Freitag, 11. Oktober 2013

Ein Wiedersehen mit Linneas und Mikaels Couch...

... stand diesen Sommer in Vaasa an. Okay, es ging nicht wirklich um die Couch, eher darum, die Beiden mal wieder zu treffen. Mikael hatte ich seit dem Umzug nach Vaasa nicht mehr gesehen, Linnea war ja zwischenzeitlich Gast auf meinem Sofa. Seitdem ist mein Wohnzimmer auch schön bunt an den Wänden :).
Mitte August ging es daher auf nach Norden, dahin wo man noch auf Eisbären in die Schule reitet und sich mit Rentierfellen zudecken muss, um die arktische Kälte auszuhalten. Na gut, nicht ganz so weit in den Norden. Aber Rentierfälle für kalte Wintertage wären sicher auch in Vaasa eine gute Idee.

Bei meiner Ankuft wartete Linnea schon mit zwei Fahrrädern am Bahnhof auf mich und es ging erst einmal queer durch die Stadt in ihre neue Wohnung. Dort angekommen haben wir zu Abend gegessen und die Stadtinformationshefte gewälzt, um herauszufinden, welche Museen in Vaasa noch Mitte August geöffnet sind. Denn im hohen, fast Eisbär-geplagten Norden zählt man nur den Juli als Sommer und öffnet die meisten Museen dementsprechend nur für einen Monat. Aber wir haben es trotzdem geschafft, uns die Zeit nett zu gestalten. 

 Linnea beim Teppich-Waschen am Meer. So geniessen Finnen den Sommer.

Die Mustasaari-Kirche von der Ferne...

 ... vom Nahen...

... und von Innen. 

Am nächsten Morgen wies mich Linnea erstmal ins Teppichwaschen ein. Denn Finnen waschen ihre Teppiche noch selbst. Zwar nicht mehr IM Meer wie das früher Tradition war, aber immer noch an Waschplätzen AM Meer. Nachdem wir drei Teppiche mit Waschmittel eingerieben, ausgewaschen und gemangelt haben, fuhren wir vom Waschplatz wieder zu Linneas und Mikaels Haus und hingen die Teppiche zum trocknen in die Sonne. Anschließend ging es mit dem Fahrrad nach Gamla Vasa, der ehemalige Ortskern und heute ein Stadtteil von Vaasa. Dort haben wir uns die Ruine der Mustasaari-Kirche angesehen und versucht, ein paar Geocaches zu finden. Allerdings hatten wir in Gamla Vasa wenig Glück beim Dosensuchen. Dafür gab es einige nette Ruinen und viele schöne Bauwerke zu sehen. Den Nachmittag verbrachten wir dann im Kunstmuseeum für Moderne Kunst "Kunssi" und mussten feststellen, dass unser Kunstgeschmack nicht ganz übereinstimmt. Dafür hatten wir viel Spass mit den Bildtitel, die Grundschulkinder im Vorfeld der Ausstellung für die Kunstwerke wählen sollten. Zum Abschluss des Abends gab es Tapas zum Abendessen und lustige Spiele und interessante Cocktails in einer Bar.

 In Gamla Vaasa gibt's auch ganze Häuser. Alte Holzhäuser.

 Das Kunstmuseeum Kunssi.

Der nächste Tag sollte uns dann zur Besichtigung der Stadt dienen. Und natürlich zum geocachen. Nein, ich bin nicht süchtig danach. Ich mach das nur gern auf reisen, weil es einen immer an nette Orte führt ;-). Die Stadtbesichtigung brachte uns zu ehemaligen Kasernen, der orthodoxen Kirche von Vaasa, dem Berufungsgericht und zur Universität.

 Die Universität von Vaasa war früher eine Fabrik. 

 Vaasas orthodoxe Kirche.

Das Berufungsgericht von Vaasa.

Am letzten Tag meines Vaasa-Kurzurlaubs war "Restaurant-Tag" in Vaasa (und auch in Turku). Für einen Tag darf jeder, der will, ein Restaurant oder Café betreiben. In der eigenen Wohnung, dem eigenen Haus, dem Hinterhof oder dem nächstgelegenen Park kann dann jeder Kaffee und Kuchen, Suppen, Salate und was einen noch so in den Sinn kommt verkaufen. Nach einem späten Frühstück liessen wir das Mittagessen ausfallen, und gingen zum Restaurant-Tags Café des Fantasy-Spielclubs von Vaasa. Dort gab es neben Bedienung in mittelalterlich angehauchten Kostümen und Fellen zum Sitzen auch ein paar moderne Brett- und Kartenspiele. Und natürlich Kaffee und Kuchen. Wir verbrachten ein paar Stunden dort mit Spielen und reden, bevor es für mich langsam Zeit wurde, mich auf den Heimweg zu machen. Wir kehrten noch schnell bei einer Pizzaria ein um zu Abend zu essen, und dann brachten mit Mikael und Linnea zum Bahnhof. 

Dienstag, 8. Oktober 2013

Versprechen soll man halten...

... auch wenn man dazu 1200 Kilometer südöstlich reisen muss. Denn vor einiger Zeit hatte ich Alex, einem Freund aus Bachelor-Studienzeiten in Köthen, und seiner Freundin Carmen versprochen, zu ihrer Hochzeit zu kommen. Als dann die Einladung per Post durch meinen Briefschlitz in Turku flatterte, war es also Zeit, die Flüge und Züge nach Halle an der Saale zu buchen. Alex's Eltern waren glücklicher Weise so freundlich, mich für ein paar Tage auf ihrer Wohnzimmer-Couch aufzunehmen und Alex und Carmen haben trotz Hochzeitsvorbereitungsstress tatsächlich noch Zeit gefunden, vor ihrem grossen Tag noch ein bisschen was mit mir in Halle zu unternehmen. Teilweise haben wir auch einfach den Vorbereitungsstress noch mit Spass verbunden. Wenn man schon ins Stadtzentrum fährt, um die Schlüssel für Gästewohnungen abzuholen, kann man auch noch schnell ein Eis essen und mal kurz nach einem Geocache suchen.
Um ehrlich zu sein, fühlt es sich rückblickend so an, als hätte ich die meiste Zeit in Halle mit Geocaching verbracht. Den Abend vor der Hochzeit gab es nach viel zu langer Zeit mal wieder ein Wiedersehen mit Silvana, eigentlich die einzige Person aus meinem Studiengang in Köthen, mit der ich noch Kontakt habe :). Und ein weiterer Freund von Alex und Silvana, der Maik, war auch dabei. Wir waren in Halle Abendessen, was trinken und am Ende noch ein wenig Geocachen bei Nacht. Den Vormittag des Hochzeitstages - während Alex und Carmen sich im Familienkreis das Ja-Wort gaben, haben Silvana, ihr Freund Thomas der auch endlich den Weg nach Halle gefunden hatte, Maik und ich uns die Zeit mit weiterem Dosensuchen vertrieben. Naja, und mit Jammern über's Wetter. Denn 36 °C im Schatten war uns dann zeitweise doch zu viel. Aber wir hatten ja die Genugtuung zu wissen, dass Alex in langärmligen Hemd, Weste und Jacket rumlaufen musste und Carmen es in dem Hochzeitskleid sicherlich auch nicht gerade kalt fand.

