... hatten Sathya und Rajesh (ihr nun Ehemann ;) ) für mich zum Sightseeing in Indien gebucht. Früh am Morgen ging es daher in den Bundesstaat im Südwesten Indiens, der von den Indern auch "Land der Götter" genannt wird. Rajesh war schon mehrfach in Kerala und wollte unbedingt, dass ich mir diese Gegend ansehe - vielleicht könnt ihr nach den Fotos die ich euch heute zeigen werde auch verstehen, warum :). Am Flughafen in Cochin angekommen wartete bereits mein Reiseführer und Fahrer auf mich.
Am ersten Tag fuhren wir von Cochin (an der Westküste) landeinwärts nach Munnar, eine kleine Stadt inmitten vieler Teeplantagen. Unterwegs gab es einige Wasserfälle zu sehen, natürlich Teeplantagen und indische Hutaffen. Außerdem beinhaltete die gebuchte Kerala-Rundreise einen Besuch in einem "Spice Garden" - einer Art botanischem Garten für Gewürzpflanzen - und einen Stopp zum Elefanten-Reiten. Am Abend des ersten Tages stand dann noch ein Besuch in einem traditionellen Thater und einer Kampfkunst-Vorführung auf dem Programm.
Der schönste Wasserfall des ersten Tages.
Ein indischer Hutaffe. Ich kann es immer noch nicht recht glauben, da sieht man einfach mal Affen am Straßenrand. Lustige kleine Affen...
... und große Elefanten. Zum Glück sind mir aber keine wilden Elefanten über den Weg gelaufen, das hätte dann doch etwas gefährlicher werden können.
So also sieht schwarzer/weißer/roter/grüner Pfeffer aus. Aus einer Pflanze werden alle vier Pfefferarten. Nimmt man die noch unreifen, grünen Pfefferkörner und legt sie in Essig ein, erhält man grünen Pfeffer. Wenn man die die grünen Körner trocknet, erhält man schwarzen Pfeffer. Aus den roten Kernen erhält man roten Pfeffer durch Einlegen der Kerne in Essig oder Salzlake und weißen Pfeffer, indem man die Schale mit einem Wasserbad entfernt und die geschälten Kerne trocknet.
Auch Gummibäume konnte man im Gewürzgarten betrachten. Genauso wie Vanille, Kardamom, Stevia und verschiedenste Heilpflanzen die gegen Diabetes oder Demenz helfen sollen.
Das traditionelle Theater in Munnar war meine Abendbeschäftigung...
... wobei die Kampfshow mit solchen Kunststücken wie durch Feuerringe springen doch das Highlight des Abends war.
Am zweiten Tag in Kerala ging es hoch hinaus - auf über 2000 Meter. Den Vormittag verbrachte ich im "Eravikulam National Park", die Heimat des Nilgiri-Thar. Außerdem befindet sich der Berg "Anamudi" in diesem Nationalpark, der mit 2,695 Metern der höchste Berg Indiens außerhalb des Himalaya-Gebirges. Für den Nachmittag hatte mein Fahrer und Reiseführer eine Jeep-Safari organisiert, die mich in einen anderen Teil des Gebirges bringen sollte, an die Grenze zwischen den Bundesstaaten "Kerala" und "Tamil Nadu". Dort oben, in 2160 Metern Höhe befindet sich das höchste Tee-Anbaugebiet der Welt.
Die Jeep-Tour war ziemlich abenteuerlich. Es ging schon damit los, dass der Fahrer in einem Lebensmittelladen getankt hat - ich bin mir immer noch nicht sicher, dass er dort wirklich Diesel oder Benzin in den Tank geschüttet bekam ;). Aber wir kamen auf den Berg hoch und wieder sicher zurück nach Munnar. Und unterwegs wurde schnell klar, wieso wir einen Jeep für diese Fahrt benötigten. Die Wege wären mit einem normalen Auto nicht befahrbar gewesen, es ging entlang der Teefelder auf schnalen Wegen den Berg hinauf, mitten in die Wolken hinein. Oben angekommen konnte ich eine Teefabrik besichtigen. Auf dem Rückweg nach Munnar haben wir noch einen kleinen Abstecher zum "Elefanten-See" gemacht, einer Wasserstelle, an der sich die Elefanten Abends zum Trinken und Baden einfinden. Wir hatten allerdings nicht das Glück, dort einen Elefanten anzutreffen. Was vielleicht auch besser so war, denn zum Abschluss der Tour zeigten mir die beiden Reiseführer noch das neue Haus einer Familie, die an diesem See lebt. Das Haus war auf einem Felsbrocken gebaut, außer Reichweite der Elefanten, die das erste Haus zerstört hatten. Ich muss zugeben, ich habe ziemlichen Respekt vor diesen großen Tieren und ich weiß nicht, ob ich wirklich einen wilden Elefanten aus der Nähe sehen will.

Der "Eravikulam National Park" bietet einen wundervollen Ausblick...
...und eine schöne Aussicht auf den Berg "Anamudi"...
... wo das Nilgiri-Thar zuhause ist.
Der Elefanten-See verdient seinen Namen wohl wirklich, zumindest,...
... wenn man sich das vor Elefanten geschützte, neu gebaute Haus auf dem Felsen in der Nähe ansieht.
Tee, soweit das Auge blickt. Und das so weit oben, dass man schon in den Wolken ist...
... wo sich die höchste Tee-Fabrik der Welt befindet.
Den dritten Tag und die letzte Nacht in Kerala habe ich auf einem Hausboot verbracht. Nahe der Stadt Alleppey befinden sich die sogenannten "Backwater" Keralas, eine Art stilles Gewässer aus Nebenflüssen und kleineren Stauseen. Unterwegs von Munnar nach Alleppey kamen wir erneut an einigen Wasserfällen vorbei und je weiter wir uns von den Bergen um Munnar entfernten, umso mehr wichen die Teepflanzen den Kokosnuss-Palmen am Straßenrand. Da man auf einem Boot nicht allzu viel machen kann, war dieser Teil der Reise nicht sehr aufregend und eher entspannend. Aber ein paar Fotos vom Backwater und den Hausbooten gibt es natürlich für euch:
Ein typisches Hausboot.
Entlang des Wassers befinden sich verschiedenste Gebäude. Wohnhäuser, Läden mit Zugangsstegen, oder auch...
... Kirchen und Tempel.
Zum Abschluss des Kerala-Reiseberichts gibt es noch einen weiteren Wasserfall. Nach drei Tagen in dieser wundervollen Landschaft konnte ich verstehen, warum Sathya und Rajesh mich unbedingt nach Kerala schicken wollten :).