... sieht man sicherlich nicht alle Tage. Aber vielleicht liegt das auch nur daran, dass Linnea und Mikael nicht jede Woche umziehen. Aber ihre Auszugsfeier und der letzte Sauna-Abend in ihrer Wohnung hielten doch einige unvergessliche Momente bereit.
Freitag Abend hatten Linnea und Mikael ein paar Freunde eingeladen zum Käsefondue essen und um die Sauna ein letztes Mal zu nutzen. Der Abend fing ganz normal an, ein paar Leute haben sich darum gekümmert, das Brot in Stücke zu schneiden und den Käse zu erwärmen und der Rest hat den Tisch gedeckt und genug Sitzmöglichkeiten aufgetrieben. Um das Fondue warm zu halten, hatten wir ganz professionell Brennpaste in den Warmhalte-Mechanismus des Fondue-Sets gefüllt. Vermutlich war es keine so gute Idee, als Strafe für das Verlieren von Brotstücken im Käsefondue einen Witz erzählen zu müssen. Denn während Mikael gerade seinen Strafwitz erzählte, kam irgendwer an die Heizvorrichtung und die Brennflüssigkeit schwappte über auf den Metalluntersetzer. Alle Versuche, das Feuer wieder in den Griff zu bekommen, machte die Situation nur schlimmer. Als Linnea die Flammen mit einem Handtuch ersticken wollte, sah es im ersten Moment erfolgreich aus, doch von irgend einer Ecke kam immer noch Sauerstoff zum Feuer, so dass das Handtuch selbst beinahe verbrannt wäre. Der letzte Ausweg war, die gante Vorrichtung mit der Brennpaste auf den Balkon zu bringen und dort ausbrennen zu lassen. Für den restlichen Abend mussten Teelichter zum warm halten des Käses herhalten. Nach dem Essen haben wir alle zusammen den Tisch abgebaut und in Verpackungsmaterial eingewickelt, während die Sauna langsam aufgeheizt wurde.
Selbst mit Papp-Tellern und Plastik-Geschirr kann man den Tisch noch schön herrichten.
Das Tischfeuer, kurz bevor es das Handtuch angezündelt hat und auf den Balkon verbannt wurde.
Samstag morgen habe ich mich dann mit Linnea bei unserem Mobilfunk-Anbieter getroffen. Sie musste noch ein paar Dinge für die Ummeldung der Verträge klären und gemeinsam wollten wir versuchen, sie aus meinem Handyvertrag zu löschen. Als ich vor ca. einem Jahr den Vertrag abgeschlossen habe, wollten wir Linnea als Vertragsnehmer eintragen lassen, um die 300 Euro Sicherheitsgebühr zu umgehen, die ich als Ausländer hinterlegen müsste. Bei der Eintragung ging allerdings etwas schief, so dass ich dennoch die Kaution zahlen musste - aber Linneas Name stand dennoch mit in meinem Vertrag. Nach einigem hin und her haben wir es geschafft, mich nun als alleinigen Vertragsnehmer in meinem Handyvertrag stehen zu haben und sogar die Rückzahlung meiner 300 Euro wurden in Auftrag gegeben. Also ein Erfolg auf ganzer Linie. Mittags habe ich mich dann mit Karin, der Masterstudentin aus Estland, zum Squash spielen getroffen. Am Nachmittag wollte ich Linnea und Mikael dann bei den Auszugsparty-Vorbereitungen helfen und habe mich somit kurz nach dem Sport schon wieder auf den Weg gemacht.
Die Party war riesig für das doch recht kleine Wohnzimmer der Beiden. Zum Glück hatten wir den Tisch bereits abgebaut, anders wäre es wohl kaum möglich gewesen, um die 30 Gäste unterzubringen. Eine Freundin von Linnea hatte sogar das "Catering" übernommen und sich um das leibliche Wohl aller Gäste gekümmert. Und es gab Luftballons, Tanzspiele und eine lustige Fragerunde zum besseren Kennenlernen untereinander. Zu späterer Stunde wurden alle Luftballons in einen Umzugskarton gepackt, damit Linnea und Mikael beim Kisten schleppen wenigstens eine leichte Box vorfinden. Allerdings war die Ausführung dieser recht netten Idee doch nicht so gelungen, da der Karton so vollgestopft wurde, dass man ihn nicht mehr schließen konnte. Wir mussten also damit rechnen, dass die Zwei die Box noch vor dem Umzug entdecken.
Sooooo viele Luftballons...
... und jeder davon war individuell bemalt :-).


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