Donnerstag, 31. Mai 2012

Und täglich grüßt das Murmeltier...

... oder anders gesagt, im Moment ist mein Alltag sehr langweilig. Schließlich kann ich ja auch nicht darauf hoffen, dass sich jeden Tag einer meiner Kollegen verletzt oder ich wichtige Dinge verliere ;-). Ich bin vom Morgen bis zum späten Nachmittag in den Vorlesungen, verbringe einen Teil meiner Mittagspause damit, mich mit meinem Betreuer abzusprechen und arbeite nach den Vorlesungen noch ein wenig im Büro. Es bleibt mir im Moment also einfach zu wenig Zeit, erzählenswerte Dinge zu erleben. Und bisher sieht es für die kommende Woche nicht besser aus. Danach muss ich dann damit beginnen, die Reise zur Endokrinologie-Konferenz vorzubereiten.

Da mir aktuell auch die Zeit und/oder Energie fehlt, Hintergrundinformationen wie die Infos zu den Flaggentagen zusammen zu suchen um etwas Interessantes zu schreiben, werde ich die kommenden Tage vermutlich einige Einträge ausfallen lassen. Oder anders gesagt, ich werde die nächsten Tage tatsächlich nur "gelegentlich" schreiben und nicht beinahe täglich. Immerhin sollt ihr ja auch was zu lesen bekommen, das euch hoffentlich interessiert ;-). Also seid unbesorgt, wenn hier mal ein paar Tage nichts Neues zu finden ist. Mir ist nichts Schlimmes passiert, ich hab einfach nur nichts Tolles erlebt.

Wenn ich schon einmal dabei bin, ein wenig über das Verfassen des Blogs zu schreiben: Wenn ihr Ideen habt, worüber ich schreiben könnte - also wenn ihr zu irgend einer Sache, die ich schon einmal kurz angeschnitten habe noch mehr wissen wollt oder Fotos sehen möchtet, schreibt... Entweder hier ein Kommentar, per eMail oder bei Facebook/StudiVZ.

Dienstag, 29. Mai 2012

Im Fachbereich Medizin...

... zu arbeiten, hat ein tatsächlich Vorteile, wie ich heute feststellen konnte. Also mal davon abgesehen, dass mich die Forschung interessiert. Und der Möglichkeit klinisch relevante Forschungsprojekte zusammen mit dem Klinikum im Gebäude nebenan zu machen... Ich spreche von einem ganz praktischen Vorteil. Wir haben mehrere Wissenschaftler, die zwei Doktortitel tragen - sie sind Doktor der Naturwissenschaften ("Ph.D.", also das, was ich hier auch werden will ;-) ) und Ärzte ("MD" bzw. "Dr. med."). Das ist zum Beispiel gut, wenn man sich tief in den Finger schneidet. Während ich gerade an meinem Schreibtisch eine Notiz für meinen Betreuer verfasst habe, hat sich ein anderer Doktorand im Labor in den Daumen geschnitten. Da dies am Abend, nach den Vorlesungen passiert ist, waren nicht mehr allzu viele Leute im Büro, so dass er mich zunächst um Hilfe gefragt hat. Der Verbandskasten bei uns ist aber scheinbar nicht für mittelschwere Schnittverletzungen ausgelegt. Die Idee, einfach etwas Desinfektionsmittel auf die Wunde zu geben und ein Pflaster drauf zu kleben habe ich schnell verworfen, als ich sehen konnte wie stark die Wunde blutet. Aber für einen Druckverband fehlte das richtige Material. Wir hatten die Wahl zwischen Pflaster und großem einem Verband, der für den Daumen viel zu breit war. 

Also haben wir ein Papiertuch in Desinfektionsmittel getränkt, um den Daumen gewickelt und sind eine Etage hinauf gegangen, in der Hoffnung dass einer unserer Kollegen noch im Büro ist, der auch als Arzt im Krankenhaus arbeitet. Nachdem auch er festgestellt hat, dass der Daumen etwas zu stark blutete, um ihn mit einem Pflaster zu versorgen und der Verbandskasten auch sonst nichts passendes parat hielt, hat er aus anderen Labormaterialien einen improvisierten Druckverband gebastelt. Glücklicher Weise hat der selbstgebastelte Verband die Blutung gestoppt, denn der verletzte Doktorand war nicht allzu begeistert von der Idee, sich den Daumen im Krankenhaus nähen zu lassen...

