... hier eingeflogen und vor uns liegen vier volle Tage zum Erkunden der Stadt :-). Den morgigen Tag habe ich Urlaub und heute bin ich auch etwas früher von der Arbeit gegangen, um rechtzeitig am Flughafen zu sein und sie abzuholen. Anschließend sind wir zunächst kurz zu meiner Wohnung gefahren um einen Koffer mit "Mitbringseln" aus der Heimat abzustellen und dann ging es weiter in ihr Hotel. Auf dem Weg zurück in meine Wohnung haben wir noch einen kurzen Umweg über den nächstgelegenen Supermarkt gemacht - zum einen Teil, um Wasser zu kaufen, zum anderen Teil um einfach mal die Preise fürs finnische Gemüse, Wasser usw. zu zeigen... Wieder meiner Wohnung durfte ich dann all die Mitgebrachten Waren auspacken :-) Vanille-Kakao, seeeeehr leckere Schweizer Trinkschokolade, Kaffeepads... Der Küchenvorrat ist nun wieder aufgestockt. Und Winterstiefel, Spikes für die Schuhe, Winterjacke, Handschuhe und Mütze waren auch dabei. Meine Familie macht sich scheinbar sorgen, dass ich den kalten, rutschigen Winter hier nicht heil überstehe. Zum Abschluss des Abends ging es noch zum Abendbrot in die alte Schule. Leider hat der Nieselregen von weiteren Spaziergängen nach dem Essen abgehalten. Ich hoffe nur, dass das Wetter morgen etwas mehr mitspielt. Die letzten Tage war es so schön, viel Sonne, kein Regen. Und genau heute wurde es wieder herbstlicher :-(.
Donnerstag, 27. Oktober 2011
Was Finnen so auf Deutsch kennen...
... ist schon sehr amüsant. Linnea hat mir mal erzählt, dass in ihrem Deutschbuch am Ende des ersten Kapitels der Satz "ich könnte literweise/eimerweise/haufenweise Eiscreme essen. Um ehrlich zu sein, fällt mir die "Mengenangabe" nicht mehr ein. Dennoch dachte ich mir, es gäbe wichtigere Sachen, die man auf einer Fremdsprache sagen können sollte. Heute fragte mich der Professor im Mikroskopiekurs auf Deutsch, ob es die "Grüne Minna" noch gibt. Da er bereits emeritiert ist und nur noch auf freiwilliger Basis diesen Kurs lehrt, war ich nicht sonderlich verwundert, dass er deutsch konnte. Viele ältere Finnen hatten Deutsch als Schulfach und können zumindest die Standardfloskeln auch heute noch. Was ihm jedoch als erstes einfiel um ein Gespräch anzufangen, hatte mich dann doch erstaunt. Ich musste ihm dann erklären, dass die deutsche Polizei mittlerweile auf blaue Uniformen und Autos umgestiegen ist...
Das war eigentlich auch schon das Highlight meines heutigen Arbeitstages. Zuhause startete ich dann gleich den nächsten Versuch, das Chaos in meiner Wohnung zu dezimieren. Mit recht gutem Erfolg - ich werde also bald ein paar Bilder von der Wohnung präsentieren können :-)
Mittwoch, 26. Oktober 2011
Schlechte Laune beim Professor...
... ist nie gut. Vor allem dann nicht, wenn sie sich auf mich konzentriert ;-). Zugegeben, er wollte schon eimal eine Auflistung aller alten Daten, die Jukka so gesammelt hat und eine Bestandsaufnahme an Proben und schon durchgeführten Versuchen. Damals war der Plan, mit Jukka all das durchzusprechen, wenn er wieder in Turku ist. Sein Besuch war aber so kurz, dass wir dafür keine Zeit hatten. Dann wollten wir per Telefonkonferenz meine Wissenslücken füllen, doch auch dafür fehlte die Zeit. Und nun saß ich ohne all diese Antworten im Teammeeting. Leider ist Jukka allerdings die nächsten Wochen in den USA, so dass ich noch Zweifel habe, dass ich die gewünschten Infos bis zum nächsten Treffen in zwei Wochen auftreiben kann. Wie ich gestern erst sagte, zwei Wochen sind einfach zu kurz.
So, genug Frust von der Seele geschrieben, damit ihr noch was Nettes zu Gesicht bekommt, hier ein weiteres Stromkasten-Foto:
Eine Schnee-Eule :-) Auch wenn der Schnee noch etwas auf sich warten lässt (was er auch gern darf).
Montag, 24. Oktober 2011
Wenn Finnisch-Hausaufgaben...
... mehr Zeit in Anspruch nehmen als die
eigentliche Arbeit, sollte man sich das mit der Sprache wohl nochmal
überlegen. Irgendwie muss ich nun entweder einen Zahn zulegen, um die
Sprache doch noch zu beherrschen, oder ich hoffe, im nächsten Semester
mehr Zeit dafür zu finden... Neben mehreren Grammatik-Übungen sollten
wir einen kleinen Text über das Wetter in unserem Heimatland schreiben.
Ich saß geschlagene zwei Stunden an 10 Sätzen, die vermutlich nicht
einmal richtig waren.
Auf
meinem Arbeitsweg heute morgen war ich ein wenig verwirrt. Überall hing
die finnische Flagge an Fahnenmasten. Da dies nur zu bestimmten
"Feier"tagen geschieht aber in meinem Kalender nichts darüber stand, war
ich etwas verwirrt. Auch übers Internet ließ sich für mich nichts
darüber rausfinden. Aber Linnea hat freundlicher Weise Licht ins Dunkel
gebracht :-). Heute ist der Tag der Vereinten Nationen (
http://de.wikipedia.org/wiki/Tag_der_Vereinten_Nationen ) - für Finnen
scheinbar ein Grund, die Flagge zu hissen. Wobei ich zugeben muss, dass
ich in Deutschland vermutlich nicht mitbekommen hätte, wenn dem auch so
ist. So viele Fahnenmasten kenne ich in Jena oder dem Münchner Umland
dann doch nicht...
Morgen
früh ist schon wieder ein Teammeeting angeplant. Und irgendwie habe ich
das Gefühl, in den letzten zwei Wochen nichts gearbeitet zu haben. Was
natürlich nicht stimmt, aber die meiste Zeit steckt in meinem Poster.
Somit habe ich keine neuen Ergebnisse zum Präsentieren. Ich werde also
nur noch die Planungen für die kommende Zeit erweitern und hoffen, dass
niemandem auffällt, dass die Ergebnisse alle alt sind. Zwei Wochen sind
einfach zu kurz, wenn man nebenbei noch andere Dinge macht.
Spontan-Sauna und Abendbrot...
... mit Linnea haben diesen Sonntag doch noch zu einem nicht alltäglichen Tag gemacht :). Heute morgen stand erst einmal ausschlafen auf dem Programm - immerhin musste ich mich von der Konferenz "erholen". Danach habe ich ein wenig im Internet gesurft und anschließend für mehr Ordnung in der Wohnung gesorgt, eingekauft und danach meine Emails/Nachrichten abgerufen. Bei Facebook hatte ich eine neue Nachricht von Linnea und habe sie dann angerufen, nachdem ich gestern vergeblich versucht hatte sie zu erreichen. Als ich am Freitag früh nach Hyytiälä gefahren bin, hatte sie mir eine Nachricht geschrieben, ob ich ihr ein bisschen Werkzeug vorbei bringen könne, das sie mir ausgeliehen hatte. Leider hab ich das aber erst viel später gelesen. Und gestern, als ich es ihr vorbei bringen wollte, war sie war den Abend unterwegs und ich konnte sie nicht erreichen. Heute hat es dann endlich geklappt und sie hat mich zum Abendessen und anschließender Sauna eingeladen. Im Gegenzug hab ich ihr endlich ein Teil ihres Werkzeuges und vor allem die Trittleiter, die sie mir geliehen hatte, wiedergegeben :-). Mikael, ihr Freund, ist im Moment wegen seiner Arbeit auf den Åland-Inseln und so hatten wir einen schönen "Mädelsabend" mit leckerem Essen, gemeinsamen Schwitzen und netten Gesprächen.
