Freitag, 31. August 2012

Ein Tag im Dunkeln...

... liegt bereits hinter mir, und in den kommenden Wochen werden wohl noch einige Tage folgen. Denn meine Proben für die Elektronenmikroskopie sind nach langer Wartezeit endlich fertig. Nun will ich natürlich endlich meine Ergebnisse sehen und fotografieren - und da ein Elektronenmikroskop die Bilder nicht wie ein Lichtmikroskop mit Licht, sondern mit Elektronen erzeugt (die von Schwermetallen im Färbemittel abgelenkt werden), kann man das Ergebnis nicht sofort sehen. Statt dessen wird das Elektronensignal auf einem floureszierenden Bildschirm in sichtbares Licht umgewandelt. Um auf diesem Bildschirm jedoch irgend etwas zu erkennen, muss der Raum dunkel und die Augen an die Dunkelheit gewohnt sein. Das Elektronenmikroskop, das uns an der Universität zur Verfügung steht, ist schon recht alt. Es stammt aus den späten 60er Jahren und erinnert eher an das Cockpit eines Raumschiffes aus alten Science-Fiction-Filmen, als an ein wissenschaftliches Messgerät. Wenn man nun im Dunkeln auf den grün leuchtenden Bildschirm schaut und eine Zelle in enormen Vergrößerungen von 5000 bis 20.000 fach vor sich hat, fühlt es sich ein wenig so an, als würde man durch eine riesige Zelle reisen. 
Vermutlich finden das die meisten Leute eher seltsam oder sogar etwas abschreckend, aber ich saß den gesamten Tag gespannt an diesem grünen Bildschirm und habe darüber gestaunt, wie genau man all diese Strukturen erkennt, die man sonst nur aus Büchern kennt, meistens gezeichnet und bunt koloriert. Natürlich findet man auch ab und an Elektronenmikroskop-Aufnahmen in Büchern und Fachzeitschriften, aber dass die eigenen Proben so aussehen können, daran denkt man beim durchblättern der Bücher dann doch nicht.

Donnerstag, 30. August 2012

Den spontansten Kinobesuch meines Lebens...

... hat mir Linnea heute bereitet. Wir hatten uns am Wochenende endlich einmal wieder zu einem Treffen verabredet, aber weder Zeit noch Treffpunkt ausgemacht - bis sie mir heute Mittag schrieb, ich solle einfach Bescheid geben, wenn ich die Arbeit verlasse. Gesagt, getan. Nach der Arbeit fuhr ich mit dem Rad zu Linneas und Mikaels Haus, wo Linnea schon an der Straße auf mich wartete, um gleich weiter in die Stadt zu laufen. Eine Querstraße von meinem Haus entfernt wollte ich dann doch mal wissen, wo uns unser Weg hinführt - da wurde mir offenbart, dass Kinotickets für uns reserviert sind. Ich wurde sozusagen entführt, um ins Kino zu gehen... Aber da ich generell ein großer Fan von Kinobesuchen bin, solange der Film nicht zu horromäßig oder zu schmalzig ist, sah ich keinen Grund, mich dagegen zu wehren :). Der auserwählte Film war "Merida - Legende der Highlands" (englischer Orginaltitel: "Brave"), ein 3D-Animationsfilm. Nach dem Kinobesuch haben wir bei einer Tasse Tee an meinem Computer ein wenig Online-Shopping betrieben, Urlaubsfotos angesehen und geredet.

Mittwoch, 29. August 2012

Die beiden letzten Tage im Elsass...

