Mittwoch, 14. September 2011

Eigenes Internet ...

... ist schon was feines. Im Moment logge ich mich in offene Internetverbindungen ein, das Stadtnetz (was wir auch an der Universität nutzen) oder von Restaurants/Läden angebotenes freies Internet. Allerdings ist die Verbindung hier im sechsten Stock nicht gerade die Beste. Jeder, der mal mit mir Chatten oder via Internet telefonieren wollte, weiß das... Darum habe ich schon mehrfach versucht, mich schlau zu machen, welche Firmen hier Internet (DSL) anbieten. Internet via Mobile-Stick (womit man mit dem Handy im Internet surfen kann) gibt es hier zwar sogar als Prepaid-Variante, aber ich bevorzuge dann doch "richtiges" Internet, das zwar nur in der Wohnung funktioniert, dafür aber doch stabiler und schneller ist. Ich war bei drei Firmen, zwei davon meinten, sie hätten kein "festes" Internet und eine Firma bot mir die langsamste Verbindung für 25 Euro an (die Geschwindigkeit hatte ich in Jena für 10 Euro...). Letztens erzählte mir Linnea, dass sie ihren Internetanbieter gewechselt haben, weil die eine Firma ein gutes Angebot hatte - die momentan schnellste Verbindung und dazu einen Mobile-Stick mit dem aus ich auch auf Reisen ins Internet könnte. Für 28,60 Euro. 3,60 Euro mehr, als das langsamste Internet bei dem anderen Anbieter. Und auch bei dieser Firma,... logisch muss das wohl nicht sein ;-). Jedenfalls klang das Angebot gut, also habe ich heute auf dem Heimweg noch einen Abstecher zu dieser Firma gemacht. Interessanter Weise einer der Anbieter, die mir früher erzählt haben, sie würden kein Internet anbieten. Als ich mich bei Linnea telefonisch nochmals versichern wollte, dass es wirklich diese Firma war, meinte sie, sie könne kurz vorbei kommen und mir mit dem Vertragsabschluss helfen. Zum Glück, denn (wie schonmal beschrieben) kann ich als Ausländer ohne finnischen Pass erst nach zwei Jahren in Finnland solche Verträge abschließen, alternativ müsste ich mehrere hundert Euro als Sicherheit hinterlegen. Nun läuft mein Internetvertrag über Linnea, die Rechnungen gehen allerdings direkt an mich :-). In einer Woche habe ich dann also mein eigenes Internet. 

Auf Arbeit war heute nicht sonderlich viel los, vor allem nichts Erwähnenswertes. Ich hab mehrere Versuche gemacht, mich total in der Zeit vertan und somit unter Stress alles eine Stunde schneller geschafft als geplant. So sehr ich mich auch Bemühe, alles ordentlich zu planen, ich bin und bleib eben ein kleiner Chaot. Ich reserviere Geräte, streiche es dann durch und trage mich für den nächsten Tag ein um zehn Minuten später die Reservierung für den nächsten Tag zu löschen und die Reservierung für den aktuellen Tag um zwei Stunden nach hinten zu schieben... Aber vielleicht schaff ich es in den nächsten Jahren ja doch noch, richtig einzuschätzen, wann ich welche Versuche wirklich durchführe.

Da ich persönlich das Robben sammeln sehr schön fand und es mir ein wenig fehlt, euch neue Robben zu präsentieren, habe ich heute nochmal alle Tierchen zusammengefasst. Sozusagen als Abschied von den Robben:

Alle 40 auf einen Blick. Für die größere Ansicht einfach (wie immer) auf das Bild klicken.

Das finnische Wetter...

... ähnelt sehr dem, was man in Deutschland über das Aprilwetter sagt - zumindest in Turku. Ich vermute, es liegt an der Küstenlage, aber man kann den Wolken beim Vorbeiziehen zuschauen. Das Wetter kann innerhalb von zwei Stunden von super Sonnenschein über windig und anschließend Regen zurück zu wolkenlosem Himmel mit Sonne wechseln. Es passiert auch häufiger, dass ich an der Arbeit im Regen losfahre, aber schon sehen kann, dass über der Innenstadt keinerlei Wolken hängen. 10 Minuten Radfahren um vom Regen in die Sonne zu kommen. Das ist doch nicht normal ;-). Heute Morgen wollte ich mit dem Fahrrad auf Arbeit fahren, habe es aber gerade mal bis zur nächsten Straßenkreuzung geschafft. Dann war meine Jeans bereits so durchnässt, dass ich nochmal nach Hause bin, um eine Wechselhose zu holen. In der Wohnung habe ich mich umentschieden, meinen Regenschirm gesucht und eine trockene Jeans angezogen. Ich wollte auf Arbeit laufen. Das Ganze hat keine 5 Minuten gedauert, und als ich auf die Straße raus laufe, hat der Regen aufgehört. Ich hab dem ganzen irgendwie nicht getraut und bin dann einfach losgelaufen.

Nach der Arbeit habe ich mich mit Kia getroffen, einer finnischen Studentin, die ich über eine gemeinsame Bekannte aus Österreich kennengelernt habe. Kia hatte ein Auslandssemester in Wien absolviert und kann somit sehr gut Deutsch. Wir haben gemeinsam einen Kaffee getrunken und sind danach zu einer Studentenvereinigung gegangen, die einmal im Monat englischsprachige Treffen abhält. Da ein neues Studienjahr begonnen hat, war ein Kennenlern-Abend angesetzt, mit Vorstellungsrunde und lockerem Beisammensitzen, Reden und Spielen. Wir haben ein seltsames Kartenspiel gespielt, ein wenig erinnerte es mich an Rommé... Jedenfalls war es schön, mal noch ein paar Leute kennen zu lernen, die nicht mit mir zusammenarbeiten. Allerdings wurde es dadurch heute recht spät, so dass ich mich nun ins Bett verabschiede. Schließlich sollte ich morgen wieder putzmunter im Labor stehen :-).