Sonntag, 23. Oktober 2011
Die Entwicklungsbiologie-Konferenz...
... im finnischen Outback gestern und heute war sehr nett. Das ganze findet jedes Jahr in Hyytiälä, der Waldforschungsstation der Universität von Helsinki, statt. Hyytiälä liegt 220 km nordöstlich von Turku an einem See im Wald. Hier mal zwei über das Anwesen von googlemaps (wenn man drauf klickt, kann man sie sich auch noch größer zeigen lassen):
Die Lage - im Wand eben :)
Ein kleiner Übersichtsplan.
Los ging es am Freitag morgen um 8:00 Uhr an der Universität, ich habe noch schnell mein Poster vom Büro geholt und dann zusammen mit Ida, einer anderen Doktorandin, auf Matti, unseren Professor, gewartet. Gemeinsam haben wir dann noch Petra, die Dozentin, die Idas Doktorarbeit betreut zuhause abgeholt, da sie in einem Vorort wohnt der sowieso auf dem Weg lag. Dann ging es hauptsächlich über Landstraße nach Tampere und von dort weiter nach Hyytiälä. Unterwegs gab es eine Frühstückspause am Rasthof. Am Ziel angekommen, war außer uns noch niemand da. Tja, so ist das, wenn man viereinhalb Stunden Zeit für 220 km Fahrt einplant. Selbst mit der Pause und den Tempolimits auf finnischen Landstraßen und Autobahnen war klar, dass wir frühzeitig ankommen werden ;-). Also haben wir unsere Zimmer zunächst unter die Lupe genommen, Ida und ich haben uns einen Raum geteilt, Petra sollte ein paar Zimmer weiter mit jemandem aus Oulu untergebracht werden. Später stellte sich jedoch heraus, dass das Zimmer neben Ida und mir noch unbesetzt war und Petras "Mitbewohnerin" einen recht großen Hund dabei hatte. Somit zog sie dann in den Raum neben uns - alle Turkuer vereint in einem Wohnbereich. Matti als Professor war natürlich in einem etwas komfortableren Bereich untergebracht... Da wir selbst nach dem Beziehen und Besichtigen der Zimmer noch massig Zeit hatten, haben wir uns die Umgebung ein wenig genauer angesehen und zum Beispiel die Lage der Sauna-Häuser erkundet. Immerhin war es total sonniges Wetter und die Natur war wirklich schön. Als wir wieder zurück kamen von unserem Spaziergang, war der Bus aus Helsinki und Oulu bereits eingetroffen und das Mittagessen stand bereit. Anschließend ging es los mit den ersten Vorträgen. Danach hatten wir eineinhalb Stunden Pause zum Kaffee trinken, Fußball spielen, Wandern/Spazieren oder den netten Vertriebsleuten von Sigma, einem Hersteller von Laborchemikalien, ein wenig Info- und Werbematerial abzuschwatzen. Immerhin haben sie die Konferenz zum großen Teil gesponsort und wollen dafür natürlich auch etwas verkaufen ;-). Wir haben uns für Kaffee und nochmal durch die Wälder laufen entschieden.
Das große Sauna-Haus am See...
... der seeeehr lang war ...
... und direkt am Waldrand lag.
Nach der langen Pause gab es weitere Vorträge und dann endlich meine Chance, mein Poster vorzustellen, eine Stunde Poster-Session. Geplant waren eigentlich eineinhalb Stunden, doch die Vorträge haben ein bisschen länger gedauert. Und Matti, der Moderator der zweiten Vortragsrunde war, hat die Diskussionen recht lange laufen lassen. Vermutlich, weil er selbst vor dem ersten Vortrag noch ein paar Sachen vorgestellt hatte und dann nicht anderen Leuten die Zeit klauen wollte. Als Matti sich mein Poster angesehen hat - er hatte es vorher nicht zu Gesicht bekommen - hat er zum ersten mal ein paar genauere Ideen angesprochen, was ich noch untersuchen sollte und wie die Arbeit so im groben verlaufen könnte. Auch wenn das vor allem viel neue Arbeit bedeutet, fand ich das Gespräch sehr gut. Denn bisher hatte ich das Gefühl, dass ihm die Versuche meiner Arbeitsgruppe relativ wenig interessierten. Andererseits ist er ständig unterwegs und koordiniert so viele Dinge, dass er für die einzelnen Projekte einfach nicht so viel Zeit aufbringen kann. Zur Erholung nach der Poster-Session ging es dann in die Sauna, wie in Finnland v.a. bei solchen Events üblich nach Geschlechtern getrennt... und unbekleidet. Insgesamt gab es auf dem Gelände drei Saunen, eine im Hauptgebäude in der auch der Essensraum war und zwei getrennte Sauna-Häuser am See, die große und die kleine Sauna. Im großen Sauna-Haus, wo wir Frauen schwitzen durften, gab es einen Umkleide-Vorraum, in dem auch Bier und Cider bereit standen (allerdings keine alkoholfreien Getränke...), vier Duschen und die große Sauna. Das kleine Saunahaus (an diesem Abend die Männer-Sauna) verfügt angeblich nicht über Duschen. Wassereimer stehen aber dennoch bereit. Und man hat ja den See. Das mit dem See ist leider kein Scherz, mir wurde schon auf der Hinfahrt prophezeit, dass ich das unbedingt probieren solle. Raus aus der Sauna und rein ins Wasser. Das klingt sicherlich verlockend im Sommer - wenn das Wasser um die 20°C hat. Aber im Herbst?! Ich war ja immer noch skeptisch... Die Sauna hatte angenehm-feuchte 96 °C auf der obersten Sitzbank.
Generell gilt, je weiter oben man sitzt, desto wärmer ist der Spaß. Der Sauna-Ofen war wohl von einer etwas älteren Sorte, er war sehr groß und wird einmal tagsüber mit Feuer angeheizt und hält dann mehrere Stunden die Wärme. Die neueren Sauna-Öfen sind häufig elektrisch. Dabei werden dann Steine über eine Heizspirale aufgewärmt, das heizt natürlich schneller auf, hält die Wärme allerdings auch nicht so lange.
