Sonntag, 4. September 2011

Whale-Watching?! Pah! Robben-Watching...

... war heute angesagt. Da sag nochmal einer, Soziale Netzwerke wie Facebook führen dazu, dass man vereinsamt. Während ich mir nach dem Aufstehen (gegen Mittag, immerhin wurde es ja gestern Abend sehr spät) überlegt hatte, welche Robbe ich heute suchen könnte, hat Linnea auf Facebook gepostet, dass sie nicht weiß, was sie mit dem heutigen Tag anfangen soll. Von der Idee, gemeinsam Robben zu suchen war sie schnell zu überzeugen :-). Sie hatte sich bereits im Vorfeld einen Plan gemacht, wie man möglichst effizient alle Tiere vor die Linse bekommt. Also trafen wir uns kurze Zeit später am Marktplatz um den Bus Richtung Flughafen zu nehmen. Die dortige Robbe hatte ich selbst bisher auch noch nicht aufgesucht. Hier ist sie: 

Kultur am Flughafen!

In der Zeit, die wir auf den nächsten Bus warten mussten, haben wir ein kleines Picknick am Flughafen veranstaltet, mit Sandwiches, Salat und Obst :-). Anschließend ging es mit dem Bus einmal komplett durch die ganze Stadt bis zum Fährhafen. Auf der Fahrt hatten wir uns darüber unterhalten, wie seltsam es ist, dass Filme in Finnland nicht synchronisiert werden (alle Spielfilme sind in Originalsprache mit finnischem und schwedischen Untertitel), jedoch die Filmtitel ins Finnische übersetzt werden, während wir in Deutschland gelegentlich die Titel beibehalten, den Film selbst jedoch synchronisieren. So heißt "Harry Potter" in Finnland "Kaikki Päättyy", in Deutschland wurde der englische Name einfach beibehalten. Als wir so darüber redeten und uns Gründe überlegten, fragte auf einmal eine junge Frau, die auf der anderen Seite des Gangs saß, ob sie sich einmischen dürfe und es entbrannte eine generelle Diskussion über Fantasyfilme und -bücher... Ich war etwas verwirrt, fremde Menschen im Bus anzusprechen ist eigentlich nicht finnisch, und die Frau wirkte auch nicht betrunken. Fazit am Ende war: Für Kinder, die noch kein Englisch können, ist es schöner, eine vollständige Übersetzung in die Muttersprache zu haben, inklusive der Heldennamen. Für junge Erwachsene wiederum, welche die englischen Wortspiele verstehen, kommt die Beibehaltung der englischen Namen authentischer rüber. 
Am Hafen angekommen, wurden schnell ein paar Bilder von Robbe Nummer 1 geschossen (die komplett weiße Robbe) und dann ging es zu Fuß zurück Richtung Innenstadt. Immer an den Robbenstandpunkten vorbei. Erster Zwischenhalt auf diesem Wege war die Burg zu Turku. Diesmal gibt es für euch ein paar Bilder von der Burg von außen. 

 Die Burg aus Richtung der Ostsee. Dies ist der alte Teil der Burg. Früher lag die Burg näher am Hafen, da sich Finnland aber, seit Ende der letzten Eiszeit jedes Jahr ein bisschen anhebt und somit an neuer Landmasse gewinnt, hat sich das Ufer weiter von der Burg entfernt.

 Ein altes Bedienstetenhaus. Es gehört zum Museum der Burg

Der von der Ostsee abgewandte Teil. Die weißen Gebäude sind der neuere Teil der Burg.

Unser Weg führte nicht nur an vielen weiteren, schon bekannten Robben vorbei, sondern auch am World Trade Centre Turkus und anderen schönen Häusern.

 Das World Trade Centre. Etwas klein, aber für Finnland mit seinen 5,4 Millionen Einwohnern reicht es.

 Ein italienisches Restaurant. Mir gefiel das Haus einfach.

 Der Hinterhof des Pharmazie-Museums. Die Holzhäuser sind noch ein Teil des alten Turkus, der nicht einem der vielen Feuer zum Opfer gefallen ist.

Auch wenn das primäre Ziel war, möglichst viele Robben zu finden - viele davon hatte ich bereits fotografiert, aber Linnea fehlten noch die entsprechenden Fotos - kamen auch Kunst und Kultur bei der kleinen Stadtbesichtigung nicht zu kurz. Immerhin findet man Statuen und Kunstwerke in Turku fast an jeder Straßenecke. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob das ein genereller Zustand ist, oder mehr auf den Titel als europäische Kulturhauptstadt 2011 zurückzuführen ist.

Straßenkunst. Zu sehen ist eine kleine Liebesgeschichte zwischen zwei fiktiven Figuren der Stadt. Der Geist einer verstorbenen Frau, welcher in der Bücherei der Stadt lebt, liebt den Troll/Gnom, welcher die Burg der Stadt bewacht und beide treffen sich heimlich in einem geheimen Tunnel, der von der Burg zur Stadt führt. Zumindest hat Linnea mir das so erzählt :-).

 Eine der vielen Statuen der Stadt. Bisher gelang es uns leider nicht, herauszufinden, was genau uns der Künstler damit sagen wollte.

 Eine Szene aus dem Kalevala, dem finnischen Nationalepos. Dargestellt ist "Die Verteidigung des Sampo".

Ein Denkmal zur Unabhängigkeit Finnlands 1917. Eine Schwertschneide mit dem finnischen Wappentier.

Im Stadtzentrum angekommen, haben wir alle ansässigen Robben fotografiert und beschlossen, es für den heutigen Tag dabei zu belassen. Die glorreiche Bilanz des Tages: 28 der 40 Robben gefunden und einige neue Ecken von Turku gesehen. Morgen nach der Arbeit geht die Suche weiter.

2 Kommentare:

  1. auf dem Bild mit den Statuen ,ist eine andere Statue in gestreift,aber was uns der künstler damit sagen wollte,ist mir auch ein Rätsel...;-)Danke für den lustigen und interessanten blog.

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  2. Na ein "Ich war hier"-Foto muss doch ab und an mal sein ;-)

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