Montag, 12. September 2011

Das Ende der unendlichen Geschichte …

… mit dem Finnisch-Sprachkurs?! Nicht ganz. Immerhin ist es ja die unendliche Geschichte ;-). Heute war der erste Sprachkurs für Studenten. Und da die Dozentin in ihrer eMail meinte, ich solle mich zum Semesterbeginn noch einmal melden, bin ich heute durch den Regen zum Uni-Campus gefahren, um erneut zu fragen ob für mich noch ein Platz frei wäre. Sie meinte, dass es nun drei Anfängerkurse gäbe und jeder mit über 30 Studenten ausgebucht sei. Als ich ihr erklärte, dass meine Betreuer unbedingt wollen, dass ich die Studienpunkte für den Kurs bekomme, meinte sie, ich könne den Sprachkurs für die Hochschulmitarbeiter mitmachen aber die Prüfung bei ihr im Kurs am Ende des Semesters schreiben und somit die Punkte gutgeschrieben bekommen. Also bin ich schnell wieder (durch den Regen) zur Arbeit gedüst, um mich gleich für den Mitarbeiter-Kurs einzutragen. Ich hoffe nur, das war nun noch nicht zu spät. Die Geschichte geht also vorerst noch weiter.
Wieder auf Arbeit angekommen meinte meine Kollegin, dass es ein Treffen zum Thema Entwicklungsbiologie gäbe, irgendwo weit ab vom Schuss jeglicher Zivilisation in Finnland. Für die, die es genauer wissen wollen: Am Waldrand, neben einem See, irgendwo zwischen Tampere und Jyväskylä. Sie meinte, es wäre schön, wenn drei Arbeitsgruppen von uns etwas präsentieren könnten. Unter anderem „meine Gruppe“, welche bisher nur aus Jukka und mir besteht… Da Jukka, mein Betreuer, die meiste Zeit woanders in einem Krankenhaus zu tun hat, ist mit „meine Arbeitsgruppe“ dann meine Wenigkeit gemeint. Dass in der eMail dieser Kollegin, die ich danach geöffnet habe stand, dass „es schön wäre, wenn ein paar von uns Vorträge halten würden“, ist dann wohl nur noch reine Formsache. „Es wäre schön“ klingt doch auch viel schöner als „du musst“. Tja, somit werde ich dann wohl Mitte Oktober einen Freitag und einen Samstag im finnischen Outback verbringen. Und vier Tage später geht es dann gleich weiter zu einem nächsten Kongress in Helsinki. Leider (oder aus meiner Sicht glücklicher Weise) ist die Abgabefrist für „Bewerbungen“ um einen Vortrag zu halten bereits vorbei. So bleibt es mir wenigstens vorerst erspart, mich dem richtig großen Publikum zu stellen.
Nach der Arbeit wollte ich ein wenig Gitarre üben… irgendwie muss man den Kopf ja frei bekommen. Dazu ging es erst einmal in die nächstgelegene Shopping Mall, mein erstes Fiskars-Produkt erwerben – eine Nagelschere. Ich weiß, dass ich meine Nagelschere in Deutschland eingepackt habe. Aber ich finde sie nicht mehr. Nun kann ich diese formschöne, orangene Schere mein Eigen nennen :-). 
 Fiskars-Nagelschere.

Auch wenn das Robbenprojekt vorbei ist, eine kleine Robbe habe ich noch für euch, sozusagen als Gimmick: 

Robbe Nummer 0? Das Logo-Tier der Fährgesellschaft.

Sonntag, 11. September 2011

Der Tag der letzten Robbe…


… ist heute angebrochen. Mittlerweile habt ihr 39 der 40 Robben zu Gesicht bekommen. Und ich habe auf der Suche nach all den Tierchen viele neue Ecken von Turku kennengelernt. Vom Fährhafen bis zum Flughafen war alles dabei, Restaurants, Museen, Parks,… Die Feuer-Ausstellung in der/die/das (?! Die finnische Sprache kennt kein Geschlecht) Logomo werde ich mir auf jeden Fall in naher Zukunft ansehen (Logomo war die alte Bahnhofshalle). Und auch das Pharmaziemuseum steht sehr weit vorne auf meiner „zu besuchen“-Liste. Aber genug geredet, hier also nun die allerletze Robbe (außer ich komm in den nächsten 4 Jahren zum Saimaa-See und habe das unglaubliche Glück, eine der etwa 200 dort lebenden Saimaa-Ringelrobben vor die Linse zu bekommen):

Die Schwimmbad-Robbe.

Nachdem ihr nun alle Robben kennt, könnt ihr mir ja in Form eines Kommentars verraten, welche euer persönlicher Favorit ist :-). 

