Freitag, 11. Oktober 2013

Ein Wiedersehen mit Linneas und Mikaels Couch...

... stand diesen Sommer in Vaasa an. Okay, es ging nicht wirklich um die Couch, eher darum, die Beiden mal wieder zu treffen. Mikael hatte ich seit dem Umzug nach Vaasa nicht mehr gesehen, Linnea war ja zwischenzeitlich Gast auf meinem Sofa. Seitdem ist mein Wohnzimmer auch schön bunt an den Wänden :).
Mitte August ging es daher auf nach Norden, dahin wo man noch auf Eisbären in die Schule reitet und sich mit Rentierfellen zudecken muss, um die arktische Kälte auszuhalten. Na gut, nicht ganz so weit in den Norden. Aber Rentierfälle für kalte Wintertage wären sicher auch in Vaasa eine gute Idee.

Bei meiner Ankuft wartete Linnea schon mit zwei Fahrrädern am Bahnhof auf mich und es ging erst einmal queer durch die Stadt in ihre neue Wohnung. Dort angekommen haben wir zu Abend gegessen und die Stadtinformationshefte gewälzt, um herauszufinden, welche Museen in Vaasa noch Mitte August geöffnet sind. Denn im hohen, fast Eisbär-geplagten Norden zählt man nur den Juli als Sommer und öffnet die meisten Museen dementsprechend nur für einen Monat. Aber wir haben es trotzdem geschafft, uns die Zeit nett zu gestalten. 

 Linnea beim Teppich-Waschen am Meer. So geniessen Finnen den Sommer.

Die Mustasaari-Kirche von der Ferne...

 ... vom Nahen...

... und von Innen. 

Am nächsten Morgen wies mich Linnea erstmal ins Teppichwaschen ein. Denn Finnen waschen ihre Teppiche noch selbst. Zwar nicht mehr IM Meer wie das früher Tradition war, aber immer noch an Waschplätzen AM Meer. Nachdem wir drei Teppiche mit Waschmittel eingerieben, ausgewaschen und gemangelt haben, fuhren wir vom Waschplatz wieder zu Linneas und Mikaels Haus und hingen die Teppiche zum trocknen in die Sonne. Anschließend ging es mit dem Fahrrad nach Gamla Vasa, der ehemalige Ortskern und heute ein Stadtteil von Vaasa. Dort haben wir uns die Ruine der Mustasaari-Kirche angesehen und versucht, ein paar Geocaches zu finden. Allerdings hatten wir in Gamla Vasa wenig Glück beim Dosensuchen. Dafür gab es einige nette Ruinen und viele schöne Bauwerke zu sehen. Den Nachmittag verbrachten wir dann im Kunstmuseeum für Moderne Kunst "Kunssi" und mussten feststellen, dass unser Kunstgeschmack nicht ganz übereinstimmt. Dafür hatten wir viel Spass mit den Bildtitel, die Grundschulkinder im Vorfeld der Ausstellung für die Kunstwerke wählen sollten. Zum Abschluss des Abends gab es Tapas zum Abendessen und lustige Spiele und interessante Cocktails in einer Bar.

 In Gamla Vaasa gibt's auch ganze Häuser. Alte Holzhäuser.

 Das Kunstmuseeum Kunssi.

Der nächste Tag sollte uns dann zur Besichtigung der Stadt dienen. Und natürlich zum geocachen. Nein, ich bin nicht süchtig danach. Ich mach das nur gern auf reisen, weil es einen immer an nette Orte führt ;-). Die Stadtbesichtigung brachte uns zu ehemaligen Kasernen, der orthodoxen Kirche von Vaasa, dem Berufungsgericht und zur Universität.

 Die Universität von Vaasa war früher eine Fabrik. 

 Vaasas orthodoxe Kirche.

Das Berufungsgericht von Vaasa.

Am letzten Tag meines Vaasa-Kurzurlaubs war "Restaurant-Tag" in Vaasa (und auch in Turku). Für einen Tag darf jeder, der will, ein Restaurant oder Café betreiben. In der eigenen Wohnung, dem eigenen Haus, dem Hinterhof oder dem nächstgelegenen Park kann dann jeder Kaffee und Kuchen, Suppen, Salate und was einen noch so in den Sinn kommt verkaufen. Nach einem späten Frühstück liessen wir das Mittagessen ausfallen, und gingen zum Restaurant-Tags Café des Fantasy-Spielclubs von Vaasa. Dort gab es neben Bedienung in mittelalterlich angehauchten Kostümen und Fellen zum Sitzen auch ein paar moderne Brett- und Kartenspiele. Und natürlich Kaffee und Kuchen. Wir verbrachten ein paar Stunden dort mit Spielen und reden, bevor es für mich langsam Zeit wurde, mich auf den Heimweg zu machen. Wir kehrten noch schnell bei einer Pizzaria ein um zu Abend zu essen, und dann brachten mit Mikael und Linnea zum Bahnhof. 

