Sonntag, 22. April 2012

Geocachen mit Couchsurfern...

... ist doch eine schöne Möglichkeit, den ersten warmen Frühlingstag zu nutzen. Dass Couchsurfer Leute sind, die das Couchsurfing.com-Netzwerk nutzen, muss ich wohl hier nicht mehr erklären. Aber Geocaching dürfte für einige von euch doch noch etwas Unbekanntes sein. Geocaching ist eine Art elektronische Schnitzeljagd - also eine Schatzsuche, die ein GPS-Empfänger als elektronisches Hilfsmittel benötigt. Irgendein netter Mensch versteckt eine kleine Box und gibt die Koordinaten des Verstecks weiter. Vor Ort nach dem Schatz/Cache suchen muss man dann aber immer noch ohne Hilfsmittel. Bisher waren meine Versuche beim Geocachen mit Freunden in Deutschland oder auch hier mal als Alleingang immer sehr erfolglos :(. Aber heute ging es mit 4 anderen Suchern auf eine der Inseln vor Turku: Ruissalo! Und zu fünft sah unsere Ausbeute an gefundenen Caches auch wirklich gut aus. Wir haben 4 von 4 vorab geplanten Caches gefunden, einen weiteren Cache auf dem Weg eingesammelt und alle notwendigen Hinweise für einen weiteren Geocache zusammengetragen - denn für manche Caches werden nicht Koordinaten weitergegeben, sondern Hinweise, mit denen man dann erst einmal die Koordinaten errätseln muss. Allerdings stimmte mit unserer Berechnung auf der Insel etwas nicht, unser Ziel wäre in Schweden gewesen... Mal sehen, ob uns noch auffällt, wo das Problem bei der Berechnung lag und wie wir auf die richtigen Koordinaten kommen. Dann können wir diesen Schatz auch noch bergen. 


Das Schöne am Geocachen ist, dass man nicht sinnlos durch die Gegend läuft, sondern ein Ziel vor Augen hat. Für viele Caches gibt es eine detailliertere Beschreibung, die noch einige Hintergrund-Informationen zu dem Platz geben, an dem der Cache versteckt ist - manchmal kann man dadurch dann noch neues über die Gegend lernen, in der man sich gerade aufhält. Mir hat der Tag heute auf jeden Fall viel Spaß gemacht. Wir haben das super Wetter mit 15°C im Schatten und gefühlten 25° in der Sonne bei einer kleinen Wanderung am Meer genießen können. Und nebenbei haben wir noch ein paar Schätze gefunden und neue Ecken auf der Insel kennengelernt. Hier mal ein paar Eindrücke, wo uns unsere Schnitzeljagd so hingeführt hat:
 Los ging es am Strand von Hirvensalo, hier in der Nähe lagen Chace Nr. 1 und 2. Unser Weg verlief eigentlich die gesamte Zeit entlang der Küste.

 Kurz vor dem dritten Cache bot sich uns dieser nette Ausblick :).

 Auf dem Weg zu Chace Nr. 4. Dieser Steg hat seine besten Zeiten wohl schon hinter sich.

Nicht nur wir Menschen haben diesen schönen Frühlingstag zum Sonne Tanken genutzt. Auch die Ringelnatter dachte sich, es sei eine gute Idee, ein paar Sonnenstrahlen abzubekommen.

Die Bilder von meinem Nach-Hause-Weg...

... gibt es nun einen Tag später, als versprochen. Die letzte Woche war einfach ein bisschen zu arbeitslastig. Abends fielen mir immer sehr schnell die Augen zu, so dass ich nicht wirklich viel zum Blog schreiben kam. Aber damit habe ich wenigstens ein paar Stunden für meinen kommenden Urlaub angesammelt. Gestern Abend habe ich dann noch spontan Linnea und Mikael besucht - nach der Woche hatte ich einfach das Bedürfnis, mal wieder Leute zu treffen, die ich nicht von der Arbeit kenne :). Irgendwie haben wir uns dann verquatscht und ich war letztendlich gegen 3 Uhr nachts Zuhause. Heute habe ich nochmal einen kleinen Spaziergang gemacht um das Frühlingswetter zu genießen und schon mit meiner nächsten Präsentation für den Wissenschaftliche Präsentationen-Kurs angefangen.

Also hier nun die Fotos vom Donnerstag:

 Ein Denkmal am Dom zu Turku.