Natürlich haben wir es trotz Geochachen und Schwitzen geschafft, pünktlich bei der Hochzeitsfeier aufzutauchen. Oder sogar überpünktlich, wie in meinem Fall. Alex's Eltern waren zwischen der Trauung und der Hochzeitsfeier noch einmal kurz zuhause und boten mir an, mich gleich zur Feier mitzunehmen. So dass ich dann schon zum Familien-Kaffeetrinken dabei war... Nun, einige Wochen nach der Hochzeit kann ich ja verraten, dass das alles Berechnung war. Während Silvana, Thomas und Maik sich in der Strassenbahn torgeschwitzt haben, profitierte ich nicht nur von der Klimaanlage im Auto, sondern bekam auch noch Kaffee und Kuchen :). Die Feier war wirklich schön, die Freunde der Beiden hatten sich einige Spiele ausgedacht, wobei es auch ohne viel Programm nicht langweilig wurde. Nur leider hatte ich meine Kamera im Stress vergessen und kann somit nicht mit Bildern dienen (Stichwort Urheberrecht). 

Auch die ersten zwei Tage nach der Hochzeit, bis zu meiner Abreise, hatten sich Carmen und Alex Zeit genommen, viel mit mir zu unternehmen. Es gab Stadtbummel, rumstöbern in interessanten Läden, z.B. in einem Mietregal-Laden, in dem man Regalfächer anmieten kann um seine gebrachten Gegenstände oder selbstgebastelte Dinge zu verkaufen. Ausserdem waren wir noch mehr Geocachen - weil's viel mehr Spass macht in Gesellschaft - ließen uns von Mücken stechen und haben das sonnige Wetter genossen.

Für mich ging es dann nach dem langen Wochenende wieder nach Berlin und von dort nach Turku. Das frischgetraute Ehepaar hat sich derweil für die Hochzeitsreise auf den Weg nach Irland gemacht.


Donnerstag, 26. September 2013

Die Finnen und ihre Sommerjobs


… haben mir ein lustiges Wochenende auf Åland beschert. Denn so konnte ich Jay und Tuomas in Mariehamn besuchen, wo Tuomas in einem Hotel die Zimmer für die Gäste herrichtete, statt in der Autowerkstatt Metall zu verbiegen oder sich auf sein erstes Studienjahr vorzubereiten und Jay im Supermarkt arbeitete, um Geld für die kommenden Semester anzusparen. Aber nicht nur Tuomas und Jay arbeiteten in Sommerjobs, viele Geschichtsstudenten verbrachten den Sommer in einem Museum, und im Handwerksmuseum in Turku habe ich eine Frau getroffen, die mit zwei Studienabschlüssen - in Computerwissenschaften und Englischer Literatur - immer noch jeden Sommer Spitzen "klöppelt". Sommerjobs dienen für Finnen also nicht nur zum Geld verdienen, sondern auch zum "abschalten" und "mal rauskommen". Für Jay und Tuomas war der Sommerjob eine willkommene Gelegenheit, Turku mal zu verlassen und eine Weile woanders zu leben… Dort, wo andere Menschen Urlaub machen - ich zum Beispiel :) 
Also habe ich mich einen sonnigen Samstags, am 20.7., mit der Fähre auf den Weg gemacht, um die beiden auf Åland zu besuchen. Nach meiner Ankunft konnte ich mir erstmal kurz die Stadt ansehen und einen Überblick verschaffen, wie Mariehamn zur Tourismus-Hochsaison aussieht, während Tuomas noch seine Schicht im Hotel beendete und Jay fleissig Kunden im Supermarkt abkassierte. In der zweiten Juni-Hälfte findet in Mariehamn ein Musikfestival statt, bei dem jeden Abend irgend eine Band auftritt und nachmittags die Hausband für Unterhaltung sorgt. Der Eintritt zum Festivalgelände war zwar ziemlich teuer, aber man konnte die Musik noch einige Strassenecken weiter hören, so dass es nicht wirklich einen Grund gab, Tickets zu kaufen, wenn man die Musiker nur hören und nicht unbedingt sehen wollte. Somit konnte ich nach meiner Stadtbesichtigung einen Kaffee mit Hintergrundmusik geniessen, während ich auf Tuomas Ankunft in der Innenstadt wartete. Gemeinsam mit ihm ging's dann zum Studentenwohnheim, in dem sich Tuomas und Jay für den Sommer eingemietet hatten. Dort lliessen mein Gepäck dort und machten uns auf den Weg, alles nötige für einen gemütlichen Grillabend zu besorgen. 

Das windige Åland (rotes Kreuz mit gelben Rand auf blauem Grund) heisst alle Willkommen. Naja, nicht alle alle, aber Estland (blau, schwarz, weiss), Norwegen (blaues Kreuz mit weissem Rand auf roten Grund), Schweden (gelbes Kreuz auf blauem Grund) und Finnland (blaues Kreuz auf weissem Grund).

Das Ergebnis unserer Essenssuche. Schaschlik, Salat und Schokobananen. 

