Samstag, 29. September 2012

Der letzte gemeinsame Abend...

... mit meinen Besuchern stand ganz im Zeichen der Völkerverständigung. Eine unserer Dozentinnen, die mit einem Deutschen verheiratet ist, hat Marion und mir von einem deutschsprachigen Theaterstück in Turku erzählt. Es wurde "Männer und andere Irrtümer" als Solostück von einer deutschen Schauspielerin aufgeführt, die gerade durch Skandinavien tourt und vom finnisch-deutschen Verein in Turku eingeladen wurde. Die Idee, dass eine Person allein 25 Rollen verkörpert, klang nach viel Spaß. Auch wenn die Thematik, den ganzen Abend auf den Männern rumzuhacken doch etwas abgelutscht schien - Alex tat mir schon ein wenig Leid, als einziger Mann in unserer Runde. 
Im Theatersaal war ich doch sehr überrascht, wie viele deutschsprachige Menschen sich in Turku aufhalten, beziehungsweise, wie viele Menschen sich in Turku zu dieser Theateraufführung verirren. Im Raum befanden sich um die 50 Leute, darunter aber auch drei Deutsche, von denen ich bereits wusste - eine deutsche Doktorandin, mit der ich ein paar eMails geschrieben hatte, bevor ich nach Turku kam, der Ehemann unserer Dozentin und ein Mitarbeiter von der Uni-Druckerei. Um in Zukunft über ähnliche Veranstaltungen informiert zu werden, habe ich mich nach dem Theaterstück noch auf einer eMail-Liste eingetragen. Ich bin mal gespannt, wie häufig solche Events von dem Verein ausgerichtet werden. 
Nach dem deutschen Theaterbesuch stand der finnische Kulturteil an. Da Alex und Carmen generell recht experimentierfreudig waren, was finnische Speisen und Getränke anging, habe ich meinen Mämmi-Vorrat aus der Tiefkühltruhe hervor geholt - Mämmi, das war diese braune, nach Malzbonbons schmeckende Masse, die Finnen so gerne in der Osterzeit essen. 
Anschließend war leider schon Abschied nehmen angesagt, denn Alex und Carmen werden das Wochenende in Helsinki verbringen, bevor ihr Finnland-Urlaub auch schon wieder vorbei ist. Aber eigentlich waren die Beiden ja recht lange hier und wir hatten eine wirklich schöne Zeit :-). Wer weiß, wann ich es sonst einmal nach Tampere geschafft hätte. 

Für heute Abend war endlich einmal wieder ein Wiedersehen mit Fabiana und ihrer Tochter Lou geplant. Fabiana hatte ich ja vor Renatos Umzug noch einmal getroffen, doch Lou habe ich seit dem Wochenende nicht mehr gesehen, an dem ich einen Abend auf sie aufgepasst hatte und wir am nächsten Tag gemeinsam auf dem Jahrmarkt waren. Nach der Arbeit fuhr ich also zu Fabianas neuer Wohnung, wo schon ein echt brasilianischer Caipirinha-Cocktail auf mich wartete. Lou hatte Besuch von ihrer besten Freundin und hat mich daher anfangs gar nicht richtig wahrgenommen. Als ihre Freundin abgeholt wurde, änderte sich das aber schlagartig. Nach dem Abendessen hat Fabiana den Saunaofen angestellt. Die Wartezeit, bis die Sauna aufgeheizt war, haben wir uns mit Uno spielen vertrieben und den restlichen Abend mit Saunabesuchen und Gesprächen verbracht :). 

Donnerstag, 27. September 2012

Ein Wochenendausflug nach Tampere...

... sollte Alex, Carmen und auch mir neue Einblicke ins Land der 1000 Seen bieten. Schließlich liegt Tampere, die drittgrößte Stadt Finnlands, etwas weiter nord-östlich inmitten mehrerer Seen. Kurzer Hand haben wir also Freitag Abend ein Hotelzimmer in Tampere gebucht und am Samstag den Zug nach Tampere genommen. Um uns am ersten Tag die Stadt in Ruhe anzusehen, wollten wir am Bahnhof unsere Taschen in die Schließfächer packen. Dort standen verschiedene Größen an Fächern zur Verfügung und wir hatten noch Witze gemacht, dass man in den größten Fächer locker einen Menschen verstecken könnte. Als Carmen sich dann ein Schließfach noch einmal genauer ansehen wollte, hat sie erschrocken festgestellt, dass tatsächlich ein Mensch in dem Schließfach liegt, der mit den Füßen gewackelt hatte, als sie die Schließfach-Tür ein wenig geöffnet hat. Nach dieser seltsamen Begegnung haben wir nur noch schnell unsere Taschen in ein anderes Fach gepackt und unsere Stadtbesichtigung begonnen. 

Die Stadthalle von Tampere... 

... und die alte Kirche (vanha kirkko) finden sich am Marktplatz der Stadt. 

Die Tammeroski-Stromschnelle verbindet die zwei großen Seen, Näsijärvi und Pyhäjärvi, zwischen denen Tampere liegt. 

 An der Brücke, die über die Tammeroski-Stromschnelle führt, haben viele Liebenspaare Schlösser angeschlossen. 

 Die Kathedrale von Tampere war wegen einer Hochzeit nicht zugänglich.

 Die Finlayson-Kirche, eine Kirche für die Mitarbeiter des Textil-Unternehmens "Finlayson" von außen...

... und von innen. Die Kirche hob sich ein wenig von normalen Kirchen ab, nicht nur von der Inneneinrichtung, sondern auch durch den seltsamen Pastor. Einen taillierten Talar, der mehr an einen Mantel erinnerte, hatte ich bis zum Wochenende noch nie gesehen. Und einen Pfarrer mit Lippenstift und glitzernden Strähnchen im Haar auch nicht. Das war auch jeden Fall eine neue Erfahrung für uns drei :-).

Am Ende unserer Stadtbesichtigung standen wir am Werksmuseum von Finlayson, ein kostenloses Museum über die Geschichte verschiedener Textilunternehmen in Tampere. Wir hatten zwar nur noch eine halbe Stunde bis das Museum geschlossen wurde, aber für einen schnellen Rundgang durch die Ausstellung reichte die Zeit noch. Wenn Alex nicht mehrere Minuten an einer Dampfmaschine gestanden hätte, hätten wir das Museum sogar verlassen können, bevor der Angestellte uns darauf hinwies, dass das Museum nun schließt. Aber gut, ich muss zugeben, die Dampfmaschine war doch recht beeintruckend, immerhin war sie so groß, wie ein Einfamilienhaus. 

 Ein Verdichter der Dampfmaschine...

 ... und das hausgroße Schwungrad der Dampfmaschine... Bei der Frage nach den richtigen Bezeichnungen, kommt Alex gerade schon wieder ins Schwärmen und erzählt uns, wie so eine Maschine funktioniert. (Für sehr interessierte Menschen: Diese kleine Maschine schaffte es auf 1600 Kilowatt und 1200 PS).

