas mit Freunden zu unternehmen. Es gibt also noch Hoffnung, dass sich der neue Laboralltag mit zwei Studenten etwas eingespielt hat bis mitte nächster Woche, wenn mich meine frühere WG-Mitbewohnerin aus Köthen für 7 Tage besuchen kommt :-). Und das ist auch schon die positive Nachricht des Tages... Ich bekomme Besuch! Das klingt zwar banal, aber nachdem die Flüge im Frühling gebucht wurden, hat die Fluggesellschaft vor einem Monat den Flugplan geändert - und die neue Verbindung wäre ohne Zeitreisen nicht möglich gewesen. Der neue Anschlussflug startete einen Tag vor dem ersten Flug. Aber nun, eine Woche vor Reiseantritt hat sich das Flug-Wirrwarr doch noch geklärt. Das heisst, ich bekomme Besuch!!!

Donnerstag, 5. Juli 2012

Zurück in Turku...

... hat sich auch in Finnland Sommerstimmung breit gemacht. Dienstag Abend habe ich mich mit mehreren Kommilitonen im Studenten-Dorf getroffen, um ein wenig draußen zu sitzen und bei einem Bier oder Cider etwas zu quatschen. 
Den heutigen Abend, Mittwoch, habe ich mit Linnea, Mikael und zwei Freundinnen von ihnen verbracht - mit Grillen zum im Hinterhof und anschließend Sauna und ein paar netten Gesprächen. 
Es ist wirklich schön, den Feierabend draußen zu verbringen und den Sommer zu genießen. Das einzige Problem ist, dass sich meine Schlafenszeit immer weiter nach hinten verschiebt. Und am nächsten Morgen muss ich wieder fit sein, um mich um meine zwei Sommerstudenten zu kümmern. Deshalb belasse ich es mal bei diesem kurzen Beitrag und verschwinde ich nun endlich in meinem Bett.

Mittwoch, 4. Juli 2012

Der letzte Tag und die letzte Nacht in Houston...

... gingen viel zu schnell vorbei. Das Programm des letzten Konferenztages hatte eine deutlich längere Mittagspause eingeplant, als an den vorherigen Tagen. Die Posterhalle wurde bereits abgebaut und statt der Posterausstellung nach dem Mittagessen bot sich ein kleiner Spaziergang in die Innenstadt an - und somit ein letzter Stadtrundgang mit der Kamera.

 Ein Springbrunnen zwischen zwei Straßenbahn-Gleisen...

 ... und passend dazu der Spruch: "Die Art, wie wir unsere Städte bauen lässt und denken, wir bauen für immer".

 Ein weiterer Einblick in Houstons Innenstadt.

Der Root Square Park liegt nicht weit vom Konferenzzenter entfernt...

... und hat einen recht beliebten Basketballplatz zu bieten.

Nach der letzten Vortragsreihe auf meiner Programmliste habe ich mich auf den Weg ins Hotel gemacht, um mein dort zwischengelagertes Gepäck abzuholen und auf Kasia zu warten. Leider stand mein Bus auf der Autobahn im Stau, so dass Kasia bereits im Hotel eine halbe Stunde auf mich warten musste, bevor ich ankam. Nachdem wir meine Sachen im Kofferraum verpackt hatten, sind wir zu ihrer Wohnung gefahren um Abendbrot zu kochen. Nach dem Essen und einer netten Unterhaltung mit ihren Mitbewohnern hat Kasia vorgeschlagen, dass wir bei einem Freund von ihr übernachten könnten, der deutlich näher am Flughafen wohnt - so dass wir etwas länger schlafen könnten - und über genug Platz für zwei Gäste verfügt. Da ein eigenes Gästezimmer und ein kürzerer Weg zum Flughafen sehr verlockend klang, haben wir also all mein Gepäck wieder ins Auto gepackt, einige Geocaches in der Wohngegend von Kasias Freund ausgewählt und uns auf den Weg gemacht... erst kleine "typisch Amerika"-Souvenire im Supermarkt kaufen, dann geocachen und abschließend unser Nachtquartier aufsuchen. Das mit dem Geocaching war übrigens an diesem Abend nicht meine Idee, ich glaube, ich habe Kasia mit einem neuen Hobby infiziert :). Und als Team waren wir wirklich nicht übel, drei Schätze haben wir gefunden, bevor wir uns den Mücken geschlagen geben mussten. Außerdem wurde es auch langsam spät, und selbst mit einem kürzeren Weg zum Flughafen musste ich noch früh aufstehen, um am nächsten Morgen pünktlich am Flughafen zu sein.
Das Haus von Kasias Freund war wirklich schön, drei Etagen boten wirklich genug Platz zum übernachten, zumal sich im Erdgeschoss ein Gästezimmer und Gästebad befand. Vor dem Schlafen gehen haben wir uns nur noch kurz in der Küche unterhalten und einen Plan für den nächsten Morgen gemacht. Nach dem Aufwachen gab es noch ein letztes, gemeinsames Frühstück, bevor mich Kasias Freund auf seinem Weg zur Arbeit am Flughafen abgesetzt hat. Damit war mein erster Arbeitsausflug ins Ausland auch schon wieder vorbei... Aber ein letztes Bild von Houston habe ich noch:

Der Ausblick vom Balkon des George R. Brown Convention Centers auf den "Discovery Green"-Park und die Innenstand von Houston.