Da die Robbenjagd nun vorbei ist, und ich noch nicht genau weiß, womit ich euch arbeitsreiche und somit langweilige Tage aufpeppen soll, habe ich heute den versprochenen X-treme Blog eingerichtet. Keine Sorge, ich werde weiterhin HIER jeden Tag etwas schreiben, auch wenn es nur ein kurzer Statusbericht ist. Zusätzlich dazu findet man unter www.1500km-no.blogspot.com eine zusammenfassende Version von diesem Online-Tagebuch. Da werde ich nicht jeden Tag schreiben, sondern sporadisch, wenn es etwas spannendes/interessantes zu Berichten gibt. Ausflüge ins Umland, Kurzreisen in andere Städte,… Die X-treme Version ist für die Freunde von mir gedacht, die nicht jeden Tag Zeit haben den Blog zu lesen und/oder gar nicht jeden Tag meine Stimmungslage wissen wollen ;-). Für alle, die hier jeden Tag lesen (Mama, Papa, Oma, Opa (und dank ihnen auch Großtanten. Ja, ich hab coole Großeltern, die das Internet nutzen können und meinen Blog auch an die meine Großtanten weiterschicken), Bruder + Freundin, Romy und wer das sonst so ist ;-) )  ändert sich überhaupt nichts. Ihr lest einfach immer schön hier weiter, dann verpasst ihr nichts. Für die Adrenalin-Junkies gibt es wie gesagt nun unter www.1500km-no.blogspot.com eine Zusammenfassung meiner Erlebnisse in Finnland – also das, was eigentlich ein Blog ist. Ich werde auch die ersten spannenden Einträge (Segelregatta,…) dort in den nächsten Tagen nochmal nachtragen.
Ich hoffe, alle Fragen dazu sind damit nun geklärt und ich habe nicht allzu viel Chaos gestiftet. Ansonsten einfach nachfragen.

Finnisches Kino...

... ist schon irgendwie ein Erlebnis :-). Zunächst einmal die "Verpflegung"... Es gibt salziges Popcorn, dass man sich dann noch mit Pulvern verschiedener Geschmacksrichtungen wie "Cheddar-Käse" oder "Zwiebeln und Sauerrahm" verfeinern kann. Außerdem gibt es geschätzte 50 Arten Gummibärchen, Lakritze und andere Süßigkeiten, die man sich in einer Tüte zusammenstellen kann. Wobei ich das nicht ganz verstehe, da die Süßigkeiten im Kino deutlich teurer ist, als in den zwei Süßigkeitenläden 30 und 50 Meter die Straße hoch.
Nachdem sich jeder der wollte entweder im Süßigkeitenladen um die Ecke oder im Kino mit Getränken und Knabbereien eingedeckt hatte, ging es in den Kinosaal, zunächst Werbung und dann Filmvorschau anschauen. Die Werbung war teilweise auf Finnisch, teilweise auf Englisch. Scheinbar wird zumindest die Kinowerbung nicht synchronisiert, wenn es sich um importierte Produkte handelt. So konnte ich zumindest ein bisschen folgen :-). Die Vorschau für die kommenden Filme war entweder in Englisch mit finnischem Untertitel oder in Finnisch - für Kinderfilme und finnische Produktionen. Generell werden Filme für Jugendliche und Erwachsene in Finnland nicht synchronisiert, sondern mit finnischem und fürs Kino auch schwedischen Untertitel versehen. Da Kinder ja noch nicht (gut) lesen können und auch kein Englisch sprechen, werden Filme für Kinder synchronisiert. Die Vorschau für Winnie Pooh war für mich somit nicht zu verstehen.
Der Film selbst (Cowboys & Aliens) war ziemlich abgefahren. Aber was hätte man bei dem Titel schon anderes erwarten sollen. Insgesamt war es ein schöner Abend, und er hat ich von der Tatsache abgelenkt, dass ich heute ein paar Stunden auf Arbeit verbringen musste und die nächsten Abende damit zubringen werde eine Präsentation über meine Arbeit auszuarbeiten - nur für den Fall, dass meine Bewerbung für das Stipendium erfolgreich war. Insgesamt war mein Betreuer mit meiner bisherigen Arbeit aber zufrieden, so dass es auch nur halb so schlimm war, ein Teil meines Wochenendes im Labor zu verbringen. 

Passend zu dem Film mit den Aliens und ihrer modernen Technologie, gibt es heute die Technik-Robbe:

Sie sieht schon ein wenig aus wie von einem anderen Planeten :-)

Samstag, 10. September 2011

Das Leben ist schön...

... vor allem, wenn man jemand anderen für seine Misserfolge beschuldigen kann :-). Ich hatte ja tatsächlich schon ein wenig an mir gezweifelt. Aber heute habe ich intensive Fehlersuche betrieben. Zum Glück war noch ein alter Test im Kühlschrank. Der war zwar falsch gelagert und das Verfallsdatum ist seit Ende 2010 abgelaufen, aber für einen groben Überblick, wo der Fehler liegen könnte, reichte es immer noch aus. Zumindest lieferte es irgendeine Reaktion und so konnte ich Schritt für Schritt eingrenzen, was die schuldige Komponente war. Mit anderen Worten: Der Hersteller hat's vermasselt, nicht ich.
Morgen (ja, Samstag... ich weiß, dass normale Menschen da nicht arbeiten) werde ich dann mit meinem Betreuer durchsprechen, was als nächstes zu tun ist. Leider ist mein Betreuer nur morgen und Sonntag da, was mich dazu nötigt, einen Teil meines Wochenendes zu opfern. Wenigstens geht es dafür am Abend mit Linnea, Mikael, Mikaels Bruder und dessen Freundin sowie Petter ins Kino - "Cowboys and Aliens". Für Sonntag habe ich noch nichts geplant, allerdings fallen mir schon drei Leute ein, bei denen ich mich eigentlich mal melden wollte, um etwas mit ihnen zu unternehmen...