Für den zweiten Tag in Tampere hatten wir eigentlich einen schönen Plan. Wir wollten die sechs Kilometer von unserem Hotel zum Stadtzentrum wandern und alle Geocaches auf dem Weg suchen. Leider hat das Wetter nicht so mitgespielt, weshalb wir nach der Hälfte der geplanten Strecke den Rückweg zum Hotel antraten. Die Aussicht auf einen Abend in der warmen Sauna schien einfach zu verlockend. 
Am Montag musste ich dann Tampere schon sehr früh wieder verlassen, um nach Helsinki zu reisen. Alex und Carmen haben den Montag noch einmal zur Stadtbesichtigung und zum Einkaufen genutzt. 

Der erste Geocache des Tages führte uns zu diesem kleinen See - direkt neben einer Mountainbike-Rallye-Strecke - ... 

... und die letzte Dose des Tages lag in der Nähe dieses schönen Fliegenpilzes. Keine Angst, unser Abendbrot haben wir dann doch im Supermarkt gesucht und nicht in den finnischen Wäldern. 


Mittwoch, 26. September 2012

Ein erfolgreicher Tag...

... für's Geocaching liegt hinter uns - insgesamt 16 von 17 versteckten Dosen haben wir gefunden. Nach dem Frühstück haben wir uns mit dem Bus auf den Weg zur Holzkapelle in Hirvensalo gemacht, die ich zusammen mit Charly und Thomas nicht besichtigen konnte, weil wir ein paar Minuten zu spät kamen. Heute durften wir die Kapelle auch von innen betrachten. Danach haben wir uns die Strände und Wälder der Insel angesehen, indem wir von Versteck zu Versteck gewandert sind. Einige Geocaches führten uns zu wirklich tollen Plätzen, die man wohl sonst niemals aufsuchen würde.
Nach vier Stunden auf Hirvensalo fuhren wir mit dem Bus zurück nach Turku, überquerten mit einer weißen Ersatzfähre - die orange Fähre scheint defekt zu sein - den Fluss und fuhren zur Burg, wo wie uns bei Kaffee und Kuchen gestärkt und aufgewärmt haben. Mit neu gesammelten Kräften gingen wir in die zweite Runde des Dosensuchens - vom Hafen zum Marinemuseum. Als die Akkus im Handy wieder geladen waren und Alex die Batterien im Navigationsgerät getauscht hatte, hingen wir noch eine dritte Runde zum Cachen und Fotografieren bei Nacht dran.

Ich weiß, ich verspreche jeden Abend Fotos... Im Moment schreibe ich die Einträge mit dem Handy, von dem aus ich keine Bilder hochladen kann. Aber morgen werde ich euch Bilder einfügen, gaaaaaanz sicher!

Dienstag, 25. September 2012

Drei Städte an einem Tag...

... habe ich heute besucht. Wie angekündigt war ich von Samstag früh bis heute, Montag, morgen mit Alex und Carmen in Tampere. Der Reisebericht dazu kommt sobald ich ein paar mehr Minuten zum schreiben und vor allem Fotos einfügen finde...
Ganz früh am Morgen habe ich unser Hotelzimmer dann verlassen und mich mit dem Bus auf den Weg ins Zentrum von Tampere gemacht. Mit dem Zug ging es anschließend weiter nach Helsinki. Während Alex und Carmen in Ruhe das Hotelzimmer abgegeben und Tampere besichtigt haben, saß ich in der indischen Botschaft in Helsinki, um mein Visum für Oktober zu beantragen. Das wollte ich ursprünglich in Deutschland machen, aber nachdem ich drei widersprüchliche Informationen dazu erhalten hatte, wurde die Zeit langsam sehr knapp. Ich hoffe nur, dass die finnische Visa-Stelle die versprochene Bearbeitungszeit von 8 bis 10 Werktagen wirklich einhält.
Nach dem Besuch bei der Botschaft fuhr ich mit der Metro zurück in die Innenstadt. Meinen Rucksack habe ich kurzerhand in ein Bahnhofsschließfach deponiert und ein paar neue Ecken Helsinkis zu Fuß erkundet. Sogar ein Geocache ließ sich auf meinem Weg schnell finden. Am Nachmittag fuhr ich dann im Business-Abteil des Zugs  nach Turku. Für den normalen Fahrpreis hatte ich einen von zwei Sitzen in einem extra abgeteilten Zwei-Mann-Abteil :).
Am Abend habe ich dann Carmen und Alex in Turku wiedergetroffen  Wir hatten gemeinsam gekocht und einen entspannenden DVD-Abend gemacht.


Bilder folgen in den kommenden Tagen.

Samstag, 22. September 2012

Eine neue Ecke Finnlands...

... steht auf unserem Reiseplan für das Wochenende. Gemeinsam mit Carmen und Alex werde ich von Samstag bis Montag die drittgrößte Stadt Finnlands unsicher machen. Wir fahren nach Tampere! Um die Stadt ausgeschlafen besichtigen zu können, müssen die versprochenen Fotos von gestern leider noch etwas warten, genauso wie ein ausführlicherer Bericht über diesen Abend.

Freitag, 21. September 2012

Finnische Speisen, Fußball und Geocaching...

... haben unsere letzten Abende gestaltet. Gestern war Champions-League und Alex wollte sich gern das Fußballspiel ansehen. Allerdings zeigt mir mein Fernsehr außer vier Standbildern und einem Gehirnstrom-Überwachungsmonitor nur den guten alten Ameisenkrieg an - also schwarz-weißes Bildrauschen. Nach mehreren Wochen ohne Fernsehen hatte ich immer noch kein Verlangen, diesen Missstand zu beheben, mir fehlte Fernsehen nicht allzu sehr, DVDs konnte ich ja sowieso sehen und das Kino ist auch nicht weit... Aber für Das Fußballspiel Wollte Alex doch noch mal genauer prüfen, weshalb mein Fernsehr nichts empfängt. Scheinbar kann mein Fernsehr noch kein digitales Fernsehen ohne weitere Geräte empfangen. Kurzer Hand wurde meine Antenne aus dem Fenster gehalten, für ihn als Elektrotechniker gab es dafür sicher auch eine logische Erklärung. Geholfen hat es nichts, ich konnte keine Programme empfangen und wir mussten uns mit der langsamen, oft unterbrochenen Fußballübertragung im Internet zufrieden geben. Als das Spiel für uns gar nicht mehr flüssig lief, haben wir uns nach draußen geflüchtet, um Geocachen zu gehen. Alex und Carmen sind zwei der vier Menschen, die mich anfangs zu diesem Hobby gebracht haben :).

Den heutigen Nachmittag nach der Arbeit haben wir damit zugebracht, ein fremdes Handy seiner Besitzerin zurück zu geben. Carmen und Alex haben auf ihrem Spaziergang zur Kathedrale ein Telefon am Fluss gefunden und versucht, die Besitzerin zu kontaktieren. Über eine Freundin in der Anrufliste konnten wir ihr die Adresse zur Abholung dann zukommen lassen und eine Stunde später war das Telefon zurück beim Besitzer. Somit konnten wir das Haus verlassen und uns beim Einkaufen mit finnischen Essen eindecken. Zum Abendbrot gab es dann karelische Piroggen mit Eibutter und Makaroni-Hackfleisch-Auflauf mit Ketchup und Gurkensenf.