Der Dom zu Turku / die Kathedrale von Turku

Diese Statue steht im kleinen Park neben dem Dom zu Turku. 

Dieses Metall-Kunstwerk findet sich neben der Philharmonie in der Nähe meiner Wohnung.

Die Philharmonie.

Donnerstag, 19. April 2012

Der erste Vortrag für den Kurs...

... zum wissenschaftlichen Präsentieren lief heute ganz gut. Zumindest kam keine negative Kritik - lediglich zwei Tippfehler fielen negativ auf. Andererseits wurden die negativen Aspekte heute generell wenig angesprochen. Vermutlich sollten wir in der ersten Runde der Präsentationen motiviert werden, die vernichtende Kritik kommt dann bei den kommenden zwei Vorträgen.

Eigentlich habe ich auf dem Nach-Hause-Weg ein paar neue Bilder von Turku - hauptsächlich der Kathedrale - gemacht. Aber mir fallen nun schon beim Tippen die Augen zu :(. Ich werd euch also morgen dann mit neuen Bildern erfreuen.

Dienstag, 17. April 2012

Wie schnell die Tage länger werden...

... hier im Norden, ist schon erstaunlich. Kaum ist auch der letzte Schneehaufen geschmolzen, ist es draußen schon wieder bis um 9 Uhr abends hell. Somit kann ich nun wenigstens auch an langen Tagen den Sonnenschein auf meinen Nach-Hause-Weg genießen. Diese Erkenntnis war leider schon das einzig Interessante an meinem heutigen Tag - die Woche ist einfach zu voll gepackt mit Präsentationen und Versuchen. Aber es kommen auch bald wieder bessere Zeiten :). Und dann kommen sicherlich auch wieder interessantere Beiträge für euch!

Montag, 16. April 2012

Mein Abstract für Texas...

... wurde angenommen - das heißt, ich darf im Sommer nicht nur in die USA fliegen, sondern ich kann auch noch meine Forschungsergebnisse als Poster vorstellen. Ich weiß, das klingt unspektakulär, aber bei so großen Konferenzen wird nicht automatisch jedes Poster zugelassen, so dass diese Meldung zumindest ein kleiner Grund zur Freude ist. Auch wenn das insgesamt noch etwas mehr Stress bis Juni bedeutet, schließlich müssen die Ergebnisse, die dort vorgestellt werden soll, erst einmal erarbeitet werden ;). Aber glücklicher Weise ist Jukka ja noch bis Mitte Juni im Labor und macht selbst viele Versuche. Den Sommer über ist er dann einige Monate als Arzt im Krankenhaus tätig und kommt dann im September oder Oktober zurück zum Labor.

Zur Zeit kommt mein Stress aber erst einmal von den geplanten Versuchen für diese Woche und vor allem vom "Wissenschaftliche Präsentationen"-Kurs, da wir die letzten drei Stunden des Kurses jeweils einen Vortrag halten und natürlich vorab erstellen müssen... Ich habe heute den gesamten Nachmittag am Computer verbracht, um mich in ein neues Programm zum Erstellen von Präsentationen einzuarbeiten - genannt "Prezi". An sich ist es recht intuitiv zu bedienen, aber die Umstellung von PowerPoint fällt dennoch schwer... oder vielleicht genau deshalb?! Ich hoffe jedenfalls, dass das Endergebnis die Mühe wert sein wird, auch wenn die Präsentation sowieso nur der Übung dient und keinen tieferen Sinn hat.
Nachdem ich irgendwann beim Blick auf die Uhrzeit total erschrocken war, habe ich meine Sachen zusammengepackt und mich auf den Heimweg gemacht. Unterwegs fiel mir ein, dass ich am Nachmittag ja noch etwas für den morgigen Versuch vorbereiten wollte, das Jukka früh am Morgen bereits benötigt - da der Versuch viele Stunden dauert, haben wir unsere Zeit so aufgeteilt, dass er früh Feierabend machen kann und ich morgens etwas länger schlafen darf. Da ich nicht sonderlich begeistert war von der Idee, morgen früher im Labor zu sein als mein Betreuer, nur um die vergessenen Dinge vorzubereiten, lief ich nochmal zurück zur Arbeit... Nun ist alles für morgen vorbereitet und ich kann ohne schlechtes Gewissen etwas länger schlafen als sonst :).

Sonntag, 15. April 2012

Die vergangene Woche...