Am nächsten Tag hatte Tuomas frei und Jay musste die Nachmittagsschicht im Supermarkt arbeiten, so dass wir den Vormittag gemeinsam in der Stadt verbringen konnten. Da Åland ausser Meer, Strand, Wald und Feldern nicht sonderlich viel zu bieten hat, und die Hauptstadt, Mariehamn, auch nicht allzu gross ist, haben wir uns dazu entschlossen, die Zeit mit Geocaching zu vertreiben - auf diesem Weg lernten auch die Beiden noch neue Ecken der Stadt kennen, und wir hatten etwas zu tun, das mehrere Stunden füllen konnte. Während Jay dann arbeiten war, bin ich mit Tuomas zur Burg von Åland gefahren, einer der wenigen Sehenswürdigkeiten auf der Insel. Bei meinem letzten Åland-Besuch war es uns nicht möglich, die Burg zu besuchen - denn ohne Auto und Fahrrad blieb uns nur das wenig ausgebaute Bussystem, mit dem wir zumindest damals im April nur zur Burg hin, aber nicht wieder zurück gekommen wären. Da Tuomas und Jay aber ihr Auto mit auf die Insel gebracht hatten, konnten wir uns nun die Burg ansehen - und unterwegs noch ein paar weitere Geocaches finden. 

 Die Burg von Åland! Ist sie nicht schön?! Ich mein, es ist eine der sehr wenigen Sehenswürdigkeiten auf der Insel. Und sie erinnert ein wenig and Turkus Burg.

Und weil sie so schön ist, Ålands Burg nochmal von der anderen Seite. 

Nachdem sich die beiden eindeutig mit dem Geocaching-Fieber infiziert hatten, haben wir auch den letzten Abend meines Besuchs damit verbracht, durch Mariehamn zu laufen und kleine Dosen zu suchen, die andere Leute in der Stadt versteckt hatten. Dann hiess es, noch ein wenig Schlaf abzubekommen, bevor wir mitten in der Nacht raus mussten, um alle drei die Nachtfähre nach Turku zu bekommen - Ich musste schliesslich am Montag wieder arbeiten, und Jay und Tuomas mussten ein paar Sachen für ihren Umzug zurück nach Turku und das kommende Studiensemester regeln. Und… nennt uns ruhig verrückt, aber wir sind etwas früher losgefahren, um in der Nähe des Nacht-Hafens (die Fähren dürfen nachts nicht den Hafen in Mariehamn anfahren, und halten deshalb an einer anderen Stelle der Insel) noch schnell einen Geocache zu suchen. Der Cache war versteckt an einer alten Kirche direkt am Meer und bot selbst in der Nacht einen netten Ausblick. Allerdings ging das doch nicht ganz so schnell, wie wir geplant hatten, so dass wir gerade noch rechtzeitig zum Boarding des Bootes am Hafen ankamen.

 Die Kirche von Mariehamn. 

Kunst am Hafen. Jaja, wo einen Geocaching so alles hinführen kann.

Eine kleine Villa auf der Insel ;). Schliesslich scheint Åland vor allem reiche Finnen und Schweden anzulocken. Aber gut, dieses Bauwerk ist dann doch kein normales Wohnhaus. Was aber nicht heisst, dass Mariehamn nicht über einige grosse Villen verfügt. 

Montag, 16. September 2013

Ein Tag im Vergnügungspark...


… in Tampere, das nenn ich mal eine Geburtstagsfeier. Und Krista scheinbar auch, zumindest hatte sie mich eingeladen, zusammen mit ihr, ihrem Freund Ruu und den 2 ältesten Kindern an ihrem Geburtstag zum Vergnügungspark "Särkäniemi" zu fahren. Ein Nachbarschaftsverein der beiden organisierte genau zum passenden Tag einen Tagesausflug um die Sommerferien erlebnisreicher zu gestalten. Und ich war nun mit an Board, als es am 18. Juli mit einem Reisebus nach Tampere ging. In Särkäniemi haben wir uns dann zunächst eine Delfinshow angesehen - durch das angrenzende Aquarium sind wir relativ schnell durchgelaufen - und haben uns dann auf die Fahrgeschäfte gestürzt. Für die Kinder gab es das Angry Birds-Land. Ein kleiner Vergnügungspark im grossen Park, mit kleinen Fahrgeschäften und einem riesigen Klettergerüst. 

Der Eingang zum Angry-Birds Land.

Die spinnen, die Angry-Birds verrückte Finnen... Aber für Kinder ist der Spielplatz sicher ein Traum :)

Leider spielte das Wetter nicht so recht mit, gegen Mittag fing es an zu regnen und innerhalb einer Stunde waren wir alle trotz Regenjacken durchnässt. Da halfen dann auch die Regenponchos aus dem Souvenirshop nicht mehr allzu viel… Zum Aufwärmen und Abendessen ging es dann zum Pizzabuffet, bevor wir noch ein paar Runden mit der Achterbahn und Schiffsschaukel gefahren sind. 
Da Ruu wegen einer Wirbelsäulenverletzung die meisten Fahrgeschäfte nicht fahren konnte, sind an diesem Tag auch noch ein paar schöne Fotos entstanden, die ich euch nicht vorenthalten will. 

 Kaum ein Mensch weit und breit, wir hatten den Park fast für uns. Wenn es nur nicht so viel geregnet hätte...

 ... hätten wir noch viel mehr Spass gehabt mit den Karussellen... 

... und Achterbahnen. 

Dienstag, 3. September 2013

Mittsommer, was für ein Fest!!!