... haben wir hauptsächlich außerhalb Straßburgs verbracht. Den Vormittag des vierten Tages wollten wir uns noch einmal den Ort unseres Hotels, Molsheim, bei Tageslicht ansehen. Beim Rundgang durch die Altstadt haben wir ein Bugatti-Museum entdeckt - dabei handelte es sich jedoch mehr um ein Heimatmuseum, finanziert von der Bugatti-Stiftung, als um ein Museum für nette Oldtimer. Zum Museum gehörte noch ein altes Kloster mit einem großen Innenhof und mehreren kleinen Klostergärten.
Am Nachmittag des vierten Tages haben wir uns noch einmal auf den Weg nach Straßburg gemacht - zur Abwechslung ging es diesmal über Landstraßen. Unser Ziel war das Museum für moderne Kunst.

 Das Haus am Marktplatz bei Tageslicht.

 Im Bugatti-Museeum fanden sich antike Waffeleisen...

 ... neben alten Autos.

 Der Klostergarten im angrenzenden alten Kloster.

 Ein Nachmittag im Museum für morderne Kunst.

Für den letzten Tag hatten wir uns einen Fahrtweg ausgesucht, der uns über einige Dörfer im Elsass und durch den Schwarzwald wieder zurück nach München führen sollte. Somit konnten wir unsere Heimreise auch noch zum Besichtigen neuer Orte nutzen, bevor wir den letzten gemeinsamen Sonntag mit Wäsche waschen, Koffer packen und Papierkram verbringen mussten. Denn den Montag nach unserem Straßburg-Aufenthalt startete mein Flugzeug wieder Richtung Finnland.

 Fachwerkhäuser durften auch in kleineren Orten natürlich nicht fehlen.

Kirchen fanden sich...

natürlich auch in jedem Ort (z.B. in Andlau)...

 ... aber diese kleine Freiluft-Kapelle war die Einzige, die wir gesehen hatten.

 Die Bärin ist das Wahrzeichen von Andlau.

Auf unserer Heimreise konnten wir den Sonnenuntergang im Schwarzwald genießen.

Dienstag, 28. August 2012

Die Konferenz in Helsinki...


... am vergangenen Wochenende war wirklich schön. Das größte Manko war wohl, dass die Konferenz am Wochenende stattfand. Aber mit netter Gesellschaft fühlte es sich doch ein wenig an, wie Wochenende. Zusammen mit Emmi, einer Medizinstudentin, die neben der Klinik noch ihren Doktor in Naturwissenschaften macht, fuhr ich am Freitag morgen nach Helsinki. Schon auf der Zugfahrt hatten wir eine nette Unterhaltung, die Dame, die den Sitzplatz vor uns erwischt hat, passte dies scheinbar weniger. Zumindest hat sie ihren Sitzplatz am ersten Halt verlassen, aber wir haben wir sie am Bahnhof in Helsinki wiedergetroffen... In Finnland ist es nun einmal nicht üblich, dass sich Menschen im Zug unterhalten ;-).

Nach den ersten Vorträgen trafen wir dann zwei weitere Doktoranden aus Turku - oder genauer, eine Doktorandin und einen frischen Absolventen, denn während ich im Urlaub war, gab es in Turku eine Doktorverteidigung. Zu viert haben wir uns dann die zweite Vortragsreihe des Freitagnachmittags angehört, bevor wir uns auf den Weg in unsere Hotels machten. Um die Konferenzkosten gering zu halten, hatte Emmi vorgeschlagen, dass wir uns ein Doppelzimmer teilen könnten, also haben wir gemeinsam eingecheckt, uns nur schnell umgezogen und schon ging es weiter zum feierlichen Empfang in der Stadthalle, an dem auch zwei unserer Professoren teilnahmen. Zunächst wurde der Abend mit zwei Ansprachen eingeläutet, dann wurde das Buffet eröffnet und klassische Musik gespielt und kurz nachdem das Buffet wieder abgebaut wurde und sich unsere zwei Professoren von uns Studenten verabschiedet hatten, wurden wir auch schon von einer Dame gebeten, unseren Abend an einem anderen Ort ausklingen zu lassen. Gesagt, getan, zu viert machten wir uns auf den Weg zu einer Bar in der Nähe unseres Hotels. Dort haben wir eine Weile gesessen, etwas getrunken, uns eine Pizza geteilt und uns von großformatigen Fotografien an der Wand zu lustigen Diskussionen über das Leben auf dem Land inspirieren lassen. 