Nun weiß ich, auch wenn unser Verbandskasten nicht so gut ausgestattet ist, wie er sollte, wir haben fast immer einen Arzt um uns herum. Nicht, dass ich plane, mich in den Daumen zu schneiden oder anderweitig zu verletzen. Aber hey, seid unbesorgt: Wenn etwas passiert, sind Leute in der Nähe, die helfen können.

Ein kleiner Schock zum Wochenstart...

... hat mich heute Morgen vollständig wach werden lassen. Denn trotz ausreichend Schlaf und einer Dusche am Morgen, war ich heute Früh noch nicht so ganz da. Ich glaube, mein Körper hat sich schon an den morgendlichen Kaffee gewöhnt. Aber heute brauchte es keinen Kaffee mehr, um der Vorlesung zu folgen. Als ich an der Uni angekommen bin und mein Fahrrad anschließen wollte, war mein Schlüsselbund verschwunden. Argh! Fahrradschlüssel, Wohnungsschlüssel, Zugangschip für die Arbeit... alles weg, meine Hosentaschen waren leer. Also habe ich mich wieder auf mein Rad gesetzt um den Arbeitsweg abzufahren, in der Hoffnung, meinen Schlüssel zu finden. In Gedanken habe ich mich schon bei der Polizei gesehen um nachzufragen, ob ein Schlüsselbund gefunden wurde, während die Vorlesung ohne mich startet - was bedeutet, den verpassten Stoff in einem Aufsatz zusammen zu fassen.

Mal so am Rande: Ja, in Finnland muss man Extra-Aufgaben machen, wenn man eine Vorlesung verpasst. Während man in Deutschland demonstriert, dass es weniger Pflichtvorlesungen geben soll, hat man hier ein System gefunden, bei dem es dem Studenten einfach klüger erscheint, ohne zu Meckern in die Vorlesung zu gehen ;-). Ich persönlich bin generell eher ein Fan davon, in die Vorlesungen zu gehen, da es mir viel Zeit beim Nachbereiten und Lernen des Stoffes erspart.

Glücklicher Weise habe ich meinen Schlüsselbund recht schnell wiedergefunden - ich hatte ihn nur eine Straßenecke von der Arbeit entfernt verloren. Es war auch nicht allzu schwer, meinen Schlüssel auf der Straße ausfindig zu machen, da schon ein anderer Fahrradfahrer darauf aufmerksam wurde und gerade zur Fundstelle zurück rollte. Ich habe ihm erklärt, dass es mein Schlüssel ist - auf Englisch, meine Finnisch-Kenntnisse reichen dafür bei Weitem noch nicht aus :-/ - und habe den Schlüssel in meinem Rucksack verstaut für den Weg zurück zur Universität. Nochmal wollte ich nicht riskieren, dass mir der Schlüssel aus der Hosentasche rutscht.

Da ich den Schlüssel so schnell wieder gefunden hatte, kam ich sogar noch pünktlich zu meiner Vorlesung. Den Morgenkaffee um richtig wach zu werden brauchte ich nach dem ersten Schreck ja nicht mehr. Aber die ersten Minuten der Vorlesung kreisten meine Gedanken doch noch etwas um den Schlüsselbund. Was mit meinem Schlüssel passiert wäre, wenn er früher von jemandem entdeckt worden wäre. Hätte man ihn an der Uni abgegeben? Oder am Krankenhaus, vor dem ich ihn verloren habe? Oder doch bei der Polizei? Ich hoffe, ich werde es nie rausfinden müssen. Ab jetzt wird der Schlüsselbund im Rucksack transportiert, wenn ich mit dem Fahrrad unterwegs bin :).

Sonntag, 27. Mai 2012

Pfingsten...

