Samstag, 24. November 2012

Eine Bastelstunde im Büro...

... sollte mein heutiger Start in den Tag werden. Denn beim Freitagskaffee werden jede Woche neue Publikationen vorgestellt, noch einmal an die wichtigsten Termine in der kommenden Woche erinnert (seit 3 Monaten wird auch die Weihnachtsfeier jeden Freitag angekündigt) oder Abschieds-/Geburtstags-/Baby-/Hochzeits-Geschenke überreicht. Heute sollte also Sathyas Hochzeitsgeschenk überreicht werden und natürlich muss so ein Geschenk auch nett verpackt sein...
 Nach unserer recht erfolgreichen Geldsammlung habe ich mich mit Milena gestern in einer Pause auf den Weg zu dem Juwelier gemacht, bei dem die Universität Rabatt auf Kalevala-Schmuck bekommt. Nach einigem hin und her fiel die Wahl auf eine Halskette mit einer Schneeblume als Anhänger sowie die passenden Schneeblumen-Ohrstecker. Natürlich war ich gestern in der Eile nicht schlau genug, das Geschenk oder andere Schmuckstücke zu fotografieren. Aber wozu gibt es die Hersteller-Webseite:

Die ausgewählte Halskette... 
(aus rechtlichen Gründen: Bild entnommen von http://www.kalevalakoru.com/)

... und Ohrringe.
 (auch von http://www.kalevalakoru.com) 

Auf dem Rückweg ins Labor vom Juwelier habe ich noch schnell die 10er-Karte für das Schwimmbad besorgt und dann meine Versuche beendet. Heute früh habe ich auf meinem Arbeitsweg noch einen kurzen Abstecher zum Supermarkt gemacht, um einen schönen Briefumschlag und eine Geschenkpapier-Tüte zu kaufen. Um das restliche Geld von der Geschenkesammlung noch aufzubrauchen, landete zusätzlich eine Packung Pralinen im Einkaufskorb. Auf Arbeit angekommen habe ich mir von unserer Sekretärin einen Klebe-Roller mit doppelseitigem Klebeband ausgeliehen. Aus meiner Geschenkverpackungskiste zuhause hatte ich bereits Filz-Blumen und -Herzen sowie Geschenkband eingepackt und den Rest am Morgen eingekauft. Die Pralinen und der Schmuck waren schon in Geschenkverpackungen und konnten somit einfach in die Geschenkpapier-Tasche gesteckt werden. Aber eine Schwimmbad-Eintrittskarte schön zu verpacken, stellte eine kleine Herausforderung dar. Ein kleiner, erklärender Text war dann doch recht schnell geschrieben und die Wegbeschreibung zur Schwimmhalle in Form einer Landkarte auch leicht zum Text hinzugefügt. Das ganze habe ich passend ausgedruckt, dass es leicht auf die Größe einer Klappkarte zugeschnitten werden konnte, bei der sich der Text auf der Innenseite befand. Nun begann die eigentliche Bastelei. Aus einer Klarsichtfolie habe ich eine nach oben offene Plastikhülle für die 10er-Schwimmbadkarte gebastelt. Diese Hülle habe ich anschließend auf die Vorderseite der Karte geklebt, um den 10er-Pass leicht zugänglich auf der Vorderseite zu präsentieren. Diese selbstgebastelte Karte kam dann in den am Morgen gekauften Briefumschlag, den ich mit Filzblumen verziert und anschließend mit Geschenkband umwickelt habe - damit man auch gleich erkennt, dass sich darin ein Geschenk und nicht die Glückwunschkarte befindet. Aber die Glückwunschkarte hat natürlich auch noch ihren Platz in der Geschenke-Tüte bekommen. Da zu dieser Jahreszeit das Supermarkt-Sortiment schon vollkommen auf Weihnachten eingestimmt ist, fand ich heute Früh nur Papiertüten mit weihnachtlichen Motiven. Glücklicherweise fand ich noch eine goldene Geschenkpapier-Tüte mit einem Sternenmuster, die man durch Filzherzen leicht in eine nicht-weihnachtliche Hochzeitsgeschenkverpackung verwandeln konnte. Beim Aufkleben der Filzherzen mit dem ausgeliehenen, doppelseitigem Klebeband habe ich es wohl aber übertrieben, denn auf einmal flog ein kleiner Plastikstift durch den Raum und der Klebeband-Roller war defekt :-/. Bevor ich unserer Sekretärin von meinem Missgeschick erzählen musste, wollte ich jedoch erst einmal ein neues Klebeband bestellen - irgendwie muss man ja sein Gewissen beruhigen :). Das fertig eingepackte Geschenk musste ich dann bei Milena deponieren, weil ich nicht sicher war, ob ich es zeitlich überhaupt zu dem Freitagskaffee schaffen werde. In all diesem morgendlichen Stress habe ich natürlich auch heute das Fotografieren vergessen...
Und es kam wie ich erwartet hatte - ich konnte das Labor erst später verlassen und kam zu spät zum Freitagskaffee, um die Übergabe des Geschenks zu sehen. Auch ihre kurze "Dankesrede" habe ich leider nicht mehr mitbekommen. Aber ich kam zumindest noch rechtzeitig, um Sathya beim Auspacken all der früh am Morgen verpackten Geschenke zuzusehen. Und damit Verbunden ihre Freude über das Geschenk :).

Mittwoch, 21. November 2012

Diese Woche geht all meine Kreativität...