Am nächsten Tag war nach einem langen Frühstück im Hotel dann das normale Konferenz-Programm angesagt, Symposien, Kurzvorträge, Mittagessen, Poster-Präsentationen und noch mehr Symposiumsvorträge. Das festliche Dinner am Abend hatten Emmi und ich nicht dazu gebucht. Die Doktorandin, die wir am Vortag getroffen hatten, hatte sich bereits nach der Poster-Präsentation auf den Rückweg nach Turku gemacht und der seit-kurzem-Doktor hat seine Schwägerin in Helsinki besucht - so dass Emmi und ich zu zweit einen lustigen Abend in Helsinki verbracht haben. Zunächst gab es nepalesische Speisen zum Abendbrot (als Laie konnte ich persönlich aber keinen Unterschied zu indischem Essen feststellen), und zum Abschluss des Tages haben wir uns eine Komödie im Kino angesehen. Der Film war genau das richtige Abendprogramm nach einem ganzen Tag mit wissenschaftlichen Vorträgen. 


Sonntag früh musste unser Frühstück etwas kürzer ausfallen, da die erste Vortragsreihe bereits halb 9 begann, der Frühstückssaal im Hotel jedoch erst im 8 Uhr geöffnet wurde. Nach dem Ausschecken aus dem Hotel und einem schnellen Frühstück ging es somit durch die leere Innenstadt Helsinkis zum Konferenzzentrum um den Vormittag weiteren Vorträgen zu lauschen. Glücklicher Weise waren mehrere gute Sprecher für die Vortragsreihe am Morgen eingeladen, so dass man für den Moment komplett vergessen konnte, dass es Sonntag morgen ist... Mit einem Sandwich und einer Wasserflasche zum Mittagessen fuhren wir dann im Bus zurück nach Turku. Zum Leidwesen unserer Mitfahrer hatten Emmi und ich auch auf dieser Fahrt noch genug Gesprächsstoff, um uns die gesamte Fahrt über gut zu unterhalten. Die Konferenz war eine schöne Gelegenheit, sich endlich etwas besser kennen zu lernen. Denn vom Sehen her kannte ich Emmi bereits das ganze Jahr, doch bis zum Sommer war sie noch die meiste Zeit mit Vorlesungen für das Medizinstudium beschäftigt und hat erst vor einigen Wochen angefangen, intensiv an ihrer Doktorarbeit in unserer Abteilung zu arbeiten - so dass ich sie nun sicherlich öfter im Labor treffen werde :-).

Fünf Tage in Straßburg...

und Umgebung sollte mein Urlaub um Urlaub werden. Zusammen mit meinen Eltern ging es in einen Vorort von Straßburg, um uns das Elsass einmal genauer anzusehen. 
Um euch nicht mit zu vielen Fotos an einem Tag zu überhäufen, werde ich den Reisebericht über Straßburg auf zwei Tage aufteilen. 


Den Abend nach der Ankunft haben wir noch den Ort besichtigt, in dem sich unser Hotel befand.

In Molsheim gab es unter anderem nette Häuser am Marktplatz...

... und ein Kloster zu sehen.


Am nächsten Tag fuhren wir dann nach Straßburg, um den Straßburger Münster zu besichtigen. Gegen Mittag haben wir uns den Stadtteil Petit France angesehen - der Teil der Stadt, in dem noch viele alte Fachwerkhäuser erhalten sind. Zum Abschluss des ersten Tages in Straßburg haben wir uns die Stadt noch vom Boot aus angesehen, mit einer Stadtrundfahrt auf dem Wasser - inklusive Schleuse und Drehbrücke.

 Der Straßburger Münster.