... durchquert meine Wochenendpläne! Eigentlich wollte ich den heutigen Tag nutzen, meine Wohnung wieder chaosfrei zu machen, um mein Kleiderschrank-Problem zu lösen. Denn bisher dienen immer noch Umzugskartons als Notlösung. Zugegeben, die Kartons funktionieren gut, ich habe sie mit der Öffnung nach vorne gedreht und aufeinander gestapelt. Doch wie das immer so ist mit Notlösungen, die gut funktionieren... Man kümmert sich ewig nicht um eine richtige Lösung des Problems. Aber ein wirklicher Schrank für meine Pullover würde mir doch besser gefallen. 
Also dachte ich, ich könnte die Gelegenheit nutzten, dass meine deutsche Kollegin nun umzieht und ein Bett kaufen muss, um selbst mal wieder zum IKEA zu kommen und die Kosten für den Transporter zu teilen. Und da unser Zeitplan unter der Woche mit den Vorlesungen zur Zeit gut gefüllt ist, hatten wir den morgigen Sonntag zum Einkaufen auserkoren. Linnea hatte bereits ihre Hilfe angeboten und zwei Freundinnen von ihr hatten auch Interesse an einem IKEA-Besuch gezeigt. Doch dann stellte sich heraus, dass morgen ja Pfingstsonntag ist. Und somit all die Läden, die sonst am Sonntag Nachmittag geöffnet sind, morgen geschlossen sein werden. Also fällt unser Shopping-Plan nun erst einmal aus. Vielleicht schaffen wir es ja trotz der Kurse unter der Woche noch zum Möbelhaus. Bevor ich mich wieder mit der Umzugskarton-Notlösung anfreunde, und die Entscheidung zum IKEA zu fahren noch einmal mehrere Monate braucht...

Samstag, 26. Mai 2012

Die finnischen Flaggentage...

... sind mir immer wieder ein Rätsel. Kaum habe ich mit Linneas Hilfe eine Internetseite gefunden, die mir die offiziellen Flaggentage verrät, schon hisst man in Turku die Flagge auch an Tagen, die nicht auf dieser Seite vermerkt sind. 
Prinzipiell hat jeder Finne das Recht, die Flagge zu hissen, wenn er/sie dies für angemessen hält. Zusätzlich zu dieser Regelung gibt es Flaggentage, staatliche Feiertage an denen die finnische Flagge zumindest an den offiziellen Flaggenmasten gehisst wird. Darüber hinaus haben die Bewohner der Åland-Inseln und die Saamen in Lappland noch ein paar regionale Flaggentage. Insgesamt scheinen Finnen die Flagge im Sommer häufiger zu hissen, allein im Mai gab es nun sechs Gelegenheiten dazu. 
Da war zunächst einmal Vappu - der erste Mai. Eine reichliche Woche später, am 9.5., stand mit dem Europatag der nächste Flaggentag an. Am 12.5. wurde die finnische Flagge gehisst, um den Tag der Finnischen Kultur zu zelebrieren. Abends hat die Stadt die Flagge wieder vom Flaggenmast genommen und am nächsten Tag zur Feier des Muttertags erneut aufgezogen. Ein Wochenende später, am 20.5. wurde zum Gedenken an die Gefallenen des Krieges erneut die Flagge gehisst. Und heute, nicht einmal eine Woche später schien ein weiterer Flaggentag zu sein. Zumindest stach mir von allen Häuserdächern, Hinterhöfen und Brücken die finnische Flagge ins Auge. Allerdings konnte ich den Grund für den heutigen Flaggentag nicht ausmachen. Er ist nicht im Kalender eingetragen und auch die Internetseite mit den Flaggentagen des Jahres erwähnt den heutigen Tag nicht. Vielleicht war heute Wahltag in Turku - dann hätten mir allerdings Wahlplakate auffallen müssen - oder Turku hat stadtintern etwas zu feiern...

Was auch immer der Grund für den heutigen Flaggentag war, ich finde diese Tradition schön. Auch wenn ich die Flaggentage immer erst dann realisiere, wenn ich an der Brücke zur Kathedrale angekommen bin. Nicht, dass ich davor nicht schon einige Flaggenmasten passieren würde, aber dass die finnische Flagge statt der Fahne mit dem Stadtwappen hängt, realisiere ich seltsamer Weise erst an der Brücke:

Die Brücke an der Kathedrale. Insgesamt 6 Flaggen werden dort für den Flaggentag ausgetauscht.