... für Sathyas Hochzeitsgeschenk drauf. Wie in unserer Abteilung bei wichtigen Lebensereignissen (Hochzeit, Kind, runde Geburtstage oder Rente) üblich, haben wir in der vergangenen Woche Geld für ein Hochzeitsgeschenk gesammelt. Nun geht es darum, das Geld auch sinnvoll für ein Geschenk zu verwenden, was Milena und mir gar nicht so leicht fällt. Wir wissen nicht, ob Sathya nach der eigentlichen Austauschstudien-Phase bis Ende Februar noch weiterhin in Turku bleiben wird - womit alle schlecht zu transportierenden Dinge wie Leinwandbilder, Blumen oder Möbel bzw. Gutscheine fürs Möbelhaus rausfallen. Eine unserer ersten Ideen war ein Gutschein für einen Tanz- oder Schwimmkurs, aber die meisten Kurse beginnen erst im neuen Jahr und enden später als Sathyas Austausch-Stipendium. Einen Kurs zu beginnen aber nicht beenden zu können wäre auch doof, weshalb wir diese Idee nun verwerfen mussten. So werden wir morgen vermutlich eine 10er-Karte fürs Schwimmbad holen - ihre Schwimmkenntnisse kann sie ja auch ohne Trainer vertiefen - und das restliche Geld für Schmuck verwenden. Ein Juwelier in der Nähe der Universität hat sich auf solche Geldsammel-Aktionen eingestellt und bietet einen Rabatt für solche Sammelgeschenke an, wenn man sich etwas von der "Kalevala"-Kollektion aussucht. Die Kalevala der finnische Nationalepos, sozusagen das Nibelungenlied Finnlands. Die Schmuckkollektion stammt von verschiedenen finnischen Designern, die Symbole, die der Kalevala-Sage erwähnt werden, als Schmuckstücke umsetzen. Somit hätte Sathya etwas kleines, leicht zu transportierendes, das sie immer an ihre Zeit in Finnland erinnern wird. Außerdem liebt Sathya Schmuck, so dass man damit nie wirklich falsch liegen kann. Hoffen wir zumindest... :).
Das war es auch schon wieder mit Neuigkeiten aus Finnland. Fehlt nur noch das versprochene Foto von den selbstgemachten Tortellini, die Linnea und ich gestern Abend fabriziert haben:

Unsere sehr individuell geformten, grünlichen Spinat-Tortellini, gefüllt mit der Hackfleisch-Pilz-Mischung aus der Pfanne.

Die Zeit der unregelmäßigen Beiträge...

... ist nun hoffentlich wieder vorbei. Wobei ich nicht versprechen kann, dass nun wieder täglich neue Geschichten hier zu lesen sind. Das liegt vor allem daran, dass nach gut 1 1/4 Jahren das Leben in Turku zur Normalität geworden ist... Ich wundere mich nicht mehr über die kleinen Eigenheiten der Finnen. Auch die Regale im Supermarkt halten kaum noch Überraschungen parat und ich entdecke nicht mehr wöchentlich neue Ecken Turkus. Damit verbunden geht mir auch der Erzählstoff langsam verloren - wenn nicht wie beispielsweise heute Abend Linnea und Mikael oder andere Freunde ein wenig Abwechslung in den Tag bringen.
Aber ihr könnt mit helfen! Immerhin wisst ihr am besten, was euch interessiert und unterhält. Verratet mir, was ihr hier lesen wollt. Soll ich die nächsten Monate verstärkt die Museumswelt Turkus erkunden? Oder wollt ihr lieber jede Woche eine neue Ecke Turkus in Bildern sehen - es gibt genug Buslinien deren Endhaltestellen ich noch nie gesehen habe. Gebt mir Aufträge, schickt mich quer durch die Stadt, lasst mich verrücktes Essen testen... Seid meine Muse! Je mehr Ideen auch euch einfallen, desto mehr Erzählstoff habe ich :).

Ich kann mich schließlich auch nicht jeden Abend so wie heute bei Linnea und Mikael durchfuttern, um einen neuen Beitrag zu füllen. Zu meiner Verteidigung muss ich allerdings sagen, dass weder das (sehr leckere) Abendbrot, noch der Blog mich heute Abend zu den beiden geführt hat. Eigentlich wollte ich nur kurz nach der Arbeit vorbei schauen und ein Buch sowie eine Tüte Gummibärchen bei den beiden abgeben. Als ich vorletzten Samstag mit Linnea Filme geschaut habe, hatten wir uns über Fantasy-Romane unterhalten und ich dachte, eines meiner zuletzt gelesenen Bücher konnte sie interessieren. Allerdings hatte ich letzte Woche einige andere Dinge im Kopf, so dass ich erst heute dazu kam, ihr das Buch vorbei zu bringen. Nach ein paar Wortwechseln verriet mir Linnea, dass Mikael bereits davon ausging, dass ich zum Essen bleiben würde - was eine gute Ausrede sei, etwas Aufwendiges zum Abendbrot zu kochen - und lud mich ein, zum Abendbrot zu bleiben wenn ich sonst keine Pläne hätte. Kurz danach stand ich in ihrer Küche und habe Nudelteig mit selbstgemachter Gehacktes-Pilz-Mischung gefüllt und zu Tortellini geformt. Nach dem Abendbrot hatte Linnea für Mikael und mich sogar noch einen Muffin als Nachtisch bereitgehalten.
Da ich morgen wieder arbeiten muss und am heutigen Abend eigentlich noch ein wenig für Ordnung in meiner Wohnung sorgen wollte, habe ich mich ziemlich früh von den Beiden verabschiedet. Offenbar sollte ich in Zukunft wieder später von Linnea und Mikael nach Hause gehen, denn heute habe ich mir beim Gehen die Finger zwischen der Fahrstuhltür und der zeitgleich durch einen Bewohner geöffneten Tür vom Hintereingang eingeklemmt. Den restlichen Abend habe ich mit dem Kühlen meines Fingers verbracht... Aber mittlerweile kann ich die Finger wieder anwinkeln und spüre meine Fingerkuppen. Es ist also alles gut :).