... war ja dank des Oster-Montags angenehm kurz. Am Dienstag wartete bereits einiges an Arbeit auf mich, so dass ich den Brettspiel-Club diese Woche ausfallen ließ. Ich hoffe nur, dass es diesen Dienstag zeitlich besser passt - bei einem Blick auf meine Versuchsplanung sieht das jedoch nicht sehr erfolgsversprechend aus. Die nächsten eineinhalb Wochen werden stressig.
Mittwoch Morgen habe ich dann erst einmal das finnische Finanzamt aufgesucht, um eine Lohnsteuerkarte zu beantragen. Nachdem ich bisher über steuerfreie Stipendien-Gelder bezahlt wurde, bekomme ich die nächsten zwei Monate Gehalt und muss dementsprechend auch Steuern abführen. Den Rest des Jahres, also von Juli bis Dezember, werde ich dann über ein anderes Stipendium entlohnt... Seit dem Besuch bin ich jedoch leicht verwirrt, da mir angekündigt wurde, ich müsse für letztes Jahr noch Steuern nachzahlen. Die Dame im Finanzamt konnte mir leider nicht direkt erklären, weshalb ich Steuern zahlen muss, wenn ich zu der Zeit ein steuerfreies Stipendium hatte. Auch unsere Sekretärin hat das nicht so ganz verstanden, aber wir warten nun erst einmal den Steuerbescheid ab. Vielleicht ist das ja alles auch ein Missverständnis. 
Den Mittwoch Nachmittag wollte ich eigentlich auf einem Symposium verbringen. Allerdings wurde mir eine knappe Stunde vor Beginn des Symposiums vorgeschlagen, mich doch auf ein paar Fördergelder von der Universität zu bewerben, etwa zwei Stunden bevor die Bewerbungsfrist endete... Ich habe es am Ende tatsächlich geschafft, meine Bewerbungen rechtzeitigt fertig zu stellen, mit Jukka zusammen noch einmal zu überprüfen und einzureichen. Für das Symposium war es dann allerdings schon zu spät.

Die restliche Woche verlief zwar arbeitsreich aber vergleichsweise ruhig. Am Donnerstag fand der "Wissenschaftliche Präsentationen"-Kurs zum zweiten mal statt - nun folgen noch drei Treffen, bei denen wir jeweils eine kurze Präsentation über unsere Forschung geben sollen. Heute habe ich ein bisschen mit einem alternativen Programm zu Powerpoint rumprobiert, allerdings habe ich mich noch nicht entschieden, ob ich meine Präsentation mit einer anderen Software erstellen will. Natürlich sind diese Präsentationen für unsere Arbeit unwichtig und somit ideal zum Austesten neuer Dinge. Aber mittlerweile kenne ich mich sehr gut mit den Microsoft Office-Programmen aus und weiß nicht so recht, ob ich für ein oder zwei Übungspräsentationen wirklich den Umgang mit einem neuen Programm erlernen will. Aber ich habe ja noch 4 Tage Zeit, mich zu entscheiden :).

Samstag, 14. April 2012

Am dritten Tag in Tallinn...

... ging es für uns am Abend wieder zurück nach Finnland - schließlich waren die Osterfeiertage dann auch schon wieder vorbei. Aber da unsere Fähre erst um 18 Uhr ablegte, konnten wir noch einen ganzen Tag in der Stadt verbringen. Nach dem Auschecken aus unserem Hostel und einem kurzen Frühstück am Markt haben wir unser Gepäck zum Hafen gebracht. Von da liefen wir entlang der Ostseeküste zu einem alten Gefängnis, das heute als Museum dient. Auf dem Weg dahin kamen wir an einem riesigen Bauwerk vorbei, das mir ein paar Rätsel aufgegeben hat:

 Die erste Ebene nach dem ersten Treppenaufgang, allein dieses Plateau war gigantisch groß.

Der Blick von der zweiten, obersten Ebene in Richtung Meer. In der Mitte zwischen den zwei Stegen befindet sich ein Hubschrauber-Landeplatz.

Wie gesagt, mir erschloss sich vor Ort nicht, wozu dieses Gebäude mal gedient haben könnte. Für einen Militär-Hafen wäre es mit den vielen Treppen wohl eher unpraktisch gewesen. Aber für Tourismus-Zwecke würde man doch nicht wirklich einen Hubschrauber-Landeplatz benötigen. Glücklicher Weise findet man heutzutage im Internet ja auf jede Frage eine Antwort... Es handelt sich um die  Linnahall, die Stadthalle Tallinns, welche 1980 zum Anlass der olympischen Spiele in Moskau errichtet wurde - die Segel-Wettbewerbe fanden damals vor Tallinn statt. Die Stadthalle beherbergt wohl eine Eissporthalle, einen Konzertsaal und ein 6000 m² großes Foyer.