Fotos folgen die Tage noch!

Meine Erkältung hat glücklicher Weise den schlimmsten Punkt überwunden, die Nase läuft zwar noch recht gerne, aber die Kopfschmerzen sind endgültig verflogen :).

Mittwoch, 19. September 2012

Kaum ist die Bettwäsche getrocknet...

... schon steht der nächste Besuch vor der Tür :). Beziehungsweise am Busbahnhof, aber da von meiner Wohnung ja nichts wirklich weit weg ist, ist das ja quasi vor der Tür... Nachdem ich die Beiden vom Bus abgeholt hatte, haben wir die letzten Abendstunden mit reden verbracht - nach einer langen Reise ist das einfach der beste Weg, den ersten Abend zu gestalten. Und für mich und meine abklingende Erkältung ist so ein ruhiger Abend auch optimal.

Dienstag, 18. September 2012

Sonntag war Turku-Tag,...

... wie jedes Jahr am dritten Sonntag im September. Somit war es mein zweiter Turku-Tag :-). Im Gegensatz zu letztem Jahr, als dank des Kulturhauptstadt-Status der Stadt solche Events sogar auf Englisch groß beworben wurden, hatten wir gestern nur eines Flohmarktes auf dem Marktplatz, einer Musikbühne an der Bibliothek und finnischen Flaggen überall in der Stadt vom Turku-Tag erfahren.
Nach dem Frühstück haben wir uns auf dem Weg zur Kathedrale somit erst einmal den Markt angesehen. Das Angebot reichte von Süßigkeiten über Crepes und gebratenen Fischen zu Holzkunst, Wollmützen und Büchern. 

  Orgel in der Kathedrale zu Turku.

Nach dem kleinen Einkaufsbummel über den Markt haben wir die Kathedrale besucht. Anschließend ging es weiter zum Museum "Aboa Ventus & Ars Nova" - das Museum zur Geschichte Turkus und für moderne Kunst. Zusammen mit Charly und Thomas war dieser Museumsbesuch wirklich lustig. Ich fand die Ausstellung zur Geschichte Turkus, in der man durch die alten, bei Ausgrabungen freigelegten Gemäuer der Stadt läuft schon bei der ersten Besichtigung wirklich gut gemacht. Doch diesmal fielen mir all die Kinder-Mitmach-Stationen ins Auge. Wir haben auf Wachstafeln gemalt, einen Eimer zusammengebaut und sogar eine Münze geprägt. In der Ausstellung trafen wir dann noch auf Andi, einen neuen Labor-Besuch aus München, der für die nächsten drei Wochen bei uns im Labor mitarbeitet. Die Kunstausstellung in den oberen zwei Etagen des Museums war wieder einmal nicht mein Fall, doch mit dieser Meinung war ich nicht allein ;-).

 Ein kleiner Einblick in die Ausstellung zur Geschichte Turkus.

 Ein Teil der modernen Kunstausstellung: Ein Drahtgestell-Reh...

... und ein Drahtgestell-Schwan sowie ein mit Leder ummantelter Schwan. Dieser Teil der Ausstellung war noch vergleichsweise normal...

... im Gegensatz zu dieser Leoparden-Plüsch-Puppe an der Wand, die auch Teil der Kunstausstellung war.

Zum letzten gemeinsamen Abendbrot hatten wir uns dann etwas besonderes überlegt. Es gibt in Turku ein "Wikinger-Restaurant", bei dem man typisch finnische Speisen bekommen soll. Ob das Essen dort wirklich typisch finnisch ist, kann ich nicht beurteilen, denn Finnen sagen mir immer wieder, dass es kaum besondere Rezepte gibt, sondern eher Zutaten, die regional sehr häufig genutzt werden. So findet man auf der Speisekarte viel Lachs, rote Beete, Pilze oder Rentier. Auch Soßen und Likeure mit Harz- oder Raucharoma kann man dort bekommen, aber da der Harz-Geschmack (ja, Harz, das Zeug, das aus Bäumen austritt...) an den Geruch verbrannter Plastik erinnert, ist davon doch eher abzuraten.
Wir hatten den Restaurantbesuch zeitlich optimal geplant, denn nach dem Essen konnten wir direkt zum Flussufer laufen und uns noch einen optimalen Platz auswählen, von dem aus wir das Feuerwerk zur Feier des Turku-Tages ansehen konnten. Das Feuerwerk wurde von einem der Hügel auf der anderen FLussseite abgeschossen und wir hatten das Glück, genau gegenüber der Abschusstelle am Flussufer zu stehen. Nach dem wirklich schönen Feuerwerk trafen wir noch einmal auf Andi (den Münchner Besuch) und Marion (meine deutsche Kollegin), mit denen wir uns noch ein wenig unterhalten haben bei einem Getränk in Kuolu, der alten Schule. 

 Die Riesenmöven auf dem Aurajoki durften beim Turku-Tag natürlich nicht fehlen.

Überall in der Stadt wurde das tolle Spätsommer-Wetter genossen, wie hier am Fluss vor dem Apothekenmuseum.

Heute früh war dann bereits wieder Abschied nehmen angesagt. Charly und Thomas fuhren heute vormittag für einen Tag und eine Nacht nach Helsinki, bevor sie Dienstag Abend wieder nach München fliegen. Ihr Besuch hier war wirklich schön! Und morgen sitzen schon die nächsten zwei Besucher im Bus nach Turku. Alex, den ich beim Studium in Turku kennengelernt habe und seine Freundin kommen für knapp zwei Wochen zu Besuch - wovon wir sicherlich ein paar Tage nicht in Turku verbringen werden... was wir uns noch ansehen wollen, haben wir allerdings noch nicht so ganz entschieden. Aber dafür haben wir ja die kommenden Tage noch Zeit.

Sonntag, 16. September 2012

Schlechtes Timing beim Sight-Seeing...

... war am heutigen Samstag leider unser Motto. Am Freitag zwang uns das Regenwetter dazu, und mehr in geschlossenen Räumen aufzuhalten. Nach der Arbeit habe ich mich daher mit Charly und Thomas in der Nähe der Michaelskirche getroffen - die rote Kirche, die nicht der Dom ist - und habe die Kirche zum ersten Mal auch von Innen besichtigt. Der Innenraum der Michaelskirche ist recht modern gestaltet, was wir von Außen nicht wirklich erwartet hätten. Nach dem Kirchenbesuch haben wir uns auf der Suche nach einem Café wieder in die Innenstadt begeben. Leider hatten wir uns wohl die falsche Straße ausgesucht, ein Café lag jedenfalls nicht auf unserem Weg. In der Stadt versuchten wir dann unser Glück zunächst im größten Einkaufszentrum und landeten letztendlich im Café in der Markthalle. Mit Kaffee, Tee und Kuchen gestärkt ging es dann in die aktuelle Kunstausstellung im Kunstmuseum, die Freitag Nachmittags kostenlos zugänglich ist. Den Abend haben wir anschließend mit einer leckeren Pizza beim Italiener eingeläutet, dann zuhause eine Flasche Wein geöffnet und bis spät in die Nacht "Siedler von Catan" gespielt und  netten Gesprächen geführt.