Da ich mit dem Handy geschrieben habe, müssen die Suche nach Rechtschreibfehlern und ein Beweisfoto der selbstgemachten Tortellini bis morgen warten.

Dienstag, 13. November 2012

Zurück in Turku...

... wartete ein ganzer Berg an Arbeit auf mich. In drei Wochen außerhalb des Labors sammelte sich doch einiges an. Auf meinem Schreibtisch stapelten sich verschiedene Proben, die es zu analysieren gilt, unsere Patienten waren fleißig Blut abnehmen und haben mir somit neues Arbeitsmaterial dagelassen und nun geht auch das kleine Nebenprojekt für Paavo (meinen "Sommer"studenten) in die heiße Phase - die auf Forschung spezialisierten Medizin-Studenten müssen Anfang Dezember ein Poster und einen Vortrag zu einem kleinen Forschungsprojekt präsentieren. Da der Dezember nicht mehr allzu lange hin ist, verlangen die Dozenten nun die ersten Entwürfe... Alles in Allem war mein Terminkalender für die Zeit nach meiner Rückkehr schon sehr vollgepackt. 

Aber für ein paar Unternehmungen neben der Arbeit hat meine Zeit in der vergangenen Woche dann doch gereicht. Den Dienstag Abend - oder letzte Woche eher die Dienstag Nacht - mit den Leuten vom Brettspielclub wollte ich auf keinen Fall ausfallen lassen. Und innerhalb von drei Wochen tut sich dort doch einiges. Der Treffpunkt des Brettspiel-Clubs in der Bibliothek wurde umgelagert. Scheinbar sind wir beim spielen zu laut, so dass schon seit dem Sommer nach einem neuen Ort für uns gesucht wird. Momentan werden wir bei den Musikregalen einquartiert. Außerdem haben sich mehrere Leute mit neuen Spielen eingedeckt, die ich nun in den nächsten Wochen ausprobieren kann :). 

Mittwoch Abend war ich bei Fabiana, Tuomas und Lou zu Fabianas Geburtstagsfeier eingeladen. Dummerweise konnte Renato unter der Woche nicht von Espoo, wo er ja nun lebt und arbeitet, nach Turku kommen, so dass wir den Geburtstag nur zu viert statt wie ursprünglich geplant zu fünft gefeiert haben. Nach Kaffee und (enorm leckerem, sebstgebackenem) Kuchen haben wir ein paar von Lous Brettspielen gespielt, dann die Wohnung ein wenig umgestaltet um Fangen zu spielen und Lou somit genug ausgepowert, um sie früh genug ins Bett zu bringen, dass wir zu dritt noch ein wenig im Wohnzimmer sitzen und reden konnten, bevor es auch für mich Zeit war, mich auf den Weg nach Hause zu meinem Bett zu machen.

Am Donnerstag Abend bin ich spontan mit Milena, Karin und Oliver, drei Kollegen aus dem Labor, ins Kino gegangen, um den neuen James Bond-Film "Skyfall" anzusehen. Karin hatte am Nachmittag rumgefragt, wer Zeit und Lust hätte mit ins Kino zu gehen und dann für uns vier die Tickets bestellt. Vor dem Kinobesuch haben wir noch gemeinsam Abendbrot gegessen im indischen Restaurant. Ganz im Sinne der Wissenschaft haben wir nach dem Film all die logischen Fehler bei einem Bier in einer Bar diskutiert. Weit nach Mitternacht haben wir die Bar dann verlassen und uns auf den Heimweg gemacht.

Freitag Abend waren mehrere Veranstaltungen in der Stadtbibliothek. Soweit ich das verstanden hatte, feierten die Finnen am Freitag, dass die Tage wieder kürzer werden - obwohl ich den Winter und v.a. Schnee mag, ist mir nicht ganz klar, warum man den Winteranfang auf folgende Weise feiert: Die Bibliothek war bis Mitternacht geöffnet, im Eingangsbereich wurden Schattenspiele an die Wand projeziert und im alten Teil des Gebäudes fand eine kleine Tanzaufführung statt. Der Grund, warum es mich am Freitag zu dieser Veranstaltung gezogen hat, waren die vielen Brettspiel-Begeisterten, die bis in die Nacht in der Bibliothek gespielt haben. Es waren deutlich mehr Menschen zum spielen da, als dienstags zum Brettspielclub kommen. Und sogar Lowa, die Couchsurferin aus Frankreich, mit der ich mich ein paar mal getroffen habe, war an diesem Abend in der Bibliothek zu finden.
Am Wochenende musste ich leider beide Tage arbeiten, um all die neu eingetroffenen Proben zu verarbeiten. Dementsprechend müde war ich die letzten Tage. Aber trotzdem wollte ich es mir nicht nehmen lassen, Linnea mal wieder zu sehen. Sie hatte bei Facebook geschrieben, dass sie sich die japanischen "Ghost in the Shell"-Filme ansehen wird während Mikael bei einem Kumpel ist und ich habe spontan angefragt, ob sie etwas Gesellschaft haben möchte. Wobei ich zugeben muss, dass ich wohl besser in mein Bett gegangen wäre. Ich glaube, ich war keine sonderlich gute Gesellschaft, zumindest war ich an dem Abend ziemlich still. Was aber nicht heisst, dass mir die Filme nicht gefallen hätten oder ich Linnea nicht gern wiedergetroffen habe - ich war einfach nur müde. Aber mir hat der Abend dennoch Spaß gemacht :).

Montag, 12. November 2012

Die dreitägige Hochzeit ...