Freitag, 25. Mai 2012

Eine seltsame Kaffeepause...

... hat meine heutige Abendgestaltung verändert. Eigentlich wollte ich mir zwischen zwei Vorlesungen nur kurz einen Kaffee holen und ein wenig frische Luft schnappen. Denn auch wenn der Dozent eine nette Vortragsweise hatte, bei juristischen Themen fällt es mir einfach schwer, mich länger zu konzentrieren. Als ich also in der Cafeteria anstand, um einen Kaffee zu holen und kurz mit Sathya und Stefania zu reden, hat mich der Leiter unserer Abteilung, Jorma, angesprochen - ehrlich gesagt habe ich bis heute Nachmittag bezweifelt, dass er meinen Namen kennt oder irgendwas über mich weiß. Er wollte mich einer deutschen Doktorandin aus Helsinki vorstellen, die bei ihm gerade ein paar Methoden für die Zusammenarbeit mit seiner Arbeitsgruppe lernen soll. Vermutlich wurde mir diese Ehre zu Teil, weil ich auch aus Deutschland stamme. Zumindest besteht keine wirkliche Verbindung zwischen meinem Projekt und der Studien seiner Arbeitsgruppe. Während mein Gehirn noch versucht hatte zu verarbeiten, dass der Chef der Abteilung mehr über mich weiß als ich dachte und mich noch gefragt habe, weshalb mir die Doktorandin vorgestellt wurde, wurde ich auch schon zum gemeinsamen Abendessen eingeladen.
Nach meiner letzten Vorlesung habe ich mich also mit Sathya vor Jormas Büro getroffen. Jorma hat uns in seinem Auto mit in die Stadt genommen. ort haben wir zunächst unsere Besucherin am Hotel abgeholt und sind auf der Suche nach einem Restaurant entlang des Flusses gelaufen. Die Wahl des Abteilungsleiters fiel auf ein nettes Restaurant in einem älteren Holzhaus mit Blick auf den Aurajoki. Dort haben wir dann vier Stunden gesessen, gegessen und geredet. Zum Abschluss des Abends haben wir noch einen kurzen Spaziergang auf Hügel hinter dem Restaurant gemacht und sind dann einen leicht abgeänderten Weg zurück zum Hotel gelaufen, in dem die deutsche Doktoranden die kommenden Nächte untergebracht ist. Von da aus haben sich dann unsere Wege in alle Richtungen verstreut.

Nachdem ich den ersten Schock überwunden hatte (oder die Verwunderung über die Einladung einfach in Freude umgeschlagen ist), hatte ich einen interessanten, lustigen Abend. Und alles bekann mit einem Kaffee für die Vorlesung...

Mittwoch, 23. Mai 2012

Die letzte Präsentation für dieses Semester...

habe ich heute hinter mich gebracht. Mittlerweile würde ich mich fast als Prezi-Fan bezeichnen. Das alternative Programm zum erstellen von Präsentationen gefällt mir immer mehr. Und ich konnte zumindest einen Teil meiner Kollegen davon begeistern. Morgen beginnt dann noch ein zweiwöchiger Intensivkurs für uns Doktoranden, bei dem wir mit rechtlichen Informationen zu unserer Arbeit überhäuft werden. Und danach geht das Vorlesungssemester auch schon wieder vorbei.

Meine Ergebnisse der letzten Tage sahen auch nach der Nacht nicht besser aus, aber die Phase der Akzeptanz hat langsam eingesetzt. Langweilig wird mir wohl nicht werden, heute wurde ein neuer Test angeliefert, den wir in Kooperation mit einer asiatischen Arbeitsgruppe bestellt haben. Mit im Paket waren auch viele Proben, die wir für unseren Kooperationspartner mit dem Test messen sollten. Und das Treffen in Texas rückt auch immer näher - das Hotel und die Flüge sind bereits gebucht.

Kino als Ablenkung...