Da saß ich also mit Ida auf der obersten Bank, bei unglaublich warmen 96 °C und musste mir die Ratschläge anhören, wie man sich am besten überwindet, in den See zu springen. Als wir schon eine Weile dort saßen und bereits überlegten, wie lange wir es noch aushalten, bevor wir uns abkühlen wollten, kam auch Petra in die Sauna. Sie wollte wissen, ob ich mich trauen würde, in den See zu gehen. Denn wenn, dann müsste sie als Finnin ja mithalten. Das, ein gewisser Gruppenzwang und der Gedanke, dass ich so etwas wohl schon ausprobieren sollte, wenn ich hier für mehrere Jahre lebe, hat tatsächlich dazu geführt, dass ich mir nach der Sauna so schnell wie möglich den Badeanzug angezogen habe und mit Ida den Steg zum See runtergelaufen bin - dabei habe ich mir selbst immer wieder gesagt, dass die Finnen das schließlich alle machen und noch leben, so dass auch ich das überleben werde (hoffentlich...). Auf der ersten Stufe der Metall-Leiter habe ich mich nur noch gefragt, was ich hier eigentlich mache und wollte schon wieder hoch gehen. Immerhin war allein die Metallstufe schon sehr kalt, auch die Außentemperaturen bei Wolkenfreiem Himmel fühlten sich nicht gerade warm an. Dennoch hab ich die zweite Stufe genommen und mich dann ohne Nachzudenken von der Leiter weggedrückt. Ansonsten wäre ich wohl wieder hochgeklettert. So war ich bis zum Hals im Wasser und weit genug von der Leiter entfernt, dass ich ein paar Schwimmzüge machen musste. Die ersten drei Sekunden im Wasser war es einfach nur kalt. So kalt, dass es sich wie tausend kleine Nadelstiche auf der Haut angefühlt hat. die nächsten paar Sekunden bis zum Erreichen der Leiter fingen meine Finger und Zehen an, sich taub anzufühlen. Ich bin schnell wieder hochgeklettert, habe mich in mein Handtuch gewickelt und geflucht, wie kalt es ist während Ida ins Wasser gegangen ist. Das Schimpfen und Bibbern ging etwa 20 Sekunden, dann wurde mir auf einmal sehr warm. Wir standen immer noch draußen, feucht, nur im Badeanzug und dennoch war mir warm. Zurück im Sauna-Haus habe ich deshalb die Dusche vor der Sauna (die man immer nimmt, damit man 1. feucht ist, wenn man die Sauna betritt und 2. keinen alten Schweiß mit in die Sauna trägt der dann auf Dauer wohl den Geruch in der Sauna negativ beeinflussen würde) kalt eingestellt. Gut abgekühlt ging es dann erneut in den über 90 °C warmen Raum. Dort stellten sich dann langsam Glücksgefühle ein. Ich hatte überlebt, keine Finger oder Zehen waren blau angelaufen und ich hatte tatsächlich Lust, das ganze nochmal zu machen. Im Nachhinein betrachtet weiß ich nicht, wieso. Ich schieb es also auf den Endorphin-Ausschuss - böse Glückshormone... Insgesamt war ich somit drei Mal in der Sauna, zweimal im See und habe nach dem dritten mal richtig geduscht und mich fürs Abendessen fertig gemacht. Das Abendprogramm sah ein Essensbuffet und drei Gruppen-Spiele vor. Nach dem Pflicht-Teil gab es dann noch Getränke, Gespräche und die Möglichkeit zu tanzen. Wobei ich ehrlich sagen muss, dass ich keinen großen Wert darauf lege, Kollegen von mir im angetrunkenen Zustand zu fragwürdiger Musik tanzen zu sehen ;-). Eventuell hätte ich mehr trinken sollen. Allerdings waren für den nächsten Tag ja noch einige Vorträge geplant, sich betrinken war also keine so gute Option. Gegen Mitternacht haben Ida und ich uns somit das Bett aufgesucht. Das Samstags-Programm ähnelte im Großen und Ganzen dem Nachmittags-Programm vom Vortag. Erst gab es Essen - in diesem Fall Frühstück. Anschließend mehrere Vorträge, eine Kaffee-Pause, noch mehr Vorträge - darunter auch Idas Präsentation - und abschließend noch ein gemeinsames Mittagessen. Da das Wetter heute vormittag mit Nieselregen und kalten Temperaturen sowieso nicht zu Spaziergängen eingeladen hatte, war das Fehlen einer längeren Pause auch verkraftbar. Außerdem konnten wir so schon gegen 1:00 Uhr die Heimfahrt antreten.
Fazit des Wochenendes: Dadurch, dass insgesamt nur etwa 40 Teilnehmer da waren, war das Treffen nicht ganz so anonym und dadurch selbst als Neuling doch sehr angenehm. Außerdem habe ich nun den Punkt "Von der Sauna in eiskaltes Wasser hüpfen" abgehakt und es überlebt. Was heißt, dass ich es nun auch überleben werde, falls ich irgendwann im Winter zu einem Sauna-Besuch mit Eisloch-Schwimmen eingeladen werden sollte. Wobei ich nun nicht aktiv nach einer solchen Gelegenheit suchen würde. Trotz massivem Ausstoß von Glückshormonen überwiegen im Moment dann doch mein gesunder Menschenverstand und mein Überlebenstrieb. Und beide sagen mir, es ist nicht normal, seinem Körper einen schnellen Umgebungstemperatur-Wechsel von fast 100 °C anzutun. Obwohl diese Waldforschungsstation wirklich in der Pampa liegt und es Herbst ist, haben wir keine Elche gesehen :-(.
Donnerstag, 20. Oktober 2011
Ich packe meinen Koffer...
... für die Konferenz in der finnischen Pampa, und nehme mit ...
Schlafanzug für die Nacht und Wäsche für den nächsten Tag, braucht man ja. Haarwäsche, Duschgel, Fön, Zahnputzzeug und Kontaktlinsenbehälter ist soweit auch logisch... Dazu kommt noch ein Badetuch und Badeanzug. Immerhin sind laut Programm zwei Stunden Sauna eingeplant und das Gebäude liegt an einem See. Ja, mir ist bewusst, dass es Mitte Oktober ist und ich in Finnland bin. Aber meine Kollegen planen tatsächlich, zwischen den Saunarunden im See schwimmen zu gehen. Ich friere schon beim bloßen Gedanken daran. Dennoch werde ich die Sachen mal mitnehmen. Lieber da haben und nicht brauchen, als brauchen und nicht bei sich haben... Ob ich den Laptop mitnehme, entscheide ich wohl erst morgen früh, spontan. Immerhin sieht der Zeitplan recht vollgepackt aus und ich bin mir nicht sicher, dass ich Zeit für den PC und somit für das Tagebuch finden werde. Andererseits ist es immer angenehm, den Rechner dabei zu haben.
Der heutige Tag war eher unspannend, ein bisschen Computer-Arbeit, etwas Laborbuch schreiben und dann am Nachmittag Janne bei seinen Versuchen assistieren und dabei noch was lernen. Für das nächste Teammeeting Dienstag muss ich mir noch etwas einfallen lassen. Neue Ergebnisse habe ich kaum, die meiste Zeit ging seit letztem Dienstag für das Poster und Vorlesungen drauf. Dann war Jukka noch einen Tag da... und schon sind die zwei Wochen auch schon wieder rum. Das Treffen einmal im Monat abzuhalten, würde vermutlich auch reichen ;-).
Ich finde, es ist mal wieder Zeit für ein Stromkasten-Bild. Allein schon wegen der Ungewissheit, ob ich morgen etwas berichten werde oder nicht...
Da wohnt jemand drin, immerhin hat der Stromkasten Fenster :-)
Mittwoch, 19. Oktober 2011
Der Poster-Krimi...