Nach dem Abstecher zu diesem riesigen Bauwerk haben wir unseren Weg zum Gefängnis fortgesetzt und mussten dort feststellen, dass wir lieber die Öffnungszeiten zu Ostern vorab erfragt hätten. Das Gefängnis-Museum war geschlossen. Also haben wir den restlichen Tag erneut in der Altstadt verbracht. Auf einem kleinen mittelalterlichen Markt gab es die Möglichkeit, eine "Glücksmünze" selbst zu prägen. Dazu legt der nette Händler einen Münz-Rohling in einen Metall-Zylinder, der am Boden mit einem der beiden Prägemotive ausgestattet ist. Anschließend verschließt er den Metall-Zylinder mit einem Metall-Stab, an dessen Unterseite das zweite Motiv befestigt ist. Man selbst darf dann mit dem Hammer drei Mal kräftig draufhauen. Der "Legende" nach geht innerhalb eines Jahres ein Wunsch in Erfüllung, an den man während des Prägens denkt... Mir ging es beim Prägen mehr um die Münze als Andenken, als um den Wunsch, aber vielleicht erfüllt er sich ja dennoch - schaden kann es ja nicht, sich dabei etwas zu wünschen :). Natürlich hab ich auch ein Bild von meinem Ergebnis:

Meine Tallinn-Münze, mit der Siluette der Stadt auf der einen Seite und dem Domberg auf der Anderen.

Nachdem wir uns anschließend mit einem Eierkuchen gestärkt haben, wollten wir den kulturellen Teil der Reise mit dem Folter-Museum abschließen. In dem Museum war ich etwas erstaunt, wie viele Folterwerkzeuge in Deutschland erfunden wurden oder zumindest hauptsächlich dort verbreitet waren! Eigentlich fiel es auch nicht mir auf, sondern meinen Kollegen, die den restlichen Tag merkwürdig zuvorkommend und freundlich waren ;). 
In den letzten eineinhalb Stunden in Tallinn haben wir dann noch einmal ausgenutzt, dass die Geschäfte auch an Ostern geöffnet waren, und sind Einkaufen gegangen. Das war allerdings nicht meine Idee, denn ich wusste schon, wie das endet. Die Leute, die unbedingt shoppen gehen wollten, haben am Ende des Tages nichts zum Kaufen gefunden. Und ich, wo ich doch eigentlich kein Interesse hatte, durfte den restlichen Tag meinen Einkauf durch die Gegend tragen: eine neue Kaffee-Maschine. Meine aus Deutschland mitgebrachte Kaffeepad-Maschine hat nun endgültig den Geist aufgegeben, nachdem sie mir die letzten Wochen schon sehr wässrigen, lauwarmen Kaffee serviert hatte. Allerdings konnte ich mich in den Kaufhäusern in Turku bisher nicht entscheiden, welches Kaffee-System nun bei mir Einzug halten sollte. Das Finnland-eigene System scheidete allein schon deshalb aus, weil mir die am weitesten verbreitete Kaffeemarke nicht schmeckt. Eine normale Kaffee-Maschine ist für wenige Tassen eher ungeeignet und übrig blieb das "Dolche Gusto" Kaffee-Kapsel-System, das mit seinen riesigen Kapseln nicht nur viel Plastikmüll produziert, sondern auch noch erstaunlich wenig Geschmackrichtungen im Angebot hat. In einem Elektro-Markt in Tallinn fiel mir dann eine Senseo Kaffeepad-Maschine ins Auge. So kann ich nun auch meinen Vorrat an Kaffeepads weiter aufbrauchen und bekomme gewohnt leckeren Kaffee am Morgen.
Mit der neu erworbenen Kaffeemaschine im Gepäck haben wir dann unsere Taschen am Hafen aus dem Schließfach geholt, uns auf die Fähre begeben und erst einmal die Rückkehr von Helsinki nach Turku geplant. Da wir ungern zwei Stunden auf den nächsten Zug warten wollten, haben wir am Hafen das erstbeste, freie Taxi genommen und hatten scheinbar viel Glück, einen belgischen Taxi-Fahrer zu erwischen. Der war nicht nur froh, mal wieder alle möglichen Sprachkenntnisse aufzufrischen (Französisch, Deutsch, Niederländisch) sondern hat auch noch sein Bestes gegeben, um uns möglichst schnell zum Bahnhof zu bringen. Dank ihm haben wir tatsächlich noch den frühen Zug erwischt und es vor Mitternacht ins Bett geschafft. Die erste Nacht zurück im eigenen Bett war wundervoll, nur leider viel zu kurz, denn am Dienstag morgen ging es ja wieder direkt zurück ins Labor.

