Montag, 26. August 2013

Freunde und Couchsurfer…


… haben in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder mal meine Couch belegt. Somit habe ich nun ein paar neue Museen in Turku kennengelernt, wie zum Beispiel das Freilichtmuseum, in dem man sich verschiedene Holzhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert ansehen und sich ein Bild vom Leben zur damaligen Zeit machen kann. Mit einigen Couchsurfern habe ich auch neue Bars erkundschaftet, interessante Diskussionen geführt und zusammen mit ihnen und meinen Kollegen lustige Abende verbracht. Die exotischte Bar, die ich mit Couchsurfern entdeckt habe, ist in einer ehemaligen, öffentlichen Toilette untergebracht. 

Die Dekoration in der Bar im ehemaligen Toilettenhäuschen.

Neben Couchsurfern aus Russland, Polen, Deutschland, Estland, der Schweiz, Ukraine, Ungarn und Mexiko hat auch Linnea ein paar Nächte auf meiern Couch verbracht. Und mir dabei geholfen, endlich die Wände in meiner Wohnung etwas farbenfroher zu gestalten, mit Hilfe von Tapetenstickern. So bin ich hoffentlich für die dunkle Jahreszeit gerüstet.

 Linnea fand, die Idee, Konsolen-Spielfiguren an meine Wand zu kleben, rockt.

 Die kleine Wand im Wohnzimmer...

... und die lange Wand über der Couch nach all dem Klebespass. Mir gefällt es jeden Tag auf's Neue.

Donnerstag, 22. August 2013

Vappu, der 1. Mai…


… wird in Finnland vor allem zu Ehren von Schülern und Studenten gefeiert, und jeder Finne, egal ob Jung oder Alt, kramt zu diesem Anlass seine Schulabschluss-Mütze raus. Die Feierlichkeiten zum ersten Mai beginnen in Turku offiziell am 30.4. um 18 Uhr, die Labore und Büros an der Universität leerten sich ab 14 Uhr und jeder machte sich auf dem Weg Freunde zu treffen und irgendwo im Park, in einer Bar oder bei jemandem Zuhause schon ein wenig zu feiern. Gegen 17 Uhr füllte sich dann die Gegend um den Kunstmuseumsberg mit Menschen, bis der gesamte Berg, die Strasse Richtung Marktplatz und der Marktplatz selbst voller Menschen war. Es gab eine Blaskapelle, die für Musik sorgte und kurz vor 18 Uhr begann eine Rede, bei der sich um Punkt 18 Uhr alle Finnen ihre Schulabschluss-Mützen aufsetzten. Auf einmal sah man nur noch weisse Mützen auf dem Museumshügel und dem Marktplatz.  

Am Kunstmuseumsberg, kurz vor 18 Uhr...

... pünktlich zum Mützen aufsetzen...

... und kurz nach 18 Uhr.

Dann bewegt sich die gesamte Menschenmasse bergabwärts bis zur anderen Seite des Flusses, wo eine Statue steht, der von Studenten eine riesige Studentenmütze auf den Kopf geworfen werden soll. Nach diesem interessant anzusehendem Ritual verstreuen sich alle Leute in verschiedene Parks und Hinterhöfe, um gemeinsam zu Abend zu essen, zu trinken und zu feiern.

Durch die Menge an Menschen war es unmöglich, nah genug an die Statue zu kommen, um wirklich etwas zu erkennen. Von unserem Standpunkt aus war lediglich der Kran zu sehen, mit dem die Mützenwerfer auf Augenhöhe mit der Statue gebracht wurden. 

Am 1. Mai selbst ist die Stadt zum Vormittag beängstigend ruhig, man findet kaum jemanden auf der Strasse und selbst der Marktplatz ist menschenleer. Am Nachmittag sammeln sich dann die Leute wieder in den Parks der Stadt, um ein Picknick abzuhalten. Die Finnische Art, den 1. Mai zu feiern.