Als ich heute nach Hause kam, fand ich eine finnische Benachrichtigungskarte der Post. Also habe ich mich auf den Weg zum Postoffice gemacht. Seit heute habe ich es schwarz auf we- ähh, gelb:

Das Einschreiben...
...mit der Mappe...

mit meinem Masterzeugnis und den dazugehörigen Master-Urkunden in Deutsch und Englisch... Schade nur, dass die Urkunden etwas... sagen wir mal "preiswert in der Herstellung" aussehen.

Ich bin also nun offiziell Master of Science und kann dies auch endlich mit Zeugnis und Urkunde belegen. An dieser Stelle noch einmal ein ganz großes Dankeschön an alle, die mich in der Zeit privat unterstützt haben - vor allem Mama und Papa, Bruder und Freundin und Oma und Opa.

Zur Feier des Tages gibt es nun die drittletzte Robbe. 37 Stück kennt ihr schon (wer nachzählt und was anderes rausbekommt, möge es mir bitte mitteilen ;-) ) und am Sonntag gibt es somit die letzte der 40 Robben, die in Turku versteckt waren. 

Die Hauptbahnhofs-Robbe. Ich denke ja, sie wurde von einem Augenarzt gesponsert, denn das Muster ist nicht wirklich augenschonend ;-)

Donnerstag, 8. September 2011

Fehlersuche...

... macht nicht wirklich viel Spaß. Vielleicht sollte ich doch mal im Kollegenkreis rumfragen, ob sie an Labortrolle glauben. Ich könnte ihn dann mit gutem deutschem Kaffee besänftigen. Oder mit Gummibärchen bestechen. Der heutige Tag unterschied sich nicht wesentlich vom Gestrigen. Außer, dass ich zum abreagieren heute meine Spielekonsole angeschlossen habe, und erst einmal ein wenig geboxt habe. Anschließend ging es weiter mit Autorennen. Irgendwie muss man ja abschalten und bei diesem wechselhaften Wetter war Sightseeing keine geeignete Alternative. 

Für diejenigen unter euch, denen solche Statusberichte zu langweilig sind: Am Wochenende richtige ich einen X-Treme Blog ein. Keine täglichen Meldungen sondern nur die spannenden Erlebnisse. Mehr Infos dann am Wochenende ;-). Für heute belasse ich es bei der alltäglichen Robbe:

Sehr niedlich finde ich persönlich den verdutzten Blick und das Schlüsselloch.

Mittwoch, 7. September 2011

Gibt es sowas, wie einen Labortroll,...

... mit dem man sich irgendwie Gutstellen muss, damit die Versuche klappen? Finnland ist ja das Land der Trolle und Gnome, und in der Sauna lebt schließlich auch ein kleiner Aufpasser-Troll. Ich habe heute den gestrigen Versuch wiederholt. Diesmal habe ich jeden Schritt vorher 3x durchgelesen und genau aufgepasst, die richtigen Dinge miteinander zu mischen. Und wieder keine messbare Reaktion. Ich weiß nicht, woran es noch liegen kann :-(. Deprimierender Tag. Glücklicherweise war Linnea spontan bereit, sich mit mir auf einen Tee zu treffen, ein bisschen Ablenkung tat nach diesem Misserfolg echt gut. Ich hoffe nur, dass ich den Versuch noch vor dem Wochenende zum Laufen bekomme. Bevor ich noch mehr von diesem teuren Test aufbrauche ohne Ergebnisse zu erhalten...
Da heute nichts anderes erzählenswertes passiert ist, gibt es nur noch schnell die Robbe zum Mittwoch. 

Die Robbe empfängt alle Besucher, die am Busbahnhof ankommen sehr herzlich :-)

Dienstag, 6. September 2011

Mein Organisationstalent ...

... ist eindeutig nicht das, was von einem Doktoranden erwartet wird. Was das angeht, muss ich glaube ich  noch einiges lernen. Ich hatte heute Nachmittag ein Praktikum zu dem Kurs, für den ich gestern angenommen wurde. Da ich aber hauptsächlich hier bin, um zu forschen, wollte ich am Vormittag einen gekauften Test ausprobieren, bevor ich meine wichtigen Proben damit messe. Immerhin sollte dann alles funktionieren. Obwohl ich den gestrigen Nachmittag damit verbracht habe, diesen Versuch durchzuplanen, lief irgendetwas dabei schief. Zumindest war selbst nach 30 statt 15 Minuten Nachweisreaktion immer noch keine Farbstoffbildung zu erkennen. Kein Farbstoff = keine errechenbaren Werte. Zumindest so wie ich den Versuch heute gemacht habe, ist er nicht brauchbar. Der Fehler ist mir allerdings nicht wirklich klar. Vielleicht habe ich im morgendlichen Halbschlaf tatsächlich zwei falsche Flüssigkeiten zusammengeschüttet. Ich werde mein Glück morgen nochmal versuchen. Das größere Problem war, dass meine Zeit insgesamt relativ knapp bemessen war. Der Test sollte 20 Minuten vor Beginn des Praktikums fertig sein. Da ich die Reaktionszeit verlängern musste, hatte ich am Ende noch 5 Minuten Zeit, zu einem anderen Gebäudekomplex zu laufen. Wie gesagt... mein Organisationstalent ist für solche Aktionen nicht das Beste. Immerhin habe ich mir nun einen finnischen Wochenkalender gekauft (irgendwie muss ich ja die Wochentage und Monate lernen - außerdem weiß ich sonst nicht, wann in Finnland Feiertage sind :-) ) und einen kleinen Kalender am Computer gebastelt. Das sieht dann in etwa so aus:

Gelb = wichtig, rot=supermega wichtig, blau = Vorlesungen

Ich führe also nun entgegen meiner eigentlichen Gewohnheiten gleich zwei Kalender...Ob es was nützt? Das werde ich spätestens Ende des Jahres sehen. Wenn ich bis dahin fast im Chaos versunken bin, muss ich mir eine andere Strategie einfallen lassen.
Nach diesem Tag habe ich mich nur noch daran gemacht, für den heutigen, morgigen und vielleicht auch übermorgigen Abend lecker Abendbrot zu kochen und den heutigen Teil zu verspeisen. Und nachdem ich euch die heutige Robbe gezeigt habe, werde ich mich auch schon ins Bett begeben. Ungewöhnlich früh, aber vielleicht hilft es mir dabei, morgen einen entspannteren Zeitplan zu haben :-).