Donnerstag, 12. April 2012

Tag zwei in Tallinn...

... hatte am Morgen eine positive Überraschung für uns parat: Sonnenschein! Nach dem vielen Schnee am Vortag und dem Schneeregen in Helsinki hatten wir uns eigentlich in Gedanken schon damit abgefunden, dass uns das schlechte Wetter die gesamte Reise über begleitet. Beim Frühstück haben wir uns dann entschieden, das Freiluftmuseum "Rocca al Mare" zu besichtigen, um das schöne Wetter auch ordentlich zu nutzen. Und die meisten anderen Museen waren am Ostersonntag sowieso geschlossen. Den Namen verdankt das Museum seiner Lage direkt an der Ostsee, an einem Küstenabschnitt, an dem von der letzten Eiszeit viele Findlinge zurück gelassen wurden. Das Freilichtmuseum stellt insgesamt 80 alte Gebäude aus Estland aus: Wohnhäuser, eine alte Schule, eine Holzkirche, verschiedenste Werkstätten und Farmen, Mühlen und ein Restaurant. Leider sind viele Häuser in der Wintersaison nicht zugänglich, aber ein paar Innenräume haben wir trotz der falschen Jahreszeit zu Gesicht bekommen:

 Die Findlinge im Meer ...

 ... und am Meer.

 Am Eingang des Museums konnte man üben, sich bei den niedrigen Türen nicht zu stoßen.

Die kleinste Holzhütte, die ich je gesehen habe...

 ... aber zum Glück gab es in Tallinn auch größere Gebäude. Wie dieses Restaurant mit einladendem Biergarten ;). 

 Eine alte Windmühle am Meer.

 Das gelbe Haus durfte man sich auch mal von innen betrachten...

 ... um sich ein Bild zu machen von der antiken Wohnzimmereinrichtung...

 ... und dem noch funktionstüchtigen, alten Ofen in der Küche.

Und dieses rote Holzhaus diente einst als Dorfschule.

Nach dem Besuch des Freilicht-Museums fuhren wir zurück in die Innenstadt, um auch die mittelalterliche Innenstadt bei dem schönen Wetter zu genießen. Die Straßenbahn-Haltestelle liegt an dem großen Marktplatz der modernen Innenstadt, direkt am Rande der Altstadt-Mauern nahe der orthodoxen Kathedrale.

 Der neue Marktplatz mit dem Denkmal zum estnischen Freiheitskrieg auf der einen Seite...

 ... und dieser Kirche auf der anderen Seite.

 Nahe des Kriegsdenkmals hinter den Stadtmauern der Altstadt findet sich die orthodoxe Kathedrale.

An der Stadtmauer war auch ein Bogenschieß-Stand aufgebaut. 

Die Gelegenheit, nach einer kurzen Erklärung selbst einmal auszuprobieren, wie man mit Pfeil und Bogen schießt, konnte ich einfach nicht verstreichen lassen. Es hat Spaß gemacht und meine Schuss-Bilanz war gar nicht mal so schlecht. Auch wenn ich die goldene Mitte nicht getroffen habe, alle 5 Pfeile saßen in den drei Ringen um die Mitte herum.
Nach dem Bogenschießen ging es weiter durch die Altstadt von Tallinn, vorbei an Gilde-Häusern aus der Hansezeit, alten Kirchen und vielen Toren und Türmen der Stadtmauer. Bei schönem Wetter ist der mittelalterliche Stadtkern Tallinns wunderschön. Auch beim Spaziergang durch die nächtliche Altstadt nach dem Abendessen zeigte sich die Stadt von seiner schönsten Seite :).

 Das Parlament.

 Blick über einen Teil der Altstadt in Richtung Meer.

 Eines der vielen Tore von Tallinns Stadtmauer. 

 Der Marktplatz bei Nacht...
...mit dem alten Rathaus.