Montag, 19. August 2013

Noch einmal jung fühlen auf Åland…


… und das Ende April, an einem der ersten warmen Frühlingswochenenden. Nicht, dass ich mich nun sonderlich alt fühlen würde. Aber Erasmus Austauschstudenten haben doch einen lockereren Auslandsaufenthalt, als ein Doktorand im Ausland. Dementsprechend gross waren die Erwartungen bei Milena und mir, dass ein Wochenende mit viel Party und, naja,... Alkoholkonsum vor uns lag. Schliesslich hatten wir uns für einen Erasmus-Ausflug nach Åland angemeldet, ein Haufen Studenten auf einer Insel, die vor allem Meer, Wald und weite Felder bietet, mit einer Unterkunft, die weit entfernt von Läden, anderen Menschen o.ä. lag. Allerdings erfüllten die Erasmus-Studenten, die sich auch für den Ausflug gemeldet hatten, nicht gerade das Klischee der Standard-Austauschstudenten. Und somit bot unser Wochenende doch mehr, als Trinkspielen und am Strand rumliegen. 
Die Unterkunft bestand aus einem Hauptgebäude mit Toiletten, Duschen, Gemeinschaftsküche, grosser Terrasse und drei Aufenthaltsräumen, 6 kleinen Holzhäusern mit jeweils 6 Betten, einem Grillplatz mit kleiner Hütte, Bootshaus und, natürlich, einem Saunahaus. Am ersten Abend wurden Sauna und Grill angeheizt und wir haben als erste Gäste des Jahres das Ruderboot zu Wasser gelassen. Beim ersten Ausflug mit dem Ruderboot haben wir es dann auch gleich fertig gebracht, eine der beiden Rudergabeln im Wasser zu versenken - natürlich so, dass sie nicht mehr aufzufinden war. Der Rückweg dauerte somit gute eineinhalb Stunden, eine beachtliche Zeit, wenn man bedenkt, dass wir vorher erst 20 Minuten unterwegs waren… Aber zum Glück befanden sich im Bootshaus noch weitere Rudergabeln, so dass wir nicht das restliche Wochenende auf Ausflüge mit dem Boot verzichten mussten. Nach diesem tollpatschigen Start haben wir den Abend dann mit Musik auf der Aussenterrasse ausklingen lassen. 

 Die Hütten der Unterkunft mitten im Nirgendwo.

 Das Boot, nach unserem Ausflug und somit mit nur einer Rudergabel. Aber es gab ja noch Ersatz im ...

... Bootshaus der Unterkunft.

Am nächsten Tag haben sich mehrere kleine Gruppen für verschiedene Unternehmungen gefunden. Eine Gruppe wollte im angrenzenden Wald wandern gehen, die nächsten hatten geplant, mit dem Boot zur nächsten Insel zu rudern und dort ein Picknick abzuhalten und eine andere Gruppe wollte in die Stadt Mariehamn fahren. Da ich bisher noch nicht auf Åland war, gefiel mir die Idee, zumindest die Hauptstadt der Insel zu sehen recht gut. Also liefen wir eine Stunde zur Bushaltestelle - die Unterkunft lag wie schon gesagt, weit ab von allem - und mit dem Bus ging es dann innerhalb von einer viertel Stunde nach Mariehamn.Dort haben wir und einen Überblick über die kleine Stadt verschafft, den Ausblick vom Felsen am Aussichtsturm genossen, da der Turm selbst abgeschlossen war, einen Kaffee getrunken und unsere Lebensmittelvorräte aufgestockt, bevor es Zeit war, mit dem letzten Bus des Tages wieder zurück zur Unterkunft zu fahren. Naja, in die Nähe der Unterkunft, die Stunde Fussweg lag ja noch zwischen der Bushaltestelle und unseren Hütten. Am zweiten Abend gab es eine grosse Grillfeier, diesmal mit Alkohol - allerdings immer noch deutlich weniger, als wir von Erasmus-Studenten erwartet hatten - und Kartenspielen. 

 Ein kleiner Einblick in Mariehamn, die Hauptstadt Ålands.

Die Aussicht vom Aussichtsturm-Berg.

Sonntag morgen stand dann auch schon die Abreise an, wir haben nur noch schnell die Hütten durchgefegt, die Küche geputzt und dann auf den Taxidienst gewartet, der uns zum Fähre bringen sollte. Die Rückfahrt fand dann mit dem neuesten Fährschiff des Viking-Line Unternehmens statt, sozusagen eine Luxusfähre. Das Boot hat eine schöne Innenausstattung vorzuweisen, eine Lounge mit Deckenbeleuchtung, die ihre Farbe wechselt, mehrere Bars und Restaurants, eine Diskothek mit Bühne, auf der gelegentlich mittelmässig bekannte Bands auftreten… und, wie sollte es anders sein, ein grosser Supermarkt mit steuerfreiem und somit günstigem Alkohol, Parfum, Schuhen, Markenkleidung und was das finnische Herz noch so begehrt: Lakritze und andere Süssigkeiten. Leider wird das Boot von den Kunden aber auch nicht besser behandelt, als die weniger luxuriösen Modelle. Daher stellt sich mir immer noch die Frage, wieso sie Teppichböden auf dem ganzen Schiff verlegt haben. Schliesslich feiert nicht jeder so gemässigt wie die Erasmus-Studenten auf meinem Åland-Trip.

Die Viking-Grace Lounge auf der Fähre.


Jaaa, ich weiss. Ich habe lange nichts geschrieben, aber ich werde in den kommenden Tagen versuchen, die wichtigsten Ereignisse der letzten Monate zusammen zu fassen. Und für die Zukunft werde ich versuchen, zumindest 1-2 x in der Woche zu schreiben. Mittlerweile hat dann doch der Alltag Einzug gehalten, es gibt nicht mehr allzu viel Neues hier in Finnland. So langsam habe ich mir auch einen grösseren Freundeskreis in Turku aufgebaut, und verbringe kaum noch einen Abend zuhause - was mir auch nicht sonderlich viel Zeit zum Blog-Einträge schreiben lässt. Aber ich gelobe Besserung :).