... wäre ein passender Titel für den heutigen Tag. Zugegeben, ich hätte vielleicht vorgestern gleich nachfragen sollen, wie das eigentlich mit dem Drucken des Posters ist. Da habe ich zum ersten Mal daran gedacht, aber nicht sofort gefragt und es dann wieder vergessen. Da wir Freitag um 8:00 Uhr morgens zur Konferenz aufbrechen, sollte das Poster bis Donnerstag abend fertig sein. Ich dachte, wenn ich bei der Abteilung die so etwas druckt vorab anmelde, dass ich am Donnerstag nachmittag etwas zum Drucken habe, wird das schon gut gehen. Meine Kollegen dagegen meinten, dass ich das ganze am besten bis heute Abend fertig haben solle, damit zum Drucken genug Zeit bleibt. Also habe ich heute mittag versucht, den Drucker anzurufen - aber niemand ging ran. Während ich schon die letzten Layout-Veränderungen vorgenommen habe, habe ich immer mal versucht, den Drucker zu erreichen. Und ich habe auf Jukkas Reaktion gewartet, immerhin ist er mein Betreuer und hatte den Posterentwurf zwar gesehen, aber die Texte bisher nur überflogen... Zeitgleich habe ich meinem zweiten Betreuer, Fuping, die aktuellste Poster-Version gegeben und gebeten, dass er noch einmal drüber liest, da ich Jukka nicht erreiche. Gegen halb drei war ich genervt von der Tatsache, dass ich beim Druck niemanden erreiche und bin dort persönlich aufgeschlagen. Was wirklich gut war, denn der Mann erzählte mir, dass er am Donnerstag im Urlaub ist. Wenn ich etwas bis Freitag früh bräuchte, müsse es heute noch gedruckt werden. PANIK! Keine Antwort von Jukka, bisher nur eine Person die die Texte korrektur gelesen hat und das soll noch am selben Tag gedruckt werden?! Bis 15:15 Uhr hatte er mir Zeit gegeben, ihm die fertige Version per eMail zuzuschicken. Dann könne ich es 15:45 Uhr abholen. Anderenfalls gäbe es noch eine Firma namens "Unidruck", die eventuell am Donnerstag drucken könnte. Da Pirjo, die Lektorin/Koordinatorin, die mir die Kontaktdaten dieser "Druckerei" gegeben hatte, das Gebäude schon am Mittag verlassen hatte und nicht mehr erreichbar war, konnte ich diese Option allerdings mit niemandem absprechen. Und ich hatte nur die Genehmigung, dort zu drucken - der Spaß muss ja schließlich auch bezahlt werden. Also bin ich zurück in mein Büro. Noch 25 Minuten. Zum Glück hatte Fuping bereits das Poster durchgelesen, einen Satz eingefügt - der kurz genug war mein Layout nicht zu stören - und zwei Anmerkungen, was ich beim nächsten Mal anders machen könne. Insgesamt sei das aber gut und ich könne es in Druck geben. 15 Minuten noch. Nachdem ich die Änderung übernommen hatte, habe ich noch eine Kollegin die bei mir im Raum saß gefragt, ob sie auch noch einen Blick darauf werfen könne, da ich Rechtschreibfehler vermeiden wollte und erfahrungsgemäß immer etwas übersehen wird. Je mehr Leute es also lesen, desto besser. Mir fiel auch prompt noch ein kleiner Fehler auf, ihr noch ein Ausdruck den ich in etwas Wissenschaftlicheres ändern sollte... und schon waren es nur noch 10 Minuten. Also Datei in pdf-Format umwandeln, damit es auch beim Druck zu dargestellt wird wie geplant, dann nochmal kontrollieren, dass alles aussieht wie es soll. Und 5 Minuten vor Ablauf der Frist um 15:15 Uhr ging die eMail an den Drucker raus :-) - leider ohne Jukkas Kommentare. Aber besser ein Poster ohne seine Anregungen als kein Poster. Viertel vor 4 habe ich mein "Meisterwerk" dann abgeholt, ausgedruckt auf Din A0-Format sieht es echt schön aus. Vor allem auf dem Hochglanz-Papier... Das hat fast für den Stress der vergangenen Stunden entschädigt. Dennoch sollte ich langsam anfangen, mehr Zeit einzuplanen. Hätte ich den Drucker weiterhin nicht erreicht und wäre nicht vorbei gegangen, wäre das morgen eventuell schlecht ausgegangen... Und Jukka muss ich einfach auch etwas mehr Zeit einräumen. In Zukunft.
Aber ein gutes hat der Stress des heutigen Tages. Ich konnte endlich mal wieder früh Feierabend machen, und auch wenn ich noch einiges Zuhause zu tun hätte und es mir auch an Arbeit nicht mangelt, so genieß ich heute dennoch einfach den Abend und werde mal wieder früh ins Bett gehen. Richtig früh.
Morgen geht es dann erst einmal los mit Finnischunterricht, danach muss ich endlich meine Versuche für die kommende Zeit durchplanen und am Nachmittag helfe ich Janne mit seinen Versuchen. Nicht ganz uneigennützig, denn dann lerne ich dabei hoffentlich, wie man das macht und brauche später nicht so viel Hilfe, falls ich selbst irgendwann ähnliche Methoden verwenden muss. Außerdem ist es immer spaßiger, gemeinsam im Labor zu werkeln als allein.
Dienstag, 18. Oktober 2011
Gestern Abend war ich...
... zu gefesselt von meinem Poster. Ich hab so viel daran rumgebastelt, dass ich vollkommen vergessen habe, hier zu schreiben. Beim Abendbrot hatte ich mir schon den Text überlegt und wollte dann nur noch "schnell" was am Poster ändern. Und schon ist der Text und alles andere um mich herum in Vergessenheit geraten. Eigentlich wollte ich gestern tagsüber auf Arbeit das Poster weiter bearbeiten, doch dann fiel mir auf, dass der Bildgebungskurs am Montag und nicht am Mittwoch stattfindet, wie es bisher in meinem Kalender stand. Dank der intensiven Beschäftigung am Abend habe ich es dennoch soweit fertig gestellt, wie ich es für gestern geplant hatte.
Den heutigen Tag habe ich erst einmal mit einem kleinen Fahrradsturz begonnen... Im Moment wird die Seitenstraße am Klinikum gebaut, an der der Eingang zu meiner Arbeit liegt. Mit dem Fahrrad kann man die Baustelle aber über den Fußweg umfahren. Zumindest, wenn die Bauarbeiter ihre Autos günstig parken. Das war heute morgen leider nicht der Fall, der Abstand zwischen Auto und Bauabsperrung hätte nicht einmal zum schieben des Rades gereicht. Da man sich aber von schräg hinten dieser Engstelle nähert, kann man das erst sehr spät abschätzen. Also wollte ich wenden und an einer anderen Stelle die Baustelle umfahren. Ich weiß nicht wieso, aber auf einmal ließ sich mein Lenker nicht mehr bewegen. ich glaube, irgendwas blieb im Bauzaun oder in einer der Straßenschilder-Stangen hängen... und ich fiel vom Fahrrad. Aber außer ein paar kleinen Kratzern am Fahrrad, einem blauen Fleck am Knie und einer schmutzigen Jeans und Jacke ist glücklicher Weise nichts passiert. Dennoch werde ich die Stelle morgen lieber gleich weiträumig umfahren :).
Mein Poster ist mittlerweile fast fertig. Zumindest, solange meine Betreuer damit auch zufrieden sind. Freitag früh geht es dann zusammen mit dem Professor, einer Dozentin und einer weiteren Doktorandin auf das Entwicklungsbiologen-Meeting ins finnische "Outback". Vermutlich ist das für Finnland noch Zivilisation, das unberührte Niemandsland mit einem Wohlfühl-Abstand von 100 km zum nächsten Nachbarn findet man ja erst in Lappland. Auf dem Meeting wird das Poster dann präsentiert. Und ab nächster Woche kann ich dann die nächsten Punkte abarbeiten - Bericht für den Bildgebungskurs schreiben zum Beispiel...
Montag, 17. Oktober 2011
Mein Computer mag mich nicht ...
... zumindest hängt er sich seit neuestem gerne mal auf. Ich glaube, ich muss in den nächsten Tagen mal daran rumdoktoren :-(. Wenn das Poster fertig ist. Jaja, das Poster, es fängt schon an, mir den letzten Nerv zu rauben. Dabei ist es noch nicht einmal halb fertig... Deshalb gibt es auch nur ein kurzes "ich lebe noch" und ein neues Stromkasten-Foto:
Diffuse Kunst - sieht in etwa so unfertig aus, wie mein Poster. :)
Sonntag, 16. Oktober 2011
Ein DVD-Abend mit Couchsurfern...
... war das Highlight meines heutigen Tages. Mal davon abgesehen, dass mein Bruder mich via Facebook mit Jena-Fotos versorgt hat :-). Ich habe heute endlich mal wieder ausgeschlafen, in Ruhe gefrühstückt, geduscht und wollte dann mit dem Poster anfangen. Allerdings war ich heute nicht sehr kreativ... oder anders ausgedrückt, ich habe mich mit allem möglichen abgelenkt :-( um die Zeit bis zum Filmabend totzuschlagen. Morgen ist der Zeitdruck dann hoffentlich groß genug, um richtig was zustande zu bringen.