Dienstag, 8. Oktober 2013

Versprechen soll man halten...

... auch wenn man dazu 1200 Kilometer südöstlich reisen muss. Denn vor einiger Zeit hatte ich Alex, einem Freund aus Bachelor-Studienzeiten in Köthen, und seiner Freundin Carmen versprochen, zu ihrer Hochzeit zu kommen. Als dann die Einladung per Post durch meinen Briefschlitz in Turku flatterte, war es also Zeit, die Flüge und Züge nach Halle an der Saale zu buchen. Alex's Eltern waren glücklicher Weise so freundlich, mich für ein paar Tage auf ihrer Wohnzimmer-Couch aufzunehmen und Alex und Carmen haben trotz Hochzeitsvorbereitungsstress tatsächlich noch Zeit gefunden, vor ihrem grossen Tag noch ein bisschen was mit mir in Halle zu unternehmen. Teilweise haben wir auch einfach den Vorbereitungsstress noch mit Spass verbunden. Wenn man schon ins Stadtzentrum fährt, um die Schlüssel für Gästewohnungen abzuholen, kann man auch noch schnell ein Eis essen und mal kurz nach einem Geocache suchen.
Um ehrlich zu sein, fühlt es sich rückblickend so an, als hätte ich die meiste Zeit in Halle mit Geocaching verbracht. Den Abend vor der Hochzeit gab es nach viel zu langer Zeit mal wieder ein Wiedersehen mit Silvana, eigentlich die einzige Person aus meinem Studiengang in Köthen, mit der ich noch Kontakt habe :). Und ein weiterer Freund von Alex und Silvana, der Maik, war auch dabei. Wir waren in Halle Abendessen, was trinken und am Ende noch ein wenig Geocachen bei Nacht. Den Vormittag des Hochzeitstages - während Alex und Carmen sich im Familienkreis das Ja-Wort gaben, haben Silvana, ihr Freund Thomas der auch endlich den Weg nach Halle gefunden hatte, Maik und ich uns die Zeit mit weiterem Dosensuchen vertrieben. Naja, und mit Jammern über's Wetter. Denn 36 °C im Schatten war uns dann zeitweise doch zu viel. Aber wir hatten ja die Genugtuung zu wissen, dass Alex in langärmligen Hemd, Weste und Jacket rumlaufen musste und Carmen es in dem Hochzeitskleid sicherlich auch nicht gerade kalt fand.

Natürlich haben wir es trotz Geochachen und Schwitzen geschafft, pünktlich bei der Hochzeitsfeier aufzutauchen. Oder sogar überpünktlich, wie in meinem Fall. Alex's Eltern waren zwischen der Trauung und der Hochzeitsfeier noch einmal kurz zuhause und boten mir an, mich gleich zur Feier mitzunehmen. So dass ich dann schon zum Familien-Kaffeetrinken dabei war... Nun, einige Wochen nach der Hochzeit kann ich ja verraten, dass das alles Berechnung war. Während Silvana, Thomas und Maik sich in der Strassenbahn torgeschwitzt haben, profitierte ich nicht nur von der Klimaanlage im Auto, sondern bekam auch noch Kaffee und Kuchen :). Die Feier war wirklich schön, die Freunde der Beiden hatten sich einige Spiele ausgedacht, wobei es auch ohne viel Programm nicht langweilig wurde. Nur leider hatte ich meine Kamera im Stress vergessen und kann somit nicht mit Bildern dienen (Stichwort Urheberrecht). 

Auch die ersten zwei Tage nach der Hochzeit, bis zu meiner Abreise, hatten sich Carmen und Alex Zeit genommen, viel mit mir zu unternehmen. Es gab Stadtbummel, rumstöbern in interessanten Läden, z.B. in einem Mietregal-Laden, in dem man Regalfächer anmieten kann um seine gebrachten Gegenstände oder selbstgebastelte Dinge zu verkaufen. Ausserdem waren wir noch mehr Geocachen - weil's viel mehr Spass macht in Gesellschaft - ließen uns von Mücken stechen und haben das sonnige Wetter genossen.

Für mich ging es dann nach dem langen Wochenende wieder nach Berlin und von dort nach Turku. Das frischgetraute Ehepaar hat sich derweil für die Hochzeitsreise auf den Weg nach Irland gemacht.