... funktionierte heute nur so mittelmäßig. Nach mehreren Wochen im Labor sahen die Ergebnisse heute alles andere als erfolgsversprechend aus. So ist das halt mit der Forschung, man weiß vorher nie so recht, was dabei raus kommt. Und dennoch ist man etwas niedergeschlagen, wenn die Ergebnisse schlecht aussehen. Also kam der Kinobesuch mit meinen Kollegen heute Abend gerade recht, auch wenn mich der Film nicht die gesamte Zeit auf andere Gedanken bringen konnte. Und das, obwohl es sich bei dem Film um "The Avengers" (ein Superheldenfilm) handelte. Viel Spannung und Action gepaart mit lustigen Sprüchen - und alles in 3D. Nach dem Kino hab ich noch eine kleine Radtour gemacht um auch die letzten grübelnden Gedanken über die Arbeit aus meinem Kopf zu verbannen. Vielleicht sieht die Welt morgen ja schon wieder besser aus :).

Sonntag, 20. Mai 2012

Ausspannen, Freunde treffen und arbeiten...

... haben das vergangene Wochenende geprägt. Am Mittwoch steht eine Präsentation zu meinen bisherigen Ergebnissen und Plänen an, für die ich gern noch ein paar Ergebnisse sammeln möchte. Natürlich kann ich meinen Kollegen auch vorläufige Ergebnisse präsentieren, aber es wäre schon, zumindest ein paar Versuche schon abgeschlossen zu haben und alle notwendigen Daten zeigen zu können. Auch für die Konferenz in Houston Ende Juni sollte ich ein paar Ergebnisse vervollständigt haben :).

Um aber nicht ganz zu vergessen, dass Wochenende war und das nette, sonnige Wetter ein wenig zu genießen, habe ich mich am Samstag mit meinem Laptop auf eines der Boote am Fluss gesetzt und ein wenig in der Sonne gearbeitet. Da ihr es ohne Foto sowieso nicht glaubt, dass wir in Finnland Sonne haben können, hier der Beweis vom schönen Wetter gestern:

Ein Uni-Gebäude in der Nähe der Kathedrale... bei wolkenfreiem, sonnigem Wetter.

Heute habe ich nach der Arbeit Linnea und Mikael getroffen. Nach einem typisch finnischem Abendbrot - soweit es typisch finnisches Essen gibt - mit Salat, Makaroni-Auflauf und karelischem Steak (im Ofen gegarte Fleischstücken) haben wir den Abend erneut auf einem der Restaurant-Boote am Fluss ausklingen lassen. Auf dem Boot habe ich dann auch Frederik kennen gelernt, ein Freund von Linnea und Mikael, der bei meinem Einzug geholfen hat. Ich habe also versucht, ein wenig Erholung und soziales Leben am Wochenende zu haben, auch wenn viel Arbeit anstand.

Samstag, 19. Mai 2012

Ein Nobelpreis...

... ist zwar keine Garantie dafür, dass der Wissenschaftler auch gute Vorträge halten kann. Aber wie Linnea schon richtig festgestellt hat, er hatte in den letzten Jahren seit dem Nobelpreis viel Zeit, seinen Vortrag zu perfektionieren. Vielleicht konnte Martin Chalfie aber auch schon vor seinem Nobelpreis für Chemie 2008 gute Vorträge halten. Auf jeden Fall hat er heute eine schöne Präsentation über ein grün fluoreszierendes Protein aus einer Leuchtqualle gehalten - und darüber, wie es ihm und seinen Mitarbeitern als erstes gelang, dieses Protein in der Forschung einzusetzen.

Bevor es allerdings zusammen mit Linnea zu diesem Vortrag ging, habe ich meinen Vormittag beim Finanzamt verbracht. Die nächsten 2 Monate werde ich über einen normalen Arbeitsvertrag mit normal zu versteuerndem Einkommen angestellt sein, und dafür benötigte ich noch meine Steuerkarte. Außerdem wurde mir letztens ein Steuerbescheid zugesandt und ich wollte vor dem bezahlen erst einmal wissen, wofür ich mein Geld eigentlich opfern sollte - schließlich habe ich bisher nur Geld aus Stipendien bekommen, welche nicht zu versteuern sind. Allerdings ist der finnische Staat etwas anders organisiert, als Deutschland. Da es nur eine gesetzlich Krankenversicherung gibt, wird auch der Beitrag dafür übers Finanzamt mit dem Steuerbescheid eingezogen. Und ich hatte mich schon gewundert, ob die finnische Krankenversicherung wirklich steuerfrei sei ;-).