Wenn man nicht gerade krank ist und die Feiertage fast verschläft. Frisch zurück vom Heimaturlaub hatte ich mich eigentlich auf Mittsommer gefreut. Bei Freunden grillen, am Stand rumlümmeln und den finnischen Sommer geniessen. All das, was ich letztes Jahr verpasst hatte, während ich in Houston auf einer Konferenz war. Das klingt doch gut. Leider hatte sich mein Magen das aber irgendwie anders gedacht, und sich eine Lebensmittelvergiftung eingefangen, so dass ich die meiste Zeit vor und um Mittsommer rum schlafend im Bett lag oder mich mit dem finnischen Gesundheitssystem rumschlagen musste. 
Somit war mein Mittsommer leider wenig spannend. Von dem aufregenden Moment beim Arzt einmal abgesehen, an dem wir diskutiert haben, wie schlecht meine Blutwerte sein dürfen, bevor er mich über Mittsommer ins Krankenhaus schicken muss… Am Mittsommer-Abend selbst hatte sich dann zumindest das Fieber wieder verabschiedet. Darum konnte ich mich für drei Stunden mit ein paar finnischen Freunden und Bekannten, die die Stadt dieses Jahr nicht verlassen hatten, zum grillen treffen. Und auch wenn es nicht ganz das Fest war, das ich erwartet hatte, so war es doch nett, mal wieder ein paar Freunde zu treffen :).
Nun bleibt die Hoffnung, dass im kommenden Jahr keine Konferenz und keine Krankheit meine Chancen auf ein Mittsommer-Fest in einer Hütte irgendwo am Meer oder See zunichte macht.

Montag, 2. September 2013

Dem Sommer hinterher…


… reisen war die Devise meines kurzen Heimaturlaubs. Während es in Deutschland im Mai und Anfang Juli furchtbar kalt und verregnet war, hatten wir in Finnland schon einen angenehmen Sommer. Und als es dann in Finnland langsam regnerisch wurde, war es für mich Zeit, meine Sachen zu packen, und für einige Tage nach Deutschland zu reisen - wo es gerade endlich warm und sommerlich wurde. Das nenn' ich mal Timing :) 


Dort habe ich einige nette Tage mit Freunden und Familie verbracht, mir unter anderem den Münchner Zoo und Wasserburg am Inn mal wieder angesehen. Und auch nach Jena und sogar Erfurt habe ich es geschafft.
Beim Stadt- und Einkaufsbummel mit Freunden in Erfurt hat sich dann spontan Nepumuk, ein kleines, grünes Stoffmonster, zu uns gesellt und sich entschlossen, bei mir einzuziehen. Und da ich weiss, wie versessen einige von euch auf Fotos sind, hier mein neuer Mitbewohner und ein paar Einblicke ins schöne Erfurt. 

 Darf ich vorstellen: Nepumuk. Solche Mitbewohner hat man doch gern :). 

Erfurt feierte gerade Stadtfest als wir dort waren. Die Stadt war voller Menschen...

 ... und verschiedensten Strassenkünstlern. 

Alte Bekannte durften in Erfurt natürlich auch nicht fehlen. 


Montag, 26. August 2013

Freunde und Couchsurfer…


… haben in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder mal meine Couch belegt. Somit habe ich nun ein paar neue Museen in Turku kennengelernt, wie zum Beispiel das Freilichtmuseum, in dem man sich verschiedene Holzhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert ansehen und sich ein Bild vom Leben zur damaligen Zeit machen kann. Mit einigen Couchsurfern habe ich auch neue Bars erkundschaftet, interessante Diskussionen geführt und zusammen mit ihnen und meinen Kollegen lustige Abende verbracht. Die exotischte Bar, die ich mit Couchsurfern entdeckt habe, ist in einer ehemaligen, öffentlichen Toilette untergebracht. 

Die Dekoration in der Bar im ehemaligen Toilettenhäuschen.

Neben Couchsurfern aus Russland, Polen, Deutschland, Estland, der Schweiz, Ukraine, Ungarn und Mexiko hat auch Linnea ein paar Nächte auf meiern Couch verbracht. Und mir dabei geholfen, endlich die Wände in meiner Wohnung etwas farbenfroher zu gestalten, mit Hilfe von Tapetenstickern. So bin ich hoffentlich für die dunkle Jahreszeit gerüstet.

 Linnea fand, die Idee, Konsolen-Spielfiguren an meine Wand zu kleben, rockt.

 Die kleine Wand im Wohnzimmer...

... und die lange Wand über der Couch nach all dem Klebespass. Mir gefällt es jeden Tag auf's Neue.

Donnerstag, 22. August 2013

Vappu, der 1. Mai…


… wird in Finnland vor allem zu Ehren von Schülern und Studenten gefeiert, und jeder Finne, egal ob Jung oder Alt, kramt zu diesem Anlass seine Schulabschluss-Mütze raus. Die Feierlichkeiten zum ersten Mai beginnen in Turku offiziell am 30.4. um 18 Uhr, die Labore und Büros an der Universität leerten sich ab 14 Uhr und jeder machte sich auf dem Weg Freunde zu treffen und irgendwo im Park, in einer Bar oder bei jemandem Zuhause schon ein wenig zu feiern. Gegen 17 Uhr füllte sich dann die Gegend um den Kunstmuseumsberg mit Menschen, bis der gesamte Berg, die Strasse Richtung Marktplatz und der Marktplatz selbst voller Menschen war. Es gab eine Blaskapelle, die für Musik sorgte und kurz vor 18 Uhr begann eine Rede, bei der sich um Punkt 18 Uhr alle Finnen ihre Schulabschluss-Mützen aufsetzten. Auf einmal sah man nur noch weisse Mützen auf dem Museumshügel und dem Marktplatz.  

Am Kunstmuseumsberg, kurz vor 18 Uhr...

... pünktlich zum Mützen aufsetzen...

... und kurz nach 18 Uhr.

Dann bewegt sich die gesamte Menschenmasse bergabwärts bis zur anderen Seite des Flusses, wo eine Statue steht, der von Studenten eine riesige Studentenmütze auf den Kopf geworfen werden soll. Nach diesem interessant anzusehendem Ritual verstreuen sich alle Leute in verschiedene Parks und Hinterhöfe, um gemeinsam zu Abend zu essen, zu trinken und zu feiern.

Durch die Menge an Menschen war es unmöglich, nah genug an die Statue zu kommen, um wirklich etwas zu erkennen. Von unserem Standpunkt aus war lediglich der Kran zu sehen, mit dem die Mützenwerfer auf Augenhöhe mit der Statue gebracht wurden. 

Am 1. Mai selbst ist die Stadt zum Vormittag beängstigend ruhig, man findet kaum jemanden auf der Strasse und selbst der Marktplatz ist menschenleer. Am Nachmittag sammeln sich dann die Leute wieder in den Parks der Stadt, um ein Picknick abzuhalten. Die Finnische Art, den 1. Mai zu feiern.