Die Touristen-Info-Robbe. Sie hat einen Orangen Umhang mit Moltebeeren an.

Die Robbe im Profil. Damit man ihren Umhang auch erkennt.

Noch mehr Robben-Watching...

... stand heute auf dem Programm. Aber den hatte ich mir auch verdient :-). Als ich auf Arbeit ankam, hatte ich nicht einmal genug Zeit, meinen Rucksack auszupacken. Auf meinem Schreibtisch befand sich ein Zettel auf dem Stand: "Hallo Henriette, du wurdest für den Bildgebungskurs angenommen, der JETZT startet. Bitte komme so schnell du kannst in Raum B611". Ich habe es gerade noch zum Anfang der Stunde geschafft. Den kompletten Vormittag saß ich somit in Vorlesungen zu einem Kurs, auf den ich mich nie beworben hatte und den andere für mich als brauchbar empfanden und mir angeraten hatten, diesen Kurs zu belegen. So läuft das also in Finnland. Warum kümmere ich mich eigentlich selbst um den Finnisch-Sprachkurs?!
Nach der Mittagspause habe ich dann einen der für den heutigen Tag angedachten Versuche gemacht, der andere muss bis morgen warten. Da der morgige und übermorgige Nachmittag auch mit diesem Bildgebungskurs belegt ist, schaffe ich diese Woche sowieso nicht alle geplanten Versuche... Also konnte ich auch etwas früher Feierabend machen und Linnea anrufen, um mich mit ihr zur weiteren Robbensuche zu verabreden. Wir waren sehr erfolgreich :-) Ich für meinen Teil habe nun alle Robben und Linnea benötigt nur noch eine der beiden Logomo-Robbe, die leider am Abend nicht mehr zugänglich war. Wir werden diese Robbe demnächst aufsuchen, und uns dann gleich noch die Feuer-Ausstellung in Logomo ansehen.

Unsere Tour begann diesmal am Bahnhof Kuppita, der sehr nah an der Biocity und dem Krankenhaus liegt. Von da ging es zum Hauptgebäude der Åbo Akademi (schwedisch-sprachigen Universität), an der die Hawaii-Robbe (die mit den Blumen und der blauen Welle) stand. Anschließend führe unser Weg weiter Richtung Stadt, vorbei an der Robbe des heutigen Tages. Diese Robbe habe ich bereits dreimal versucht zu finden. Sie befindet sich auf der Terrasse eines Cafés, welche ich bei meinen letzten Besuchen einfach nicht gesehen habe...

 Die meiner Meinung nach am besten versteckte Robbe. Hat sich die Suche gelohnt?! Was meint ihr??

Auf der Suche nach einer weiteren Robbe kamen wir an einem recht alten Teil der Stadt mit kleinen Gassen vorbei. Linnea hat sehr schön ausgedrückt, weshalb diese schmalen Gassen kaum mehr in der Stadt zu finden sind. Da die Stadt so oft abgebrannt ist, hat man irgendwann (deutlich früher als in anderen europäischen Hauptstädten - damals war Turku scheinbar noch Hauptstadt) beschlossen, sehr breite Straßen zu bauen, damit ein eventuelles Feuer nicht so leicht auf umliegende Häuser übergreifen kann. Ich finde, man hätte auch den übermäßigen Einsatz von Holz als Baumaterial überdenken können zum Eindämmen der Brandgefahr...

 Alte Gasse.

 Alter Marktplatz.
 
Die Gasse führte uns direkt auf den alten Marktplatz. Dies war bis zu einem der größten Feuer Turkus der größte Platz der Stadt. Das Feuer hat dann wohl mehr freien Raum für einen neuen Marktplatz geschaffen. Wie das eben so ist. Auf diesem alten Marktplatz befindet sich außerdem eine Quelle, frei übersetzt in etwa: "Fluss des Lebens". 

Die Quelle.
 
Nachdem wir bei unserer zweiten Tour nun fast alle Robben gefunden haben, mussten wir dies natürlich gebührend feiern. Außerdem war heute mein erstes Gehalt auf dem Konto - was ja wohl eindeutig auch ein Grund zum Feiern ist. Darum sind wir in das Restaurant Kerttu (Marienkäfer) gegangen. Es gab:

Deluxe-Cheeseburger und ein Organic Cider.

Anschließend ging es nach Hause. Ich musste immerhin noch ein wenig Einkaufen (Milch für den Frühstücks-Kaffee) und die Versuchsplanung für den morgigen Tag durchführen. Und vor allem, euch auf dem Laufenden halten :-).

Sonntag, 4. September 2011

Whale-Watching?! Pah! Robben-Watching...

