Mittwoch, 23. November 2011

Ja ist denn heut'...

... schon Weihnachten?? Diese Frage kam mir nach der ersten Stunde auf Arbeit in den Sinn. Kaum habe ich den Korridor des Fachbereichs betreten, wurde ich auch schon von zwei Kolleginnen erwartet. Ich durfte gerade noch meinen Rucksack an meinem Platz abstellen und musste dann erklären, wieso für mich unangemeldet ein Paket geliefert wird. Ich war selbst etwas verwirrt, immerhin hatte ich in letzter Zeit nichts bestellt. Auch meine Freunde und Verwandte haben keine Arbeitsadresse von mir, somit habe ich keine Lieferung erwartet. Doch ein Blick auf den Lieferschein hat dann etwas Licht ins Dunkel gebracht, denn das Paket enthielt eine neue Version des Tests, der mich im September zum verzweifeln gebracht hatte (wer es nochmal nachlesen möchte, kann hier schauen: gibt es sowas wie einen Labortroll und Fehlersuche). Nachdem ich dann rausgefunden hatte, dass es eher an dem Test als an meiner Arbeit lag, hatte ich die Firma angeschrieben, bei der wir den Test gekauft hatten. Vor einer Woche kam endlich die Nachricht, dass sie mir einen neuen Test zum Ausprobieren schicken könnten, wenn ich noch Zeit und Interesse hätte, das Produkt nochmal zu testen. Interesse besteht allein schon deshalb, weil dieser Test über 1000 € kostet und ich noch eine Packung des nicht-funktionierenden Tests unbenutzt im Kühlraum lagere. Allein, um das Geld wiederzubekommen, bin ich sehr gespannt, ob der neue Test hält, was er verspricht. Nach dieser eMail kam jedoch keine weitere Information mehr, weshalb ich nicht damit gerechnet hatte, so schnell die Lieferung zu erhalten. Als ich die empfindlichen Komponenten des Kits in die Tiefkühltruhe und den Rest in den Kühlraum gepackt und den Verpackungsmüll beseitigt hatte, habe ich endlich meinen Computer hochgefahren. In meinem eMail-Postfach war eine Nachricht von Pirjo (unserer Lektorin/Koordinatorin), dass Jukka einige Blutproben von Patienten zu uns gesendet hat, auf ihrem Namen. Allerdings würde sie heute und morgen nicht im Büro sein und ich solle bitte überprüfen, dass die Proben entgegen genommen und bei der richtigen Temperatur gelagert werden. Mir fiel das große Paket ein, das neben meiner unerwarteten Lieferung stand. Und tatsächlich, es war für Pirjo bestimmt und kam vom Krankenhaus in Seinajoki - der Stadt, in der Jukka zur Zeit arbeitet. Also ging der Spaß von vorne los, die empfindlichen Proben in die ganz kalte Kühltruhe, den Rest in die normale Tiefkühltruhe, das Trockeneis mit Datum versehen und ins Lager bringen und den anderen Verpackungsmüll entsorgen. Da ich sonst nie Pakete bekomme und meine angekündigten Lieferungen von einer Sekretärin an den vorgegebenen Ort gebracht werden, fühlte es sich wirklich an wie ein Mini-Weinachten, gleich zwei Pakete an einem Tag zu öffnen. Wie ein Weihnachten für Biologen...

... denn niemand anders würde sich über biogefährliche Substanzen freuen ;).

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