... von Sathya und Rajesh fand in den Tagen nach meiner Kerala-Reise statt. Von Cochin aus ging es mit dem Flugzeug direkt nach  Tiruchirappalli im Bundesstaat "Tamil Nadu". Da Rajeshs Familie aus Tiruchirappalli stammt, wurde dort der Großteil der Hochzeitszeremonie abgehalten. Am Flughafen warteten Sathyas Schulfreundinnen Anitha und Kalai auf mich, die den restlichen Nachmittag bis zum Beginn der Hochzeit mit mir verbracht haben. Zuerst fuhren wir zum Hotel um kurz zu duschen und das Gepäck abzustellen. Danach ging es weiter zum Rock Fort Tempel, einem auf einem Felsen gebauten Tempel zu Ehren des Gottes Ganesha - der mit dem Elefantenkopf und einem menschlichen Körper. Am Eingang des Tempels stand ein Elefant. Ein lebendiger Elefant. In einem Tempel... Ich glaube, die Inder sind ein wenig verrückt. Ich muss leider zugeben, dass ich zu perplex war, um  ein Beweisfoto zu machen. Aber ein Bild des Tempels von außen gibt es für euch.

Der Rock Fort Tempel.

Nach dem Aufstieg zum Tempel mussten wir noch ein paar Einkäufe für die Hochzeit erledigen: Armbänder, Ketten und Bindi - der hinduistische Schmuck auf der Stirn. Die Tempelbesichtigung und Einkaufstour dauerte länger, als erwartet, so dass wir uns im Hotel nur noch schnell umgezogen haben. Für eine indische Hochzeit musste natürlich auch ein indisches Gewand her. Am ersten Abend kam eines der beiden "Salwar Kamiz" (das längeres Hemd + Hose und einem farblich passenden Schal) zum Einsatz. 

Die Hochzeit begann am ersten Tag mit dem Einmarsch der Braut in den Festsaal, der für die Hochzeit angemietet wurde, und einem Empfang der Gäste. Während im Erdgeschoss des Gebäudes Abendessen serviert wurde und eine kleine Band indische Hochzeitsmusik spielte, stand das Brautpaar auf einer Bühne und empfing die Gäste. Ein Fotograf machte mit jeder Gruppe von Gratulanten Fotos für das Hochzeitsalbum und ein Kameramann filmte den gesamten Abend. 

Die Bühne mit Sathya und Rajesh in der Mitte zwischen den Eltern, Onkels und Tanten von Rajesh. Man beachte v.a. den Kameramann und Fotografen rechts im Bild.

Am zweiten Tag fand sehr früh am Morgen die eigentliche Hochzeitszeremonie statt. Um viertel vor sechs standen Kalai und Anitha vor meiner Zimmertür, um mir beim Anlegen des Sari zu helfen. Allein hätte ich das wohl nie im Leben hinbekommen. Vor allem nicht im zeitweisen Dunkel der Stromrationierung. Vor allem im Bundesstaat "Tamil Nadu" gibt es wohl einige Probleme mit der Stromproduktion, so dass zeitweise der Strom in einzelnen Städten abgeschaltet wird. Glücklicher Weise hat mein Opa mir in Jena eine Taschenlampe und Batterien geschenkt, die sich an diesem Morgen als äußerst hilfreich erwiesen hat - denn vor Sonnenaufgang im Dunkeln drei Sari zu binden, wäre selbst für Kalai, die jeden Dienstag im traditionellen Sari auf Arbeit erscheinen muss, eine echte Herausforderung gewesen. Insgesamt war die Taschenlampe in Indien sehr praktisch, denn auch beim Duschen will man nicht unbedingt mehrere Minuten im Dunkeln stehen. Ich wusste ja nie, wann das Licht ausgeht. An dieser Stelle also mal ein großes Dankeschön und liebe Grüße an meinen Opa!

Im Sari ging es dann erneut zum Hochzeitssaal. Zum Beginn der Zeremonie trug Sathya einen Sari, den ihre Eltern für die Hochzeit gekauft hatten. Rajesh saß bereits mit dem Priester auf der Bühne, als Sathya den Raum betrat. Eine Zeit lang wurden Schalen mit Blumen, Reis und anderen Dingen geweiht und ein Feuer auf der Bühne angezündet. Dann überreichte die Familie des Bräutigams Sathya einen neuen Sari, der von ihnen bezahlt wurde und symbolisieren soll, dass von nun an die Familie des Mannes für sie sorgt. Im Hinterzimmer wurde fie Braut dann neu eingekleidet - dies war der erste elementare Teil der Hochzeit. Als Sathya wieder neben Rajesh auf der Bühne Platz genommen hat, fand der nächste wichtige Schritt der Zeremonie statt. Der Ehemann bindet der Frau eine Kette mit einem goldenen Anhänger um, ähnlich dem Anlegen des Eherings in unserem Kulturkreis. Wie auch bei uns üblich bewirft man dann das Brautpaar mit Reis. Anschließend wusch Sathya ihren Eltern auf der Bühne die Füße - leider habe ich zu diesem Teil der Hochzeit keine weitere Erklärung von Anitha und Kalai bekommen. Wenn es irgendwann einmal die Gelegenheit gibt, Sathya nach der Bedeutung des Füße waschens zu fragen, werde ich euch einweihen. Zum Abschluss der Hochzeitszeremonie wurde Sathya noch ein goldener Ring am zweiten Zeh angesteckt.
Den restlichen Vormittag standen die Beiden dann frisch vermählt auf der Bühne, nahmen Glückwünsche und Geschenke entgegen und wurden wie schon am Vorabend mit allen Gästen fotografiert und gefilmt, während Frühstück im Erdgeschoss serviert wurde.