... war heute angesagt. Da sag nochmal einer, Soziale Netzwerke wie Facebook führen dazu, dass man vereinsamt. Während ich mir nach dem Aufstehen (gegen Mittag, immerhin wurde es ja gestern Abend sehr spät) überlegt hatte, welche Robbe ich heute suchen könnte, hat Linnea auf Facebook gepostet, dass sie nicht weiß, was sie mit dem heutigen Tag anfangen soll. Von der Idee, gemeinsam Robben zu suchen war sie schnell zu überzeugen :-). Sie hatte sich bereits im Vorfeld einen Plan gemacht, wie man möglichst effizient alle Tiere vor die Linse bekommt. Also trafen wir uns kurze Zeit später am Marktplatz um den Bus Richtung Flughafen zu nehmen. Die dortige Robbe hatte ich selbst bisher auch noch nicht aufgesucht. Hier ist sie: 

Kultur am Flughafen!

In der Zeit, die wir auf den nächsten Bus warten mussten, haben wir ein kleines Picknick am Flughafen veranstaltet, mit Sandwiches, Salat und Obst :-). Anschließend ging es mit dem Bus einmal komplett durch die ganze Stadt bis zum Fährhafen. Auf der Fahrt hatten wir uns darüber unterhalten, wie seltsam es ist, dass Filme in Finnland nicht synchronisiert werden (alle Spielfilme sind in Originalsprache mit finnischem und schwedischen Untertitel), jedoch die Filmtitel ins Finnische übersetzt werden, während wir in Deutschland gelegentlich die Titel beibehalten, den Film selbst jedoch synchronisieren. So heißt "Harry Potter" in Finnland "Kaikki Päättyy", in Deutschland wurde der englische Name einfach beibehalten. Als wir so darüber redeten und uns Gründe überlegten, fragte auf einmal eine junge Frau, die auf der anderen Seite des Gangs saß, ob sie sich einmischen dürfe und es entbrannte eine generelle Diskussion über Fantasyfilme und -bücher... Ich war etwas verwirrt, fremde Menschen im Bus anzusprechen ist eigentlich nicht finnisch, und die Frau wirkte auch nicht betrunken. Fazit am Ende war: Für Kinder, die noch kein Englisch können, ist es schöner, eine vollständige Übersetzung in die Muttersprache zu haben, inklusive der Heldennamen. Für junge Erwachsene wiederum, welche die englischen Wortspiele verstehen, kommt die Beibehaltung der englischen Namen authentischer rüber. 
Am Hafen angekommen, wurden schnell ein paar Bilder von Robbe Nummer 1 geschossen (die komplett weiße Robbe) und dann ging es zu Fuß zurück Richtung Innenstadt. Immer an den Robbenstandpunkten vorbei. Erster Zwischenhalt auf diesem Wege war die Burg zu Turku. Diesmal gibt es für euch ein paar Bilder von der Burg von außen. 

 Die Burg aus Richtung der Ostsee. Dies ist der alte Teil der Burg. Früher lag die Burg näher am Hafen, da sich Finnland aber, seit Ende der letzten Eiszeit jedes Jahr ein bisschen anhebt und somit an neuer Landmasse gewinnt, hat sich das Ufer weiter von der Burg entfernt.

 Ein altes Bedienstetenhaus. Es gehört zum Museum der Burg

Der von der Ostsee abgewandte Teil. Die weißen Gebäude sind der neuere Teil der Burg.

Unser Weg führte nicht nur an vielen weiteren, schon bekannten Robben vorbei, sondern auch am World Trade Centre Turkus und anderen schönen Häusern.

 Das World Trade Centre. Etwas klein, aber für Finnland mit seinen 5,4 Millionen Einwohnern reicht es.

 Ein italienisches Restaurant. Mir gefiel das Haus einfach.

 Der Hinterhof des Pharmazie-Museums. Die Holzhäuser sind noch ein Teil des alten Turkus, der nicht einem der vielen Feuer zum Opfer gefallen ist.

Auch wenn das primäre Ziel war, möglichst viele Robben zu finden - viele davon hatte ich bereits fotografiert, aber Linnea fehlten noch die entsprechenden Fotos - kamen auch Kunst und Kultur bei der kleinen Stadtbesichtigung nicht zu kurz. Immerhin findet man Statuen und Kunstwerke in Turku fast an jeder Straßenecke. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob das ein genereller Zustand ist, oder mehr auf den Titel als europäische Kulturhauptstadt 2011 zurückzuführen ist.

Straßenkunst. Zu sehen ist eine kleine Liebesgeschichte zwischen zwei fiktiven Figuren der Stadt. Der Geist einer verstorbenen Frau, welcher in der Bücherei der Stadt lebt, liebt den Troll/Gnom, welcher die Burg der Stadt bewacht und beide treffen sich heimlich in einem geheimen Tunnel, der von der Burg zur Stadt führt. Zumindest hat Linnea mir das so erzählt :-).

 Eine der vielen Statuen der Stadt. Bisher gelang es uns leider nicht, herauszufinden, was genau uns der Künstler damit sagen wollte.

 Eine Szene aus dem Kalevala, dem finnischen Nationalepos. Dargestellt ist "Die Verteidigung des Sampo".

Ein Denkmal zur Unabhängigkeit Finnlands 1917. Eine Schwertschneide mit dem finnischen Wappentier.

Im Stadtzentrum angekommen, haben wir alle ansässigen Robben fotografiert und beschlossen, es für den heutigen Tag dabei zu belassen. Die glorreiche Bilanz des Tages: 28 der 40 Robben gefunden und einige neue Ecken von Turku gesehen. Morgen nach der Arbeit geht die Suche weiter.

Schokolade, Tee und das Hechtspiel...