Montag, 19. August 2013

Noch einmal jung fühlen auf Åland…


… und das Ende April, an einem der ersten warmen Frühlingswochenenden. Nicht, dass ich mich nun sonderlich alt fühlen würde. Aber Erasmus Austauschstudenten haben doch einen lockereren Auslandsaufenthalt, als ein Doktorand im Ausland. Dementsprechend gross waren die Erwartungen bei Milena und mir, dass ein Wochenende mit viel Party und, naja,... Alkoholkonsum vor uns lag. Schliesslich hatten wir uns für einen Erasmus-Ausflug nach Åland angemeldet, ein Haufen Studenten auf einer Insel, die vor allem Meer, Wald und weite Felder bietet, mit einer Unterkunft, die weit entfernt von Läden, anderen Menschen o.ä. lag. Allerdings erfüllten die Erasmus-Studenten, die sich auch für den Ausflug gemeldet hatten, nicht gerade das Klischee der Standard-Austauschstudenten. Und somit bot unser Wochenende doch mehr, als Trinkspielen und am Strand rumliegen. 
Die Unterkunft bestand aus einem Hauptgebäude mit Toiletten, Duschen, Gemeinschaftsküche, grosser Terrasse und drei Aufenthaltsräumen, 6 kleinen Holzhäusern mit jeweils 6 Betten, einem Grillplatz mit kleiner Hütte, Bootshaus und, natürlich, einem Saunahaus. Am ersten Abend wurden Sauna und Grill angeheizt und wir haben als erste Gäste des Jahres das Ruderboot zu Wasser gelassen. Beim ersten Ausflug mit dem Ruderboot haben wir es dann auch gleich fertig gebracht, eine der beiden Rudergabeln im Wasser zu versenken - natürlich so, dass sie nicht mehr aufzufinden war. Der Rückweg dauerte somit gute eineinhalb Stunden, eine beachtliche Zeit, wenn man bedenkt, dass wir vorher erst 20 Minuten unterwegs waren… Aber zum Glück befanden sich im Bootshaus noch weitere Rudergabeln, so dass wir nicht das restliche Wochenende auf Ausflüge mit dem Boot verzichten mussten. Nach diesem tollpatschigen Start haben wir den Abend dann mit Musik auf der Aussenterrasse ausklingen lassen. 

 Die Hütten der Unterkunft mitten im Nirgendwo.

 Das Boot, nach unserem Ausflug und somit mit nur einer Rudergabel. Aber es gab ja noch Ersatz im ...

... Bootshaus der Unterkunft.

Am nächsten Tag haben sich mehrere kleine Gruppen für verschiedene Unternehmungen gefunden. Eine Gruppe wollte im angrenzenden Wald wandern gehen, die nächsten hatten geplant, mit dem Boot zur nächsten Insel zu rudern und dort ein Picknick abzuhalten und eine andere Gruppe wollte in die Stadt Mariehamn fahren. Da ich bisher noch nicht auf Åland war, gefiel mir die Idee, zumindest die Hauptstadt der Insel zu sehen recht gut. Also liefen wir eine Stunde zur Bushaltestelle - die Unterkunft lag wie schon gesagt, weit ab von allem - und mit dem Bus ging es dann innerhalb von einer viertel Stunde nach Mariehamn.Dort haben wir und einen Überblick über die kleine Stadt verschafft, den Ausblick vom Felsen am Aussichtsturm genossen, da der Turm selbst abgeschlossen war, einen Kaffee getrunken und unsere Lebensmittelvorräte aufgestockt, bevor es Zeit war, mit dem letzten Bus des Tages wieder zurück zur Unterkunft zu fahren. Naja, in die Nähe der Unterkunft, die Stunde Fussweg lag ja noch zwischen der Bushaltestelle und unseren Hütten. Am zweiten Abend gab es eine grosse Grillfeier, diesmal mit Alkohol - allerdings immer noch deutlich weniger, als wir von Erasmus-Studenten erwartet hatten - und Kartenspielen. 

 Ein kleiner Einblick in Mariehamn, die Hauptstadt Ålands.

Die Aussicht vom Aussichtsturm-Berg.

Sonntag morgen stand dann auch schon die Abreise an, wir haben nur noch schnell die Hütten durchgefegt, die Küche geputzt und dann auf den Taxidienst gewartet, der uns zum Fähre bringen sollte. Die Rückfahrt fand dann mit dem neuesten Fährschiff des Viking-Line Unternehmens statt, sozusagen eine Luxusfähre. Das Boot hat eine schöne Innenausstattung vorzuweisen, eine Lounge mit Deckenbeleuchtung, die ihre Farbe wechselt, mehrere Bars und Restaurants, eine Diskothek mit Bühne, auf der gelegentlich mittelmässig bekannte Bands auftreten… und, wie sollte es anders sein, ein grosser Supermarkt mit steuerfreiem und somit günstigem Alkohol, Parfum, Schuhen, Markenkleidung und was das finnische Herz noch so begehrt: Lakritze und andere Süssigkeiten. Leider wird das Boot von den Kunden aber auch nicht besser behandelt, als die weniger luxuriösen Modelle. Daher stellt sich mir immer noch die Frage, wieso sie Teppichböden auf dem ganzen Schiff verlegt haben. Schliesslich feiert nicht jeder so gemässigt wie die Erasmus-Studenten auf meinem Åland-Trip.

Die Viking-Grace Lounge auf der Fähre.


Jaaa, ich weiss. Ich habe lange nichts geschrieben, aber ich werde in den kommenden Tagen versuchen, die wichtigsten Ereignisse der letzten Monate zusammen zu fassen. Und für die Zukunft werde ich versuchen, zumindest 1-2 x in der Woche zu schreiben. Mittlerweile hat dann doch der Alltag Einzug gehalten, es gibt nicht mehr allzu viel Neues hier in Finnland. So langsam habe ich mir auch einen grösseren Freundeskreis in Turku aufgebaut, und verbringe kaum noch einen Abend zuhause - was mir auch nicht sonderlich viel Zeit zum Blog-Einträge schreiben lässt. Aber ich gelobe Besserung :).