 Das "kleine Frankreich" hat viele nette Fachwerkhäuser...

... in idyllischer Flusslage zu bieten...

 ... mit netten Hinterhöfen.

 Bei der Stadtbesichtigung ging es mit dem Boot...

 ... vorbei an verschiedenen Stadtvierteln mit Kirchen und Fachwerk- und Jugendstilhäusern...

... bis zum Europaparlament.

Für den dritten Tag hatten wir uns eigentlich den Besuch einer Befestigungsanlage des ersten Weltkrieges in der Nähe unseres Hotels vorgenommen. Dort angekommen mussten wir jedoch feststellen, dass diese Anlage auf militärischem Sperrgebiet liegt und nur mit einer zweieinhalb-stündigen Führung für Touristen zugänglich ist. Da uns das doch etwas zu lang erschien für eine Befestigungsanlage, habe ich nur noch schnell einen nahe gelegenen Geocache geborgen, bevor wir uns auf den Weg nach Straßburg machten. Dort kamen wir genau zum richtigen Zeitpunkt an, um die Führung zur Astronomischen Uhr im Münster anzusehen. Am Nachmittag ging es dann hoch hinaus - auf die Aussichtsplattform des Münsters.

 Die Astronomische Uhr im Straßburger Münster...

 ... hat viele nette Details, die zur Mittagsstunde zum Leben erweckt werden. 

 Auch am Münster selbst gab es Einiges zu Entdecken.

 Vom Dach des Münsters aus bot sich ein netter Blick...

... über die Dächer von Straßburg. 

Freitag, 24. August 2012

Mein Urlaubsbericht über Deutschland...

... wird bis zum Ende des Wochenendes leider mein einziger Bericht werden. Die Zusammenfassung des Straßburg-Besuchs wird noch ein paar Tage auf sich warten lassen. Nach der heutigen Konferenz in Turku fahre ich morgen früh mit ein paar Kollegen nach Helsinki, um das Wochenende auf einer anderen Konferenz zu verbringen.


Die erste Woche meines Urlaubs war für den Besuch von Familie und Freunden reserviert. Darum ging es gleich am ersten Morgen nach meiner Ankunft in München weiter nach Jena, um meine Großeltern, Großtanten, Onkels + Tanten, Cousins + Cousinen sowie meine Freunde vom Studium zu Besuchen. Da mein ursprünglicher Plan, jeden Nachmittag einen Teil meiner Familie zu besuchen, und die Vormittage, das Mittagessen und die Abende mit Freunden zu verbringen spontan noch umgestaltet werden musste, fand ich mich spontan in Jena mit einem komplett unverplantem Samstag wieder. Kurzer Hand verabredete ich mich somit mit Mandy, Jonas, Sebastian und Nick zum Geocachen in und um Jena.




 Unsere Route führte uns zunächst auf den Heiligenberg in Zwätzen...

 ... und durch Jena-Zwätzen weiter nach Kunitz.

 Von Kunitz aus haben wir einen anderen Weg zurück in die Stadt gewählt - mit Blick auf Jena...


... führte uns die Straße entlang am Schloss Thalstein.


Als wir nach dem Rundgang wieder in Jena angekommen waren, haben wir uns von Sebastian und Nick verabschiedet, und zu dritt noch auf die Suche nach weiteren Caches gemacht. Ich hoffe, dass es mir gelungen ist, Mandy und Jonas ein wenig mit dem Geocaching-Fieber infiziert zu haben. Zumindest war es nicht sonderlich schwer, sie dazu zu überreden, sogar nach Sonnenuntergang noch einmal loszuziehen, um in der Innenstadt noch ein paar Verstecke zu suchen. Somit wurde aus einem anfangs falsch geplanten Tag doch noch ein wirklich toller Samstag mit Freunden :-).
Nach vier Tagen in Jena trat ich dann die Reise zurück nach München an, von wo aus ich mit meinen Eltern bereits eineinhalb Tage später nach Straßburg angebrochen bin.