... oder anders gesagt: ein geselliger Abend :-). Aber bevor ich erkläre, warum der Samstagseintrag erst am Sonntag entsteht, fange ich mal am Morgen des Tages an. Nachdem ich es endlich geschafft habe, wieder den Musikwecker an meinem iPod zu aktivieren, bin ich heute Morgen sehr gut aus dem Bett gekommen. Bei Musik kann ich nicht schlafen, mein Kopf singt die Texte immer mit und somit ist diese Art von Wecker für mich deutlich effektiver, als jeder andere. Vor allem mit einer ansprechenden, motivierenden Liederauswahl. Das heutige Ziel: Auf dem Markt einkaufen gehen, um günstig Obst und Gemüse zu erstehen und anschließend weiter Kisten auspacken. Meine Ausbeute auf dem Markt konnte sich auf jeden Fall sehen lassen: 

4 (finnische) Paprika und eine (spanische) Wassermelone für insgesamt 2 Euro. Im Supermarkt hätte ich dafür vermutlich nur die zwei gelben Paprika bekommen. Ich mag den Markt :-)

Der Markt finden von Montag bis Samstag jeden Tag statt, allerdings sind samstags deutlich mehr Verkäufer anwesend. So war heute zum Beispiel ein Stand aufgebaut, an dem jemand verschiedene Pilze verkauft hat, riesige Exemplare, aber meist nur zwei bis drei von einer Sorte. Leider habe ich mich in der Situation nicht getraut, den Stand zu fotografieren.  
Zurück zuhause habe ich die erste Kiste ausgepackt und wollte mir danach eine kurze Mittagspause gönnen. Allerdings blieb ich danach irgendwie am Computer hängen. Zum Beispiel, um neue Robben-Standorte zu suchen oder über Geschlechtergleichstellung in der deutschen Sprache und Regeln für das Geschlecht von deutschen Wörtern zu suchen (z.B. warum heißt es der Löffel, die Gabel und das Messer...). Ich gebe zu, ich hatte ein kleines Motivationsproblem was das Kisten auspacken anging.
Als ich gerade anfangen wollte, euch hier auf dem Laufenden zu halten, sah ich auf Facebook eine kurze Meldung von Linnea, dass ihr langweilig sei. Spontan entschieden wir, uns auf eine Tasse Tee bei mir zu treffen. Einer ihrer Freunde, Petter (welcher so freundlich war, bei meinem Umzug mitzuhelfen) stieß auch noch zu uns und so saßen wir eine dreiviertel Stunde später bei einer Tasse Tee in meinem Wohnzimmer beisammen. Die beiden hatten Schokolade mitgebracht und Linnea hatte zudem ein schwedisches Brettspiel im Gepäck. Da ich den schwedischen Namen nicht mehr in Erinnerung habe, nenne ich es nun das "Hechtspiel". 


 Das Hechtspiel. 

Ziel des Spieles ist es, entweder sieben Fische oder den großen Hecht im Teich zu angeln und möglichst schnell nach Hause zurück zu kehren. Geangelt wird mit Hilfe des Drehrades. Wenn man das Feld trifft, auf dem ein Mitspieler steht, so kann man ihm einen Fisch stehlen. Hat ein Spieler den Hecht gefangen, startet somit eine regelrechte Verfolgungsjagd.

Mein gloreicher Sieg. Meine Spielfigur ist der Elch, das längliche grüne vor dem Elch ist der Hecht :-)
Beim Spielen und reden haben wir vollkommen die Zeit vergessen, das nächste Mal, als jemand von uns auf die Uhr gesehen hat, war es fast um 2:00 Uhr. Aber trotz aufkommender Müdigkeit möchte ich euch die heutige Robbe nicht vorenthalten. Es wird wohl eine der letzten Robben sein, denn mittlerweile habe ich recht viele Exemplare gefunden:

Königsblau :) gefunden in einem kleinen Park nahe der Kathedrale.

Freitag, 2. September 2011

Turku on fire...

... bekam heute mal wieder eine andere Bedeutung. Mäßig motiviert wollte ich am Morgen zur Uni fahren, um dort meinen Aufsatz für das Stipendium zu schreiben, aber als ich in die Straße am Krankenhaus einbog, sah ich schon einen Feuerwehr-, Polizei- und Rettungswagen nach dem Anderen. Großeinsatz am Krankenhaus und genau die Straße, in der mein Arbeitsgebäude liegt war gesperrt. Im Krankenhaus hatte es in der Notaufnahme am Morgen einen Kabelbrand gegeben, der sich zu einem recht großen Brand entwickelte. Durch die Kabelschächte hat sich das Feuer scheinbar auf jede Etage ausgebreitet und durch die große Rauchentwicklung wurden auch die umliegenden Gebäude evakuiert und abgesperrt. Die Patienten wurden in andere Krankenhäuser gebracht. Einige der betroffenen Räume werden wohl mehrere Monate nicht benutzbar sein. Das Gebäude, in dem sich mein Büro und die Labore befinden, war für den heutigen Tag gesperrt und wird am Wochenende "von den Spuren des Rauchs gereinigt", was auch immer man darunter versteht. Montag kann ich also wieder fleißig arbeiten.