Freitag, 12. April 2013

Sitsit!

Nach eineinhalb Jahren in Finnland gibt es für mich tatsächlich noch neue, typisch finnische Sachen zum kennenlernen. Ein Sittning bzw. Sitsit beispielsweise, ein mehrgängiges Abendessen mit einem genauen Zeitplan. Die Regeln für das Sitsit am Mittwoch waren einfach. Man konnte jederzeit ein Lied aus dem Gesangsbuch wählen. Um sich bemerkbar zu machen und das Lied anzukündigen, reichte es, mit der Serviette zu winken oder einfach dazwischen zu rufen. Am Ende eines Liedes wurde mit den Tischnachbarn angestoßen, erst die eine Seite, dann die zweite Seite und zum Schluss mit der Person, die einem gegenüber saß. Jederzeit, auch mitten im Lied, konnte man einen Toast aussprechen und somit eine kurze Pause zum trinken einlegen. Und nach jedem Gang des Essens war eine kurze Pause im Zeitplan eingeplant, in der man sich vom Tisch entfernen konnte um zu Tanzen oder Musik zu hören und sich im kleineren Kreis unterhalten zu können. 
Mit diesen einfachen Regeln, 10 netten Leuten und ein bisschen Salat, Kürbissuppe, Pizza und Kuchen war es auch schon auf die Beine gestellt: eine neue, lustige und interessante "typisch finnisch"-Erfahrung. Und zum Ende des Abends hin lief es sogar mit dem Singen auf finnisch relativ gut. Ob das nun einfach an der Übung, guten Lehrern oder doch eher den vielen Runden des Anstoßens mit Wein lag, lass ich euch mal entscheiden ;).

Montag, 8. April 2013

Die ersten Sonnenstrahlen...

... haben uns am Wochenende die ersten warmen Frühlingstage beschert. Freitag Nachmittag war das Wetter so gut, dass ich am Fluss entlang nach Hause gehen wollte um das schöne Wetter zu genießen. An der Kathedrale traf ich zufällig auf Lowa, die mich spontan zu einem Pizza-und-Party-Abend einlud, den sie mit ein paar Freunden zusammen für ihre Couchsurfing-Gäste geplant hatte. Also haben wir schnell noch gemeinsam ein paar Einkäufe erledigt, haben ihre Couchsurfer getroffen und uns auf den Weg zu ihr Nach Hause gemacht. Während in der Küche die Pizza gebacken wurde, haben im Wohnzimmer ein paar Leute mit Gitarre und Ukulele spontan für musikalische Unterhaltung gesorgt und kurz nach der Ankunft war die Feier dann auch schon in vollem Gange.
Für Samstag Mittag war ich dann zum Arbeiten mit Milena (polnische Doktorandin) und Karin (estnische Masterstudentin) verabredet - immerhin macht es mehr Spass am Wochenende zu arbeiten, wenn wenigstens nette Leute um einen herum sind. Karin hat uns spontan für eine Grillparty am Abend beim Studentenwohnheim eingeladen. Der langersehnte Frühling sollte schließlich gebührend gefeiert werden. Als wir am Studentenwohnheim ankamen, konnten wir den Rost schon riechen. Eine Freundin von Karin hatte auf ihrem Balkon bereits mit ein paar Partygästen den Grill angefeuert. Als die Grillfeier nach ein paar Stunden zuende war, haben wir uns noch zu einer Geburtstagsfeier in Karins Wohngemeinschaft hinzugesellt.
Ein Beweisfoto vom Grill... sonst würde ich mir wohl selbst nicht glauben.

Am Sonntag Morgen wartete dann die böse Überraschung... Statt Sonnenschein und Plusgraden schneite es draußen den gesamten Tag. Mittlerweile ist Turku wieder unter einer Schneedecke begraben, und wenn man dem Wetterbericht glauben schenken darf, wird das wohl auch noch die kommenden zwei Wochen so bleiben.

Mittwoch, 3. April 2013

Axel im Wunderland statt Osterhasen...

... und Ostereier-Suche hielt als mein Feiertags-Notfallplan dieses Jahr her. Meine anfängliche Osterplanung, mir einer Freundin zusammen nach Lappland zu fahren, mussten wir leider auf nächstes Jahr verschieben - dank neuem Job und ein paar Wochen Krankheit gab es keinen Urlaub für meine Freundin. Kurzfristig noch für mich allein eine bezahlbare Unterkunft in Lappland oder eine Couchsurfing-Gelegenheit zu finden, war zu Ostern wohl auch ein utopischer Gedanke. Die meisten Finnen nutzen die freien Tage entweder zum Skifahren oder für Familienbesuche.
Somit habe ich meine Lappland-Reiseplanung etwas umgestellt und die Osterfeiertage zum lange ausschlafen und arbeiten genutzt - und wenn ich dann irgendwann die Gelegenheit habe, nach Lappland zu fahren, habe ich bereits ein paar freie Tage rausgearbeitet. Natürlich habe ich aber neben arbeiten und schlafen auch noch ein bisschen Zeit mit Freunden unternommen. Freitag Abend war ich bei zwei Freunden - Tuomas und Jay - zum Spielkonsole spielen und deren Abschlussarbeit korrigieren. Am Samstag waren wir gemeinsam bei einem Big Band-Musical, einem Musical mit Jazz-Musik. Sonntag Nacht habe ich mich nach langer Zeit mal wieder mit Lowa (französische Couchsurferin) in einer Disco getroffen. Am Ostermontag wollte ich den Abend dann eigentlich mal ruhig ausklingen lassen, aber am Ende des Tages fand ich mich dann bei einem kleinen Couchsurfing-Treffen in Kuolu (der Brauerei im ehemaligen Schulgebäude) wieder.


Axel im Wunderland - mit Band und tanzenden Gästen.




Und auch wenn Ostern nun vorbei ist, ging es mit einem geselligen Abend weiter. Heute haben wir mal die typischen Brettspiele gegen eine Spielekonsole getauscht und uns im Gitarre spielen, Tanzen, Singen und Quiz-Show spielen versucht.

