... hat meine heutige Abendgestaltung verändert. Eigentlich wollte ich mir zwischen zwei Vorlesungen nur kurz einen Kaffee holen und ein wenig frische Luft schnappen. Denn auch wenn der Dozent eine nette Vortragsweise hatte, bei juristischen Themen fällt es mir einfach schwer, mich länger zu konzentrieren. Als ich also in der Cafeteria anstand, um einen Kaffee zu holen und kurz mit Sathya und Stefania zu reden, hat mich der Leiter unserer Abteilung, Jorma, angesprochen - ehrlich gesagt habe ich bis heute Nachmittag bezweifelt, dass er meinen Namen kennt oder irgendwas über mich weiß. Er wollte mich einer deutschen Doktorandin aus Helsinki vorstellen, die bei ihm gerade ein paar Methoden für die Zusammenarbeit mit seiner Arbeitsgruppe lernen soll. Vermutlich wurde mir diese Ehre zu Teil, weil ich auch aus Deutschland stamme. Zumindest besteht keine wirkliche Verbindung zwischen meinem Projekt und der Studien seiner Arbeitsgruppe. Während mein Gehirn noch versucht hatte zu verarbeiten, dass der Chef der Abteilung mehr über mich weiß als ich dachte und mich noch gefragt habe, weshalb mir die Doktorandin vorgestellt wurde, wurde ich auch schon zum gemeinsamen Abendessen eingeladen.
Nach meiner letzten Vorlesung habe ich mich also mit Sathya vor Jormas Büro getroffen. Jorma hat uns in seinem Auto mit in die Stadt genommen. ort haben wir zunächst unsere Besucherin am Hotel abgeholt und sind auf der Suche nach einem Restaurant entlang des Flusses gelaufen. Die Wahl des Abteilungsleiters fiel auf ein nettes Restaurant in einem älteren Holzhaus mit Blick auf den Aurajoki. Dort haben wir dann vier Stunden gesessen, gegessen und geredet. Zum Abschluss des Abends haben wir noch einen kurzen Spaziergang auf Hügel hinter dem Restaurant gemacht und sind dann einen leicht abgeänderten Weg zurück zum Hotel gelaufen, in dem die deutsche Doktoranden die kommenden Nächte untergebracht ist. Von da aus haben sich dann unsere Wege in alle Richtungen verstreut.
Nachdem ich den ersten Schock überwunden hatte (oder die Verwunderung über die Einladung einfach in Freude umgeschlagen ist), hatte ich einen interessanten, lustigen Abend. Und alles bekann mit einem Kaffee für die Vorlesung...
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