Mittwoch, 22. August 2012

Zurück in Finnland...

... nach meinem Sommerurlaub, ging es heute mit neu geschöpfter Kraft an die Arbeit. Vor meinem Abflug hatte ich ja beantragt, meine eMail-Adresse mit meiner Immatrikulationsnummer zu verknüpfen. Wie sich nun letzte Woche heraus gestellt hat, lief dabei wohl etwas schief, so dass ich plötzlich zweimal im System der Universität existierte. Kurzerhand wurden deshalb beide Einträge im System gelöscht... und somit auch meine eMail-Adresse. Und ich dachte schon, ich hätte vor lauter Entspannung im Urlaub einfach das richtige Passwort vergessen ;-). Glücklicher Weise hat unsere Sekretärin bereits letzte Woche beim Rechenzentrum alles aufgeklärt, so dass ich nach einem Anruf und einem schnellen Besuch bei unserem PC-Spezialisten meine alte Universitäts-eMail-Adresse wieder hatte. Auch all meine Nachrichten waren noch verfügbar.
Den restlichen Vormittag habe ich dazu verwendet, ein neues Poster für zwei kommende Konferenzen zu gestalten - das Poster für Houston kann ich in Finnland leider nicht wiederverwenden, da in der USA Querformat für Poster vorgegeben wird, während in Europa Hochformat gefordert wird. Zum Glück musste ich diesmal nur fertige Bilder und Texte neu arrangieren, so dass ich bereits heute Nachmittag zusammen mit Janne das neue Poster zum Druck gegeben habe. Da mein Finnisch immer noch sehr verbesserungswürdig ist (mal ganz nett ausgedrückt), hat Janne die Unterhaltung mit dem Angestellten der Druckerei geführt. Bis dieser mich auf Englisch fragte, aus welchem Land ich stamme. Seine Reaktion auf meine Antwort war etwas unerwartet für mich - da ich kein Finnisch spreche, kann ich auch nicht hören, ob mein Gegenüber mit Dialekt spricht, oder Finne ist. Das "ich auch" des Angestellten hat mich daher wirklich überrascht. So sehr, dass ich heute nicht einmal gefragt habe, was Jemanden von Deutschland in die Druckerei einer finnischen Universität verschlägt. Vielleicht bietet sich ja morgen eine Gelegenheit dazu, wenn ich das Poster abhole. Donnerstag werde ich dann in Turku und Freitag bis Samstag in Helsinki mein Poster präsentieren und mir andere Poster und Vorträge ansehen und -hören.
Am Nachmittag musste ich dann ein paar kleinere Dinge im Labor erledigen und die Nachrichten auf meinem Schreibtisch und im eMail-Postfach abarbeiten. Zum Abschluss des Tages schaffte ich es heute endlich wieder einmal zum Treffen des Brettspielclubs! Und diesmal konnte ich sogar meine Mitspieler finden. Als die Bibliothek um 20 Uhr geschlossen wurde, haben sich einige Mitglieder des Brettspielclubs noch in die "Old Bank" begeben (die Bar im alten Bankgebäude) um noch ein paar Runden zu spielen. Leider haben wir bei etwas die Zeit vergessen, so dass bereits der nächste Tag angebrochen war, als wir uns auf den Heimweg gemacht haben.

Ein ausführlicher Bericht über den Urlaub werde ich euch natürlich noch liefern, aber für heute sollte ich mich endlich in mein Bett begeben.

Dienstag, 7. August 2012

Den Campus der Universität...