Mittwoch, 11. April 2012

Unser erster Tag in Tallinn...

...begann recht früh am Samstag morgen auf der Fähre. Um 6:45 Uhr musste die Kabine frei sein (die Reinigungskolonne hat meinen vollen Respekt und all mein Mitleid) und um halb 8 konnten wir dann das Schiff verlassen und die Stadt unsicher machen. Allerdings war die Motivation der Gruppe dank des Alkohols am Vorabend und dem Schneegestöber am Samstag ziemlich gering... Da wir erst nach 14:00 Uhr in unserem Hostel einchecken konnten, haben wir das schwere Gepäck in einem Schließfach deponiert, sind in die Altstadt gelaufen und haben uns ein Café für's Frühstück und zur Tagesplanung gesucht. Da zu Ostern viele Museen nur am Samstag geöffnet hatten und das Wetter sowieso dazu einlud, sich drinnen aufzuhalten, wollten wir uns Schloss Katharinental und den Vorort "Kadriorg" ansehen. Bei der Suche nach der richtigen Buslinie stießen wir auf einen Stadtrundfahrt-Bus, der unser Ziel mit auf dem Programm hatte. Also ging es rein in den Bus, Kopfhörer aufgesetzt und 2 von 4 Augenpaaren fielen automatisch zu - die Nachwirkungen des Alkohols :-/. Die Informationen, die während der Busfahrt erzählt wurden, waren recht spannend, leider fehlte aber die wichtigste Information. Wo man aussteigen soll, um sich das Schloss genauer anzusehen, haben sie leider nicht verraten, so dass wir die komplette Rundfahrt im Bus mitgemacht haben.

Nachdem die Sommerschuhe, die wir alle optimistischer Weise angezogen hatten, auch nach einer Stunde im Sightseeing-Bus noch nicht wieder getrocknet waren, haben wir uns auf die Suche nach einem Schuhgeschäft gemacht und mit wintertauglichen Schuhen eingedeckt. Eine kluge Entscheidung, schließlich sollte blieb der Schnee das gesamte Wochenende über in Tallinn liegen. Mit trockenen, warmen Füßen ging es dann in der Straßenbahn zum Vorort Kadriorg und vorbei an einigen alten Villen und Holzhäusern zum Schloss Katharinental:
 
 In der Nähe des Schlosses... 

 ... finden sich einige alte Villen aus Holz...

... und auch aus Steinen.

 Das Schloss Katharinental von außen mit Schnee im Garten...

 ... und von Innen, mit schönen großen Sälen...

... und hölzernen Wandverzierungen mit Bildern von Tallinns Altstadt.

Nach der Schlossbesichtigung haben wir unser Gepäck am Hafen eingesammelt und im Hostel eingecheckt. Da die Nacht auf der Fähre kurz und der Alkohol eindeutig zu viel war, habe ich meine drei Mitstreiter im Hostel an den Sandmann verloren, und den Nachmittag allein in der Stadt verbracht - auch wenn das Wetter nicht besonders schön war, zum verschlafen war mir unsere kurze Zeit in der Stadt dann doch zu schade :). Zum Abendessen waren dann zumindest zwei meiner drei Kollegen wieder fit. Unsere Wahl fiel auf ein mittelalterliches Restaurant mit landestypischen Speisen. Wir haben mit viel Glück den letzten freien Tisch bekommen und in weiser Voraussicht für den nächsten Abend, am Ostersonntag, in einem zweiten Mittelalter-Restaurant reserviert. Anschließend ging es zurück ins Hostel, wo ich todmüde ins Bett fiel...


Dienstag, 10. April 2012

Ich bin zurück aus Estland...

... und sofort ging es wieder rein in den Arbeitsalltag. Aber um euch nicht mit all den Informationen eines 4-Tages-Ausflugs nach Helsinki und Tallinn an einem Tag zu überfluten, berichte ich euch die kommenden vier Tage jeweils von einem Urlaubstag. Heute erzähle ich euch also von letztem Freitag in Helsinki und der Überfahrt nach Estland. Und in den kommenden drei Tagen gibt es dann den Samstag, Sonntag und Montag als Tages-Bericht. 