Der DVD-Abend begann um fünf. Allerdings waren zu der Zeit noch nicht viele Leute da... es füllte sich dann ab 18:00 Uhr und nachdem wir mit reden und youtube-Videos anschauen einige Zeit totgeschlagen haben, wurde gegen 19:00 Uhr der erste Film gestartet - "Into the wild". Ein Spielfilm über das Leben eines Aussteigers, der nach dem Studium seine Ersparnisse spendet und durch die USA reist... Ich hatte mich vorher nicht über den Film informiert und keinen so tiefgründigen Film erwartet, aber ich fand ihn wirklich schön. Der zweite Film des Abends war "Tron_ Legacy", ein Science-Fiction-Film über ein Computerspiel. Ziemlich sinnlose Handlung, aber die Grafik des Films ist genial. Laut Wikipedia gibt es den Film auch in 3D, aber es wäre wohl zu viel des Guten, einen DVD-Abend mit 3D-Fernsehr und ausreichend vielen 3D-Brillen auszurichten *g*. Insgesamt fanden diesen Film alle ziemlich inhaltslos. Man könnte sich nun fragen, warum dann jemand diesen Film auf DVD hat ;-) Weil man wohl schnell betrunken wird, wenn man jedes Mal was trinkt, sobald etwas unrealistisch oder unlogisch ist.
Nach den Filmen haben wir uns noch mehr unterhalten, noch ein paar Videos auf youtube angesehen und kurz vor 1:00 Uhr wollten einige Leute dann noch in einen Club gehen. Da ich allerdings morgen das Poster machen muss, habe ich mich verabschiedet und auf den Heimweg begeben. Wer weiß, wann ich sonst ins Bett gekommen wäre - wird ja so schon etwas später.
Freitag, 14. Oktober 2011
Der Reflektor-Tick...
... der Finnen ist schon seltsam. Kaum einer nutzt Fahrradlampen in der Dämmerung/Dunkelheit - vermutlich haben sie sich einfach noch nicht wieder daran gewöhnt, dass es spät hell und früh dunkel wird - aber jeder hat mindestens einen Reflektor an der Jacke oder Tasche. Ob die Leute wissen, dass Reflektoren nur gesehen werden, wenn sie von einer Lichtquelle angestrahlt werden... also wenn andere Radfahrer mit Lampe unterwegs sind?! Wie dem auch sei, man kann fast meinen, Finnen hätten einen leichten Reflektor-Tick. Da gibt es Plüschbären mit reflektierendem Stoff, silberne Reflektoren in Bärenkopf-Design und rosane Reflektorbärchen. Letztere befinden sich nicht nur an den Jacken kleiner Mädchen sondern gerne auch mal an der Aktentasche eines erwachsenen Mannes. Aber auch wenn Bären bisher das Reflektor-Design dominieren, so sind der Fantasie in Form und Farbe der Reflektoren kaum Grenzen gesetzt. Es gibt Simpsons- und Muumin-Figuren, Blumen, Schmetterlinge, usw. Da will man natürlich als Außenseiter da stehen, ohne extra-Reflektoren an der Kleidung. Ist ja nicht so, als hätten viele Winter- und Regenjacken nicht von Haus aus Reflektorstreifen ;-). Also habe ich mir heute mal einen Reflektor geleistet - da sieht man mal, was zu lange Wartezeiten an der Kasse anrichten können.
ein blauer Gecko. Der wohnt nun an meinem blau-schwarz-grauen Rucksack und schützt mich auch als Fußgänger - sofern die "Gefahr" eine Lampe nutzt ;-)
Etwas, das ich aber fast noch interessanter finde als diesen Reflektorwahn, findet sich auf der Rückseite der Packung. Finnen mögen finnische Produkte. So sehr, dass es schwerer ist, spanische Import-Gurken zu kaufen, als Gurken aus finnischer Eigenproduktion... Und alle finnischen Waren sind mit einem Schlüssel gekennzeichnet, bei dem die finnische Flagge den Schlüsselbart darstellt.
Das "made in Finland"-Zeichen.
Der Arbeitstag heute war normal, mein grundsätzliches Posterdesign kam ganz gut an und mein Wochenende werde ich wohl hauptsächlich damit verbringen, das Poster nun mit Inhalten zu füllen.
Donnerstag, 13. Oktober 2011
Arbeit über Arbeit...
... über Arbeit hat mir Jukkas kurzer Besuch in der Stadt heute gebracht. Ich hatte mir ja eigentlich die Klärung einiger Fragen erhofft. Aber dafür war nicht genug Zeit - das wird dann nächste Woche per Skype mal nachgeholt. Immerhin darf ich nun auf der Konferenz nächste Woche doch ein Poster präsentieren und keinen Vortrag halten. Was genau da nun drauf soll, weil ich aber weriterhin nicht ;-). Und ich habe auf der ToDo-Liste so viele Dinge stehen, dass bis zum Jahresende keine Langeweile aufkommen wird.
Viel Arbeit bedeutet im Umkehrschluss auch, weniger Zeit außerhalb der Arbeit etwas zu erleben :-(. Damit der Blog dennoch nicht zu eintönig wird, hol ich mal wieder etwas aus meinem Bilderarchiv hervor.
Schneebild auf einem Stromkasten.
Überall in der Stadt kann man verzierte Stromkästen finden :-) Die nächste Zeit werde ich euch immer wieder mal einen dieser Stromkästen hier präsentieren. Den Anfang macht dieser Kasten am Marktplatz - verziert mit einem Schwarz-Weiß-Foto von Kindern, die im Schnee spielen... Mal abwarten, wie das im Winter dann wirklich aussieht in der Stadt.
Mittwoch, 12. Oktober 2011
Das Studentenleben ...
... ändert sich irgendwie nie. Da gibt es in dem Bildgebungskurs doch tatsächlich jemanden, der schon einen Doktor in Zahnmedizin hat, nun (aus welchem seltsamen Grund auch immer) den Masterkurs in Bioimaging macht und selbst nach so vielen Studienjahren noch hofft, dass andere seine Arbeit macht. Da mit seinen Ausgangsbildern keine sinnvolle Auswertung möglich ist und somit keine Ergebnisse berechnet werden können, soll er nun die gleichen Bilder verwenden, wie ich. Warum gerade "meine" Bilder? Weil ich für die Institution arbeite, die den Kurs organisiert - man hat mich also am besten unter Kontrolle. Und trotz dessen fragt mich dieser fertig ausgebildete Zahnarzt, ob ich ihm die fertigen Daten zusenden könne... Den ärger für gleiche Daten dürfte ich mir dann aber wohl zuerst abholen. Ich hätte wohl auch diesmal nicht die Hoffnung haben sollen, dass die Leute sich irgendwann im Laufe des Alters ändern ;-).
Wie dem auch sei, eigentlich war der heutige Tag sehr schön. Am Morgen hab ich erst einmal meinen Versuch gestartet, dann den morgigen Tag etwas geplant, dazu noch mit zwei Kollegen gesprochen und einen davon, Janne, gleich mal wegen dem Konzert gefragt. Die Karten scheint es in Turku nur an der Abendkasse zu geben... Beim Mittag essen habe ich dann wieder die beiden Austauschstudenten aus Indien und Frankreich getroffen und am Nachmittag hat Nina, die Kollegin, die neben mir sitzt noch ein wenig Finnisch mit mir geübt. Oder besser gesagt meine Hausaufgaben mit mir durchgesprochen, da ich nicht sicher war, ob das alles soweit richtig ist. Bei Finnen klingt das immer so einfach. Ich weiß nicht, wie die das schaffen, solche Worte auszusprechen...
Am Abend wurde dann nochmal Finnisch gelernt, abgewaschen und ein wenig Ordnung gemacht. Jeden Tag ein bisschen, dann ist es schön hier, wenn meine Eltern Ende des Monats kommen :)
Dienstag, 11. Oktober 2011
Die Entscheidungsfreudigkeit ...
