... war alles, was ich das vergangene Wochenende gemacht habe. So langsam habe ich mich wohl komplett in Finnland eingelebt. Die KELA macht zur Zeit keinen Stress - mal sehen, wie es Ende des Jahres ist, wenn sie meine Krankenversicherung verlängern soll - die Wohnung ist so gut wie fertig eingerichtet (ich sollte bloß irgendwann doch noch die Regale aufhängen, die schon eine ganze Zeit in der Ecke stehen) und ich bin nicht mehr bei jedem Brief verwirrt, der sich in meinen Briefkasten verirrt. Auch beim Einkaufen finde ich mittlerweile vieles normal, worüber ich mich in der Anfangszeit so sehr gewundert habe. Die Spielautomaten hinter den Kassenbereichen zum Beispiel. Ich nehmen die Automaten kaum noch wahr und wundere mich nicht mehr über betagte Damen und Männer in Anzügen, die daran scheinbar ihr Wechselgeld verspielen. Die meisten Produkte bringen mich auch nicht mehr zum staunen - Joghurt in Tetra-Paks haben mittlerweile einen festen Platz in meinem Kühlschrank und selbst Viili, dieser fädenziehende, joghurtähnliche "Schleim" landet gelegentlich in meinem Einkaufswagen.
Ich befürchte fast, mein Online-Tagebuch wird somit immer langweiliger für euch :-/. Wenn ihr also Vorschläge habt, worüber ich euch so berichten soll bzw. was ihr gerne lesen würdet, lasst es mich wissen!
Freitag Abend fand die Abschiedsfeier für Maria statt, die spanische Austauschstudentin. Zusammen mit einigen Doktoranden aus unserem Labor haben wir im Studentenwohnheim zu Abend gegessen, bevor wir uns auf den Weg in die Stadt gemacht haben. Als wir eine Bar gefunden hatten, in der es genug Plätze für uns alle gab, haben wir dort ein wenig gesessen, getrunken und geredet, bevor einige von uns noch in eine Discothek wollten. Da ich am Samstag arbeiten wollte, habe ich mich an diesem Punkt verabschiedet und meine Kollegen allein zur Disco gehen lassen.
Am Samstag habe ich dann meinen Versuch von Freitag beendet - allerdings war das Ergebnis nicht sonderlich gut. Somit habe ich für die kommenden Vorträge wohl keine bahnbrechenden Ergebnisse vorzuweisen, wirklich schade... Samstag Abend wollte ich dann eigentlich ein paar Fotos von Turku im Herbst aufnehmen oder Nacht-Geocaching machen, um mich abzulenken. Doch dann bekam ich eine SMS von der französischen Couchsurferin, dass sie mit einer Freundin in dem Park am Kunstmuseum sei und ich sie gern dort treffen könne. Somit habe ich den sonnigen aber schon recht kalten Samstag Nachmittag im Park verbracht und mit einer Französin, einer Portugiesin und einer Finnin über Gott und die Welt diskutiert. Als es uns zu kalt wurde, siedelten wir spontan in die WG der Portugiesin über, haben gemeinsam Abendbrot gekocht und uns den restlichen Abend noch nett unterhalten.
Sonntag war dann ein arbeitsfreier Tag - nach der Niederlage am Samstag dürfen nun alle Versuche so lange warten, bis ich von meiner Geschäfts- und Urlaubsreise zurück komme. Somit konnte ich lange ausschlafen und hatte ein wenig Zeit, meine Wohnung wieder in Ordnung zu bringen und Wäsche zu waschen. Am Abend kamen Linnea und Mikael für ein echt bayrisches Abendessen zu Besuch. Es gab Brezeln, Weißwürste und (süßen) Senf. Nachdem die meisten Ausländer, denen ich Weißwürste näher bringen wollten, dieses Essen nie mochten, rechnete ich auch heute nicht mit Begeisterungsstürmen. Aber den Beiden hat es scheinbar geschmeckt, zumindest haben sie ungeduldig auf eine zweite Ladung Weißwürste gewartet :-).
Alles in allem hatte ich also trotz Laborstress ein nettes Wochenende mit vielen Freunden und Bekannten um mich herum.
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