... bekomme ich normaler Weise nur auf dem Heimweg zu Gesicht, wenn ich eine ein paar Meter darauf zufahre, bevor ich in Richtung Kathedrale abbiege. Heute allerdings musste ich mal wieder zum Verwaltungsgebäude der Universität. Meine eMail-Adresse war bis heute immer noch nicht mit meiner Immatrikulationsnummer, die ich bei der Anmeldung als Doktorand erhalten habe, verknüpft. Dies sollte eigentlich automatisch funktionieren. Bisher war es mir egal, dass die Verknüpfung noch nicht erstellt wurde, doch Ende letzter Woche wollte ich neue Vorlesungen für das kommende Semester wählen, wobei die fehlende Verknüpfung zum Problem wurde. Nach einer Stunde im Service-Center war meine Immatrikulationsnummer endlich mit meiner eMail-Adresse verknüpft. Dafür wurde mir offenbart, dass mein Zugang zum Universitätsnetzwerk in zwei Wochen abläuft, da ich nur einen Gastzugang für ein Jahr habe, und man das im Service-Center auch nicht verlängern kann. Für die Verlängerung muss mein Chef einen Antrag einreichen. Und da beschwert man sich in Deutschland über die Bürokratie ;-).

Aber immerhin hat mich dieser Zwischenfall mal wieder auf den Campus-Berg gebracht, den ich sonst nur im Vorbeifahren sehe. Die letzten Male, die ich mich zum Hauptgebäude der Universität begeben hatte, waren im Herbst und im Winter, so dass mir heute zum ersten Mal auffiel, dass es einen kleinen Springbrunnen an der Universität gibt. 

Der Campus der Universität Turku.

Am heutigen Abend habe ich endlich meine genauere Urlaubsplanung in Angriff genommen. Meine Tasche ist auch bereits gepackt, so dass ich mich morgen in der Nacht zum Mittwoch endlich mal wieder auf den Weg nach Deutschland machen kann :).

Montag, 6. August 2012

Ein Nachmittag im Farblabyrinth...

... sollte dieses Wochenende zum Feiern meines Jubiläums genügen. Den Plan, mir eine andere Stadt in Finnland anzusehen, habe ich auf die Zeit nach meinem Urlaub in Deutschland verschoben. Gestern wollte ich lieber das Kulturangebot in Turku nutzen, solange es hier auch dieses Jahr noch solche Events gibt. Darum hatte ich mich mit Ashutosh getroffen, um uns "Colourscape" anzusehen. Colourscape ist ein Labyrinth aus kleinen Zeltblasen, die unterschiedlich bunt angestrahlt wurden. Im inneren des Blasenlabyrinths befand sich eine große Zeltkuppel, in der Musik gespielt wurde. Da Bilder ja oft mehr sprechen, als 1000 Worte:

 Links oder rechts?! Welchen Tunnel soll man nur wählen...

 ... doch am Ende kommen alle Pfade in der großen Hauptblase an.

Die Säulenkonstruktion der großen Blase.

 Es gab Zelttunnel mit vieen verschiedenen Farben ...

... und ruhigere, weniger farbenfrohe Gänge.

Und sogar ein "Ich war da"-Beweisfoto gibt es zur Abwechslung mal hier für euch :).

Den Samstag Abend habe ich mit Milena, Sathya, Ashutosh und Stefania, die gerade aus Frankreich zu Besuch ist, verbracht. Wir haben im Biergarten der zum Restaurant umgebauten Schule "Kuolu" gesessen und die warme Sommernacht draußen genossen: mit Bier, Witzen, Gesprächen und einer Abstimmung darüber, wohin es uns zu Silvester verschlagen soll. Die Wahl fiel auf Danzig, nun müssen wir nur noch eine günstige Unterkunft und eine Preiswerte Methode der Anreise finden - nach Turku gibt es dann billige Direktflüge.

Sonntag ging es erst zu Sonnenaufgang ins Bett, weshalb ich den halben Tag geschlafen habe. Am Nachmittag stand dann Wäsche waschen, Koffer packen, Abwaschen und ein bisschen Lesen angesagt.

Samstag, 4. August 2012

Genau ein Jahr (1 Jahr!!!) ...