Sathya mit Blumenkette und noch im ersten Sari des Hochzeitstages.

Ein Beweisfoto von mir im Sari muss es ja geben. Etwas müde neben Anitha in meinem Hotelzimmer.

Wieder im Hotel blieb Anitha und Kalai noch genug Zeit, mir ein Henna-Tattoo auf die Hand zu malen, bevor sie ihren Bus nach Chennai erwischen mussten. Ich wurde von einem Fahrer zurück zum Hochzeitssaal gebracht, von wo aus ich mit Sathya, Rajesh und Sathyas Bruder mit einem Auto den Rückweg nach Chennai antrat. Tiruchirappalli ist zwar nur ca 350 km von Chennai entfernt, aber auf indischen Straßen lag dennoch eine siebenstündige Tour vor uns. Genug Zeit also, Sathyas Mann und ihrem Bruder etwas besser kennen zu lernen. Im Hotel angekommen war es dann bereits Zeit zum Schlafen. Glücklicher Weise war der nächste Morgen frei, so dass ich zum ersten Mal in diesem Urlaub etwas länger schlafen konnte und mich ein wenig ausruhen konnte. Sightseeing allein in Chennai wäre wohl keine so gute Idee gewesen. Zumindest war Sathya sehr besorgt, dass ich auf diese Idee kommen könnte. Eigentlich auch eine berechtigte Sorge, allerdings hielt mich die Tatsache, dass mein Hotel an einer riesigen Hauptverkehrsstraße lag davon ab, mich weit von diesem Ort zu entfernen. Entlang der Straße fanden sich nur kleine Lebensmittelmärkte und Büros. Die Straße zu überqueren war bei diesem Verkehr keine Option, schließlich wollte ich die örtlichen Krankenhäuser nicht von innen kennenlernen... Gut ausgeruht ging es dann am Abend zum dritten Teil von Sathyas Hochzeit - dem Empfang der Gäste am Wohnort der Braut... Na, wisst ihr schon, wie der Abend abgelaufen ist? Genau, das Ehepaar stand auf einer Bühne und nahm Glückwünsche und Hochzeitsgeschenke entgegen. Der Fotograf hat Bilder von den Beiden mit all ihren Gästen gemacht und ein Kameramann hat den Abend gefilmt. Im Keller des Gebäudes stand dann für alle Gäste, die das Gratulieren und die Geschenkeübergabe hinter sich gebracht haben ein bereit.

Der letzte Tag in Chennai, der 30.10.2012, war mein erster verregneter Tag in Indien. Die Regenschauer waren die ersten Vorboten des Zyklons Nilam, der einen Tag später bei Chennai auf die Ostküste Indiens traf. Da in Chennai bei starkem Regen viele Straßen unbefahrbar werden, fiel der für diesen Vormittag geplante Tempelbesuch mit Sathya, Rajesh und Rajeshs Eltern leider aus. Statt dessen wurde ich auf einen Kaffee in Sathyas Elternhaus eingeladen. Nach dem Kaffee und einer kurzen Führung durch's Haus war ich dann noch ein letztes Mal mit Sathya und Rajesh Mittagessen, bevor die Beiden mich am Flughafen verabschiedeten. Für mich ging es über Mumbai und Brüssel nun wieder zurück nach Finnland. Sathya und Rajesh haben ihre Hochzeitsreise in Kerala verbracht und feiern am Dienstag, dem 13.11.2012 noch das indische Lichterfest Diwali - traditionell als frisch verheiratetes Paar zusammen mit der Familie der Frau.

Dienstag, 6. November 2012

Drei Tage in Kerala...

... hatten Sathya und Rajesh (ihr nun Ehemann ;) ) für mich zum Sightseeing in Indien gebucht. Früh am Morgen ging es daher in den Bundesstaat im Südwesten Indiens, der von den Indern auch "Land der Götter" genannt wird. Rajesh war schon mehrfach in Kerala und wollte unbedingt, dass ich mir diese Gegend ansehe - vielleicht könnt ihr nach den Fotos die ich euch heute zeigen werde auch verstehen, warum :). Am Flughafen in Cochin angekommen wartete bereits mein Reiseführer und Fahrer auf mich.

Am ersten Tag fuhren wir von Cochin (an der Westküste) landeinwärts nach Munnar, eine kleine Stadt inmitten vieler Teeplantagen. Unterwegs gab es einige Wasserfälle zu sehen, natürlich Teeplantagen und indische Hutaffen. Außerdem beinhaltete die gebuchte Kerala-Rundreise einen Besuch in einem "Spice Garden" - einer Art botanischem Garten für Gewürzpflanzen - und einen Stopp zum Elefanten-Reiten. Am Abend des ersten Tages stand dann noch ein Besuch in einem traditionellen Thater und einer Kampfkunst-Vorführung auf dem Programm.

Der schönste Wasserfall des ersten Tages.

 Ein indischer Hutaffe. Ich kann es immer noch nicht recht glauben, da sieht man einfach mal Affen am Straßenrand. Lustige kleine Affen...

 ... und große Elefanten. Zum Glück sind mir aber keine wilden Elefanten über den Weg gelaufen, das hätte dann doch etwas gefährlicher werden können.


So also sieht schwarzer/weißer/roter/grüner Pfeffer aus. Aus einer Pflanze werden alle vier Pfefferarten. Nimmt man die noch unreifen, grünen Pfefferkörner und legt sie in Essig ein, erhält man grünen Pfeffer. Wenn man die die grünen Körner trocknet, erhält man schwarzen Pfeffer. Aus den roten Kernen erhält man roten Pfeffer durch Einlegen der Kerne in Essig oder Salzlake und weißen Pfeffer, indem man die Schale mit einem Wasserbad entfernt und die geschälten Kerne trocknet.