Freitag morgen ging es also mit dem vollgepackten Rucksack zum Bahnhof und mit dem Zug weiter nach Helsinki. Dort haben wir (das sind Stefania aus Frankreich, Sathya und Ashutosh aus Indien und ich) unser Gepäck im Schließfach verstaut und die Stadt bei Schneeregen erst einmal zu Fuß erkundet. Unsere erste Station war die Felsenkirche etwas abseits vom Stadtzentrum:

 Der Bahnhof von Helsinki. Laut Reiseführer eine der Top10 Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Die Orgel und Deckenkonstruktion der Felsenkirche...

 ... sowie das Taufbecken der Kirche.

Wen man nicht so alles in Helsinki trifft. Renato mit einem Freund.

In der Felsenkirche haben wir dann Renato - den brasilianischen Couchsurfer, der in Turku arbeitet - getroffen, der zusammen mit einem Freund in Helsinki unterwegs war. Mit den Beiden im Schlepptau ging es dann weiter zur weißen Kathedrale im Zentrum Helsinkis und zur orthodoxen Kirche.

 Der weiße Dom im Zentrum Helsinkis...

... ist innen sehr schlicht gehalten - von dieser Orgel mal abgesehen.

 In der Nähe des Doms steht die orthodoxe Kirche.

Eine Elch-Statue.

Nach dem Besuch der drei bekanntesten Kirchen Helsinkis haben wir uns wieder von Renato und seinem Freund verabschiedet und uns erst einmal beim Mittagessen gestärkt. Auf dem Weg dahin kamen wir noch an dieser Elch-Statue vorbei, die ich vor allem meinem Bruder nicht vorenthalten will. Es gibt noch andere Elche als die auf den Straßenschildern ;-) Aber auch dieser lebt leider nicht... Nach dem Mittag haben wir dann den Rat der Stadtinformation befolgt und sind mit der Straßenbahn-Linie 3 eine Runde durch die Stadt gefahren. Die Linie passiert dabei viele Sehenswürdigkeiten der Stadt und kostet deutlich weniger, als der Sightseeing-Bus. Aber der eigentliche Grund war, dass wir vor dem immer schlimmer werdenden Schneeregen ins trockene flüchten wollten. Aus dem selben Grund haben wir nach der Straßenbahn-Tour noch eine Stunde in einem Café verbracht, bevor es dann endlich auf die Fähre ging, einmal über die Ostsee! Dort angekommen gab es einen typischen "Ferry Trip" - also eine typische Fähr-Reise - mit günstigem Alkohol und einer recht unruhigen Nacht für einige von uns... Wie sich der billige Alkohol auf den Samstag unserer Tour ausgewirkt hat, verrate ich euch dann morgen.


Freitag, 6. April 2012

Der Rucksack ist gepackt,...

... alle elektrischen Geräte sind aufgeladen und der Wecker ist gestellt. Es ist also alles vorbereitet für die Oster-Reise nach Tallinn mit meinen Kollegen! 

Der letzte Arbeitstag vor Ostern verging heute rasend schnell, was wohl vor allem an dem Wissenschaftliche Präsentationen-Kurs lag, der den gesamten Vormittag dauerte. Auch wenn die erste Stunde nicht gerade viele neue Informationen bereit hielt, so war es doch ganz witzig mit diversen Gruppenarbeiten und überspitzten Negativ-Beispielen, wie man eine Präsentation lieber nicht halten sollte. Den Nachmittag habe ich dann zusammen mit Jukka unsere Ergebnisse von dieser Woche diskutiert, die kommenden Versuche genauer geplant und insgesamt überlegt, auf welche Untersuchungen wir uns in naher Zukunft fokussieren wollen... Und nach der Arbeit ging es dann darum, die letzten Sachen für die Reise zu besorgen und alles vorzubereiten.

Da ich nicht sicher bin, wie viel Zeit wir Abends im Hostel verbringen und ob unser Hostel einen Internetzugang anbietet, verabschiede ich mich somit erst einmal für die nächsten Tage. Wir kommen in der Nacht von Montag auf Dienstag wieder, so dass ich euch dann am Dienstag Abend mit Fotos und hoffentlich interessanten Geschichten versorgen werde :). Ich wünsche euch allen ein schönes Oster-Fest, genießt die Feiertage!

Donnerstag, 5. April 2012

Gibt es Vorostern-Stress,...