 Nach dem Vortrag war ich gemeinsam mit Linnea Mittag essen und wir haben uns dann später noch einmal auf einen Tee getroffen. Nach der Arbeit habe ich mich noch mit Sathya, Stefanie und Ashutosh bei Sathya getroffen. Es gab indisches Essen zum Abendbrot und anschließend haben wir uns noch ein paar Stunden geredet.

Donnerstag, 17. Mai 2012

Ein verregneter Vatertag...

... hat heute nicht nur mich ins Labor getrieben. Zwei meiner Kollegen haben den ruhigen Tag im Labor genutzt, um ihren Teil des Putzplans zu erfüllen. Ein paar andere Doktoranden haben einen Versuch vom Vortag beendet oder für morgen vorbereitet und manche haben wie an jedem anderen Tag gearbeitet. Ich habe den Tag genutzt, um ein paar Sachen herzustellen, die von allen genutzt werden und für die ich seit Kurzem zuständig bin. Da viele Chemikalien und Puffer von fast Allen im Labor verwendet werden, wird sowas für alle hergestellt und jeder von uns ist für irgendeine Chemikalie verantwortlich. Bei der Herstellung "meiner" Chemikalien fallen 4 Stunden Wartezeit an, die ich heute genutzt habe, um mal in Ruhe all meine Proben in der Gefriertruhe zu ordnen, meine Protokolle ordentlich abzuheften und zwei Versuche für morgen durchzuplanen und soweit vorzubereiten wie möglich. Denn morgen werde ich mich am Vormittag mal aus dem Labor stehlen um mir einen Vortrag eines Nobelpreisträgers anzuhören. Wie oft hat man dazu schon die Gelegenheit...?!

Es ist Zeit für einen Frühjahrsputz...

... im Labor. Meinen zumindest die Koordinatioren, die bei uns ein wenig auf Sauberkeit und Ordnung achten. Also wurden wir alle eingeteilt um uns in kleineren Gruppen um die einzelnen Labore zu kümmern. Es geht darum, unnötiges Material wegzuräumen, alte, nicht mehr brauchbare Chemikalien zu entsorgen und ein wenig den Staub wegzuwischen. Ich habe das große Los gezogen, mich um ein Labor als Hauptverantwortliche kümmern zu dürfen, in dem ich bisher genau einmal war. Was also das unnötige Material und die alten Materialien angeht, bin ich etwas überfordert. Falls die mir zugeteilte Hilfe da auch keinen Rat weiß, werde ich wohl einfach alles drin lassen und nur das Staubwischen übernehmen. Im zweiten Labor, in dem ich als Hilfe zugeteilt bin, habe ich bereits ein wenig mit dem Aufräumen begonnen. Dieses Labor kenn ich besser, zwar noch lange nicht perfekt, aber gut genug, um bei den meisten Dingen zu wissen, wo sie hingehören und ob sie wirklich gebraucht werden. Was mit jedoch neu war, sind die dort verwendeten radioaktiven Materialien - um die ich seitdem einen großen Bogen mache. So ganz geheuer ist mir der Spaß nämlich nicht, auch wenn da Bleibehälter und Bleiwände stehen...

Der Frühjahrsputz in der Wohnung wäre auch mal dringend notwendig, aber da nächsten Mittwoch eine neue Präsentation ansteht, bei der ich meine Daten und Pläne der Abteilung vorstellen soll, werde ich bis dahin wohl viel Zeit im Labor verbringen. Denn so viele zeigenswerte Daten habe ich bisher noch nicht. Die meisten Versuche klappen nur so halb, entweder sind die Abweichungen der Werte sehr hoch oder ein Teil meines Versuches ist kaum auswertbar... Irgendwas ist immer, aber ich habe ja noch eine woche Zeit, um ein paar gute Ergebnisse zu bekommen :) Und danach wird die Wohnung in Angriff genommen! Frühjahrsputz der Zweite.