 Auch Gummibäume konnte man im Gewürzgarten betrachten. Genauso wie Vanille, Kardamom, Stevia und verschiedenste Heilpflanzen die gegen Diabetes oder Demenz helfen sollen.

 Das traditionelle Theater in Munnar war meine Abendbeschäftigung...

... wobei die Kampfshow mit solchen Kunststücken wie durch Feuerringe springen doch das Highlight des Abends war. 

Am zweiten Tag in Kerala ging es hoch hinaus - auf über 2000 Meter. Den Vormittag verbrachte ich im "Eravikulam National Park", die Heimat des Nilgiri-Thar. Außerdem befindet sich der Berg "Anamudi" in diesem Nationalpark, der mit 2,695 Metern der höchste Berg Indiens außerhalb des Himalaya-Gebirges. Für den Nachmittag hatte mein Fahrer und Reiseführer eine Jeep-Safari organisiert, die mich in einen anderen Teil des Gebirges bringen sollte, an die Grenze zwischen den Bundesstaaten "Kerala" und "Tamil Nadu". Dort oben, in 2160 Metern Höhe befindet sich das höchste Tee-Anbaugebiet der Welt. 
Die Jeep-Tour war ziemlich abenteuerlich. Es ging schon damit los, dass der Fahrer in einem Lebensmittelladen getankt hat - ich bin mir immer noch nicht sicher, dass er dort wirklich Diesel oder Benzin in den Tank geschüttet bekam ;). Aber wir kamen auf den Berg hoch und wieder sicher zurück nach Munnar. Und unterwegs wurde schnell klar, wieso wir einen Jeep für diese Fahrt benötigten. Die Wege wären mit einem normalen Auto nicht befahrbar gewesen, es ging entlang der Teefelder auf schnalen Wegen den Berg hinauf, mitten in die Wolken hinein. Oben angekommen konnte ich eine Teefabrik besichtigen. Auf dem Rückweg nach Munnar haben wir noch einen kleinen Abstecher zum "Elefanten-See" gemacht, einer Wasserstelle, an der sich die Elefanten Abends zum Trinken und Baden einfinden. Wir hatten allerdings nicht das Glück, dort einen Elefanten anzutreffen. Was vielleicht auch besser so war, denn zum Abschluss der Tour zeigten mir die beiden Reiseführer noch das neue Haus einer Familie, die an diesem See lebt. Das Haus war auf einem Felsbrocken gebaut, außer Reichweite der Elefanten, die das erste Haus zerstört hatten. Ich muss zugeben, ich habe ziemlichen Respekt vor diesen großen Tieren und ich weiß nicht, ob ich wirklich einen wilden Elefanten aus der Nähe sehen will.

Der "Eravikulam National Park" bietet einen wundervollen Ausblick...

 ...und eine schöne Aussicht auf den Berg "Anamudi"...

 ... wo das Nilgiri-Thar zuhause ist. 

Der Elefanten-See verdient seinen Namen wohl wirklich, zumindest,...

 ... wenn man sich das vor Elefanten geschützte, neu gebaute Haus auf dem Felsen in der Nähe ansieht. 

Tee, soweit das Auge blickt. Und das so weit oben, dass man schon in den Wolken ist... 

 ... wo sich die höchste Tee-Fabrik der Welt befindet.

Den dritten Tag und die letzte Nacht in Kerala habe ich auf einem Hausboot verbracht. Nahe der Stadt Alleppey befinden sich die sogenannten "Backwater" Keralas, eine Art stilles Gewässer aus Nebenflüssen und kleineren Stauseen. Unterwegs von Munnar nach Alleppey kamen wir erneut an einigen Wasserfällen vorbei und je weiter wir uns von den Bergen um Munnar entfernten, umso mehr wichen die Teepflanzen den Kokosnuss-Palmen am Straßenrand. Da man auf einem Boot nicht allzu viel machen kann, war dieser Teil der Reise nicht sehr aufregend und eher entspannend. Aber ein paar Fotos vom Backwater und den Hausbooten gibt es natürlich für euch:

 Ein typisches Hausboot.

 Entlang des Wassers befinden sich verschiedenste Gebäude. Wohnhäuser, Läden mit Zugangsstegen, oder auch...
 ... Kirchen und Tempel.

Zum Abschluss des Kerala-Reiseberichts gibt es noch einen weiteren Wasserfall. Nach drei Tagen in dieser wundervollen Landschaft konnte ich verstehen, warum Sathya und Rajesh mich unbedingt nach Kerala schicken wollten :).

Sonntag, 4. November 2012

Meine Reise nach Indien ...

... fand direkt im Anschluss an den Aufenthalt in Deutschland statt. Von Jena ging es mit dem Zug zum Flughafen in Frankfurt. Mein Flug führte mich dann über Frankfurt nach Mumbai und weiter nach Chennai, die Hauptstadt des Bundesstaates "Tamil Nadu" im Südosten Indiens. Hier erstmal ein kurzer Überblick über die gesamte Reise:

Eine kleine Übersicht meines Weges in Indien. Von Chennai aus ging es mit dem Flugzeug nach Cochin, im Bundesstaat "Kerala" (blaue Linie). In Kerala konnte ich bei einer kleinen Rundreise neben Cochin noch die Städte Munnar und Alleppey sehen. Von Chochin ging es dann für die ersten zwei Tage der Hochzeit wieder mit dem Flugzeug nach Tiruchirappalli (blaue Linie). Nach der Zeremonie mussten wir dann im Auto zurück nach Chennai fahren, um den dritten Teil der Hochzeit zu feiern.