Die Michaelskirche von außen...

... und von innen.

Heute war das Wetter deutlich besser für Unternehmungen draußen geeignet. Nach einem späten Frühstück und einem schnellen Besuch im Supermarkt ging es los. Die erste geplante Station war eine Holzkapelle auf Hirvensalo - einer der Inseln vor Turku. Leider hatten wir vorab nicht genauer geschaut, wie man zur Holzkapelle kommt. Ich hatte nur schnell im Internet auf meinem Handy nachgesehen, welchen Bus wir nehmen müssen, um zur "Hirvensalo-Kirche" zu gelangen. Nachdem wir den Bus verlassen hatten und keine Holzkapelle in der Nähe zu finden war, kamen wir auf die Idee, die Adressen zu überprüfen. Wir waren am der Haltestelle einer unscheinbaren Kirche ausgestiegen und somit einige Haltestellen von unserem Ziel entfernt. Glücklicher Weise war es heute warm und sonnig, super Wetter für einen Spaziergang zur Kapelle. Als wir dort ankamen, war die Kapelle jedoch bereits geschlossen. Wir kamen eine viertel Stunde nach Ende der Öffnungszeiten an der Kapelle an. Hätten wir den Bus nicht an der falschen Haltestelle verlassen, wären wir pünktlich gewesen. So konnten wir die Kapelle nur von außen betrachten. 

 Beginnender Herbst auf Hirvensalo.

Die Holzkapelle von Hirvensalo.

Mit dem nächsten Bus fuhren wir zurück in Richtung Stadt - näher zu unserem nächsten Ziel, die Burg zu Turku. Dort angelangt mussten wir feststellen, dass das Café im Museum seit genau zwei Minuten geschlossen hatte. Auch für den Museumsbesuch waren wir schon zu spät, aber die Burganlage selbst kann man glücklicher Weise auch außerhalb der Museumsöffnungszeiten besichtigen. 

Die Burg zu Turku - mal ein neuer Blickwinkel.

Das Abendprogramm bestand aus selbstgebackener Pizza, einigen Runden Siedler von Catan zum überbrücken der Wartezeigen (Teig gehen lassen und Pizza backen) und dem Besuch einiger Bars. Die Bar-Runde begann im "Kuolu" (altes Schulgebäude) mit einem selbstgebrauten Bier, ging weiter im "Red Hot Chilis" mit einem Salmiakki-Lakritz-Likeur und endete in der "Old Bank" (altes Bankgebäude) mit einem weiteren Bier.

Freitag, 14. September 2012

Full House...

... ist angesagt, dank Charly und Thomas! Auch wenn meine Erkältung vor allem heute Vormittag noch sehr lästig war und mir fiese Kopfschmerzen bereitet hat, freue ich mich total über den Besuch :). Mit anderen Menschen macht es doch viel mehr Spaß, die Stadt zu entdecken. Heute gab es allerdings noch Schonprogramm, damit mich morgen früh nicht wieder die Erkältung quält. Wir waren zusammen einkaufen, haben gemeinsam Nudeln gekocht und uns noch spontan einen Film im Kino angesehen. Vielleicht sollte ich dazu sagen, dass Charly und zeitweise auch Thomas in München in einem Kino arbeiten und somit die allein schon aus beruflichem Interesse das Kino in Turku kennenlernen wollten... Außerdem sind die Beiden einfach Film- und Kinofans, was ich gut verstehen kann. Nach dem Kino haben wir noch ein bisschen im Wohnzimmer zusammengesessen und geredet. Und nun sollte ich mich auch endlich schlafen legen, umhalbwegs fit für die Arbeit morgen und ein hoffentlich erlebnisreiches Wochenende zu sein. 

Donnerstag, 13. September 2012

Die Wohnung ist bereit für meine Besucher...

... aber meine Erkältung setzt mich im Moment ein wenig außer Gefecht. Am Dienstag ging es mir dank Tabletten noch recht gut - sogar gut genug, um am Abend noch bei Linnea und Mikael vorbei zu schauen. Doch heute morgen halfen auch die Tabletten nicht mehr wirklich gegen die Kopfschmerzen, so dass ich mich krank gemeldet und noch einmal ins Bett gelegt habe. Obwohl ich den größten Teil des Tages geschlafen habe, fühle ich mich immer noch nicht besser. Also bleibt mir nur zu hoffen, dass sich die Erkältung und somit die Kopfschmerzen und anderen Symptome schnell wieder legen. Immerhin möchte ich eine schöne Zeit mit meinem Besuch verbringen, der morgen anreist: Charly, eine Freundin aus Schulzeiten, und ihr Freund kommen für 5 Tage nach Turku.

Dienstag, 11. September 2012

Angeschlagen ins Labor zu gehen...

... macht irgendwie keinen Sinn. Meine Erkältung hat mich heute auf Arbeit ziemlich lahm gelegt. Meine Gedankengänge waren unglaublich langsam, ich habe ständig unterwegs überlegt, in welches Labor ich eigentlich wollte und habe jede Sache einzeln geholt oder weggebracht, statt wie sonst einen logischen Weg durch alle Labore zu haben. Eigentlich habe ich für meine eigenen Versuche heute nichts produktives geschafft. Ich weiß nun lediglich, dass meine Sommerstudentin Probleme bei einem Versuch hatte, der für mich unter allen erdenklichen Bedingungen problemlos funktioniert - aber diese Erkenntnis ist keinen ganzen Arbeitstag wert. Die meiste Zeit des heutigen Tages habe ich für meine "Verantwortliche Person"-Aufgabe verwendet. Viele Chemikalen und Lösungen im Labor werden vom Großteil der Mitarbeiter genutzt. Es ist günstiger, platzsparender und einfacher, wenn eine Person die Lösungen für alle herstellt, als wenn Jeder im Labor die Lösung für den eigenen Gebrauch herstellt und irgendwo aufbewahrt. Deshalb wurden jeder Person, die im Labor arbeitet, ein paar Chemikalien und Lösungen zugeteilt, für deren Herstellung man verantwortlich ist. Die Herstellung dieser Chemikalien und Lösungen muss man zwar nicht allzu oft machen, sie kann aber gern mal 1-2 Tage in Anspruch nehmen.
Ich hoffe nur, dass ich morgen trotz Erkältung wieder klar denken kann :). Und vor allem, dass ich den Abend nicht wieder verschlafen werde, wie es heute der Fall war. Schließlich muss ich noch ein paar Handgriffe in der Wohnung machen, bevor mein Besuch am Donnerstag ankommt. Ein Grund mehr, schnell wieder gesund zu werden!