Mittwoch, 16. Mai 2012

Freiwillig Präsentationen von start-up Unternehmen...

... anhören wird wohl nicht meine Lieblingsbeschäftigung zum Feierabend. Auch wenn der heutige Abend schon interessant und lustig war. Renato hatte mich am Wochenende zu einer Veranstaltung eingeladen, bei der mehrere neugegründete Firmen ihr Konzept vorstellen. All diese Start-up Firmen teilen sich bei "BoostTurku" eine Bürofläche mit großem Gemeinschaftsraum zum kreativen Austausch und kleineren Räumen, in denen die Unternehmen mal ungestört vorankommen können. Und auch sonst bietet diese Boost-Plattform viel Unterstützung für Firmengründer. So auch ein Wettbewerb, der heute zu Ende ging. Dabei sollten mehrere Firmengründer innerhalb von ein paar Monaten ihre Idee zu einem Unternehmen ausbauen und das Konzept nun in der Präsentation vorstellen. Sechs Gruppen haben bis zum heutigen Tag durchgehalten. Abschließend wurde dann ein Sieger ausgewählt, für den es Ruhm, Ehre und 6000 Euro Siegesprämie gab. 

Bei einem der sechs Unternehmen arbeitet Renato als Designer mit und auch Fabiana, die Freundin, für die ich letztens Babysitten war, hat ihre Geschäftsidee vorgestellt. Um die Beiden ein wenig zu unterstützen, habe ich mir also heute all die Präsentationen angehört. Und es schadet ja auch nie, seinen Horizont zu erweitern und neue Leute bei der Party im Anschluss kennen zu lernen. Auch wenn die Arbeit dieser Gruppen doch meist sehr weit davon entfernt ist, was ich so mache.

Falls ihr die Firmenideen im Detail wissen wollt, könnt ihr ja ein Kommentar hinterlassen oder mir eine eMail schreiben, dann kann ich morgen etwas mehr dazu schreiben. 

Montag, 14. Mai 2012

Endlich hat der Frühling...

... auch in Finnland Einzug gehalten und hält sich nun stabil. Es ist zwar noch nicht ganz so warm, wie man es in Deutschland im Mai gerne mal hat, aber zwischen 10-20 °C laden schon dazu ein, sich wieder mehr draußen aufzuhalten. Leider bedeutet warmes, sonniges Wetter auch, dass nun all die Bäume und Sträucher ihre Pollen raushauen, als ob es kein Morgen mehr gäbe. Dank Allergie-Tabletten ist das ganze zwar recht erträglich, doch die morgentlichen Nies-Attacken nerven mich doch. Bleibt also zu hoffen, dass all die Birken ihre Fortpflanzung schnell beendet haben, so dass ich das gute Wetter auch ohne Kribbeln in der Nase oder juckenden Augen auskosten kann. Und bis dahin verkrieche ich mich einfach etwas länger ins Labor und mache wenn nötig von meinem Allergietabletten-Vorrat Gebrauch. Ich hoffe, ihr könnt den Frühling ohne solche nervenden Kleinigkeiten genießen :). 


Sonntag, 13. Mai 2012

Ein schönes Wochenende mit Sonne, Kino...

... und ein bisschen Arbeit liegt hinter mir. Am Samstag habe ich etwas länger geschlafen und in Ruhe geduscht und gefrühstückt, bevor ich mich auf mein Rad geschwungen habe um zur Uni zu fahren. Die nächsten Wochen in meinem Terminkalender sind ziemlich vollgepackt mit Versuchen, Seminaren und Vorträgen. Daher dachte ich mir, ein paar Versuche aufs Wochenende vorzuziehen könne nicht schaden. Also habe ich gestern die Vorbereitungen für einen Versuch gemacht und bin von der Arbeit weiter gefahren zu Linnea und Mikael. Da die Beiden wohl bis dahin noch kein Mittag hatten, wurde ich zum verspäteten Mittagessen eingeladen und wir haben ein bisschen geredet. Kurz nach 19 Uhr wollten wir dann ein paar Kinokarten reservieren und mussten feststellen, dass die Internet-Reservierung nur bis 19 Uhr möglich war und wir es um ein paar Minuten verpasst haben. Um also noch gute Karten zu bekommen, wollten wir uns gleich auf den Weg in die Stadt machen. Mikael zog es bei der Filmwahl vor, den Abend mit Computerspielen zu verbringen. Linnea und ich machten uns somit zu zweit auf den Weg in die Stadt um "Dark Shadows", den neuen Tim Burton-Film mit Johnny Depp, zu sehen. Das frühe Losziehen hat sich hinsichtlich der Platzwahl gelohnt und der Film war witzig :). Nach dem Kino haben wir uns dann noch in der Stadt was zum Essen gesucht und dann ging es weiter in die Alte Bank, wo wir noch eine Freundin von Linnea und deren Mutter getroffen haben und ein Bier getrunken haben. Somit wurde der Abend dann doch recht lang und als ich gegen halb 2 zuhause war, fielen mir die Augen zu, bevor ich meinen PC starten konnte.