Dienstag, 3. Juli 2012

Mein fünfter Tag in Houston...

... war der längste Tag der Konferenz für mich. Und auch der wichtigste Tag, da ich an diesem Tag mein Poster ausgestellt hatte. Am Morgen hieß es deshalb, zunächst mein Poster in der Posterhalle aufzuhängen, bevor die ersten Vorträge losgingen. In der Mittagspause habe ich mir schnell ein belegtes Brötchen in der Messehalle geholt, um noch einen Blick auf einige andere Poster zu werfen. Danach musste ich mich  für die Poster-Ausstellung neben meinem eigenen "Werk" postieren. Schließlich sollte das Poster andere Wissenschaftler dazu anregen, meine Arbeit mit mir zu diskutieren, Anregungen zu geben oder eine Zusammenarbeit mit ihrer Arbeitsgruppe vorzuschlagen. 
Kollaborationen mit anderen Laboren haben sich zwar nicht aus den Gesprächen über mein Poster ergeben, aber ein paar nette Unterhaltungen und einige Anregungen waren doch dabei. Nach der Poster-Ausstellung ging der Tag weiter mit einigen Vorträgen. Für den Montag-Abend hatte ich dann zusätzlich zur Konferenz noch ein Seminar hinzu gebucht - es gab bei der Anmeldung zur Konferenz die Möglichkeit, zu bestimmten Themen noch Abendseminare zu besuchen. Ich hatte mich dafür entschieden, ein bisschen mehr über die Bewerbung für Fördermittel zu informieren. Schließlich kann es nie schaden, etwas mehr Geld für die Arbeitsgruppe einzuwerben oder die Reisekosten für eine Konferenz durch ein Stipendium zu decken.
Was ich bei diesem Seminar jedoch nicht erwartet hatte, war die Tatsache, dass während der Vorträge Abendessen serviert wurde. Schließlich musste man im Voraus für das Abendseminar bezahlen und ich hatte es als Extraleistung aufgefasst, dass man uns abends noch mit zusätzlichen Informationen füttert... Ich bin mir nicht einmal sicher, ob der Teilnehmerbeitrag die Kosten für das Buffet gedeckt haben. Leider habe ich es den gesamten Tag nicht geschafft, neue Fotos zu machen - aber ich zeige euch einfach ein paar Bilder der anderen Tage, die ich hier bisher nicht veröffentlicht habe:

 Nette Häuser nahe der Menil Collection.

 Ein alter Chevrolet Pick-Up in einem ruhigen Stadtviertel mit Vorort-Atmosphäre.

 Moderne Kunst im Museumsviertel.

 Ein weiterer "Springbrunnen" im Discovery Green-Park, der Kindern Abkühlung bietet.

Nach dem Seminar über Stipendienbewerbungen habe ich den letzten Shuttle-Bus zu meinem Hotel genommen, wo ich eine kleine Dankeskarte des Zimmermädchens fand. Da mein Rückflug erst zwei Tage später, am Mittwoch, erfolgen sollte, war ich leicht erstaunt, diese Karte bereits am Montag in meinem Zimmer zu entdecken. Offensichtlich hatte ich es geschafft, mein Hotelzimmer eine Nacht weniger zu reservieren, als notwendig.
An diesem Punkt habe ich realisiert, wie hilfreich Couchsurfing sein kann. Man kennt bereits Leute in der Stadt, die einem einen Schlafplatz anbieten könnten - oder zumindest Freunde haben, die ein Gästebett oder ein Sofa bereitstellen könnten :). Also habe ich Kasia gefragt, ob ich noch eine weitere Nacht, von Dienstag auf Mittwoch, in ihrer Wohngemeinschaft übernachten könnte. Für den Dienstag Abend hatte ich mich sowieso bereits mit ihr und ihren Mitbewohnern auf ein letztes Abendessen in Houston verabredet. Glücklicher Weise war es für sie auch kein Problem, mir eine weitere Nacht ein Dach über dem Kopf anzubieten. Ja, manchmal habe ich eindeutig mehr Glück als Verstand!

Montag, 2. Juli 2012

Tag drei und vier in Houston...