Montag, 10. September 2012

IKEA-Möbel aufbauen und Erkältung auskurieren...

... war mein Wochenend-Programm. Als ich Milena, meiner polnischen Kollegin, erzählt habe, dass ich am Freitag beim IKEA war, hat sie sofort ihre Hilfe beim Aufbauen angeboten. Laut ihrer eigenen Aussage, liebt sie es, Möbel aufzubauen. Ich persönlich kann das nicht so ganz nachvollziehen, aber wenn sie sogar Spaß dabei hat, mir zu helfen, ist das ja nur umso besser :). Also habe ich am Samstag vormittag mein Schlafzimmer leergeräumt und alles für den Aufbau des Bettes und der Schränke vorbereitet. Am Nachmittag haben Milena und ich dann die Möbel aufgebaut. Das Bett war zugegebener Maßen die komplizierteste Konstruktion, die ich bei IKEA je gesehen habe... Somit hat der Aufbau auch einige Zeit gebraucht. Die Regale für meine Pullover, die meine Pappkarton-Notlösung ersetzen sollte, waren dafür in Rekordzeit aufgebaut. 

Auf die Schnelle konnte ich nicht herausfinden, ob ich euch meine bisherige Kleiderschranklösung jemals gezeigt hatte. Der Platz, an den ich einen Kleiderschrank stellen wollte, ist so ungünstig bemessen, dass normale Kleiderschränke nicht hinpassen. Sie wären zu tief und mit einem passenden Bett für meine 140 cm breite Matraze könnte ich die Schranktüren nicht mehr öffnen. Kleiderschränke mit Schiebetüren sind wiederum oft zu breit für den ausgewählten Ort. Somit habe ich die Entscheidung, welches Möbelstück ich an diesen Platz stellen soll, ewig heraus gezögert. Da ich aber meine Kleidung irgendwo unterbringen musste, dienten die Umzugskartons in den letzten Monaten - eigentlich nur als kurze Notlösung gedacht - als Kleiderschrank. Ich hatte die Kartondeckel nach innen geklappt und die Kartons mit der Öffnung nach vorne aufeinander gestapelt:

 Der improvisierte Kleiderschrank aus Umzugskartons. Er sah nicht so gut aus, aber es war funktionell.

Nach ein paar Recherchen hatte ich dann doch eine Idee, was mein neuer Kleiderschrank werden könnte. Und dank Renato und Linnea - die beim Einkaufen und Transportieren der neuen Möbel geholfen haben - und dank Milena, die beim Aufbau geholfen hat, habe ich nun endlich ein fertig eingerichtetes Schlafzimmer.

 Das neue Regal für meine Kleidung.

 Mein neues Bett.

Nachdem ich am Samstag morgen bereits die ersten Erkältungssymptome hatte, habe ich die Nacht von Samstag auf Sonntag zum Ausruhen genutzt und bin früh schlafen eingeschlafen. Am Sonntag vormittag war die Erkältung leider noch ein wenig schlechter, als am Samstag. Nachdem ich den Kleiderschrank eingeräumt hatte, habe ich mich darum noch mal für ein paar Stunden hingelegt. Am Nachmittag war ich kurz einkaufen und habe noch einmal geschlafen - weshalb ich nun, in der Nacht, kein Auge zubekomme und hellwach bin ;-). Aber vielleicht fällt es mir nun nach dem Schreiben des Blogeintrages leichter, endlich einzuschlafen. In meinem neuen Bett im fertig eingerichteten Schlafzimmer...
 
Das eingeräumte Kleidschrank-Regal - die neue Heimat meiner Pullover. Hosen und Sportsachen befinden sich im Einbauschrank links vom Regal und meine T-Shirts und restliche Kleidung in der Kommode, die ich letzten Sommer mit meinem Bruder und seiner Freundin zusammen gekauft hatte.

Samstag, 8. September 2012

Wie aus einem kurzen IKEA-Besuch...

... ein arbeitsfreier Tag als Umzugshelfer wird, konnte ich heute erfahren. Am Dienstag hatten Renato und ich bei einem Mittagessen mit Fabiana besprochen, dass wir den Umzugstransporter für einen IKEA-Besuch nutzen könnten, bei dem ich mir mein neues Bettgestell und einen Kleiderschrank besorgen wollte.
Gestern Abend hatte ich meiner deutschen Kollegin, Marion, bereits Bescheid gegeben, dass ich am Freitag erst gegen Mittag auf Arbeit kommen werde. Wir hatten uns gestern Abend zusammen mit einem früheren Kollegen von Marion - der zur Zeit ein paar Versuche bei uns im Labor durchführt - auf ein Bier getroffen. Schließlich macht so eine Kooperation deutlich mehr Spaß, wenn man abends nicht alleine im Hotel sitzt, sondern mit ein paar Leuten zusammensitzt und quatscht.

Heute Vormittag traf ich mich also mit Renato an der Kathedrale, um gemeinsam den Transporter abzuholen und gleich zum IKEA zu fahren. Dort hat Renato sein Wunsch-Bettgestell reduziert als Vorführmodell gefunden. Nach dem verzweifelten Versuch, das Gestell aufgebaut in den Transporter zu packen, haben wir das Bett beim Kundenservice stehen lassen und unsere restlichen Einkäufe erledigt. Anschließend haben wir mit einem neu gekauften Werkzeugkasten das Bettgestell auseinander gebaut. Nach insgesamt zwei Stunden (statt geplanter 30 Minuten) haben wir uns auf den Weg zurück nach Turku gemacht. Netter Weise ist Linnea spontan als Umzugshelferin eingesprungen und hat uns geholfen, meine Einkäufe in die Wohnung zu tragen. 

 Da kann man schon einmal ein aufgebautes Möbelstück bei IKEA kaufen, und dann baut es der neue Besitzer im Laden auseinander...

Da Renatos Zeitplan recht knapp bemessen war und er keine Hilfe an seinem Wohnort hatte, habe ich ihm spontan angeboten, ihn zu begleiten. Durch den Ausflug am Mittwoch hatte ich für diese Woche keine großen Experimente geplant und konnte die für heute geplanten Arbeiten problemlos verschieben. Weiter ging es also zu einer Bekannten von Renato, die seine Koffer, Gitarre und andere Gegenstände zwischengelagert hatte. Nachdem der Transporter beladen war, fuhren wir endlich Richtung Espoo, einem Vorort von Helsinki. Auf der Fahrt erzählte Renato dann davon, dass er irgend einen Haken bei der Wohnung vermutet, da sie für die Größe in dieser Wohngegend wohl unglaublich günstig sei. Er vermutete, dass der fehlende Lift bei einer Wohnung im vierten Stock der Grund für den günstigen Mietpreis sein könnte. Die Tatsache, dass wir all sein Hab und Gut ohne Lift in die neue Wohnung bringen müssten, hat er natürlich erst auf der Autobahn erwähnt ;-). Aber zu zweit sollte das ganze kein allzu großes Problem darstellen. Eine halbe Stunde vor Ladenschluss erreichten wir dann das Maklerbüro, an dem Renato seine Wohnungsschlüssel abholen sollte. Die Gegend, in der Renatos neue Wohnung liegt, ist erstaunlich nah an Helsinki und dennoch total ruhig und abgeschieden. 