... so wie es Vorweihnachts-Stress gibt? Oder entsteht der Vorweihnachts-Stress nur durch die vollen Fußgängerzonen und die Suche nach den perfekten Geschenken und ist somit nicht auf die Oster-Zeit übertragbar? Ob nun Ostern und die zwei freien Wochentage Schuld an meinem aktuellen vor-österlichen Freizeitmangel sind, oder ob es einfach der generelle Arbeitsstress ist, der nur zufällig auf die Woche vor Ostern fällt, macht für mich ja aber sowieso keinen Unterschied. So oder so waren die letzten Tage stressig und vollgepackt mit Arbeit im Labor und am PC. Und auch der morgige Tag wird nochmal ziemlich lang - der Wissenschaftliche Präsentationen-Kurs beginnt diese Woche. Aber das lange Osterwochenende ist ja schon in greifbarer Nähe und 4 Tage Tallinn mit Freunden sollten zum Abschalten ja genügen :). 

Meine Vorfreude auf Ostern kann aktuell nichts schmälern. Weder die viele Arbeit, noch die traditionelle, finnische Osterspeise "Mämmi". Mämmi ist ein Roggen-Malz-Pudding, der kalt gegessen wird. Das Zeug sieht nicht sonderlich appetitlich aus, es ist ein schwarz-brauner, zäher Brei - ich kann euch ja morgen mal ein Foto hochladen, falls Interesse besteht ;). Der Geschmack erinnert ein wenig an Blockmalz-Bonbons, ist allerdings leicht salzig. Um diesen Malz-Roggen-Geschmack zu übertünchen, wird Mämmi von den Finnen meist mit Milch oder Sahne und Zucker oder alternativ mit Vanilleeis gegessen. Aber wie das so mit Traditionen ist, als Finne isst man an Ostern zumindest einmal Mämmi, auch wenn man den Geschmack vielleicht nicht sonderlich mag... Ich war neugierig, was dieser Brei nun ist und wie er wirklich schmeckt. Meine Lieblingsspeise wird Mämmi aber sicherlich nicht. Es gibt in Finnland zwar Sachen, die deutlich schlimmer schmecken - ich erinnere mich nur mit Grauen an die Teer-Limonade - aber es finden sich im Supermarkt auch leckerere Dinge als Mämmi. ;)

Dienstag, 3. April 2012

Ein langer Tag...

... liegt hinter mir. Meine Bewerbung für die Konferenz in Dresden ist abgeschickt, ein Foto für die in naher Zukunft kommenden Mitarbeiter-Ausweise wurde heute aufgenommen und meine Versuche laufen auf Hochtouren. Heute früh fiel mir auch wieder ein, weshalb ich eigentlich am Wochenende ins Labor wollte. Ich wollte Reaktionsgefäße beschriften, damit ich mir die Zeit am Montag spare. Nur gut, dass es mir im Labor entfallen war und erst heute auffiel, als ich die Gefäße benötigt hätte... Aber wozu einfach und in Ruhe, wenns auch stressig geht?! ;-)
Nach dem Tag freue ich mich einfach nur noch auf mein Bett. Vor allem, wenn ich einen Blick auf meinen Kalender werfe. Denn bis zum Karfreitag werden die Tage alle ziemlich mit Arbeit vollgestopft sein. Aber dafür geht es ja dann 4 Tage auf Reisen!

Sonntag, 1. April 2012

Schade, dass das Aufstellen von Eisbuden...


... keinen Einfluss auf das Wetter hat. Denn seit vorgestern wurde es wieder deutlich kälter - so kalt, dass ich heute meinen Weg ins Labor bei Schneefall antreten konnte. Liegen geblieben ist der Schnee zwar nicht, aber ich muss zugeben, dass ich nach der letzten, sonnigen Woche nicht mehr mit Schneefällen gerechnet habe. Ich hatte mich schon eher auf den kommenden Frühling gefreut. 

Nachdem ich meinen Versuch beendet hatte, ging es direkt von der Uni zu Iraklis und Ninnu, die zwei Couchsurfer, durch die ich vom Brettspiel-Club erfahren habe... Heute Morgen hatte ich eine SMS von den Beiden bekommen, ob ich Lust auf ein paar Brettspiele heute Abend zusammen mit anderen Couchsurfern bei ihnen zu Hause hätte. Also durfte ich mal wieder einen netten Abend mit Brettspielen verbringen :). Das Gute an Irakles Spielesammlung ist, dass sie entweder Spiele enthält, die sprachübergreifend gespielt werden können - es gibt also keine Text-Karten - oder die Spiele auf Englisch gekauft wurden. Ideale Vorraussetzungen also für einen langen, internationalen Spieleabend.