Sonntag, 10. Juni 2012

Der Kurs ist vorbei...

... die Gruppenarbeit vorgestellt und die Prüfung geschrieben. Die finnische Universität scheint deutlich mehr Wert auf die Evaluierung der Vorlesungen zu legen, als dies in Jena der Fall war. In Köthen gab es wenn ich mich richtig erinnere nicht einmal Umfragebögen zur Qualität der Vorlesungen... In Turku bekommt man die Vorlesung erst anerkannt, wenn zusätzlich zur Prüfung, Seminararbeit o.ä. noch der Evaluierungsbogen ausgefüllt wurde. Bisher hatte ich nur erlebt, dass ein Link zur Umfrage per eMail versendet wird und der Kursleiter eine Information erhält, wer den Fragebogen bereits online ausgefüllt hat. Am Freitag lagen jeweils 2 Blätter auf den Tischen. Die Klausurfragen und der Umfrage-Bogen für die Kursbewertung. Eine nette Kombination, so konnte man sich zumindest gleich ein Bild davon machen, welche Vorlesungen für den Test wirklich wichtig waren, und welche man eventuell gegen wichtigere Vorträge austauschen könnte. Und die Umfrage lenkt einen nach der Klausur gleich ein wenig ab, so dass man nicht mehr dauernd grübelt, ob doch eine andere Antwort bei Frage 35 richtig gewesen wäre...

Nach der Klausur habe ich endlich einen Termin für den Lehrgang für die Arbeit mit radioaktiven Substanzen geben lassen. Es war schon längere Zeit geplant, einen neuen Test für Hormonmessungen zu probieren, der mit radioaktivem Material funktioniert. Ich wusste also schon eine Weile, dass ich irgendwann die Lizenz für die Arbeit mit radioaktiven Stoffen benötige. Bisher war uns der Test aber immer zu teuer, doch seit einer Woche haben wir das Material nun in Turku. Ende nächster Woche lerne ich dann, wie ich damit auch richtig umgehe.

Den restlichen Nachmittag habe ich damit verbracht, endlich einen Versuch zu Ende zu führen, den ich unter der Woche begonnen hatte und all die Dinge zu sortieren, die sich unter der Woche auf meinem Schreibtisch angesammelt haben: neue Blutproben von Patienten, Gewebeschnitte fürs Mikroskopieren u.ä.. Direkt nach der Arbeit habe ich mich auf den Weg zum Studentendorf gemacht, wo Stefania einen aller-aller-letzten gemeinsamen Abend mit Sathya, Ashutosh, Matteo und mir geplant hatte, bevor ihr Flugzeug Samstag früh ging. Diesmal gab es Abschiedsgeschenke von Stefania für uns - sehr lustige Mumin-Tassen, die uns in der Kaffeepause an sie erinnern sollen. Sathyas Tasse zeigt ein Ehepaar, passend zu ihrer bevorstehenden Hochzeit Ende Oktober. Auf Ashutosh Tasse befindet sich ein Mumin mit einer Schatztruhe, damit er auch so reich wird und sich all die Dinge kaufen kann, von denen er gern schwärmt. Scheinbar habe ich den "wissenschaftlichsten" Eindruck hinterlassen, zumindest befindet sich auf meiner Tasse ein Forscher:

Meine neue Kaffeetasse...
 

... von Stefania. Ich frage mich ja, wer ihr verraten hat, dass ich in einem meiner Praktika mit Raupen(speichel) gearbeitet habe?!  Auf jeden Fall eine nette Idee :)

Kurz nach 23 Uhr haben wir uns dann endgültig von Stefania verabschiedet. Zumindest bis auf längere Zeit, denn irgendwann werden wir uns hoffentlich mal wieder treffen, für einen Kurzurlaub in Lappland oder wenn wir sie mal in Paris besuchen :). Auf dem Weg zur Bushaltestelle habe ich Karin, eine Kollegin aus dem Labor getroffen und sie hat mich eingeladen, mit ihr und ihren Freunden grillen zu gehen. Nach der Klausur war mir am Freitag Abend sowieso nach Feiern und die Gelegenheit, meine Kollegin etwas besser und neue Leute kennenzulernen, wollte ich mir nicht entgehen lassen. Und so saß ich plötzlich gegen halb 12 Uhr nachts mit Austauschstudenten aus aller Welt auf einem kleinen Grillplatz im Studentendorf. Zwei Stunden später haben wir uns auf den Weg zu einer Disco in der Stadt gemacht. Dort lief ich dann zufällig Marion, der Kollegin aus Deutschland, über den Weg, die das Ende des Kurses auch feiern wollte. Und mit der Idee waren wir scheinbar nicht allein, denn kurz darauf haben wir noch einen dritten Kursteilnehmer getroffen, der auch zufällig im selben Club gelandet ist. Kurz vor vier, als die Musik aufhörte zu spielen, haben wir uns dann auf den Weg nach Hause gemacht. 

 Der Dom auf dem Weg in die Stadt. Es war viertel vor zwei und somit der dunkelste Zeitpunkt der Nacht. Komplett dunkel wird es so nah zur Sonnenwende nicht mehr, irgendwo findet sich immer etwas Dämmerung am Horizont, entweder vom Sonnenuntergang oder vom nächsten Sonnenaufgang.

 Der Marktplatz gegen 4 Uhr morgens. Diese vielen Sonnenstunden verwirren meine innere Uhr irgendwie.

Nach dem unerwartet langen Freitag hieß es heute erst einmal etwas länger schlafen. Am Nachmittag musste ich noch ein paar Stunden ins Labor und wieder zuhause angekommen habe ich Abendbrot gekocht und mir einen Film angeschaut.

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