Der Ausblick aus Renatos neuer Wohnung.

Nachdem wir alles in die Wohnung getragen hatten - spätestens dazu hätten wir das Bettgestell wohl auseinander bauen müssen, da es sonst nicht durch das Treppenhaus gepasst hätte - machten wir uns gleich an den Aufbau des Bettes. Als wir gegen vier Uhr mit dem wichtigsten Teil seines Umzugs fertig waren, haben wir unser Mittagessen nachgeholt und uns ein wenig die Zeit vertrieben. Auf dem Rückweg wollte ein gemeinsamer Freund von Renato und dem Besitzer des Transporters mitfahren. Der Freund wollte den Besitzer des Transporters besuchen und Renato selbst musste für ein Meeting noch einmal zurück nach Turku. Ab Montag wird er dann endgültig in Espoo leben. Aber Fabiana und ich haben Hoffnung, ihn dennoch relativ häufig wieder zu sehen. Schließlich fahren von Turku aus die Fähren nach Stockholm, wo er sich so gerne aufhält. Und zur Not kann man ihn ja auch in Espoo besuchen fahren :).

Donnerstag, 6. September 2012

Ein weiterer Abteilungsausflug ...

... fand heute statt. Nach dem "Erholungstag" im Frühling in Ruissalo und dem Ausflug zum Rhododentron-Park war heute Boot fahren angesagt. Mit der Fähre ging es zu den Åland-Inseln und zurück. Das ist der typische Rundtrip um das Inselarchipel vor Turku zu sehen - und natürlich, um günstig Alkohol einzukaufen.
Selbstverständlich macht unsere Abteilung solche Ausflüge nicht nur zum Spaß, so dass es ein Programm für die Vormittagsfahrt nach Mariahamm gab. Um den Technikern in der Abteilung einen kleinen Überblick über die verschiedenen Forschungsgruppen und Forschungsthemen zu geben, wurde jede Arbeitsgruppe kurz vom Betreuer vorgestellt. Von jeder Arbeitsgruppe sollte dann ein Doktorand das jeweilige Projekt präsentieren. Da ich bisher allein mit meinem Betreuer eine Arbeitsgruppe bilde, kam mir diese Ehre natürlich zuteil. Ashutosh und Milena ereilte ein ähnliches Schicksal, denn Ashutoshs Betreuer hat den Großteil seiner Angestellten in seiner zweiten Arbeitsgruppe in England und der zweite Doktorand von Milenas Chef ist nur Abends im Labor anzutreffen, da er neben der Doktorarbeit noch ein Medizinstudium absolviert. Nach der Vorstellung der Forschungsgruppen mussten wir das Boot wechseln, wo uns der Nachmittag dann nach einem gemeinsamen Mittagessen zur freien Zeitgestaltung zur Verfügung stand - eine günstige Gelegenheit, um Fotos zu machen:

 Wir haben einen wunderschönen, sonnigen Tag erwischt...

 ... um das Inselarchipel vor Turku zu sehen. 

Ein netter Standort für ein Sommerhäuschen :).

Um den Tag nett ausklingen zu lassen, waren Sathya, Ashutosh, Maria (spanische Austauschstudentin) und ich in einem Restaurant am Marktplatz essen. Anschließend haben wir noch einen Stadtrundgang gemacht, um ein paar Nachtfotos zu schießen. 

Das schwedisch-sprachige Theater Turkus, direkt am Marktplatz gelegen. 

 Statue dreier Wildgänse vor dem Kunstmuseum.

Diese Pferdestatue aus Altmetall steht mitten in der Fußgängerzone. 

 Kunst, wohin man blickt... die Brücke ist bunt beleuchtet und auch der Schornstein ist verziert mit riesigen, leutenden Nummern.

Und die Kathedrale erstrahlt in dem mittlerweile wohl bekannten Licht.

Mittwoch, 5. September 2012

Nach über zwei Monaten...

... gab es gestern, Dienstag, endlich ein Wiedersehen mit Renato. Geplant war ein Treffen eigentlich schon seit ich aus Houston zurück kam - schließlich hatte Renato extra ein  ein paar Souvenierwünsche geäußert. Doch kurz nach meiner Rückkehr hat er einen Monat Urlaub außerhalb Turkus verbracht, anschließend war ich im Urlaub und die letzten Tage war Renato damit beschäftigt, eine neue Wohnung zu finden und den Umzug zu planen... Nachdem er einen neuen Job in Helsinki gefunden hat, war das Treffen gestern wohl eines der letzten Treffen in Turku :( Aber Helsinki ist ja zum Glück nicht aus der Welt.
Für gestern Mittag arrangierte Renato also ein Wiedersehen mit Fabiana und mir im indischen Restaurant. Nach dem Mittagessen haben wir uns noch ein Eis am Marktplatz geholt und geplant, wie wir den Transporter für Renatos Umzug möglichst effizient nutzen - ich komme wohl also nun endlich in den Genuss echter Kleiderschränke und eines neuen Bettes. Und ein letztes Wiedersehen bevor er umzieht gibt es dadurch auch noch :). Nun bleibt nur noch zu hoffen, dass die Einweihungsfeir nicht auch 2 Monate Wartezeit hat, so wie das gestrige Wiedersehen...

Dienstag, 4. September 2012

Das Wintersemester...

... hat endgültig begonnen. Die letzten Wochen waren bereits einige Medizinstudenten wieder mit ihren Vorlesungen beschäftigt, doch nun haben auch die Vorlesungen für andere Studiengänge wieder begonnen. Turku ist voll mit neuen Austauschstudenten, die Eingangshalle des Medizin-Gebäudes ist morgens voll mit Studenten und die Fahrradständer sind wieder hilflos überfüllt. Zum Glück stammen Witze wie "Olympia für Polen" von meiner polnischen Kollegin selbst... und solange wir noch Witze über den Mangel an Fahrradständern machen können (oder die Unmenge an abgestellten Fahrrädern), ist doch alles gut :).


Die Fahrradständer vor dem Medizin-Hauptgebäude.
 

Montag, 3. September 2012

Sonntage im Labor ...

... sind irgendwie keine gute Idee. Das Labor ist zwar recht leer und man kann in Ruhe alle Geräte nutzen und wild rumexperimentieren, aber meine Ergebnisse von Sonntagsversuchen sind selten gut. Das liegt vielleicht auch daran, dass ich meist neue Protokolle ausprobiere, statt schon erprobte Dinge zu machen. Aber vielleicht versucht mein Unterbewusstsein auch, meine Versuche zu sabotieren, damit ich meine Wochenenden nicht mehr für die Arbeit verwende ;-). Aber selbst mit schlechten Ergebnissen macht die Arbeit am Wochenende doch Spaß, solange ich mir meine Wochenenden nicht allein im Labor um die Ohren schlage...