In Chennai angekommen wartete Sathya bereits am Flughafen auf mich. Sie hatte für den Tag ein Taxi angemietet, das uns zunächst in mein Hotel brachte, wo ich erst einmal duschen konnte. Eine Dusche war genau das, wonach ich mich gesehnt hatte, nach einer Nacht am frankfurter Flughafen und einer zweiten Nacht im Flughafen in Mumbai. Meine Flugverbindung wurde von der Fluggesellschaft so ungünstig abgeändert, dass ich zweimal eine halbe Nacht am Flughafen verbringen musste um sehr früh am Morgen zum nächsten Ort zu fliegen. Frisch geduscht stürzte ich mich dann zusammen mit Sathya ins Getümmel in Chennai. Sathya bestand darauf, mir für ihre Hochzeit einen Sari zu kaufen. Da sich die Hochzeit auf drei Tage aufteilte, brauchte ich insgesamt drei verschiedene, original indische Kleidungsstücke. Dazu kamen noch die passenden Schuhe und der passende Schmuck - es gab also viel Einzukaufen. Sathya brachte mich von einem Laden zum anderen und all die Eindrücke stürzten nur so auf mich ein. Ich war so überwältigt von all den neuen Erfahrungen, dass ich am ersten Tag nicht ein einziges Foto geschossen habe. Aber dafür werde ich euch von meiner Rundreise in Kerala morgen ganz viele Fotos zeigen :). Für heute müsst ihr euch einfach mit Worten begnügen.

 Chennai ist eine riesige Stadt und der Gedanke, dort eine Straße zu überqueren bereitet mir heute noch ein flaues Gefühl im Magen. Dabei hatte ich nun genug Zeit, mich mit dem indischen Straßenverkehr vertraut zu machen. Nicht genug, dass die britische Kolonialzeit sich in Form des Linksverkehrs heute noch auf den Straßen Indiens widerspiegelt... Indische Straßen besitzen zwar Ampeln und Fahrbahnmarkierungen, aber die gelten bestenfalls als Empfehlungen. Autos, Motorräder, Kühe und Fußgänger tümmeln sich alle zeitgleich in 5-6 Spuren auf einer zweispurigen Straße. Jeder Verkehrsteilnehmer versucht, sich noch irgendwo in eine Lücke reinzuquetschen, um am Ende vielleicht eine halbe Minute früher zuhause zu sein. Die Straße zu überqueren ist bei so viel Verkehr wie ihr euch denken könnt kein leichtes Spiel gewesen. Aber mit Sathyas Hilfe habe ich den Tag irgendwie überlebt. Und die Shopping-Tour war auch erfolgreich, ich hatte alles notwendige für die drei Hochzeitstage: einen Sari, zwei "Salwar Kamiz" (ein längeres Hemd mit farblich passender Hose und einem Schal), neue Sandalen und eine zum Sari passende Halskette. Und somit war mein erster Tag in Indien auch schon rum. Nach dem Abendessen ging es für mich wieder ins Hotel um noch ein wenig Schlaf zu bekommen, bevor ich am nächsten Morgen sehr früh wieder aufbrechen musste Richtung Flughafen. Denn die nächsten drei Tage sollte ich mir den Nachbar-Bundesstaat "Kerala" ansehen.

Das Konferenz-Wochenende in Dresden...

... erreichte am Samstag nach der Nacht-Stadtbesichtigung mit vier Vortragsreihen seinen Höhepunkt. In der letzten Vortragsrunde an diesem Tag drehte sich alles um die Schilddrüse - somit war es auch für mich Zeit, meine Präsentation zu geben. 
Für den Abend hatten die Veranstalter eine Straßenbahn angemietet, die uns nach einer Stadtbesichtigung auf Schienen zum Lingnerschloss - einem der drei Elbschlösser in Dresden - bringen sollte. Im Kellergewölbe des Schlosses wurden wir dann in einem lustigem Vortrag über die Besonderheiten des Nacktmulls unterrichtet. Aus endokrinologischer Sicht sind diese kleinen Nagetiere äußerst interessant - zumindest gelang es dem Professor, uns in seinem Vortrag davon zu überzeugen, dass diese Tierchen interessant sind :). Den Rest des Abends verbrachten wir im Lingnerschloss mit Abendessen, Trinken und Gesprächen. 
Sonntag Nachmittag endete die Konferenz bereits wieder, weshalb für diesen Tag nur noch zwei Vortragsreihen und ein gemeinsames Mittagessen vorgesehen war. Am Sonntag hatte dann auch Janne seine Präsentation, nachdem er sich bereits zwei Tage darauf gefreut hat, den Vortrag endlich hinter sich zu bringen und den Aufenthalt in Dresden ohne weitere Verpflichtungen zu genießen. Während die meisten Teilnehmer am Mittag wieder abreisten, haben Matias, Janne und ich nur schnell unsere Reisetaschen in ein Dreibett-Zimmer gepackt und uns auf den Weg in die Innenstadt gemacht. Ich wollte den Beiden unbedingt Dresden bei Tageslicht zeigen. Außerdem hatten wir während der Stadtführung bei Nacht bereits geplant, auf den Turm des Schlosses zu gehen um einen netten Blick über die Stadt zu bekommen. Zusätzlich dazu wollten Janne und Matias gern eine Bootsfahrt auf der Elbe unternehmen. Wir hatten also einiges vor an diesem Nachmittag. Zuerst ging es also zur Frauenkirche und von dort aus über die Brühlsche Terasse zum Schloss um den Hausmannsturm am Schloss zu besteigen. Nach dieser Besichtigung der Altstadt haben wir uns die Stadt noch von der Elbe aus mit einem Boot angesehen. Nach der Bootsfahrt ging es in die Altstadt zum Restaurant "Watzke" am Goldenen Reiter, wo wir den Rest des Abends verbrachten. 


