... ist gelüftet :-). Wie nicht anders erwartet, ist es wohl eine meiner
Proben. Und damit sich die neue Probe nicht so einsam fühlt, sollte ich heute
aus der Turkuer Uniklinik noch eine weitere Blutprobe abholen. Der Teil des
Krankenhauses, in dem sich das Labor befindet, liegt ein ganzes Stück von
meinem Arbeitsplatz entfernt, auf einer anderen Straßenseite. Durch ein
Tunnel-System sind alle Gebäude miteinander verbunden. Ich war bereits zweimal
bei dem Labor der Klinik, jedoch war Pirjo, unsere Koordinatorin, beide Male
dabei. Das erste Mal um mir zu zeigen, wo sich das Labor befindet. Das zweite Mal
um sicher zu stellen, dass ich den Weg finde - was mit kleinen Tipps auch
gelang. Heute sollte ich nun also den Weg ganz alleine meistern. Ganze zwei
Monate nach dem letzten Versuch.
Wer mich etwas besser kennt, weiß, dass es um meine Orientierung nicht
gerade gut gestellt ist. Für die, die das tatsächlich noch nicht wissen: ich
bin in München (als wir schon Jahre in der Umgebung davon lebten) einmal
komplett um die Theresienwiese gelaufen, dem großen Platz, auf dem das
Oktoberfest immer stattfindet. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, wo ich
denn hier gelandet bin, und wie ich wieder zum Hauptbahnhof komme. Bis ich mir
dachte, dass ich die U-Bahn-Station doch kenne, die direkt an dem Platz ist...
Das reicht noch nicht als Beweis? Mein Fahrlehrer hat mich bestimmt 10-mal zu
einer bestimmten Kreuzung in München geleitet, die etwas knifflig zu fahren war
(man musste zum links abbiegen erst einmal die Rechtskurve des normalen
Straßenverlaufs fahren und dann erst abbiegen, statt die Kurve zu schneiden. Da
sich auf der Mitte der Kreuzung ein Kanaldeckel befand, nannte er die Kreuzung
"Kanaldeckelkreuzung - nicht allzu kreativ aber logisch). Bei einer
der letzten Fahrstunden meinte er "und, wo fahren wir nun wohl hin".
Ich war etwas verwirrt über die Frage, woher sollte ich das schließlich wissen
und meinte lediglich ich hätte keine Ahnung. Er versuchte, mir Tipps zu geben
"bunte Häuserreihe, Tankstelle,..." worauf hin ich nur meinte
"es gibt sicherlich viele Ecken in München mit bunten Häusern.".
Netter Weise gab er dann recht schnell auf und erklärte mir, dass wir gleich
zur Kanaldeckel-Kreuzung kommen. Ich würde mich auch heute im Leben nicht mehr dorthin
finden.
So, zurück zur Blutprobe. Da stand ich also, bewaffnet mit einer Styroporbox
voll Eis - falls der Fahrstuhl stecken bleibt, das soll im Krankenhaus des Öfteren
vorkommen - und einem finnisch-sprachigen Zettel, dass ich die Blutproben
abholen möchte :). Bis in den Hauptteil des Krankenhauses hatte ich es leicht
geschafft, da führt nur ein Tunnel hin. Im Krankenhaus selbst wurde es
kompliziert. Ich wusste, dass ich die Abzweigung zu einem langen Tunnel nehmen
sollte, war mir jedoch vor dem Tunnel nicht mehr sicher, ob dies der richtige
Weg sei, da neben dem Eingang Krankenhausbetten standen und die Betten beim
letzten Mal erst nach der ersten Kurve im Tunnel zu sehen waren. Als ich
grübelt um Gang stand kam eine Krankenschwester auf mich zu um mir zu helfen,
sprach jedoch kein Englisch. Sie versuchte dann, einen anderen
Krankenhausmitarbeiter zu finden, der des englischen mächtig war. Da mein
Finnisch nicht ausreichte um zu sagen "vielen Dank für Ihre Hilfe, aber
ich versuch diesen Weg einfach mal", konnte ich mich auch nicht davon
stehlen. Die dritte Schwester, die sie ansprach konnte glücklicher Weise
Englisch und bestätigte mir, dass ich den vor mir liegenden Tunnel nutzen muss,
um zum gesuchten Labor zu gelangen. Auf dem Rückweg habe ich nochmal versucht,
mir markante Punkte einzuprägen... Fragt sich nur, ob ein Feuerlöscher rechts
neben dem Eingang wirklich markant ist. Die Krankenhausbetten, die davor
standen wollte ich mir lieber nicht merken, schließlich trugen sie maßgeblich
zu meiner Verwirrung auf dem Hinweg bei ;-).
Die restlichen Tage der Woche werde ich mein Labor dann erst einmal nicht
mehr verlassen, schließlich ist nächsten Dienstag schon die nächste
Teambesprechung und ich brauche noch ein paar neue Daten zum präsentieren...