Als ich am Abend zuhause meine eMails abgerufen habe, fiel mir eine Nachricht von Couchsurfing auf. Eine Studentin aus Frankreich, die vor Kurzem nach Turku gezogen ist, wollte nicht alleine die Bars in Turku erkunden. Da ich viel zu lange nichts mehr mit Couchsurfern unternommen hatte, habe ich mich spontan dazu hinreißen lassen, heute Abend noch wegzugehen. Nachdem wir uns eine Weile in einer kleinen Bar am Marktplatz unterhalten hatten, trafen wir in der Stadt zwei griechische Austauschstudentinnen, die im gleichen Wohnheim leben, wie Sathya und Maria (die Doktorandin aus Spanien). Ich hatte die beiden in den letzten Wochen zweimal bei kleineren Feiern im Wohnheim getroffen. Zu viert sind wir dann noch in eine weitere Bar gegangen, um ein wenig zu reden und den Abend ausklingen ruhig zu lassen. Nach einigen Minuten hatten wir mit unserer englischen Unterhaltung die Aufmerksamkeit eines leicht angetrunkenen und eines nüchternen Finnen erregt, die sich den restllichen Abend zu uns gesellten. Allerdings war es für mich persönlich nicht sonderlich überraschend, dass beide Männer schwedisch-sprachige Finnen waren - denn meiner Erfahrung nach sind Finnlandschweden doch etwas extrovertierter, als finnisch-sprachige Finnen...

Samstag, 1. September 2012

Der Herbst hat Einzug gehalten...

... in Turku, still und leise. Langsam aber beständig wurde es Abends immer früher dunkel und die Tage wurden kälter. Auch auf Arbeit zeigt sich, dass der Sommer zu Ende geht. Während die Sommerstudenten die Abteilung verlassen, kommen auch die letzten Kollegen aus dem Urlaub zurück. Die Reservierungslisten für verschiedene Maschinen sind wieder voller, Teambesprechungen finden wieder statt und die Senior-Wissenschaftler kommen mit immer neuen Ideen, welche Projekte man veröffentlichen könnte. Auch mein Betreuer hat einige Pläne für das restliche Jahr. Und da ich den halben Oktober nicht im Labor sein werde und sich für die letzten September-Wochen ein paar Besucher angemeldet haben, versuche ich zurzeit, möglichst viele dieser Pläne zu realisieren... Damit und Studenten die langen Arbeitstage und Wochenenden im Labor nicht negativ in Erinnerungen behalten, hatten wir uns gestern Abend, zum Wochenabschluss, im Studentenwohnheim zu einem typisch spanischen Abendessen getroffen. Maria, eine Doktorandin aus Spanien, die für vier Monate bei uns in Turku einige Versuche durchführt, hatte unsere Abteilung eingeladen. 
Auf der Feier haben wir festgestellt, dass einige von uns dieses Wochenende im Labor verbringen wollten. Also hatte Sathya die Idee, die Filmabende im Seminarraum wiederzubeleben. Man kann sich am Morgen einfach besser motivieren, zur Arbeit zu fahren, wenn man weiß, dass man am Abend etwas Lustiges mit den Kollegen unternimmt. Zusammen mit Sathya, Milena und Karin, der Master-Studentin aus Estland habe ich mir somit heute Nachmittag "Snatch - Schweine und Diamanten" angesehen - eine britische Komödie. Auch morgen wird es uns wohl wieder ins Labor ziehen, ob und wenn, welchen Film wir zum Abschluss des Abends sehen werden, haben wir allerdings noch nicht entschieden :).

Freitag, 31. August 2012

Ein Tag im Dunkeln...

... liegt bereits hinter mir, und in den kommenden Wochen werden wohl noch einige Tage folgen. Denn meine Proben für die Elektronenmikroskopie sind nach langer Wartezeit endlich fertig. Nun will ich natürlich endlich meine Ergebnisse sehen und fotografieren - und da ein Elektronenmikroskop die Bilder nicht wie ein Lichtmikroskop mit Licht, sondern mit Elektronen erzeugt (die von Schwermetallen im Färbemittel abgelenkt werden), kann man das Ergebnis nicht sofort sehen. Statt dessen wird das Elektronensignal auf einem floureszierenden Bildschirm in sichtbares Licht umgewandelt. Um auf diesem Bildschirm jedoch irgend etwas zu erkennen, muss der Raum dunkel und die Augen an die Dunkelheit gewohnt sein. Das Elektronenmikroskop, das uns an der Universität zur Verfügung steht, ist schon recht alt. Es stammt aus den späten 60er Jahren und erinnert eher an das Cockpit eines Raumschiffes aus alten Science-Fiction-Filmen, als an ein wissenschaftliches Messgerät. Wenn man nun im Dunkeln auf den grün leuchtenden Bildschirm schaut und eine Zelle in enormen Vergrößerungen von 5000 bis 20.000 fach vor sich hat, fühlt es sich ein wenig so an, als würde man durch eine riesige Zelle reisen. 
Vermutlich finden das die meisten Leute eher seltsam oder sogar etwas abschreckend, aber ich saß den gesamten Tag gespannt an diesem grünen Bildschirm und habe darüber gestaunt, wie genau man all diese Strukturen erkennt, die man sonst nur aus Büchern kennt, meistens gezeichnet und bunt koloriert. Natürlich findet man auch ab und an Elektronenmikroskop-Aufnahmen in Büchern und Fachzeitschriften, aber dass die eigenen Proben so aussehen können, daran denkt man beim durchblättern der Bücher dann doch nicht.

Donnerstag, 30. August 2012

Den spontansten Kinobesuch meines Lebens...

... hat mir Linnea heute bereitet. Wir hatten uns am Wochenende endlich einmal wieder zu einem Treffen verabredet, aber weder Zeit noch Treffpunkt ausgemacht - bis sie mir heute Mittag schrieb, ich solle einfach Bescheid geben, wenn ich die Arbeit verlasse. Gesagt, getan. Nach der Arbeit fuhr ich mit dem Rad zu Linneas und Mikaels Haus, wo Linnea schon an der Straße auf mich wartete, um gleich weiter in die Stadt zu laufen. Eine Querstraße von meinem Haus entfernt wollte ich dann doch mal wissen, wo uns unser Weg hinführt - da wurde mir offenbart, dass Kinotickets für uns reserviert sind. Ich wurde sozusagen entführt, um ins Kino zu gehen... Aber da ich generell ein großer Fan von Kinobesuchen bin, solange der Film nicht zu horromäßig oder zu schmalzig ist, sah ich keinen Grund, mich dagegen zu wehren :). Der auserwählte Film war "Merida - Legende der Highlands" (englischer Orginaltitel: "Brave"), ein 3D-Animationsfilm. Nach dem Kinobesuch haben wir bei einer Tasse Tee an meinem Computer ein wenig Online-Shopping betrieben, Urlaubsfotos angesehen und geredet.