... von Chefs ist doch immer wieder schön ;-). Erst sollte ich zu zwei
Konferenzen und nur zuhören. Dann nur zu einer Konferenz und einen Vortrag halten.
Dann nur zu einer Konferenz und ein Poster machen... Das war soweit der feste
Stand, damit hatte ich mich sozusagen abgefunden. Nun sind noch zwei
"Zeitslots" im Zeitplan frei, so dass ich einen Vortrag halten
könnte. In Rücksprache mit dem Professor meinte er, dass ich entweder ein
Poster oder ein Vortrag machen könne, was beides Vor- und Nachteile hat. Da ich
aber bisher nicht so viele Ergebnisse habe, um 20 Minuten darüber zu reden,
hatten wir uns auf ein Poster geeinigt. Nun meint Jukka, mein direkter
Betreuer, dass ich doch den Vortrag halten könne, wenn es schon die Möglichkeit
dazu gibt %-). Also muss ich morgen noch einmal mit dem Professor reden...
Immerhin ist Jukka am Donnerstag wieder in der Stadt und dann kann ich mit
ihm nochmal genauer planen, was ich dort präsentieren soll. Und welche
Ergebnisse wir dafür bis dahin unbedingt benötigen. Mittlerweile ist mein
Fragenkatalog so lang, dass ich befürchte, erneut am Wochenende auf Arbeit
kommen zu müssen um alles zu klären. Aber dann habe ich erst einmal wieder
genug Arbeit für die kommenden Wochen. Hat doch also auch was Positives -
zumindest arbeitstechnisch wird es nicht langweilig.
Dafür Freizeit-/Unternehmungstechnisch, die Zeit viel zu unternehmen fehlt
im Moment. Aber ich habe heute mal wieder die Internetseite einer meiner
Lieblingsbands angeschaut, Poets of the Fall - einer finnischen Band... Mein
bisheriger Stand war, dass die Gruppe dieses Jahr keine Auftritte mehr hat. Und
was sehen meine Augen da heute?! Neue Tournee-Daten für dieses Jahr! Am
Samstag, den 3.12. spielen sie in Turku :-) Na wenn das kein Grund zur Freude
ist!! Allerdings komm ich mit der Kartenbestellung nicht weiter, alles auf Finnisch
und Turku ist die einzige Stadt ohne Preisangaben. Vielleicht gibt es hier ja
lediglich eine Abendkasse?! Ich werde es auf jeden Fall genauer rausfinden
*juhuuu*.
Jetzt hätte ich doch beinahe vergessen...
... heute zu schreiben. Und das alles, weil ich für morgen noch eine kurze
Präsentation ausarbeiten musste. Über meine bisherigen Versuche und Ergebnisse
und über die Pläne für die Zukunft. Eigentlich dachte ich, ich könnte das heute
Nachmittag auf Arbeit machen. Aber der Nachmittag wurde komplett ausgereizt von
einem Dozenten, der uns die Auswertung von CT (Computertomographie) und PET
(Positronen-Emissions-Tomographie) genauer erklärt hat. Mir blieb dann noch
eine halbe Stunde um Mittagessen zu gehen - so spät, dass die Mensa bereits
kein warmes Essen mehr anbot. Und auch die belegten Brötchen und Salate waren
schon ausverkauft. Es gab noch Kuchen und irgendetwas seltsames, das aussah wie
zwei Wienerwürstchen im Brötchen. Nur entpuppte sich das Brötchen als eine Art
herzhafter, mit Gehacktes und Reis gefüllter Pfannkuchen/Krapfen/Berliner, der
aufgeschnitten wurde um zwei Wiener reinzulegen... Ich muss ja sagen, die Idee,
Krapfenteig mit Gehacktes zu füllen, ist schon ein wenig eklig. Aber ich habe
es zu spät gesehen und irgendetwas musste ich zum Mittag essen. Dann hatte ich
noch 10 Minuten, um zumindest den als Hausaufgabe aufgegebenen Text im
Finnischbuch zu überfliegen, bevor ich zum Finnischunterricht gegangen bin. Ich
kann nun also sagen, woher ich komme und welche Sprachen ich spreche. Und die
ersten Grammatikregeln haben wir heute auch gelernt. Zum Glück, denn bisher
lesen wir Texte, bei denen wir dann ganze Halbsätze so auswendig lernen
stehenden Begriff. Aber nur mit Floskeln kommt man auf Dauer meiner Meinung
nach in keiner Sprache weit.
Nach dem Finnischunterricht ging es dann heimwärts, essbares Abendbrot
zubereiten und an der Präsentation basteln. Die nächsten Wochen werden die
Abende nicht wesentlich anders aussehen :-(. Für eine Konferenz Ende des Monats
muss ich ein Poster ausarbeiten und für diesen Bildgebungskurs (für den auch
die CT- und PET-Scans gemacht wurden) müssen alle Teilnehmer bis Anfang
nächsten Monats einen Bericht schreiben. Und dann kommen meine Eltern ja noch
Ende des Monats und bis dahin sollte die Wohnung endlich präsentierbar werden
:-). Viel zu tun also in den kommenden Tagen und Wochen.
Sonntag, 9. Oktober 2011
Einen Tag Ruhe...
... hat sich mein Körper heute gegönnt. Ich hätte eigentlich arbeiten und ein wenig Ordnung machen wollen. Statt dessen habe ich kurz nach dem Aufstehen Kopfschmerzen und eine Art Schüttelfrost bekommen. Ich habe mich dann nach einem späten Frühstück wieder hingelegt und weiter geschlafen. Am Abend ging es mir schon wieder deutlich besser. Ich hoffe nur, das war ein kurzer Tages-Infekt und nicht der Vorbote einer Erkältung oder Grippe :-(. Leider habe ich auch meine Finnisch-Lausaufgaben heute nicht geschafft. Dann muss ich mir morgen etwas Arbeitszeit dafür abzweigen.
Samstag, 8. Oktober 2011
Starwars...
... interessiert mich ja eigentlich nicht sonderlich. Dennoch hatte ich vor ein paar Wochen mit Renato ausgemacht, dass wir uns Starwars uncut anschauen, wenn es in Turku stattfindet, einfach, weil ich das Konzept interessant fand. Starwars uncut ist der erste Starwars-Film (also Episode IV) nachgespielt/gezeichnet/animiert von Fans und dann die verschiedensten Fanvideos wieder zum gesamten Film zusammengeschnitten. Und die Leute waren echt kreativ. Es wurde nicht nur geschauspielert und am Computer animiert. Es waren auch gezeichnete Filmversionen dabei, Legofiguren oder Socken mit aufgenähten Augen und Haaren oder Knetmännchen. Selbst wenn man Starwars an sich nicht mag, durch die verschiedenen Ideen und einen gelungenen Schnitt wurde es immer wieder lustig.