... lebe ich nun schon in Turku. Vielleicht sollte ich dieses Ereignis damit feiern, am Wochenende bei Ikea den lang geplanten Kleiderschrank zu kaufen. Oder ich setzte mich am Wochenende spontan in einen Bus nach Tampere, Seinäjoki, Jyväskylä oder eine andere Stadt im Norden oder Nordosten Turkus. Aus meiner Sicht ist das Jahr unglaublich schnell vergangen - und ich hatte bisher kaum Zeit, mir Finnland anzusehen. Außer Turku und Helsinki habe ich vom Land bisher noch nicht allzu viel kennengelernt. Andererseits waren die vergangenen 12 Monate sehr ereignisreich, ich kann mich nicht beschweren, dass mir allzu langweilig gewesen wäre. Und auch das Reisen kam nicht wirklich zu kurz - die Ziele lagen nur selten innerhalb Finnlands. Für das kommende Jahr nehme ich mir vor, dies zu ändern. Mal sehen, was das zweite Jahr in Turku so bringt. Ich freue mich auf jeden Fall auf die nächsten Monate! :-)

Zur Feier des Tages hier nochmal die vergangenen 12 Monate in 12 Bildern:

Im August 2011 fand die Rückkehr der großen Segelboote statt. Heute habe ich für euch noch einmal das russische Boot "Shtandart". 

Erinnert ihr euch an die Robben, die überall in Turku verteilt waren? Mitte September 2011 war es so weit, ich hatte alle Robben mit der Kamera eingefangen.

Meine erste Konferenz als finnische Doktorandin fand im Oktober 2011 in Hyytiälä statt. Das Konferenzzentrum lag sehr idyllisch am See im Wald.

Im November habe ich mit Linnea zusammen das Pfefferkuchen-Kunstwerk gestaltet. Auch meinen ersten Glögi habe ich im November 2011 getrunken. 

Weihnachtsstimmung kam trotz mangelndem Schnee (und das in Finnland!!) im Dezember auf. 

Dank des Schneechaos in Finnland zu Weihachten war es im Januar möglich, durch das verschneeite Turku zu spazieren. 

Beim Schlittschuhlaufen im Februar habe ich zum ersten mal Schlittschuhlauf-Hilfen gesehen.

Im März fand unser Betriebsausflug nach Ruissalo statt - hier noch einmal mein Lieblingsbild von diesem Ausflug. 

Zu Ostern im April hatte ich mich mit meinen Kollegen auf den Weg nach Tallinn gemacht.

Madrid und Toledo standen Anfang Mai auf meinem Programm. 

Ende Juni fand meine erste Konferenz im Ausland statt: das jährliche Meeting der amerikanischen Endokrinologie-Gesellschaft in Houston, Texas.

Im Juli war meine frühere Mitgewohnerin Mandy zu Besuch in Finnland. Wir haben uns die Burg zu Turku angesehen und uns auf Muumin-Suche im Muumin-Land begeben.

Freitag, 3. August 2012

Eine Fahrradtour und Paddelball...

... mussten heute zum Stressabbau herhalten. Da dies hier ja kein "Arbeitsbeschwerdebuch" ist, sondern ein Tagebuch über mein Leben in Finnland außerhalb des Labors, erspare ich euch mal die Gründe, wieso ich Stress abbauen musste. Jedenfalls hatte ich nach der Arbeit das dringende Bedürfnis, mein Fahrrad zu schnappen und so lange zu fahren, bis meine Gedanken nicht mehr um die Arbeit kreisten. Nach einer Stunde musste ich dann resigniert feststellen, dass keine Besserung eintritt und Fahrradfahren vielleicht nicht der optimale Weg zur Stressbewältigung ist. Also habe ich Milena angerufen und mich zum Paddelball spielen verabredet. Mit einem Holzschläger auf einen nicht-federnden Ball zu schlagen, stellte sich als deutlich bessere Methode zum Stressabbau heraus. Nach dem Spiel haben wir noch ein wenig zusammengesessen, Musik gehört und geredet. Als ich meinen Heimweg angetreten habe, waren meine Gedanken auch endlich komplett von der Arbeit gelöst.