Heute, am Sonntag, habe ich mich am Vormittag wieder zur Arbeit begeben und den Versuch, den ich am Vortag vorbereitet habe, weitergeführt. Die Auswertung muss aber noch bis morgen warten, denn das Wetter war heute einfach zu sonnig, um den gesamten Tag drinnen zu verbringen. Deshalb habe ich mich nach der Arbeit mit Renato am Fluss getroffen, um auf einem der Restaurant-Boote ein Bier oder Cider zu trinken. Nach dem ersten Boot und dem ersten Getränk wollten wir noch das Boot nebenan ausprobieren und unser Gespräch weiterführen. Auf dem zweiten Schiff wartete eine tolle Couch-Landschaft auf dem obersten Deck auf uns. Sonne, eine riesige, bequeme Couch, ein kaltes Getränk und nette Gesellschaft - was will man mehr?! Den restlichen Nachmittag haben wir also auf diesem Sonnendeck verbracht, bis ein Kollege von Renato angerufen hat und vorbei gekommen ist. Dann wurde es auch langsam kalt und windig, so dass wir uns fürs Abendessen noch eine andere Bar gesucht haben. Dort haben wir dann zu dritt gegessen und gequatscht. Und schon war das nette Wochenende auch schon wieder vorbei.

Samstag, 12. Mai 2012

Nach 7 Tagen in Madrid...

... hieß es wieder Abschied nehmen. Von der Stadt und von meinen Eltern, denn die Beiden mussten erst ein paar Stunden später zum Flughafen - und waren früher zuhause, als ich :-O. Aber es blieb uns noch genug Zeit um gemeinsam zu frühstücken und noch einen letzten Spaziergang bis zum Puerta del Sol zu machen. Dann war Koffer holen und zum Flughafen fahren angesagt. Die 6 Stunden Aufenthalt am Frankfurter Flughafen habe ich dazu genutzt, meine zweite Präsentation für den „Wissenschaftliche Präsentationen“ Kurs zu machen. Ja, ich weiß, wie immer auf den letzten Drücker... Aber wenigstens hat der Zwischenstopp ausgereicht, so dass ich in der Nacht die Busfahrt von Helsinki nach Turku bereits ein wenig schlafen und die restliche Zeit mit Lesen verbringen konnte.

Der Rest der vergangenen Woche verlief gut, am Wochenende habe ich wie ja schon geschrieben einer Freundin als Kindersitter ausgeholfen und das finnische Frühlingswetter auf dem Rummel ausgekostet. Diese Woche stand dann wieder die Forschung im Vordergrund, während meines Urlaubs sind neue Chemikalien geliefert worden und es warten schon einige Proben darauf, getestet zu werden. Das nächste Ziel ist, gute Ergebnisse für die Konferenz in Texas Ende Juni zu sammeln... Aber bevor es vollends zurück zum Forschungsalltag geht, dachte ich mir, es wäre nett, hier noch mal ein paar Bilder vom Urlaub zu zeigen. So zum Abschluss der Reise:

 Kirche hinter dem Museo del Prado.

 Am Plaza Mayor.

 Der Puerto del Sol bei Nacht.

 Das Metropolis-Gebäude.

Blick vom Hauptbahnhof zum Agrarministerium.