Mittwoch, 29. August 2012

Die beiden letzten Tage im Elsass...

... haben wir hauptsächlich außerhalb Straßburgs verbracht. Den Vormittag des vierten Tages wollten wir uns noch einmal den Ort unseres Hotels, Molsheim, bei Tageslicht ansehen. Beim Rundgang durch die Altstadt haben wir ein Bugatti-Museum entdeckt - dabei handelte es sich jedoch mehr um ein Heimatmuseum, finanziert von der Bugatti-Stiftung, als um ein Museum für nette Oldtimer. Zum Museum gehörte noch ein altes Kloster mit einem großen Innenhof und mehreren kleinen Klostergärten.
Am Nachmittag des vierten Tages haben wir uns noch einmal auf den Weg nach Straßburg gemacht - zur Abwechslung ging es diesmal über Landstraßen. Unser Ziel war das Museum für moderne Kunst.

 Das Haus am Marktplatz bei Tageslicht.

 Im Bugatti-Museeum fanden sich antike Waffeleisen...

 ... neben alten Autos.

 Der Klostergarten im angrenzenden alten Kloster.

 Ein Nachmittag im Museum für morderne Kunst.

Für den letzten Tag hatten wir uns einen Fahrtweg ausgesucht, der uns über einige Dörfer im Elsass und durch den Schwarzwald wieder zurück nach München führen sollte. Somit konnten wir unsere Heimreise auch noch zum Besichtigen neuer Orte nutzen, bevor wir den letzten gemeinsamen Sonntag mit Wäsche waschen, Koffer packen und Papierkram verbringen mussten. Denn den Montag nach unserem Straßburg-Aufenthalt startete mein Flugzeug wieder Richtung Finnland.

 Fachwerkhäuser durften auch in kleineren Orten natürlich nicht fehlen.

Kirchen fanden sich...

natürlich auch in jedem Ort (z.B. in Andlau)...

 ... aber diese kleine Freiluft-Kapelle war die Einzige, die wir gesehen hatten.

 Die Bärin ist das Wahrzeichen von Andlau.

Auf unserer Heimreise konnten wir den Sonnenuntergang im Schwarzwald genießen.

Dienstag, 28. August 2012

Die Konferenz in Helsinki...


... am vergangenen Wochenende war wirklich schön. Das größte Manko war wohl, dass die Konferenz am Wochenende stattfand. Aber mit netter Gesellschaft fühlte es sich doch ein wenig an, wie Wochenende. Zusammen mit Emmi, einer Medizinstudentin, die neben der Klinik noch ihren Doktor in Naturwissenschaften macht, fuhr ich am Freitag morgen nach Helsinki. Schon auf der Zugfahrt hatten wir eine nette Unterhaltung, die Dame, die den Sitzplatz vor uns erwischt hat, passte dies scheinbar weniger. Zumindest hat sie ihren Sitzplatz am ersten Halt verlassen, aber wir haben wir sie am Bahnhof in Helsinki wiedergetroffen... In Finnland ist es nun einmal nicht üblich, dass sich Menschen im Zug unterhalten ;-).

Nach den ersten Vorträgen trafen wir dann zwei weitere Doktoranden aus Turku - oder genauer, eine Doktorandin und einen frischen Absolventen, denn während ich im Urlaub war, gab es in Turku eine Doktorverteidigung. Zu viert haben wir uns dann die zweite Vortragsreihe des Freitagnachmittags angehört, bevor wir uns auf den Weg in unsere Hotels machten. Um die Konferenzkosten gering zu halten, hatte Emmi vorgeschlagen, dass wir uns ein Doppelzimmer teilen könnten, also haben wir gemeinsam eingecheckt, uns nur schnell umgezogen und schon ging es weiter zum feierlichen Empfang in der Stadthalle, an dem auch zwei unserer Professoren teilnahmen. Zunächst wurde der Abend mit zwei Ansprachen eingeläutet, dann wurde das Buffet eröffnet und klassische Musik gespielt und kurz nachdem das Buffet wieder abgebaut wurde und sich unsere zwei Professoren von uns Studenten verabschiedet hatten, wurden wir auch schon von einer Dame gebeten, unseren Abend an einem anderen Ort ausklingen zu lassen. Gesagt, getan, zu viert machten wir uns auf den Weg zu einer Bar in der Nähe unseres Hotels. Dort haben wir eine Weile gesessen, etwas getrunken, uns eine Pizza geteilt und uns von großformatigen Fotografien an der Wand zu lustigen Diskussionen über das Leben auf dem Land inspirieren lassen. 


Am nächsten Tag war nach einem langen Frühstück im Hotel dann das normale Konferenz-Programm angesagt, Symposien, Kurzvorträge, Mittagessen, Poster-Präsentationen und noch mehr Symposiumsvorträge. Das festliche Dinner am Abend hatten Emmi und ich nicht dazu gebucht. Die Doktorandin, die wir am Vortag getroffen hatten, hatte sich bereits nach der Poster-Präsentation auf den Rückweg nach Turku gemacht und der seit-kurzem-Doktor hat seine Schwägerin in Helsinki besucht - so dass Emmi und ich zu zweit einen lustigen Abend in Helsinki verbracht haben. Zunächst gab es nepalesische Speisen zum Abendbrot (als Laie konnte ich persönlich aber keinen Unterschied zu indischem Essen feststellen), und zum Abschluss des Tages haben wir uns eine Komödie im Kino angesehen. Der Film war genau das richtige Abendprogramm nach einem ganzen Tag mit wissenschaftlichen Vorträgen. 


Sonntag früh musste unser Frühstück etwas kürzer ausfallen, da die erste Vortragsreihe bereits halb 9 begann, der Frühstückssaal im Hotel jedoch erst im 8 Uhr geöffnet wurde. Nach dem Ausschecken aus dem Hotel und einem schnellen Frühstück ging es somit durch die leere Innenstadt Helsinkis zum Konferenzzentrum um den Vormittag weiteren Vorträgen zu lauschen. Glücklicher Weise waren mehrere gute Sprecher für die Vortragsreihe am Morgen eingeladen, so dass man für den Moment komplett vergessen konnte, dass es Sonntag morgen ist... Mit einem Sandwich und einer Wasserflasche zum Mittagessen fuhren wir dann im Bus zurück nach Turku. Zum Leidwesen unserer Mitfahrer hatten Emmi und ich auch auf dieser Fahrt noch genug Gesprächsstoff, um uns die gesamte Fahrt über gut zu unterhalten. Die Konferenz war eine schöne Gelegenheit, sich endlich etwas besser kennen zu lernen. Denn vom Sehen her kannte ich Emmi bereits das ganze Jahr, doch bis zum Sommer war sie noch die meiste Zeit mit Vorlesungen für das Medizinstudium beschäftigt und hat erst vor einigen Wochen angefangen, intensiv an ihrer Doktorarbeit in unserer Abteilung zu arbeiten - so dass ich sie nun sicherlich öfter im Labor treffen werde :-).