Donnerstag, 2. August 2012

Der neue Batman-Film im Kino...

... war heute genau das richtige, um den Abend mit Freunden ausklingen zu lassen. Aber Action gepaart mit Fantasy ist für meinen Geschmack sowieso immer gut... 
Der Arbeitstag war mal wieder ziemlich lang - heute aber nicht wegen mir, sondern wegen meiner Studentin. Ich wollte zumindest nicht riskieren, sie abends allein im Labor zu lassen, bis sie ihre Arbeit für heute erledigt hatte. Somit hatte ich endlich einmal wieder Zeit, ein paar Datein auf meinem Computer auf den neuesten Stand zu bringen und Ordnung in das wachsende Chaos an Objektträgern fürs Mikroskopieren. Nachdem die Studentin ihren Versuch beendet hatte, habe ich also noch schnell alle Lichter in der Abteilung ausgemacht, meinen Computer ausgeschaltet und mich auf den Heimweg gemacht. Zuhause blieb mir dann noch eine halbe Stunde zum Abendessen, bevor ich mich mit Sathya, Ashutosh und Milena am Kino auf der anderen Straßenseite getroffen habe. Im Kino ist mir dann ein Mitglied des Brettspielclubs über den Weg gelaufen - die Gelegenheit habe ich natürlich gleich genutzt, um zu erfahren, wo sich die Leute seit neuestem Treffen. Scheinbar ist der Spielbereich, in dem wir uns bisher aufgehalten haben, eher für Kinder reserviert, zumindest wurde der Brettspielclub aufgrund des Alters der Mitglieder ausgelagert in einen anderen Teil der Bibliothek. Ab nächster Woche kann ich also endlich wieder meine Dienstag Nachmittage mit Brettspielen verbringen. Wobei ich nächste Woche wohl eher meinen Koffer packen werde, da es heute in einer Woche (Mittwoch) schon nach Deutschland geht!

Falls ihr noch ein Statement zum Film wollt: Nette Spezialeffekte und Technikspielzeuge im Film wurden geboten. Aber die Handlung war nicht sonderlich ausgereift und es gab ein absehbares "unvorhersehbares" Ende. Alles in allem aber ein netter Film, falls man Comic-Verfilmungen mag :-).

Mittwoch, 1. August 2012

Der letzte Tag meines Sommerstudenten...

... ,(Paavo), hat heute noch einmal erfreuliche Ergebnisse gebracht. Nun kann er seinen Monat im Labor sogar mit ein paar Daten für sein eigenes kleines Randprojekt abschließen :-). Und noch viel besser, irgendwie ist es mir gelungen, Paavo für die Arbeit in unserem Labor zu begeistern.  Zumindest hat er bei unserem Chef angefragt, ob er im kommenden Semester sein Projekt fortsetzen könnte. Die Arbeitszeiten will er dann mit mir absprechen, sobald er seinen Vorlesungsplan für das kommende Semester hat. Also war der Abschied heute kein Abschied für immer.
Ansonsten war es ein normaler, langer Tag im Labor. Die Suche nach meinem Brettspielclub konnte ich heute nicht weiterführen, aber dafür habe ich viele neue Ergebnisse generiert. Nun bräuchte ich nur noch einen Tag im Büro, an dem ich all die Daten am Computer auswerten kann - doch dazu kommt es vermutlich erst nach meinem Urlaub im August. Denn bis dahin muss ich meine andere Praktikantin fit machen für das eigenständige Arbeiten im Labor. Aber dafür gibt es dann ja knapp zwei Wochen Erholung in München, Jena und Straßburg :-)!