Sonntag, 9. Dezember 2012

Jyväskylä von oben, Museumsbesuche und Eishockey...

... waren eine gute Mischung an Unternehmungen für den Brücken(Frei)tag. Zum Start in den Tag haben wir uns die Stadt erst einmal von oben angesehen. Unser erstes Ziel war also der Aussichtsturm von Jyväskylä. Leider wollte es nicht aufhören zu schneien, so dass wir von dort oben nicht allzu weit blicken konnten. Aber ich mag Schnee, also beschwere ich mich lieber nicht :) Immerhin konnte man trotz Schneefalls noch sehen, dass Jyväskylä zwischen mehreren Seen liegt.
 
 Blick in Richtung Innenstadt...


... und zu der Region, in der Jouni und Tarja wohnen - da am See nahe der großen Insel.

Beim Verlassen des Aussichtsturms fiel uns ein kleines Naturkunde-Museum auf, das freitags keinen Eintritt verlangt. Das Angebot haben wir spontan angenommen - was hat man schon zu verlieren, wenn er Eintritt frei ist. Und wir wurden nicht enttäuscht, das Museum war zwar ziemlich klein, aber dafür mit viel Mühe eingerichtet. Von einer Eisdecke über dem Winter-See und dem fisch-fangenden Wiesel am Fluss bis hin zur Bierdose im Wald wurde an jedes Detail gedacht. Es gab sogar Hefter mit englischen, deutschen, französischen und russischen Beschreibungen der Ausstellung. Damit man nicht nur die finnischen Namen der einheimischen Tiere lernt.
Nach dem Abstecher ins Naturkunde-Museum fuhren wir zu zwei Fabrikverkäufen außerhalb der Stadt. Der erste Laden, am dem wir halt machten war der "Panda" Süßigkeiten-Fabrikverkauf, wo ich für unsere nächste Kaffeepause auf Arbeit ein bisschen Schokolade und Lakritze und Schokomantel für einen Freund gekauft habe. Ich frage mich zwar immer noch, wie man Lakritze in Schokolade mögen kann, aber wenn man mit solchen Kleinigkeiten andere Leute glücklich macht, dann erledige ich doch gerne solche Einkäufe. Der zweite Fabrikverkauf hatte Unmengen Kerzen und Weihnachtsdekoration im Sortiment. Genau das richtige, um nach einem Weihnachtsfeier-Wichtelgeschenk zu suchen. Dieses Jahr sollen wir auf der Weihnachtsfeier mit kleinen Geschenken bedacht werden. Jeder soll also eine Kleinigkeit für 2-4 Euro mitbringen und bekommt im Tausch ein Geschenk, das von einem Kollegen gekauft wurde. Es ist gar nicht so leicht, für den Preis etwas zu finden, über das sich der Professor genauso freut, wie die Masterstudentin... Leider war im Kerzen-Outlet nichts passendes dabei - dafür habe ich ein paar Geschenkideen für Freunde.

 Dieser niedliche Panda ist das Maskottchen des Süßigkeitenherstellers "Panda".

Die Shopping-Tour wurde noch erfolgreich mit dem Fund eines Geocaches abgeschlossen, der auf dem Weg lag. Nun war wieder Kultur angesagt, diesmal im Alvar Aalto-Museum. Alvar Aalto ist einer der bekanntesten finnischen Architekten und Designer. Seine Familie lebte mehrere Jahre in Jyväskylä, wo er nach dem Studium auch sein erstes Architekturbüro eröffnete. Heute gibt es in keiner Stadt so viele von Alvar Aalto designten und realisierten Bauwerke, wie in Jyväskylä. Grund genug also, sein Leben und seine Werke in einer Ausstellung genauer anzusehen. Das Alvar Aalto-Museum befindet sich natürlich selbst in einem von ihm designten Gebäude. 

 Alvar Aalto war für das Konzept des organischen Designs bekannt - sein Schwingstuhl wurde in mehreren Varianten realisiert und noch heute oft kopiert (ich sitze gerade in einer IKEA-Kopie davon und tippe diesen Blogeintrag ;-) ).

Falls sich jemand fragt, wie der gute Mann selbst eingerichtet war, hier ein Nachbau von Aaltos Arbeitszimmer.

Meine beiden Gastgeber versuchen, mir so viele Eindrücke wie möglich von Jyväskylä zu vermitteln. Eine gute Idee, die Jouni hatte, war der Besuch eines Eishockey-Spiels. Freitag Abend fand ein Heimspiel von Jyväskylä gegen Lappeenranta (einer kleinen Stadt im Südosten Finnands, nahe der Saimaa-Seenplatte) in der Synergia-Arena statt. Die Tickets für das Spiel waren schnell gebucht und ich kam in den Genuss, das erste Mal ein Eishockey-Spiel in einer Arena zu sehen. Das Spiel startete gut mit dem ersten Tor für Jyväskylä nach 5 Minuten. Leider passierte das restliche erste Drittel nicht mehr viel. Selbst als zwei Zeitstrafen zeitgleich gegen den Gegner verhängt waren und Lappeenranta mit nur 3 Spielern (+ Torwart) auf dem Feld waren, gelang es den 5 (+1) Spielern von Jyväskylä nicht, noch einen weiteren Punkt zu machen. Auch im zweiten Drittel war nicht viel zu sehen aber in der zweiten Hälfte des dritten Drittels begannen beide Teams dann, aufzudrehen. Am Ende des Abends gewann Jyväskylä mit 3:0 gegen Lappeenranta.

 Noch eine Sekunde zu spielen und Jyväskylä führt 3:0.

Selbst im 80.000 Einwohner-Städtchen Jyväskylä findet man noch Ayinger Bier. Sogar das Winter-Spezial mit original Gläsern.

Den restlichen Abend haben wir dann zu viert die Bar- und Kneipenlandschaft der Stadt unsicher gemacht, nachdem Ville, ein Freund von Jouni am Ende des Eishockeyspiels zu uns gestoßen ist. Auf halben Weg von der Eishockey-Arena in die Stadt hielten wir bei der ersten Bar, wo wir etwas getrunken und eine Runde Yatzy gespielt haben. Leider war das Würfelglück nicht ganz auf meiner Seite, un Jouni siegte mit einem Punkt Vorsprung. Anschließend ging es in die Cocktailbar Jyväskyläs, die wirklich nette Eigenkreationen anbot und auch toll eingerichtet war, aber unsere Unterhaltung mit viel zu lauter Musik für eine Weile auf Eis legte. Somit leerten wir recht schnell unsere Gläser und zogen weiter. In ein englisches Pub, für das Möbel, Baumaterial und sogar Bauarbeiter aus England importiert wurden. Das Bier kommt nun aber aus aller Welt, u.a. aus Aying. Den restlichen Abend blieben wir in dieser Bar, redeten über Reisen und Finnland und genossen den lustigen Abend bis wir irgendwann müde den Heimweg antraten.

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