 Vom Hausmannsturm aus... 

... hat man einen netten Blick auf die Frauenkirche...

 
... und auf die Semperoper.

Die Bootstour bot neue Ausblicke auf alte Gebäude...

... wie das blaue Wunder - eine blau gestrichene Metallbrücke. 

Am Montag morgen verabschiedete ich mich dann am Bahnhof von Janne und Matias. Die Beiden fuhren wieder zurück nach Berlin, wo ihnen noch ein Tag zum Sightseeing blieb, bevor sie am Dienstag wieder nach Turku zurück flogen. Meine Reise hingegen brachte mich für eine Woche nach Jena. Dort wollte ich ein Wochenende nach der Konferenz in Dresden einen Vortrag am Alumni-Treffen der Hochschule halten. Außerdem ermöglicht mir ein Aufenthalt in Jena auch immer, meine Verwandten und Freunde wiederzusehen. Die meiste Kommilitonen Zeit dieses Aufenthaltes verbrachte ich jedoch in der Bibliothek und an der Hochschule, um meinen Vortrag vorzubereiten. Und zwischendrin fand sich Zeit, meine Großeltern zu besuchen und mit Freunden zu Mittag zu essen. 
Am Samstag, dem 20.10. stand dann das Wiedersehen mit den früheren Professoren und ein paar Studenten an. Und ich hatte die Möglichkeit, 30 Minuten lang über Doktorarbeiten in Finnland im Allgemeinen und über meine Arbeit im Besonderen zu reden. Nach dem offiziellen Teil mit all den Vorträgen im Hörsaal ließen wir dann den Tag in einem Biergarten ausklingen. Das Treffen war eine schöne Gelegenheit, meine ehemaligen Kommilitonen  Bachelorstudenten aus dem Labor und früheren Professoren wiederzusehen. Und wer weiß, vielleicht verirrt sich ja der eine oder andere Masterstudent bald mal nach Turku für ein Praktikum...

Freitag, 2. November 2012

Wenn jemand eine Reise tut...

... so kann er was erzählen. Und wie ich was erzählen kann, nach drei Wochen außer Haus :-). Aber um eure Aufnahmefähigkeit und meine Finger ein wenig zu schonen, stückle ich den Reisebericht wie gewohnt in kleinere Teile. Ihr müsst euch also noch 2-3 Tage gedulden für die ersten Eindrücke aus Indien. 
Denn zum Beginn meiner Reise ging es für eine Konferenz nach Dresden - mit einem Zwischenstopp in Berlin. Erfreulicher Weise hatte ich diesmal ein wenig Begleitung für die Konferenz und musste die Zeit vor und nach den Vorträgen nicht allein rumbringen oder mir wieder über Couchsurfing nette Leute suchen, mit denen man Zeit vor Ort verbringen kann. Zwei andere Doktoranden in unserer Abteilung, Janne und Matias, hatten sich auch für das Meeting in Dresden angemeldet. Und die beiden Jungs wollten unbedingt noch ein wenig Sightseeing in Berlin betreiben, bevor wir weiter nach Dresden fuhren. Glücklicher Weise hat mir Alexa, eine Freundin aus der Zeit meines Bachelor-Studiums in Köthen angeboten, dass wir drei eine Nacht bei ihr in Berlin bleiben könnten. Somit flogen wir einen Tag früher als notwendig, am Donnerstag dem 11.10. sehr früh morgens von Turku nach Berlin. Nachdem wir beim Umsteigen am S-Bahnhof von Alexa den Schlüssel zu ihrer Wohnung bekommen hatten und das Gepäck in der Wohnung deponiert hatten, fuhren wir zurück in die Stadt um uns Berlin anzusehen. Auf dem Programm standen die richtig typischen Touri-Orte: Alexanderplatz, Fernsehturm, Weltzeituhr, Dom, Unter den Linden, Humbold-Universität und das Brandenburger Tor. 

 Der Fernsehturm.

 Das Brandenburger Tor.

Der Berliner Dom.

 Ein Kunstprojekt zum Thema Integration. 

Nach dem Kulturprogramm haben wir uns eine Bar ausgesucht, in der Janne und Matias als Bierfans auf ihre Kosten kommen konnten - Janne hat das zweifelhafte Ziel, jedes Bier der Welt zu probieren. Keine einfache Aufgabe... Nach der Pause in der Bar war es auch schon Zeit, uns wieder mit Alexa und einem Freund von ihr zum Abendessen zu treffen. Wieder bei ihr zuhause haben wir noch eine ganze Weile geredet, immerhin haben wir uns seit dem Bachelorstudium nicht mehr gesehen.

Freitag vormittag fuhren Matias, Janne und ich mit dem Zug weiter nach Dresden. Die Organisatoren der Konferenz (ein Treffen von jungen Wissenschaftlern in der Endokrinologie) hatten ein Hörsaalgebäude der TU Dresden für die Vortragsreihen ausgewählt und uns Teilnehmer nebenan im Gästehaus der Universität einquartiert. Nachdem wir die Zimmer bezogen hatten, ging es auch schon los mit der ersten Vortragsreihe... und Matias Vortrag war ein Teil davon. Als Abendbeschäftigung war eine Stadtführung durch Dresden bei Nacht geplant - einmal quer durch die Altstadt und dann über die Elbe, um in der Neustadt noch in eine Bar einzukehren. 

 Die Semperoper bei Nacht. 

 Das Schloss...

 ... mit dem Fürstenzug.

 Die Frauenkirche darf natürlich nicht fehlen.