Donnerstag, 18. August 2011

Jena ist ein Dorf ...

... Turku aber auch ;-). Heutiger Tagesplan: Symposium überleben. Ich war pünktlich in der Biocity und hab sogar das Haus auf Anhieb gefunden. Zugegeben, das war nicht schwer. Da sind so viele Leute hin gepilgert, das hätte man kaum übersehen können. Drinnen gab es sogar ein Namensschild für mich, obwohl ich erst letzten Freitag angefragt habe, ob man sich noch anmelden kann. Die Anmeldefrist war wohl schon vorbei, als ich noch nicht einmal hier war. Nachdem ich mir ein Programmheft geholt habe, habe ich Janne gesehen. Er hat mich kurz seinen Freunden vorgestellt, dann wurde ich gefragt, woher ich komme und danach ging das Gespräch auf Finnisch weiter. Da meine Finnisch-Kenntnisse noch nicht ausreichen, um so einer Unterhaltung zu folgen (ob sie das nur jemals werden?!), habe ich mir kurzerhand die ausgestellten Poster im Nebenraum genauer angeschaut. 
Auf Poster Nr. 5 fiel mir ein Name auf, den ich schon kannte. Als ich zur Wohnungssuche nach Turku gefahren bin, hatte ich vorab bei Couchsurfing nach einer Übernachtungsgelegenheit gesucht. Eine Person die ich dafür angeschrieben habe war Stefan, ein Biologe aus Deutschland der in Turku arbeitet. Ich hatte die letzten Tage schon öfter daran gedacht, ihm mal wieder zu schreiben und evtl. zum Mittag zu treffen, aber abends hatte ich es dann immer wieder vergessen... Ihr kennt mich ja ;-). Nachdem ich seinen Namen noch auf drei weiteren Postern entdecken konnte, habe ich ihm einfach eine SMS geschrieben, dass ich mir ja eigentlich hätte denken können, dass er auch teilnehmen wird und dass man sich ja mal kennenlernen könnte. Er hatte dann vorgeschlagen, dass ich ihn bei der Poster-Session am Nachmittag an dem Poster treffen könne, bei dem er Erstautor war. Er musste sowieso dort stehen und seine Ergebnisse auf Nachfrage erklären. Es war irgendwie ungewohnt, deutsch zu reden nachdem man den gesamten Tag um sich rum nur englisch gehört hat. Aber lustig und interessant war's :-). Beim letzten Vortrag des Tages meinte er zu Beginn, dass die Referentin seine Chefin ist. Am Ende des Vortrages dankte sie ihrem Team und stellte dabei auch eine deutsche Doktorandin vor. Jukka, mein Betreuer, hatte mir mal ihre eMail-Adresse gegeben um mit jemand Deutschem schreiben zu können, wie das Leben in Finnland so ist. Und Stefan arbeitet mit ihr zusammen.... Ja, das macht aus Turku noch kein Dorf ;-). Aber als wir uns zu dritt unterhalten haben, stellten wir fest, dass Stefan Jukka kennt, nur bei finnischen Namen nicht sofort die Verknüpfungen hat. Außerdem arbeiten die beiden in dem Institut, bei dem ich mich auch zuerst in Finnland beworben hatte. Sie kennen somit auch den Finnen, der mich damals "nur" auf Platz 2 der Bewerber gesetzt hat. Ich sag ja, auch Turku ist ein Dorf.

Um den Tag schön ausklingen zu lassen, bin ich heute nochmal auf "Robbenjagd" gegangen. Zum einen wollte ich die Robbe im Einkaufszentrum neben meinem Haus suchen - hier ist sie: 

Ich fand sie sehr schön. Sie ist mit Muscheln beklebt, das bringt so ein bisschen Strandfeeling mit sich.

Zum anderen fehlt mir immer noch Robbe Nummer 1. An der Burg stand ja nur die zweite Robbe und Nummer eins ist laut Plan noch weiter am Hafen... Also bin ich mit dem Fahrrad am Fluss entlang, vorbei an der folgenden Robbe, der großen Schwanzflosse und dem Riesengänseblümchen, das ich schon am Wochenende fotografiert hatte.

die zweite Robbe des Tages

Ein schönes Wasserspiel. Springbrunnen kann man es ja nicht wirklich nennen, das Wasser springt ja nicht sondern fließt runter. Leider hat die Kamera das Glitzern der Schwanzflosse nicht so gut einfangen können.

An der Burg angekommen wurde ich auf Finnisch darauf hingewiesen, dass ich nicht durch den Park neben der Burg laufen darf. Das war mit Händen und Füßen gerade noch erklärbar. Warum stellt man dort keine Mitarbeiter hin, die englisch können. Man sollte in der europäischen Kulturhauptstadt 2011 schon davon ausgehen, dass Touristen in der Nähe der Burg rumlaufen könnten. Als ich mich noch gewundert habe, wo ich denn dann lang fahren könnte, ohne auf die große Straße ausweichen zu müssen, kam mir Kia entgegen. Die einzige Finnin, die ich hier bisher außerhalb der Arbeit kenne (Linnea und Mikael sind ja Finnlandschweden). Sie kam von ihrer Arbeit am Hafen und meinte, dass in der Burg ein Opernkonzert stattfände, weshalb der Park an der Burg gesperrt sei. Außerdem verriet sie mir, dass sie die Robbe Nr. 1 kennt. Diese ist wohl direkt am  Hafen, im Terminal der Fährgesellschaft. Da die letzte Fähre des Tages schon abgelegt hatte (deshalb hatte sie Feierabend) war der Terminal schon gesperrt und die Robbe somit nicht mehr zugänglich. Also bin ich zusammen mit ihr wieder Richtung Stadt geradelt. Um die Fahrradtour etwas zu verlängern, habe ich noch einen kleinen Umweg über die Michaelskirche (Mikaelinkirkko) gemacht. Damit ihr die auch mal zu sehen bekommt. Ich kannte sie schon von meiner Wohnungssuche, da ich recht nah an dieser Kirche eine Wohnung besichtigt hatte. Außerdem musste man das schöne Wetter doch genießen, solenage es noch hell war :-).

St. Michaelskirche von der Seite

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