 ... waren die ersten beiden Konferenz-Tage. Samstag früh ging es mit dem Bus zum Konferenzzentrum, wo ich mir noch schnell einen Bagel und einen Kaffee geholt habe, bevor die erste Vortragsreihe losging. 
 Die Mittagspause habe ich dann dazu genutzt, die nähere Umgebung des Konferenzzentrums ein wenig zu erkunden, während ich auf der Suche nach einem Supermarkt war. Den Supermarkt hatte ich recht schnell gefunden. Im klimatisierten Laden hatte ich noch den Plan, mein Sandwich auf dem Rückweg im kleinen Park vor dem Konferenzcenter zu essen... Doch nach 10 Minuten draußen, in der schwül-warmen Luft habe ich mich dann doch umentschieden, und im Konferenzgebäude mein Mittag gegessen.

 Ein Teil des Parks vor dem Konferenzgebäude. 

 Etwas moderne Kunst Nahe dem Konferenzzentrum.

Ein kleiner Einblick in die Innenstadt Houstons.

Nach dem Mittagessen habe ich mir die am Samstag ausgestellten Poster angesehen und einige Messestände von Firmen besucht, deren Werbeplakate für meine Arbeit interessant klangen. Anschließend ging es weiter mit ein paar Vorträgen, bevor ich mich mit dem Shuttle-Bus wieder auf den Rückweg ins Hotel gemacht habe.
Da ich ja am Donnerstag - dem ersten Tag in Houston - zu einem Junggesellinnen-Abschied eingeladen wurde, habe ich mich im Hotel nur schnell umgezogen und den Shuttle-Bus zurück zum Konferenzgebäude genommen. Die Bar, in der wir uns treffen wollten, lag nur ein paar Blocks vom Konferenzgebäude weg. Von meinem Hotel aus wäre der Weg deutlich länger gewesen und ich bin mir nicht sicher, ob der öffentliche Personennahverkehr überhaupt eine entsprechende Verbindung angeboten hätte... 

Der Junggesellinnenabschied begann in einem mexikanischen Restaurant, wo wir uns zunächst entsprechend ausstatten mussten mit kleinen Krönchen, leuchtenden Ringen, Ansteckern mit lustigen Sprüchen und einer Schärpe und Schleier für die Braut. Danach haben wir einen Cocktail getrunken und gemeinsam zu Abend gegessen. Das nächste Ziel des Abends war eine Diskothek, in der wir zu meinem Erstaunen mehrere Stunden waren. Zum Glück hat mir eine von Kasias Freundinnen, Ashlee, angeboten, dass ihr Freund mich später zu meinem Hotel fahren könnte oder ich bei ihnen im Gästezimmer übernachten kann. Gegen drei Uhr nachts haben wir uns dann noch auf den Weg in ein nahegelegenes Café gemacht, wo wir auf den Junggesellen-Abschied des Bräutigams gestoßen sind. Nein, das sollte nicht so sein, aber wenigstens war das nicht geplant. Nach einem Glas Wasser und einem netten Gespräch hat mich Ashlee dann mit ihrem Freund noch zu meinem Hotel gefahren. 

 Die zukünftige Braut (noch ohne Schleier aber mit Schärpe) mit zwei Freundinnen. Ein sehr pink-lastiger Abend.

 Houston bei Nacht.

Sonntag fing mein Programm zum Glück etwas später an, der Sonntag Morgen war für klinische Themen reserviert. Es gab keine Vorträge über die Schilddrüse, Signalwege in der Zelle oder Entwicklungsbiologie und auch die Posterhalle eröffnete erst um 10 Uhr. Also konnte ich ein wenig länger schlafen, bevor es wieder mit dem Shuttle-Bus zum Konferenzzentrum ging. Da der Sonntag insgesamt recht wenig Programmpunkte parat hielt, habe ich meine Kamera mit zur Konferenz genommen, um in der langen Mittagspause ein paar Bilder von dem Discovery Green-Park vor dem Konferenzzentrum zu machen.

 Discovery Green: ist farbenfroh... 

 ... blumig ...

 ... bietet einen kleinen See zum Kanu-Fahren ...

 ... und einen Springbrunnen, in dem sich die Kinder abkühlen konnten. Das große weiße Gebäude im Hintergrund mit den roten Rohren auf dem Dach ist übrigens das George R. Brown Convention-Center in dem die Konferenz stattgefunden hat. 

Ein Blick auf Downtown Houston - die Innenstadt.

Den Sonntag Abend habe ich damit verbracht, nach ein paar Geocaches in der Nähe meines Hotels zu suchen. Die Hotelumgebung kannte ich ja bereits nach dem Spaziergang am Freitag, so dass ich hoffte, durch die Schatzsuche noch ein paar neue Ecken in Houston zu entdecken. Außerdem hatte ich immer noch einen Travelbug - eine kleine Metall-Marke mit Identifizierungscode - die ich extra aus einem Cache in Turku geholt hatte, um sie in Houston in einem anderen Cache zu verstecken. Und ich habe ein neues Zuhause für den Travelbug gefunden.