Löscharbeiten am Krankenhaus

Natürlich wollte ich die Prüfung nicht verpassen, und da ich aber niemanden von dem Komitee für das Stipendium sehen konnte und zumindest eine Person erwartet hätte, die uns informiert, dass die Prüfung ausfällt, habe ich versucht von der anderen Seite in die Straße zu gelangen. Der Polizist dort meinte, dass zwar das Haus gesperrt sei in dem ich arbeite. Aber die Prüfung sollte im Haus auf der anderen Straßenseite stattfinden und dieses Haus sei nicht gesperrt. Der Feuerwehrmann direkt am Eingang des Hauses ließ mich dennoch nicht durch (obwohl man die anderen Studenten im Gebäude schon sehen konnte). Der Hintereingang war zum Glück nicht versperrt, so dass ich noch pünktlich angekommen bin. Das wäre allerdings nicht nötig gewesen, da der Prüfungsraum erst einmal für eine Pressekonferenz genutzt wurde und wir somit später anfingen. Entgegen aller Hinweise die ich so bekommen habe, mussten wir keinen Aufsatz über irgend einen wissenschaftlichen Artikel schreiben, sondern über unser Forschungsthema. Leicht?! Nicht unbedingt, die Leute, die sich schon seit einem Jahr mit ihrem Thema beschäftigen, hatten da meiner Meinung nach einen gewissen Vorteil. Ich kämpfe im Moment noch jeden Tag damit, nun eigentlich alle 3 Einzelthemen meiner Arbeit zu verstehen ;-). Wie gut ich mich geschlagen habe, erfahre ich dann in etwa 2 Wochen...

Nach der Prüfung habe ich mich nach Hause begeben und tatsächlich mal begonnen, ein paar Umzugskartons auszupacken. Immerhin hatte ich unerwartet viel Zeit und das ständig wechselnde Wetter lud nicht dazu ein, etwas anderes zu unternehmen :-(. Bilder von der Wohnung gibt es leider auch heute noch nicht, da zwar einige Kisten leer geworden sind, das Chaos in den Räumen sich dadurch aber eher vermehrt als reduziert hat... 

Aber eine Robbe habe ich noch für euch: 


Wie gesagt, schwarz und weiß scheinen voll im Trend zu liegen. Diese Robbe ist mit Silikonmasse bestrichen worden. Fühlt sich sehr lustig an.

Donnerstag, 1. September 2011

Von Sprachkursen, Robben und überfüllten eMail-Fächern...

... gibt's einiges zu berichten. So langsam stellt sich eine Art Alltag ein. Ob das ein Zeichen dafür ist, dass ich anfange mich hier richtig einzuleben?! Mein Betreuer ist wirklich nett, er bedankt sich sogar dafür, dass ich meine Arbeit mache. Aber dadurch, dass er nicht selbst in Turku ist, überhäufen wir uns im Moment gegenseitig mit eMails. Irgendwie muss ich die Versuche ja mit ihm abstimmen und ihm die Ergebnisse übermitteln. Da er tagsüber als Arzt irgendwo in der Klinik rumläuft, findet er allerdings erst abends/nachts die Zeit dafür. Wenn ich dann morgens auf Arbeit meine eMails checke, finden sich 4-5 neue eMails in meinem Postfach. Bisher hoffe ich ja noch, dass ich die Zahl im Laufe der Zeit reduzieren kann, wenn ich besser über die Arbeiten Bescheid weiß und nicht mehr jede Kleinigkeit nachfragen muss (beziehungsweise abstimmen muss, ob die Sachen so OK sind, wie ich es mir denke). Neben meinem privaten Postfach füllt sich mittlerweile auch zunehmend mein UniMail-Postfach mit den üblichen Firmenmails wie "Das xxx-Gerät in Raum yy wurde repariert und kann nun wieder genutzt werden. Bitte beachtet in Zukunft die Bedienungsanleitung" oder "Herr/Frau xxx hält nächste Woche einen Vortrag zum Thema yyy, Ort, Zeit, eventuell Weiterleitung zur Anmeldeliste". Wenn ich irgendwann am Tag mehr Zeit damit zubringe, meine eMails zu lesen - wenn nötig mit Google aus dem Finnischen zu übersetzen - und zu beantworten als damit, im Labor zu stehen, lasse ich es euch wissen. Leider vermute ich, dass dieser Tag mal kommen wird.

Apropos eMails beantworten... Ich glaube, meine verzweifelten Versuche jemanden im Sprachenzentrum zu erreichen, der Finnisch kann, hat doch etwas bewirkt. Zumindest kam heute Morgen nach über einer Woche endlich eine Antwort-Mail von der Dozentin, die die Finnischkurse für Studenten hält. Allerdings kann ich ohne Immatrikulationsnummer ihren Kurs nicht belegen. Die Nummer bekomme ich jedoch erst als registrierter Student und dieser Vorgang dauert ein paar Tage bis Wochen. Blöder Papierkram. Aber als Doktorandin bin ich ja Studentin und Angestellte der Universität zugleich, weshalb mir nun geraten wurde, den Kurs für Mitarbeiter zu besuchen. Die Frage, ob mir der Kurs dann auch in Form von Credit Punkten als Studienleistung anerkannt wird, konnte mir bisher jedoch keiner beantworten... Das Thema Sprachkurs hat sich also noch nicht erledigt.

Wie gestern angekündigt, gibt es heute die zweite Logomo-Robbe für euch:

Schwarz und Weiß scheint bei Robben gerade voll im Trend zu liegen.

Da ich morgen die nächste Stufe im Bewerbungsverfahren für das Stipendium durchlaufen muss - einen kurzen Aufsatz über einen wissenschaftlichen Artikel schreiben - habe ich den heutigen Nachmittag damit verbracht, noch ein paar Artikel zu lesen und werde demnächst das Bett aufsuchen. Ausgeschlafen soll das Gehirn angeblich besser funktionieren ;-).