Sonntag, 4. November 2012

Meine Reise nach Indien ...

... fand direkt im Anschluss an den Aufenthalt in Deutschland statt. Von Jena ging es mit dem Zug zum Flughafen in Frankfurt. Mein Flug führte mich dann über Frankfurt nach Mumbai und weiter nach Chennai, die Hauptstadt des Bundesstaates "Tamil Nadu" im Südosten Indiens. Hier erstmal ein kurzer Überblick über die gesamte Reise:

Eine kleine Übersicht meines Weges in Indien. Von Chennai aus ging es mit dem Flugzeug nach Cochin, im Bundesstaat "Kerala" (blaue Linie). In Kerala konnte ich bei einer kleinen Rundreise neben Cochin noch die Städte Munnar und Alleppey sehen. Von Chochin ging es dann für die ersten zwei Tage der Hochzeit wieder mit dem Flugzeug nach Tiruchirappalli (blaue Linie). Nach der Zeremonie mussten wir dann im Auto zurück nach Chennai fahren, um den dritten Teil der Hochzeit zu feiern.

In Chennai angekommen wartete Sathya bereits am Flughafen auf mich. Sie hatte für den Tag ein Taxi angemietet, das uns zunächst in mein Hotel brachte, wo ich erst einmal duschen konnte. Eine Dusche war genau das, wonach ich mich gesehnt hatte, nach einer Nacht am frankfurter Flughafen und einer zweiten Nacht im Flughafen in Mumbai. Meine Flugverbindung wurde von der Fluggesellschaft so ungünstig abgeändert, dass ich zweimal eine halbe Nacht am Flughafen verbringen musste um sehr früh am Morgen zum nächsten Ort zu fliegen. Frisch geduscht stürzte ich mich dann zusammen mit Sathya ins Getümmel in Chennai. Sathya bestand darauf, mir für ihre Hochzeit einen Sari zu kaufen. Da sich die Hochzeit auf drei Tage aufteilte, brauchte ich insgesamt drei verschiedene, original indische Kleidungsstücke. Dazu kamen noch die passenden Schuhe und der passende Schmuck - es gab also viel Einzukaufen. Sathya brachte mich von einem Laden zum anderen und all die Eindrücke stürzten nur so auf mich ein. Ich war so überwältigt von all den neuen Erfahrungen, dass ich am ersten Tag nicht ein einziges Foto geschossen habe. Aber dafür werde ich euch von meiner Rundreise in Kerala morgen ganz viele Fotos zeigen :). Für heute müsst ihr euch einfach mit Worten begnügen.

 Chennai ist eine riesige Stadt und der Gedanke, dort eine Straße zu überqueren bereitet mir heute noch ein flaues Gefühl im Magen. Dabei hatte ich nun genug Zeit, mich mit dem indischen Straßenverkehr vertraut zu machen. Nicht genug, dass die britische Kolonialzeit sich in Form des Linksverkehrs heute noch auf den Straßen Indiens widerspiegelt... Indische Straßen besitzen zwar Ampeln und Fahrbahnmarkierungen, aber die gelten bestenfalls als Empfehlungen. Autos, Motorräder, Kühe und Fußgänger tümmeln sich alle zeitgleich in 5-6 Spuren auf einer zweispurigen Straße. Jeder Verkehrsteilnehmer versucht, sich noch irgendwo in eine Lücke reinzuquetschen, um am Ende vielleicht eine halbe Minute früher zuhause zu sein. Die Straße zu überqueren ist bei so viel Verkehr wie ihr euch denken könnt kein leichtes Spiel gewesen. Aber mit Sathyas Hilfe habe ich den Tag irgendwie überlebt. Und die Shopping-Tour war auch erfolgreich, ich hatte alles notwendige für die drei Hochzeitstage: einen Sari, zwei "Salwar Kamiz" (ein längeres Hemd mit farblich passender Hose und einem Schal), neue Sandalen und eine zum Sari passende Halskette. Und somit war mein erster Tag in Indien auch schon rum. Nach dem Abendessen ging es für mich wieder ins Hotel um noch ein wenig Schlaf zu bekommen, bevor ich am nächsten Morgen sehr früh wieder aufbrechen musste Richtung Flughafen. Denn die nächsten drei Tage sollte ich mir den Nachbar-Bundesstaat "Kerala" ansehen.

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