Da die englischen Informationen im Internet recht mager waren, wussten wir nur, dass der Einlass um 14:oo Uhr beginnt und die ersten 1000 Leute reindürfen. Der ganze Spaß war kostenlos. Dort dann angekommen haben wir erfahren, dass der Film selbst erst um 18:30 beginnt. Also haben wir uns den Veranstaltungsort - Logomo, dieser umgebaute Lokschuppen - genauer angesehen. In einem anderen Teil des Gebäudes findet momentan eine Fußballausstellung statt. Mit iPads und xBox Kinec zum Spielen und einer Liegefläche aus vielen Sitzsäcken mit Bildschirminstallation an der Decke. Da zu der Zeit, in der wir da waren, irgendwie kaum andere Menschen sich dorthin verirrt hatten, haben wir die Kinec-Steuerung der xBox-Spielekonsole mal ein bisschen länger ausprobieren können. Kinect ermöglicht es, die Spiele komplett ohne irgendwelche Controller in der Hand zu steuern. Durch ein Kamerasystem werden die Bewegungen des gesamten Körpers erkannt und auf die Spielfigur übertragen. Somit konnten wir Fußball spielen (da ich am Gewinnen war, hat Renato abgebrochen :D), Tischtennis (da hab ich verloren. unglaublich...), Boxen (Sieg meinerseits durch KO) und Leichtathletik, also Rennen, Speerwerfen, Weitsprung... spielen. Das Ganze hat echt Spaß gemacht. Schon verrückt, wie sich die Technik in den letzten 20 Jahren entwickelt hat.Nach dem spielen und etwas ausruhen auf den Sitzsäcken haben wir uns wieder auf den Weg zum Starwars-Teil begeben. Dort wurden vorab kurze Animationsfilme gezeigt und anschließend ein "kritischer Film" über Copyright und Raubkopien gezeigt. Der Film passte recht gut zum Starwars uncut-Projekt, da die Rechte für die Starwars-Dialoge sicherlich bei einer Filmfirma liegen werden. Da kann man schon darüber streiten, ob man so etwas nachfilmen, neu zusammenschneiden und vorführen darf.
Der Starwars-Party-DJ
Im Anschluss an den Starwars-Film ging dann noch eine Starwars-Party
los. Allerdings hatten wir beide nicht geplant, so lange unterwegs zu
sein. Wir dachten ja, wenn der Einlass um 14:00 Uhr ist, geht der Film
spätestens um 15:30 Uhr los... Also haben wir uns nur kurz die Musik
angehört und sind dann durch die kalte Nacht zurück in die Stadt
geradelt. Obwohl mein Heimweg mit 7-8 Minuten auf dem Rad relativ kurz
war, haben mir meine Fingerspitzen das ganze etwas übel genommen und fühlten sich danach eine Weile taub an. Ich sollte meine Radhandschuhe suchen, denn langsam wird es kalt in Turku...
Freitag, 7. Oktober 2011
Der Start ins Wochenende...
... verlief heute sehr spät. Eigentlich wollte ich gegen 16 Uhr von Arbeit weg, da sich draußen schon ein Unwetter ankündigte. Dunkle Wolken, Wind, fliegende Blätter. Aber als ich meinen PC ausgeschaltet, Arbeit für zuhause eingepackt und meine Jacke geholt hatte, ging der Wolkenbruch schon los. Also habe ich den Rechner wieder gestartet und mein Laborbuch brav ausgefüllt, bis der Regen etwa eineinhalb Stunden später vorbei war. Ich habe zwar die gelbe Regenhose, aber ich hatte ja genug zu tun, so dass ich die Zeit auch im Büro überbrücken konnte statt durch den Regen zu fahren...
Endlich zuhause angekommen, habe ich erst einmal ein wenig aufgeräumt, Wäsche gewaschen und mich dann aufs Sofa gelegt und am Laptop gearbeitet und mit Freunden gechattet. Leider habe ich die letzten Tage so viele Seminare gehabt, dass ich nicht alle geplanten Versuche fertig stellen konnte. Also muss ich wohl morgen oder am Sonntag nochmal auf Arbeit. Denn am Dienstag morgen erwartet mein Professor eine Präsentation mit aktuellen Daten und den Planungen für die nächsten Wochen und Monate. Danach legt sich der Stress hoffentlich wieder ein wenig :-). Morgen steht neben Arbeiten auch mal Wohnung richtig einräumen an. Die vielen Umzugskisten hier werden langsam nervig.
Donnerstag, 6. Oktober 2011
Und wieder nur Arbeiten...
... und Vorlesungen besuchen. Die Woche ist wirklich unspannend. Eigentlich wollte ich heute Abend zur Abwechslung mal zu einem Couchsurfing-Treffen. Aber ich hatte dann doch noch zu viel zu tun und war einfach zu erledigt vom Tag. Nichtmal meine Finnischstunde konnte ich heute Morgen besuchen, da eine andere Veranstaltung wichtiger war :(.
Da es immer noch nichts Interessantes zu berichten gibt, hol ich
einfach mal was aus meinem Bildervorrat :-). An einigen Orten in der
Stadt sind lustige Schilder aufgestellt.
Ein schlafendes Auto am Marktplatz.
Vom Winde umweht, in der Nähe eines Parks.
Ein Comic zum Kunstmuseum, in dem Park am entsprechenden Museum. Leider auf Finnisch :(
Und ein weiterer Comic irgendwo hinter dem Unicampus. Leider auch in einer (für mich noch) unverständlichen Sprache.
Vielleicht bringt das ja ein bisschen Farbe in meinen Alltag (und in euren Lesealltag).
Mittwoch, 5. Oktober 2011
Finnische Gentechnikgesetze...
... sind irgendwie auch nicht anders, als die deutschen Gesetze dazu. Es gibt eine regulierende Behörde die ab und an kontrollieren kommt, man darf die Bakterien nicht einfach in den Abfluss schütten, das übliche eben. Aber gut - nun gab es endlich meine Sicherheitsbelehrung. Also darf ich nun offiziell im Labor rumwerkeln. Aber an diesen Regeln stört sich ja weder in Deutschland, noch in Finnland wirklich jemand. Die Einweisung hat so lange auf sich warten lassen, weil die zuständige Person noch das Eintreffen zweier Austauschstudenten abwarten wollte, um sich die Arbeit nur einmal machen zu müssen. Seit kurzem gibt es hier nämlich noch indische und französische Verstärkung für 1,5 Jahre bzw. 6 Monate. Beim Mittagessen zwischen zwei Kursen habe ich die Beiden heute wiedergetroffen und mich nett mit ihnen unterhalten. Endlich mal Menschen, denen man nicht aufzwingen muss, englisch zu reden :-) (auch wenn es manchen nicht so viel ausmacht).
Ansonsten war auch der heutige Tag eher von Arbeit bestimmt, und ich werde mich gleich noch an eine "Bewerbung" für eine Konferenz setzen. Unfassbar! Ich schreibe eine Bewerbung, um einen Freitag und Samstag in der finnischen Pampa über Entwicklungsbiologie zu fachsimpeln. Wie konnte aus mir nur so ein Nerd werden (für die älteren Mitleser: Nerd = Fachidiot)?! Wie dem auch sei, ich hoffe immer noch, mein Wochenende frei halten zu können, wenn ich jetzt ein bisschen mehr Gas gebe ;). Immerhin will ich ja wieder ereignisreiche Wochenend-Einträge für euch bereit haben.
Dienstag, 4. Oktober 2011
Thermowäsche statt Gummistiefel...
... landeten heute in meinem Einkaufs"korb". Da ich keine Körbe nutze, landeten sie im Rucksack, aber man sagt ja nun einmal Einkaufskorb. Eigentlich wollte ich Gummistiefel holen, da das Wetter immer regnerischer wird und ich keine wasserfesten Schuhe habe. Allerdings hat mich die Auswahl nicht gerade vom Hocker gerissen und ich konnte mich nicht wirklich entscheiden. Auf der Suche nach mehr Auswahl bin ich in der Sportabteilung gelandet... Dort gab es Thermounterwäsche für den halben Preis. Da man im deutschen Winter ja doch selten lange Unterwäsche braucht, habe ich so etwas bisher nicht wirklich in meinem Schrank - lediglich ein Set fürs Skifahren. Also habe ich entgegen meiner Schuhkaufpläne dort zugeschlagen. Auch wenn ich nun weiterhin nasse Füße bekomme, so erfriere ich im finnischen Winter wenigstens nicht :-). Die "Horrorgeschichten" von -30 °C machen mir doch ein wenig Angst.
Arbeitstechnisch ist die Woche immer noch stressig. Ich werde also jetzt noch ein bis zwei Stunden etwas arbeiten und dann schlafen gehen. Hoffentlich kann ich so ein wenig Wochenendarbeit entgehen.