Donnerstag, 21. März 2013

5 Tage Düsseldorf...

... und mein erster Fachvortrag auf einer großen Konferenz liegt hinter mir. Ja, ich weiss, der erste Vortrag auf einer Konferenz war schon in Dresden im letzten Herbst. Aber vor Nachwuchsforschern spricht es sich dann doch noch einmal einfacher, als vor Professoren, Dozenten, Arbeitsgruppenleitern und Ärzten. Dementsprechend stressig waren die letzten Tage vor meiner Abreise. Alle wichtigen Versuche noch abchließen, die Daten optisch schön aufbearbeiten und die Präsentation erstellen und üben - und abends noch Freunde Treffen, Squash spielen und den Brettspielclub besuchen.
Vor einer Woche flog ich also früh am Morgen von Turku nach Düsseldorf. Da angekommen habe ich mein Gepäck im Hotel abgestellt und mich zum Messezentrum aufgemacht. Allerdings war ich so früh vor Ort, dass die Auswahl an Vorträgen sehr klein und Firmenpräsentations-Stände noch nicht aufgebaut waren. Zum späten Nachmittag hin füllte sich die Konferenz dann aber endlich auch mit anderen Doktoranden und Post-Docs. Für das Abendprogramm hatten sich die Veranstalter etwas nettes einfallen lassen - zuerst ging es in eine Ausstellung für Moderne Kunst mit privater Führung und anschließend gab es Abendessen in einem nahegelegenen Restaurant. Der zweite Konferenztag war angenehm ruhig und bot genug Gelegenheiten, andere Wissenschaftler kennen zu lernen - auch das Abendprogramm mit Livemusik und Poster-Vorträgen brachte ein paar nette Unterhaltungen und neue Kontakte. Am nächsten Tag war es dann vorbei mit der Ruhe. Der Raum, in dem ich meinen Vortrag gegeben habe war voll mit "wichtigen Leuten" und dementsprechen hoch war meine Aufregung. Aber am Ende lief alles gut, ich habe einige brauchbare Vorschläge bekommen und nette Diskussionen über die Arbeit geführt. Und zum Abschluss des Tages habe ich noch einen Studienfreund in Köln besucht und mit ihm und seinen Freunden seinen Geburtstag gefeiert. Samstag war dann der letzte Konferenztag, es wurden noch ein paar Visitenkarten ausgetauscht und die nächsten Meetings mit anderen "Jungen Wissenschaftlern" geplant, bevor alle Teilnehmer wieder ihren Heimweg antragten. Am Abend stand die nächste Geburtstagsfeier eines Freundes in Essen an. Glücklicher Weise konnte ich die letzte Nacht in Deutschland bei diesem Freund und seiner Freundin auf der Couch verbringen, so dass die Feier bis in die frühen Morgenstunden gehen konnte. Und am nächsten Tag musste ich bereits wieder nach Turku.
Entgegen meiner Erwartungen kam ich leider nicht dazu, mir Düsseldorf oder Köln mal etwas anzusehen oder gar Fotos zu machen. Ich habe am Ende doch jeden Tag komplett auf der Konferenz verbracht, denn selbst wenn es keine interessanten Vorträge gab, konnte man immer ein paar Gesprächspartner finden und interessante Unterhaltungen führen. Darum gibt es also heute nur Text und keine Bilder...

Donnerstag, 7. März 2013

Estlands Unabhängigkeit...

... liegt zwar schon eine Weile zurück - und auch die Feierlichkeiten dazu sind nun schon einige Tage vorbei - aber ein kurzer Bericht zur estnischen Unabhängigkeitsparty wollte ich doch noch schreiben. Mir fehlt im Moment nur Abends meist die Zeit, ich bin entweder bis spät am Abend im Büro oder ich verbringe den Abend noch mit Kollegen und/oder Freunden... Aber ich versuche, das nächste mal nicht wieder erst 11 Tage nach dem eigentlichen Ereignis einen Beitrag zu schreiben.

Eigentlich feiert man in Estland am 24. Februar den Unabhängigkeitstag, doch dieses Datum fiel dieses Jahr auf einen Sonntag, so dass meine estnische Kollegin und ein paar ihrer Freunde die Feierlichkeiten auf Samstag Abend vorverlegt haben, mit dem Ziel, dass die Feier am eigentlichen Unabhängigkeitstag enden konnte und wir uns tagsüber am Sonntag noch erholen konnten, bevor wir am Montag wieder arbeiten mussten. 
Zur Begrüßung gab es ganz nach estnischer Tradition einen Wodka und einen Toast auf die Unabhängigkeit Estlands - natürlich auf estnisch: Terviseks! Nach dem Begrüßungsdrink nahm der Abend mit estnischen Snacks, Kartoffelsalat und Würstchen, estnischer Musik und vielen lustigen Gesprächen seinen Lauf. Um Mitternacht wurde dann noch einmal angestoßen und anschließend haben wir uns auf den Weg in die Stadt gemacht, um dort in einem Nachtclub weiter zu feiern. Irgendwann in der Nacht wurde uns der Musikgeschmack des DJs doch etwas zu skuril, so dass die meisten von uns wieder zum Studentenwohnheim gegangen sind. Dort haben wir dann noch eine Weile zusammen gesessen, Musik gehört und unser Wissen über Estland mit einem Quiz erweitert.

 Ein Teil der estnischen Spezialitäten. Mit selbstgemalten Fähnchen :).


In den letzten Tagen hat der finnische Winter noch einmal gut nachgelegt mit Neuschnee. Überall ist es weiß und winterlich. So winterlich, dass sich sogar ein Schneemann vor das Gebäude des Medizin-Fachbereichs getraut hat. Ich muss zugeben, unser kleiner Schneehaufen für Olivers Geburtstag vor einigen Wochen kann mit diesem Schneemann leider nicht mithalten.

Ein Schneemann vor der Uni... ist es dann ein Schneestudent?!



Sonntag, 17. Februar 2013

Ein Bar-Abend und eine Geburtstagsfeier...

