Samstag, 8. September 2012

Wie aus einem kurzen IKEA-Besuch...

... ein arbeitsfreier Tag als Umzugshelfer wird, konnte ich heute erfahren. Am Dienstag hatten Renato und ich bei einem Mittagessen mit Fabiana besprochen, dass wir den Umzugstransporter für einen IKEA-Besuch nutzen könnten, bei dem ich mir mein neues Bettgestell und einen Kleiderschrank besorgen wollte.
Gestern Abend hatte ich meiner deutschen Kollegin, Marion, bereits Bescheid gegeben, dass ich am Freitag erst gegen Mittag auf Arbeit kommen werde. Wir hatten uns gestern Abend zusammen mit einem früheren Kollegen von Marion - der zur Zeit ein paar Versuche bei uns im Labor durchführt - auf ein Bier getroffen. Schließlich macht so eine Kooperation deutlich mehr Spaß, wenn man abends nicht alleine im Hotel sitzt, sondern mit ein paar Leuten zusammensitzt und quatscht.

Heute Vormittag traf ich mich also mit Renato an der Kathedrale, um gemeinsam den Transporter abzuholen und gleich zum IKEA zu fahren. Dort hat Renato sein Wunsch-Bettgestell reduziert als Vorführmodell gefunden. Nach dem verzweifelten Versuch, das Gestell aufgebaut in den Transporter zu packen, haben wir das Bett beim Kundenservice stehen lassen und unsere restlichen Einkäufe erledigt. Anschließend haben wir mit einem neu gekauften Werkzeugkasten das Bettgestell auseinander gebaut. Nach insgesamt zwei Stunden (statt geplanter 30 Minuten) haben wir uns auf den Weg zurück nach Turku gemacht. Netter Weise ist Linnea spontan als Umzugshelferin eingesprungen und hat uns geholfen, meine Einkäufe in die Wohnung zu tragen. 

 Da kann man schon einmal ein aufgebautes Möbelstück bei IKEA kaufen, und dann baut es der neue Besitzer im Laden auseinander...

Da Renatos Zeitplan recht knapp bemessen war und er keine Hilfe an seinem Wohnort hatte, habe ich ihm spontan angeboten, ihn zu begleiten. Durch den Ausflug am Mittwoch hatte ich für diese Woche keine großen Experimente geplant und konnte die für heute geplanten Arbeiten problemlos verschieben. Weiter ging es also zu einer Bekannten von Renato, die seine Koffer, Gitarre und andere Gegenstände zwischengelagert hatte. Nachdem der Transporter beladen war, fuhren wir endlich Richtung Espoo, einem Vorort von Helsinki. Auf der Fahrt erzählte Renato dann davon, dass er irgend einen Haken bei der Wohnung vermutet, da sie für die Größe in dieser Wohngegend wohl unglaublich günstig sei. Er vermutete, dass der fehlende Lift bei einer Wohnung im vierten Stock der Grund für den günstigen Mietpreis sein könnte. Die Tatsache, dass wir all sein Hab und Gut ohne Lift in die neue Wohnung bringen müssten, hat er natürlich erst auf der Autobahn erwähnt ;-). Aber zu zweit sollte das ganze kein allzu großes Problem darstellen. Eine halbe Stunde vor Ladenschluss erreichten wir dann das Maklerbüro, an dem Renato seine Wohnungsschlüssel abholen sollte. Die Gegend, in der Renatos neue Wohnung liegt, ist erstaunlich nah an Helsinki und dennoch total ruhig und abgeschieden. 

Der Ausblick aus Renatos neuer Wohnung.

Nachdem wir alles in die Wohnung getragen hatten - spätestens dazu hätten wir das Bettgestell wohl auseinander bauen müssen, da es sonst nicht durch das Treppenhaus gepasst hätte - machten wir uns gleich an den Aufbau des Bettes. Als wir gegen vier Uhr mit dem wichtigsten Teil seines Umzugs fertig waren, haben wir unser Mittagessen nachgeholt und uns ein wenig die Zeit vertrieben. Auf dem Rückweg wollte ein gemeinsamer Freund von Renato und dem Besitzer des Transporters mitfahren. Der Freund wollte den Besitzer des Transporters besuchen und Renato selbst musste für ein Meeting noch einmal zurück nach Turku. Ab Montag wird er dann endgültig in Espoo leben. Aber Fabiana und ich haben Hoffnung, ihn dennoch relativ häufig wieder zu sehen. Schließlich fahren von Turku aus die Fähren nach Stockholm, wo er sich so gerne aufhält. Und zur Not kann man ihn ja auch in Espoo besuchen fahren :).

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