Montag, 3. Oktober 2011
Gibt es sowas wie Herbstmüdigkeit?!
Wenn ja, dann leide ich gerade darunter. Irgendwie könnte ich problemlos 12 Stunden am Tag schlafen. Aber ich muss ja arbeiten und will ein bisschen was erleben ;). Der heutige Tag war dennoch recht ruhig, Praktikum, ein bisschen Computerarbeit, dann ab in die Stadt mit Linnea zusammen meine Hausratsversicherung auf meinen Namen umschreiben lassen und danach Finnisch-Unterricht. Das mit der Versicherung war notwendig, da ich im Juli nach dem Anmieten der Wohnung eine Hausratsversicherung brauchte, aber die dafür nötige Sozialversicherungsnummer noch nicht hatte. Also lief die Versicherung bisher auf Linneas Sozialversicherungsnummer und irgendwann mussten wir das ja mal ändern. Der Finnisch-Unterricht kam mir auch heute nicht sonderlich informativ vor. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass wir mehr durch die aufgegebenen Hausaufgaben lernen, als im Unterricht selbst.
Das einzige, was ich heute gelernt habe, ist, dass Finnen seltsam sind. Da hat man ewig lange Worte für die Zahlen, aber beim Sprechen verkürzt man sie dann wieder, um nicht so lange Worte zu sprechen. Wieso übernimmt man dann nicht gleich die kurze Form in die Schriftsprache?!
Nach der Uni ging es nochmal schnell in eines der Shoppingcenter, die letzte Glühbirne kaufen und den Prospekt für die Verrückten Tage (Hullut Päivät) mitnehmen. Immerhin muss ich ja wissen, ob es sich lohnt, mich bei der nächsten Ladenkette in den Schlussverkauf zu stürzen. Der Prospekt wird wohl meine gleich Gute-Nacht-Lektüre. Wie oben geschrieben, ich kann im Moment problemlos sehr lange schlafen, also geht es mal etwas früher ins Bett...
Sonntag, 2. Oktober 2011
Geburtstag feiern auf schwedisch...
... ist bis auf die Sprache recht ähnlich zu Deutschland :). Mikael hatte diese Woche Geburtstag und ich wurde netter Weise zur Feier mit seiner Familie und Linneas Eltern eingeladen. Es gab Kaffee und sehr leckeren Kuchen - ein "Hybridkuchen" aus Sachertorte und Princesstårta (ich hoffe, ich erinnere mich richtig). Also Schokoladenkuchen mit Beerenfüllung und Marzipandecke. Und dazu eine Unterhaltung auf Englisch, Schwedisch und ein bisschen Deutsch. Nach dem Kaffeetrinken, als die Familie wieder gegangen war, hat Mikael sich für eine Weile an den PC geflüchtet während Linnea und ich uns über Biologie-Kram unterhalten haben. Ich durfte dann noch zum wirklich guten Abendessen bleiben (@Ea und Micke: thanks for the very delicious dinner) und zum Abschluss des schönen Sonntags gab es noch ein paar lustige Video-Clips auf youtube. Eine Art Kochshow von verrückten Schweden. Wer sich das ganze genauer ansehen möchte: Auf youtube.de nach "regular ordinary swedish meal time" suchen.
Zurück ging es dann, da meine Fahrradlampe entladen war, zu Fuß nach Hause. Das Rad habe ich brav neben mir hergeschoben, auch wenn sich außer mir scheinbar niemand daran störte, um Dunkeln ohne Licht zu fahren. Allerdings können die anderen Leute vermutlich auch auf Finnisch mit den Polizisten diskutieren. Ich fürchte, wenn ich dort ankomme mit meinen Sprachkenntnissen "Minä nimi on Henriette, mitä kuluu? Hauska tutustua. Yksi, Kaksi, Kolme", also "Mein Name ist Henriette, wie geht's? Schön dich kennenzulernen. Eins, zwei, drei", dann stecken die mich vermutlich erst einmal in eine Ausnüchterungszelle. Falls es sowas hier gibt ;-)
Wieder Zuhause habe ich somit erst einmal ein passendes Ladekabel für mein Fahrradlicht gesucht und mich anschließend von der Arbeit, die nächste Woche ansteht mal wieder geschickt mit schöneren Dingen abgelenkt. Dafür steh ich morgen früher auf als sonst und hole das Defizit auf. Ab morgen kommen sowieso ein paar stressigere Tage auf mich zu.
Per Auto das Umland erkunden...
... war dank Petter das heutige Tagesprogramm. Er hatte mir die Woche angeboten, dass wir mit seinem Auto auf die Inseln vor Turku fahren oder andere Dinge im Umland der Stadt besichtigen könnten :). Somit ging es heute Mittag zunächst auf ein paar Inseln vor dem Hafen von Turku. Die Inseln gehören teilweise noch zur Stadt. Zunächst ging es über eine längere Brücke nach Hirvensalo, wo noch recht viele Leute leben. Auf dieser Insel findet man Vorstadt-Feeling mit vielen schönen Neubauten. Von Hirvensalo aus gelangt man über eine weitere, sehr kurze Brücke (zumindest habe ich sie nicht wahrgenommen) nach Satava und anschließend über eine dritte Brücke auf die dritte Insel - Kakskerta. Satava und Kakskerta sind in der Nord-Süd-Richtung wirklich schmale, dafür in Ost-West-Ausrichtung sehr sehr lange Inseln. Auf Kaskerta findet sich ein See, der früher mal Teil der Ostsee war, aber durch die Erhebung der Landmassen nach der letzten Eiszeit irgendwann vom Meer abgegrenzt wurde. In dem See sind nochmal zwei größere Inseln zu finden :-). Außerdem gibt es an dem See mindestens einen öffentlich zugänglichen Badestrand.
Der See auf Kakskerta - mit vergleichsweise warmen Wasser für Oktober
Nach der Inselbesichtigung haben wir uns einen der Badestrände auf dem Festland angesehen. Der Strand ist größer und verfügt über mehrere Umkleidekabinen und Schließfächer, ein Restaurant, eine Sauna und Rettungsschwimmer.
Der Ostsee-Strand - mit erwartungsgemäß kaltem Ostsee-Wasser.
Anschließend ging es auf die nördliche Seite von Turku, zu einem Hügel, auf dem von ca. 500 n. Chr. bis 1200 n. Chr. eine Festung aus Holz gestanden hatte - Vanhalinna. Diese hat aber nach dem Bau der Burg zu Turku immer mehr an Bedeutung verloren, so dass sie komplett verfiel.
Eingangstor zum Aussichtshügel.
Ausblick vom Gipfel.
Diese Markierung sagt aus, dass im Jahre 5.400 v. Chr. der Meerwasserspiegel auf dieser höhe war. Ich hoffe, man kann oben mittig erkennen, dass ich mich recht weit oben am Hügel befand.
Abschließend sind wir noch in eines der Shopping-Center vor der Innenstadt gefahren. Da findet man die ganz großen Läden.
Wieder Zuhause habe ich endlich mal wieder angefangen, ein wenig Ordnung zu schaffen und mich kurz ausgeruht, bevor ich mich dann mit Renato in Koulu (der zum Restaurant umgebauten alten Schule) zu treffen. Immerhin geht das Oktoberfest dieses Wochenende zuende und wir wollten doch auch mal feiern. Wenn auch 1500 km entfernt. Nach etwa einer Stunde stieß ein Kollege von Renato zu uns und eine halbe Stunde später befanden wir uns bereits auf den Weg zu einer Geburtstagsfeier eines weiteren Kollegen. Dort gab es dann nette Gespräche, Pizza, Bier, Wein und Youtube-Videos von verschiedenen Liedern und Stand up Comedy-Auftritten.
Alles in Allem also ein erlebnisreicher, schöner Tag :-)
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