... der besonderen Art standen dieses Wochenende an. Am Freitag Abend habe ich mich mit einer Bekannten in der alten Schule "Koulu" getroffen, um ein wenig zu reden, später am Abend haben wir in einer anderen Bar dann zufällig Oliver und eine Freundin von ihm getroffen, die ich vergangene Woche auf der brasilianischen Karnevalsparty kennen gelernt hatte. Als meine Begleitung vom Anfang des Abends dann nach Hause musste, habe ich den restlichen Abend noch mit Oliver uns seiner Freundin bei lustigen Wissenschaftsdiskussionen verbracht. 

Am Samstag Nachmittag war ich dann mit Cecilia, einer Doktorandin aus Schweden, verabredet. Wir hatten uns letztes Jahr beim "Wissenschaftliche Präsentationen"-Kurs kennengelernt und seitdem ab und an zum Mittagessen getroffen. Letztens haben wir festgestellt, dass wir beide Geocacher sind und wollten nun gemeinsam ein paar Verstecke in der Nähe der Universität finden. Nach einem nicht ganz so günstigen Start - die erste Dose konnten wir nicht finden, wir vermuten sie aber hinter einer dicken Eisschicht in einer kleinen Höhle - waren wir mit drei gefundenen von vier gesuchten Geocaches doch noch recht erfolgreich. Zum aufwärmen hat mich Cecilia dann noch auf eine Tasse Tee in ihrer Wohnung eingeladen... mit Blick auf den Park am Observatorium, da wird man schon ein wenig neidisch ;). 
Für Samstag Abend hatte mich Oliver dann zu einer besonderen Geburtstagsfeier als Begleitung eingeladen. Denn am 12.02. ist nicht nur Olivers Geburtstag, er teilt seinen Geburtstag u.a. mit Charles Darwin. Und einer unserer Senior-Researcher, Adolfo, feiert diesen "Darwin-Day" jedes Jahr mit einem Fest bei sich zuhause. 


Zunächst wurden wir mit einer "Ursuppe", die dank Trockeneis im Getränk schön brodelte und schäumte, als Aperativ empfangen. Danach wurden alle Gäste in den Garten gebeten. In Teams von 4-5 Leuten sollten wir dann folgende Frage beantworten, indem wir die Antwort aus Schnee formten: "Welches noch lebende Tier ist am nähsten verwandt mit einem Wal". Eine Viertel Stunde später war der Vorgarten um 3 Nilpferde und einen Riesen-Salamander reicher - die Riesen-Salamander-Gruppe begründete ihre Schneeskulptur damit, dass Nilpferde vom Aussterben bedroht seien und man sich nicht sicher sein könne, dass Nilpferde noch als lebende Verwandte gelten, wenn sie fertig sind mit dem Bauen. Also hätten sie ein Amphibium gewählt, dessen Überlebenschancen besser seien. 

 Der Riesen-Salamander.

 Das erste Nilpferd war sehr klein, aber dafür das niedlichste der drei Nilpferde.

 Ein Breitschnautzen-Nilpferd mit blauen Augen...

... und ein eher an ein Schwein erinnerndes Nilpferd waren das Ergebnis der Schneebastelei in Adolfos Garten.


Während die Gäste im Garten also Schnee-Nilpferde (und einen Riesen-Samalander) bastelten, wurde der Küchentisch mit einem "phylogenetischem Baum", einem Evolutions-Stammbaum, dekoriert und mit Speisen aus ausgewählten Vertretern des Stammbaums gedeckt. So gab es als Vorspeise eine Fischsuppe, die man mit verschiedenen Meeresfrüchten, Fisch, Nudeln und Pilzen verfeinern konnte. Als Hauptspeise standen Reis, Brokoli, Schweinekotletts, Froschschenkel, und Hühnchen bereit. Zudem gab es einen Dinosaurier aus Guacamole und Hefe als Bestanteil von Bier. Die Milchsäure-Bakterien im Joghurt deckten dann noch das Reich der Bakterien ab - damit auch alle großen Gruppen an Lebewesen vertreten waren. 

Die farbigen Streifen auf dem Tisch markieren die Zweige des phylogenetischen Baums...

... und es waren viele verschiedene Spezies zum Probieren vorhanden.

Die Nachspeise, selbstgemachtes Whiskey-Eis, war Teil eines "Darwin-Quiz" mit 25 Fragen zu Charles Darwin, die in Zweiergruppen beantwortet werden sollten. Die meisten der Fragen waren sehr interessant, aber doch recht schwer zu beantworten. Die beste Gruppe hatte am Ende des Abends 15 der 25 Fragen richtig beantwortet, aber dafür haben wir alle viel über Charles Darwin gelernt. Unter anderem, dass das letzte Getränk, das er vor seinem Tode zu sich genommen hat, Whiskey war - als Tipp für diese Frage diente das Dessert. 

Donnerstag, 14. Februar 2013

Und die nächste Geburtstagsüberraschung...


... stand heute an - diesmal für Milena. Nachdem der Schneemann bei Oliver so gut ankam, waren wir ein bisschen unter Druck, uns etwas ähnlich gutes für den nächsten Geburtstag einfallen zu lassen. Die Idee, ein Krokodil oder einen Hai - Milena hat eine Vorliebe für Tiere die kräftig zubeißen können - aus Schnee zu formen, haben wir sehr schnell verworfen. Die nächste Idee war, ein Krokodil aus Papier zu basteln, bei der Suche nach Vorlagen im Internet kam uns aber eine bessere Idee... Also habe ich den gestrigen Abend damit verbracht, Krokodile aus Filz und Wäscheklammern zu basteln. Heute morgen haben wir noch schnell ein paar Glückwünsche auf Papier ausgedruckt, mit einer Schnur, den Blättern und etwas Klebeband ein Transparent gebastelt. Anschließend haben sich die Krokodile am Papier und der Schnur festbeißen dürfen und die Überraschung wurde im Fahrstuhl aufgehangen. Ich bin immer noch positiv überrascht, dass sich nicht ein einziges Krokodil im Laufe des Tages zu Fremden verirrt hat :-).

Nach 18 Krokodilen war es eindeutig Zeit fürs Bett. Und meine Bastelschere war nicht gerade die Beste, sie hätte kein weiteres Krokodil-Leder (also grünen Filz) überlebt.

Die fertige Überraschung.